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Wohlstand und Gesundheit. In wie weit besteht ein Zusammenhang?

Hausarbeit 2016 13 Seiten

Psychologie - Allgemeine Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen sozialen Milieus
2.1 Studien zur Einschätzung des Zusammenhangs von psychischer Gesundheit und sozialer Lage von Kindern und Jugendlichen
2.1.1 Die HB SC-Studie
2.1.2 Die KiGGS-Studie
2.2 Mögliche Gründe für den Zusammenhang zwischen Gesundheit und sozialer Stellung in Deutschland
2.3 Wohlstandserkrankungen

3. Gesundheit ohne Wohlstand
3.1 Psychische Erkrankungen aus globaler Sicht
3.2 Nichtkommerzielle Gesellschaften und ihr Gesundheitsverhalten

4. Gesundheit hinsichtlich unterschiedlicher gesellschaftlicher Werte

5. Gesundheit als Ware

6. Zusammenfassung

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In wie weit korrelieren Gesundheit und Wohlstand? Diese Frage soll anhand der Arbeit hinsichtlich verschiedenster Aspekte beantwortet werden. Wohlstand lässt sich auf sehr unterschiedliche Weisen definieren und so finden sich entsprechend weit gefächerte Ergebnisse zu dieser Forschungsfrage. Wohlstand kann auf familiären, landesspezifischen oder kulturellen Besitz oder Reichtum bezogen werden, etwa durch die Frage der psychischen und körperlichen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus weniger vermögenden Familien oder unteren sozialen Schichten. Aber auch die Frage nach Wohlstandserkrankungen oder der positiven Gesundheitsentwicklung von nicht kommerziellen Gesellschaften, denen Vermögen völlig fremd ist, spielt hinsichtlich dieser Thematik eine wichtige Rolle, ebenso wie die Frage nach der Verknüpfung von Wohlstand, Gesundheit und Lebenszufriedenheit.

Im Verlauf der letzten Jahre wurden verschiedenste Studien zur psychischen und körperlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus wohlhabenden und weniger wohlhabenderen Familien durchgeführt,etwa die HBSC- oder die KİGGS- Studie. Alle diese Studien hatten zum Ziel, die Frage nach Unterschieden in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen hinsichtlich ihrer sozialen Herkunft zu klären und zu beantworten, ob familiärer Wohlstand Auswirkungen auf die Gesundheit hat.

Doch was ist etwa mit der Gesundheit von Menschen aus Entwicklungsländern oder nicht kommerziellen Gesellschaften, die entweder keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben, von Armut bedroht sind oder jegliche Form von Wohlstand ablehnen?

Im Folgenden sollen nun die verschiedensten Aspekte zur psychischen und physischen Gesundheit von wohlhabenden und weniger wohlhabenden Personen, Personengruppen und Gesellschaften thematisiert werden.

2. Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen sozialen Milieus

Die Gesundheitsdefinition der WHO (Weltgesundheitsorganisation) besagt bereits seit 1964, dass sich die Gesundheit des Menschen nicht einfach auf das Fehlen von Krankheiten oder Gebrechen bezieht, sondern vielmehr einen Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens darstellt.

Diese Erkenntnis fährt gezwungenermaßen zu der Frage, wie es denn dann um Individuen steht, deren geistiges und soziales Wohlergehen gefährdet oder unmittelbar bedroht ist, etwa bei Kindern und Jugendlichen, deren familiäres und soziales Umfeld direkt von Armut betroffen ist.

Laut Erhebungen des Statistischen Bundesamts sind überproportional viele Kinder und Jugendliche, die bei arbeitslosen oder alleinerziehenden Eltern aufwachsen, betroffen vom Armutsrisiko (Lampert, 2010). So sollen nachteilige Lebensumstände in der Kindheit und Jugend das Risiko für Armut und Arbeitslosigkeit im späteren Leben direkt erhöhen. Jedoch wirken sich Armut und soziale Benachteiligung nicht nur auf die Bildungschancen, sondern auch auf die gesundheitliche Entwicklung aus. Kinder und Jugendliche aus bildungsfemen Schichten werden oftmals aufgrund ihrer sozialen Herkunft weniger gefördert als andere Kinder und Jugendliche, die einen ähnlichen Notendurchschnitt und Bildungsstand vorweisen und werden trotz gleicher Leistung als weniger intelligent eingestuft. Diese Entscheidung der Lehrkräfte - sei sie nun bewusst oder unbewusst - zeigt sich selbst bei Kindern und Jugendlichen aus Arbeiter- versus Akademikerfamilien.

Armut und soziale Benachteiligung wirken sich aber nicht nur auf die Bildungschancen und die damit einhergehende Entwicklung der beruflichen und sozialen Stellung in der Zukunft aus, sondern spielen auch eine große Rolle in der gesundheitlichen Entwicklung von jungen Menschen. Bisher durchgeführte Studien zu dieser Thematik zeigen, dass vermehrt frühkindliche Entwicklungsverzögerungen und Gesundheitsstörungen mit sozialer Benachteiligung und Armut einhergehen. Im Verlauf der Entwicklung von Jugendlichen ist zudem festzustellen, dass ein Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und psychosomatischen Beschwerden, psychischen und Verhaltensauffälligkeiten besteht. Auch wurde festgestellt, dass gesundheitsbeeinträchtigende Verhaltensweisen wie Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht im Zusammenhang mit der sozialen Lage von Jugendlichen stehen (Richter 2005; Lampert, Richter 2006).

In einigen Bundesländern werden vor der Einschulung Informationen über die soziale Lage der Eltern herangezogen, etwa hinsichtlich der Schulbildung und des Erwerbs. Diese Herangehensweise ermöglicht fundierte Aussagen darüber, ob ein Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und körperlicher sowie psychischer Gesundheit besteht und führte beispielsweise in Brandenburg zu dem Ergebnis, dass bei rund 30% der Kinder aus sozial schwachen Familien ein für die Frühförderung relevanter Befund gestellt wurde. Im Vergleich dazu wurde dieser Befund bei Kindern aus Familien mit mittlerem und hohem Sozialstatus nur bei 15% bzw. 9% gestellt.

2.1 Studien zur Einschätzung des Zusammenhangs von psychischer Gesundheit und sozialer Lage von Kindern und Jugendlichen

Um die Forschungen bezüglich der Thematik besser verstehen zu können, werden im Folgenden zwei Studien näher erläutert, die zur Klärung des Zusammenhangs von psychischer und körperlicher Gesundheit und sozialer Herkunft von Kindern und Jugendlichen erhoben wurden.

2.1.1 Die HBSC-Studie

Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) koordinierte Health Behaviour in School-aged Children-Studie (kurz: HBSC-Studie) stellt eine gute Grundlage für die Einschätzung des psychosozialen Wohlbefindens von Schulkindern dar und wurde in Deutschland zuletzt mit Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 15 aus fünf verschiedenen Bundesländern (Nordrhein-Westfalen, Hessen, Sachsen, Berlin und Hamburg) durchgeführt. Um den sozialen Status der Familien festzustellen, wurden neben Schulbildung und beruflicher Stellung der Eltern auch Indikatoren zum familiären Wohlstand erfragt, etwa durch die Angabe der Anzahl von Fahrzeugen in der Familie, der Zahl der Urlaube im vergangenen Jahr, wie viele Computer sich im Haushalt befinden und Fragen zum eigenen Zimmer der teilnehmenden Jugendlichen.

Die Ergebnisse aus dem Jahr 2006 zeigen, dass Jugendliche aus der niedrigen Wohlstandsgruppe ihren eigenen Gesundheitszustand öfter als „einigermaßen“ oder „schlecht“ beurteilen, als es Jugendliche aus der hohen Wohlstandsgruppe tun. Auch sind sie weniger oft hoch zufrieden mit ihrem Leben und geben vermehrt an, häufiger in der Woche an Kopf- oder Magenschmerzen zu leiden.

Bei Mädchen aus Familien mit niedrigem Wohlstand waren zudem häufiger Befindlichkeitsstörungen festzustellen, etwa Einschlafstörungen, Nervosität oder Schwindelgefühle.

Anhand der Studie spricht Vieles dafür, dass Heranwachsende, die in ihrem sozialen Umfeld gefördert und unterstützt werden, seltener unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen leiden und sich gesundheitsbewusster verhalten.

2.1.2 Die KiGGS-Studie

Die Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KİGGS) ist eine Langzeitstudie des Robert-Koch-Instituts und erhebt regelmäßig Daten zur gesundheitlichen Lage von Heranwachsenden. Die sogenannte KiGGS-Welle 1 fand von 2009 bis 2012 statt. Insgesamt nahmen bisher mehr als 12.000 Kinder und Jugendliche bzw. deren Eltern an der Studie teil.

Eine der Haupterkenntnisse der Studie ist, dass der sozioökonomische Status der Familie Einfluss auf den Gesundheitszustand der Kinder und Jugendlichen hat und bei Jungen und Mädchen aus Familien mit niedrigerem sozioökonomischen Status das Risiko für einen mittelmäßigen bis sehr schlechten allgemeinen Gesundheitszustand um das 3,4- bzw. 3,7-Fache erhöht ist im Vergleich zu Kindern mit hohem sozioökonomischen Status. Laut der Studie geht ein niedriger sozioökonomischer Status einher mit einer geringeren gesundheitsbezogenen Lebensqualität.

2.2 Mögliche Gründe für den Zusammenhang zwischen Gesundheit und sozialer Stellung in Deutschland

Ein möglicher Grund für die negative Gesundheitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen aus weniger wohlhabenden Familien können Umwelteinflüsse sein, denen Heranwachsende aus niedrigeren sozialen Milieus gezwungenermaßen ausgesetzt sind. Die Preise für Wohnräume steigen immer weiter und so ist es für alleinerziehende oder arbeitslose Eltern nahezu unmöglich, einen geeigneten Wohnraum in gesundheitsförderlicher Umgebung bezahlen zu können. Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle.

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Details

Seiten
13
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668638112
ISBN (Buch)
9783668638129
Dateigröße
416 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v412353
Note
1,3
Schlagworte
Wohlstand Gesundheit Zusammenhang Psychologie

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Titel: Wohlstand und Gesundheit. In wie weit besteht ein Zusammenhang?