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BMEcat – Inhalte, Anwendungsfelder und Grenzen des Standards

von Gerald Bachlmayr (Autor) Sandro Gertz (Autor)

Seminararbeit 2005 33 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 BMEcat
2.1 Entstehung und Motivation
2.2 Grundlagen
2.3 Der Katalogaufbau
2.3.1 Katalogstruktur und Transaktionen
2.3.2 Der Kopfdatenteil
2.3.3 Dokumententeil für das Anlegen eines neuen Katalog
2.3.4 Dokumententeil für Produktaktualisierungen
2.3.5 Dokumententeil für Preisaktualisierungen

3 Anwendungsfelder von BMEcat
3.1 Exkurs: Beschaffungsvorgang
3.2 Betrachtung nach Produktkategorien
3.2.1 MRO- und C-Güter
3.2.2 A- und B-Güter
3.3 Betrachtung nach Katalogveranwortlichkeit
3.3.1 Produktkatalog verwaltet durch Einkäufer
3.3.2 Produktkatalog verwaltet durch Verkäufer
3.3.3 Produktkatalog verwaltet durch Dritten

4 Bewertung des Standards
4.1 Anforderungskriterien an einen Produktkatalogstandard
4.1.1 technische Kriterien
4.1.1.1 Technische Aktualität und Zukunftssicherheit
4.1.1.2 Plattformunabhängigkeit
4.1.1.3 Gesicherte Datenübertragung
4.1.1.4 Internationalität
4.1.2 Anwendungskriterien
4.1.2.1 Darstellung von Varianten, Konfigurationen und Produktbeziehungen
4.1.2.2 Vielfältige Produktinformationen und Klarheit
4.1.2.3 Effiziente Suche
4.1.2.4 Internationalität
4.1.2.5 Länderübergreifende Marktdurchdringung
4.1.2.6 Darstellung von Geschäftsprozessen
4.2 Bewertung des Standards
4.2.1 Bewertung anhand technischer Kriterien und Anwendungskriterien
4.2.1.1 Technische Kriterien
4.2.1.2 Anwendungskriterien
4.2.2 Nutzwertanalyse

5 Fazit

6 Abkürzungsverzeichnis

7 Abbildungsverzeichnis

8 Tabellenverzeichnis

9 Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Die Hersteller von Softwarelösungen für den elektronischen Einkauf versuchten bisher in ihren Softwareprodukten Einsparungspotenziale in Form von niedrigeren Einkaufskosten für ihre Kunden nutzbar zu machen. Dieser Ansatz wird verdrängt, durch die Nutzung von Einsparungspotenzialen in den Prozesskosten[1]. Darunter fallen z.B. Nachfragen des Lieferanten oder Lieferungen von falschen Produkten auf Grund von unvollständigen oder missverständlichen Bestellungen.

Einen Ansatz die Prozesskosten zu senken besteht darin, elektronische Produktkataloge einzusetzen. Durch sie kann sich das beschaffende Unternehmen detailliert und aktuell über die angebotenen Produkte informieren. So kann zum einen der Beschaffungsprozess beschleunigt werden. Zum anderen kann die Fehlerquote durch z.B. Übertragungsfehlern minimiert werden[2].

Ein als sehr bedeutend eingeschätzter Standard für den Austausch elektronischer Produktkataloge im deutschsprachigem Raum ist BMEcat[3],[4]. Aus diesem Grund soll BMEcat im Verlauf der Fallstudie näher untersucht werden. Dabei soll der technische Aufbau, die Anwendungsfelder sowie die Grenzen aufgezeigt werden.

2 BMEcat

BMEcat ist ein auf XML basierender Standard für die Beschreibung und den Austausch von Produktkatalogdaten[5]. Die aktuelle Version 1.2 ist seit 2001 gültig und befindet sich zur Zeit in der Überarbeitungsphase. Die zukünftige Version 2005 steht zur öffentlichen Begutachtung bereit, um weitere Verbesserungsvorschläge einfließen lassen zu können[6]. In den folgenden Seiten wird auf den aktuellen Standard 1.2 eingegangen, der bis zur finalen Freigabe des Folgestandards aktuell bleibt.

2.1 Entstehung und Motivation

Bis zum Ende der neunziger Jahre dominierten im B2B-Segment Internet-Shops. Diese hatten aus Sicht von professionellen Einkaufsorganisationen die Nachteile, dass weder eine Prozessabildung noch eine anbieterübergreifende Produktsuche möglich war.. Insbesondere die anfallenden Prozesskosten und die mangelnde Möglichkeit der strategischen Lieferantenauswahl schlagen in der Bilanz zu Buche. Bereits Anfang der neunziger Jahre wurde das Grundkonzept für e-Procurement „Desktop Purchasing System“ entwickelt. Die End-to-End-Abwicklung von Beschaffungsprozessen auf Basis elektronischer Kataloge unter Verwendung von Internettechnologie wird als e-Procurement bezeichnet[7].

Die BMEcat-Spezifikation, wurde entwickelt, um den Austausch von Produktkatalogen zu standardisieren und zu vereinfachen. Standardisierte Katalogdokumente können sowohl zur Übermittlung an beschaffende Organisation, als auch Erstellung von Online-Shops oder zur Belieferung von elektronischen Marktplätzen eingesetzt werden. Ergänzend zum BMEcat-Standard, der dem Austausch von Produktdaten dient, wird ein weiterer Standard namens „OpenTrans“ geführt. Dieser soll eine Standardisierung von Geschäftstransaktionen gewährleisten und zu BMEcat 1.2 kompatibel sein soll[8].

2.2 Grundlagen

Die Dokumentation des Standards enthält unter anderem eine detaillierte Spezifikation des Standards und eine XML Document Type Definition (DTD), die der Beschreibung der Katalogstruktur dient[9]. Unter einem Produktkatalog versteht die Spezifikation all jene Daten, die vom Katalogerzeuger zum Katalogempfänger übermittelt werden. Ein Katalogdokument: „ist die XML-Datei, in der der Produktkatalog im BMEcat-Format gespeichert und zum Katalogempfänger übermittelt wird“[10].

Die folgende Darstellung zeigt ein BMEcat-Katalogsystem, bei dem Produktdaten des Lieferanten aus dem Warenwirtschaftssystem in das Katalogsystem übernommen werden. Die Übermittlung der Daten erfolgt im XML-Format.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 - entnommen aus Ressel, Hausknecht, „Das W3C, XML und aktuelle technologische Entwicklungen“, http://www.segma.de/vorlesung02/10_w3c_xml_arbeit.pdf 2002

2.3 Der Katalogaufbau

Ein Katalogdokument wird mit dem Element „BMECAT“ eingeleitet und besteht aus einem Kopf- und einem Transaktionsteil[11]. Diese Hauptteile bestehen aus weiteren Elementen, die folgend beschrieben werden.

2.3.1 Katalogstruktur und Transaktionen

Der Standard definiert folgende Arten von Transaktionen, deren unterschiedliche Struktur durch drei verschiedene DTD’s beschrieben werden.

- Erstmalige Übertragung eines Produktkataloges (XML: T_NEW_CATALOG)
- Aktualisierung von Produktdaten (XML: T_UPDATE_PRODUCTS)
- Aktualisierung von Artikelpreisen (XML: T_UPDATE_PRICES)[12]

Die folgende Darstellung zeigt ein einfaches BMEcat-Katalogdokument für die Übertragung eines neuen Katalog.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 – entnommen aus Pastoors et al. „BMEcat V1.2 für Einsteiger“ 2001

Gültige Katalogdokument im BMEcat-Format werden mit dem Root-Element „BMECAT“ eingeleitet. Dieses besteht aus dem Kopfteil „Header“ und einem der drei Transaktionsteile[13]. Das blau geschriebene hast du inhaltlich schon in 2.3. geschrieben

2.3.2 Der Kopfdatenteil

Das Kopfdatenteilelement „Header“ ist ein Muss-Feld und beschreibt Informationen, die das gesamte Katalogdokument betreffen[14]. Im Kopfdatenteil werden beispielsweise Informationen über das einkaufende oder liefernde Unternehmen hinterlegt. Angaben zur Beschreibung und Identifikation des Katalogs müssen im Header-Element angeführt werden[15]. Ebenso können im Header Standardwerte für das Dokument hinterlegt werden[16].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 - entnommen aus Pastoors et al. „BMEcat V1.2 für Einsteiger“ 2001

2.3.3 Dokumententeil für das Anlegen eines neuen Katalog

Beim Anlegen eines neuen Katalog, wird die Transaktion „T_NEW_CATALOG“ eingesetzt. Je nach übergebender „CATALOG_ID“, „CATALOG_VERSION“ und „LANGUAGE“ soll das Zielsystem unterschiedlich auf die Daten reagieren[17].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 - entnommen aus Pastoors et al. „BMEcat V1.2 für Einsteiger“ 2001

2.3.4 Dokumententeil für Produktaktualisierungen

Für die Übertragung von Artikeldaten wird die Transaktion „T_UPDATE_PRODUCTS“ verwendet. Durch das Attribut „mode“ wird angegeben, ob Artikel hinzugefügt, gelöscht oder geändert werden. Beim Ändern von Artikeldaten wird immer der gesamte Artikeldatensatz verwendet[18].

2.3.5 Dokumententeil für Preisaktualisierungen

Die Transaktion „T_UPDATE_PRICES“ wird eingesetzt, wenn nur geänderte Preisinformation zu Artikeln übertragen werden soll. Für diesen Transaktionstyp müssen die Elemente CATALOG_ID des Lieferanten (SUPPLIER_NAME) und CATALOG_VERSION des Zielsystems bereits vorhanden sein[19].

3 Anwendungsfelder von BMEcat

Wie bereits verdeutlicht wurde, ist BMEcat ein elektronisches Format für den Austausch von Produktkatalogdaten zwischen einkaufenden und verkaufenden Unternehmen. Aus diesem Grund, sollen im weiteren Verlauf der Fallstudie nur Katalog-basierte Anwendungsfelder genauer untersucht werden. Anwendungsfelder wie Ausschreibungen oder Auktionen sollen nicht näher betrachtet werden[20].

Die ein- und verkaufenden Unternehmen treffen entweder bilateral oder auf einem elektronischen Marktplatz, der von einem Dienstleister betrieben wird, aufeinander[21].

Bei einem elektronischen Marktplatz handelt es sich um einen virtuellen Platz zum Tauschen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die beteiligten Marktteilnehmer in Form von Menschen oder Softwaresystemen auftreten.

Durch die technische Infrastruktur sollen die Marktteilnehmer bei ihrem Handeln unterstützt werden. Dies kann z.B. in Form einer elektronischen Suche nach Produktinformationen erfolgen.

[...]


[1] Vgl. mediaone, „E-Procurement – Martkübersicht, Produkteigenschaften und Perspektiven“, Hamburg 2003, Seite 4

[2] Vgl. Ruth Melzer-Ridinger „E-Business-Funktionen in der Betriebswirtschaft“, in: Werner Pepels (Hrsg.), „E-Business-Anwendungen in der Betriebstwirtschaft“, Berlin 2002, Seite 105

[3] Vgl. BERLECON RESEARCH GmbH, „E-Business-Standards in Deutschland - Bestandsaufnahme, Probleme, Perspektiven", Berlin 2003, Seite 73

[4] Vgl. Hinderer, Kirchhof (Bullinger, Ott Hrsg.) „Trendanalyse – Elektronische Marktplätze“, Frauenhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Stuttgart Januar 2002, Seite 40

[5] Vgl. BMEcat, „Spezifikation BMEcat Version 1.2“, 2001, Seite 10

[6] Vgl. BMEcat, „Spezifikation BMEcat 2005 final draft”, 2005

[7] Vgl. IBM, Whithepaper „e-Procurement und e-Marketplaces – neue B2B-Trends“, Seite 4-6

[8] Vgl. BMEcat, „Spezifikation BMEcat Version 1.2“, 2001), Seite 5-6

[9] Vgl. BMEcat, „Spezifikation BMEcat Version 1.2“, 2001, Seite 7

[10] Vgl. BMEcat, „Spezifikation BMEcat Version 1.2“, 2001, Seite 7

[11] Vgl. BMEcat, „Spezifikation BMEcat Version 1.2“, 2001, Seite 19

[12] Vgl. BMEcat, „Spezifikation BMEcat Version 1.2“, 2001, Seite 14

[13] Vgl. BMEcat, „Spezifikation BMEcat Version 1.2“, 2001, Seite 19

[14] Vgl. BMEcat, „Spezifikation BMEcat Version 1.2“, 2001, Seite 19

[15] Vgl. BMEcat, „Spezifikation BMEcat Version 1.2“, 2001, Seite 22

[16] Vgl. BMEcat, „Spezifikation BMEcat Version 1.2“, 2001, Seite 21

[17] Vgl. BMEcat, „Spezifikation BMEcat Version 1.2“, 2001, Seite 46

[18] Vgl. BMEcat, „Spezifikation BMEcat Version 1.2“, 2001, Seite 52

[19] Vgl. BMEcat, „Spezifikation BMEcat Version 1.2“, 2001, Seite 55

[20] Vgl. Ronald Bogaschewsky, „Electronic Procurement - Katalog-basierte Beschaffung, Marktplätze, B2B-Netzwerke", in: Gabriel, Hoppe (Hrsg.) "Electronic Business. Theoretische Aspekte und Anwendungen in der betrieblichen Praxis", Heidelberg 2002, Seite 41

[21] Vgl. BMEcat, „Spezifikation BMEcat Version 1.2“, 2001, Seite 5

Details

Seiten
33
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638386937
ISBN (Buch)
9783638681704
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v40098
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
1,3
Schlagworte
BMEcat Inhalte Anwendungsfelder Grenzen Standards Fallstudie

Autoren

  • Gerald Bachlmayr (Autor)

  • Sandro Gertz (Autor)

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Titel: BMEcat – Inhalte, Anwendungsfelder und Grenzen des Standards