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Die Migration der Deutschen nach Nordamerika. Inwieweit prägten deutsche Auswanderer die amerikanische Zivilgesellschaft?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2017 14 Seiten

Geschichte - Amerika

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Migration der Deutschen in die USA
2.1 Gründe für die Auswanderung
2.2 Einwanderungspolitik der USA
2.3 Ballungsräume deutscher Auswanderer

3. Die amerikanische Zivilgesellschaft und der Einfluss deutscher Auswanderer
3.1 Einfluss auf Bildungswesen und Sport
3.2 Deutsches Verlagswesen und Integration

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der deutschen Migration in die Vereinigten Staaten von Amerika. Zentralerer Aspekt ist dabei der Einfluss der Auswanderer auf die amerikanische Kultur und die Zivilgesellschaft. Zunächst werden Gründe skizziert, um herauszufinden, warum Deutsche ihr Heimatland verlassen haben. Anschließend befasse ich mich mit der amerikanischen Einwanderungspolitik um folgend zu klären, unter welchen Voraussetzungen Deutsche emigrierten. Es werden Ballungsräume von deutschen Siedlern definiert um die Frage zu erörtern, wie weitreichend die Möglichkeiten der Gestaltung von Kultur durch Auswanderer im Hinblick auf das gesamte Land waren. Zur Veranschaulichung wird eine Karte verwendet. Als Beispiele für kulturelles und zivilgesellschaftliches Engagement werden das Bildungswesen, der Sport, sowie Druck- und Printmedien herangezogen, da diese Bereiche für die Gesellschaftsbildung meiner Meinung nach eine herausragende Rolle einnehmen. Dabei werden verschiedene Ereignisse, die für die Zivilgesellschaft wegweisend waren und maßgeblich von deutschen Auswanderern geprägt wurden auf ihren Fortbestand bis in die Gegenwart untersucht. Bei der Selektion der zu untersuchenden Ereignisse ist es wichtig, eine Vielfalt von Thematiken aus verschiedenen zivilgesellschaftlich relevanten Bereichen zu haben, um anschließend eine größere Aussagekraft der Ergebnisse zu erreichen. Des Weiteren wird versucht zu klären, inwieweit sich die deutschen Migranten in den Vereinigten Staaten integrierten, sie akzeptiert wurden und wie lange dieser Prozess dauerte. Die Hausarbeit setzt sich hauptsächlich mit der Migrationsgeschichte des 19. Jahrhunderts auseinander, da in dieser Zeit die meisten deutschstämmigen Auswanderer nach Nordamerika kamen. Abschließend wird ein Fazit gezogen, in dem unter Berücksichtigung der bearbeiteten Aspekte versucht wird, die Problemfrage zu beantworten.

2. Die Migration der Deutschen in die USA

Die Geschichte deutschsprachiger Auswanderer die nach Nordamerika emigrierten, erstreckt sich über die vergangenen vier Jahrhunderte und findet ihren Anfang im Jahr 1607, in welchem Pioniere unter britischer Flagge beginnen, dass nördliche Amerika zu kolonialisieren. In den folgenden Jahrhunderten steigt die Zahl deutscher Emigranten immer weiter an. Im 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts gelangten Millionen Deutsche in die USA. Dieser Zeitraum stellt den Höhepunkt der deutschen Migration dar. Diese Auswanderungsbewegung war ein über Generationen andauernder Prozess, welcher einen signifikanten Faktor in der deutschen und amerikanischen Geschichte darstellt. Ob und wie viele Menschen sich auf den Weg in die sogenannte neue Welt machten, hing von den verschiedensten individuellen und politischen Rahmenbedingungen ab.

2.1 Gründe für die Auswanderung

Laut dem amerikanischen Historiker Marcus Lee Hansen gibt es drei Gründe, auf die sich die Auswanderung von Menschen zurückführen lässt. Ungünstige wirtschaftliche Verhältnisse, religiöse Bedrängnis und politischer Druck (Kügler, Die Deutschen in Amerika, 1983, S.74, Z. 5-6). Ohne Zweifel lassen sich diese Gründe auch auf die Massen an deutschen Auswanderern übertragen. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung in den deutschen Staaten um 20%, was im Zusammenhang mit damit einhergehenden Missernten durch in Häufigkeit auftretende, sich für die Landwirtschaft negativ auswirkende Wetterphänomene, gesehen werden muss (Kügler, Die Deutschen in Amerika, 1983, S.75, Z. 21-27). In diesem Zeitraum war eine Massenauswanderung zu verzeichnen, besonders häufig aus dem heutigen Südwestdeutschland, in welchem sich die angesprochene Dürreperiode für mehrere Jahre manifestierte. Das Ziel von 90% der deutschen Auswanderer im 19. Jahrhundert waren die USA, gefolgt von Kanada, Brasilien, Argentinien und Australien (Peter Marschalck, Deutsche Überseewanderungen, 1973, S.49, Tab. 1). Mit der immer höher werdenden Zahl von deutschen Migranten, kam es zu einer Institutionalisierung der Auswanderungsbewegung. In mehreren deutschen Städten entstanden Auswanderungsagenturen, welche den Auswanderern Hilfe bei der Bewältigung von Bürokratie und Formalitäten gaben. Der deutliche Anstieg der der Migranten aus Europa im 19. Jahrhundert ist ganz maßgeblich mit dem technischen Fortschritt verbunden. Erst durch die Erfindung der Dampfmaschine und der damit einhergehenden Verbesserung von Überseetransportkapazitäten durch Dampfschiffe, war eine so massenhafte Auswanderung erst möglich. Auch religiöse Minderheiten wie die[1] Inspirierten und andere freikirchliche Gemeinden die in Europa kaum toleriert wurden suchten in den USA ihr Glück. Die Auswanderungspolitik des Deutschen Kaiserreichs ab 1871 war von Umbrüchen und einer zum Teil sehr konservativen Haltung gegenüber den Auswanderern geprägt. In der Rechtslage stellte es sich so dar, dass es ein sogenanntes Rückkehrrecht gab, welches den vorrübergehenden Aufenthalt in der alten Heimat oder die dauerhafte Rückkehr umfasste (von der Straten, Die Rechtsordnung des zweiten Kaiserreichs und die deutsche Auswanderung nach Übersee 1871-1914, 1997, S.175, A. Rechtslage vor der Auswanderung, Z. 5-11). Um das Recht auf Rückkehr zu behalten, ist die deutsche Staatsangehörigkeit unverzichtbar. Da die allgemeine Wehrpflicht um maximal 2 Jahre zurückgestellt werden konnte (von der Straten, Die Rechtsordnung des zweiten Kaiserreichs und die deutsche Auswanderung nach Übersee 1871-1914, 1997, S. 90, Wehrrechtliche Bindung der Auswanderer, Z. 1-7) und ansonsten der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit und eine Verurteilung im Heimatland drohte, war die Möglichkeit der Rückkehr außerdem sehr unattraktiv für viele Auswanderer.

2.2 Einwanderungspolitik der USA

Bis zum Beginn des ersten Weltkriegs war beinahe jeder Europäer in den Vereinigten Staaten willkommen. Beweggründe für diese Handhabung der Amerikaner waren hauptsächlich ökonomischer Natur. Mit der zunehmenden Industrialisierung in den USA in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es zu einer Urbanisierung, in dessen Folge Arbeitskräfte in der Landwirtschaft fehlten. Um diesen Mangel zu kompensieren und einen wirtschaftlichen Nutzen durch die Migranten zu erlangen, waren Auswanderer aus Europa gern gesehen. Anders verhielt es sich mit Auswanderern aus Asien und Afrika, für die es starke Beschränkungen wie zum Beispiel den[2] Chinese Exclusion Act gab. Einwanderungsquoten für Europäer wurden erst zur Zeit des 1. Weltkriegs eingeführt. Grundsätzlich kann man zwei Gründe für die Einwanderungspolitik der USA nennen, die Vermehrung und Zusammensetzung der Bevölkerung der USA und Arbeitskräfte für die Expansion der Wirtschaft (Grothe, Die Deutschen in Übersee, 1932, S. 187, Die Einwanderungspolitik der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Z. 23-30).

2.3 Ballungsräume deutscher Auswanderer

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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[1] Die Inspirierten sind eine christliche Freikirche, neben der Bibel erkennen sie auch die nach ihrem Glauben vom Heiligen Geist inspirierte Rede als Quelle göttlicher Offenbarung an. (https://de.wikipedia.org/wiki/Inspirierte)

[2] Der Chinese Exclusion Act war ein Bundesgesetz in den Vereinigten Staaten, aus dem Jahr 1882, welches Chinesen die Einreise in die USA verwehrte (http://www.history.com/topics/chinese-exclusion-act)

Details

Seiten
14
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668630420
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v411781
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Friedrich-Meinecke-Institut
Note
1,7
Schlagworte
migration deutschen nordamerika inwieweit auswanderer zivilgesellschaft

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Titel: Die Migration der Deutschen nach Nordamerika. Inwieweit prägten deutsche Auswanderer die amerikanische Zivilgesellschaft?