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Die Diskursmarker "hombre/mujer" in der spanischen Umgangssprache

Hausarbeit 2015 23 Seiten

Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Definition
1.1 nach Diccionario Real Academia Española (232014: s.v.)
1.2 nach Diccionario de conectores y operadores del español (2009a: s.v.)
1.3 nach Diccionario de partículas discursivas del español (s.a.: s.v.)

2. Klassifizierung

3. Charakteristika
3.1 Einordnung der Textsorte
3.2 Grammatikalische Bestimmungen
3.3 Benutzung der Partikel: einleitend vs. reagierend

4. Funktionen nach Llamas Saíz und Martínez Pasamar (2007: 755-761)
4.1 soziolinguistische Funktionen
4.2 pragmatische Funktionen

5. Zu ergänzende Funktionen
5.1. forma autoprotectora/Verlegenheit
5.2 Ungeduld

6. Korpusanalyse
6.1 Quantitative Analyse
6.2 Qualitative Analyse

7. Fazit

8. Bibliografie

9. Anhang

0. Einleitung

Ein interessanter Aspekt der gesprochenen Sprache ist die Verwendung von Diskursmarkern, um das Gespräch zu strukturieren und zu lenken. In der vorliegenden Hausarbeit geht es um die spanischen Diskursmarkern hombre und mujer, die der kolloquialen, gesprochenen Sprache zuzuordnen sind.

Wer bereits schon einmal in Spanien war, stellt schnell fest, dass hombre und mujer in dem spanischen Wortschatz stark verankert sind. So konnte ich selbst in meinem Auslandsaufenthalt diese zwei Partikel als etwas typisch Spanisches erfassen. Dabei ist mir aufgefallen, dass hombre mehr benutzt wurde als mujer. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass es von der jüngeren Generation häufiger gebraucht wurde, was aber auch damit zu tun haben könnte, dass ich mit der jüngeren Generation im engeren Kontakt stand als mit der älteren. Diese und weitere Hypothesen gilt es zu untersuchen.

Mit Hilfe verschiedener Beispiele wird ein theoretischer Überblick geschaffen, um darauf in der anschließenden Korpusanalyse die folgenden dargestellten Leitfragen beantworten zu können: Wie werden die Partikel hombre und mujer verwendet und welche Funktionen gibt es zu unterscheiden? Welche Unterscheidungen sind zwischen ihnen auszumachen? Wie differenziert werden sie hinsichtlich der Generationen, des Alters und der sozialen Schichtzugehörigkeit benutzt?

Da der Forschungsstand zu diesem Thema noch sehr jung und noch nicht so ausgereift ist, befasse ich mich auf den ersten Seiten mit den verschiedenen Definitionen und Kategorisierungen. Danach knüpfe ich an einige Besonderheiten dieser zwei Partikel an, um anschließend die Funktionen anhand von Beispielen zu erläutern. Schon Dr. Werner Beinhauer (1930), einem der ersten Forscher über spanische Diskursmarker, sind die verschiedenen Funktionen der einzelnen Partikel aufgefallen. So möchte auch ich unter jüngsten Forschungen herausfinden, welche Funktionen hombre und mujer mit sich bringen. Dabei werde ich eng an der Arbeit Llamas Saíz, Carmen/Martínez Pasamar, Concha (2007) arbeiten, um zu untersuchen, wie die Partikel verwendet werden, welche Funktionen sie besitzen und welche Besonderheiten ihnen zugeschrieben werden können.

Am Ende dieser Arbeit sollen anhand einer Korpusanalyse die Ergebnisse auserwählter Korpora präsentiert werden. Bezugnehmend auf die zuvor beschriebenen Leitfragen und selbst erwählter Thesen. Im Fazit werden die prägnantesten Resultate zusammengefasst.

1. Definition

1.1 nach Diccionario Real Academia Española (232014: s.v.)

„Hombre: (Del lat. homo, -ĭnis). [...] hombre. Interj. U. para indicar sorpresa o asombro, o con matiz conciliador. ¡Hombre, tú por aquí! ¡Hombre, no te enfades! [...].”

„Mujer: (Del lat. mulĭer, -ēris). [...] mujer. Interj. U. para indicar sorpresa o asombro, o con un matiz conciliador. ¡Mujer, qué susto me has dado! ¡Mujer, no te enfades! [...].“

1.2 nach Diccionario de conectores y operadores del español (2009a: s.v.)

„HOMBRE 1: Conector ordenador discursivo interactivo. 1. Inicio de una respuesta. Marca, además, un contenido modal: reafirmación, evidencia, sorpresa, disgusto... También se utiliza como inicio para preparar una respuesta larga. 2. Apelativo originariamente, sus empleos pueden ser: a) apoyo al inicio del decir, b) evidencia, c) sorpresa, d) inicio de un desacuerdo, e) retardatario, f) reafirmación: [...] 3. Relaciona intervenciones [...].”

„MUJER: Conector ordenador discursivo interactivo. 1. Elemento apelativo, empleado para cohesionar la intervención de un hablante con la de su interlocutor. Vid. hombre 1. Exige interlocutora feminina: [...].”

1.3 nach Diccionario de partículas discursivas del español (s.a.: s.v.)

„hombre¹: Apela cortésmente al otro, sea varón o mujer, ostrándole su alianza, acuerdo y complicidad, reforzando lo positivo o, lo que es más frecuente, atenuando situaciones de conflictividad o desacuerdo total o parcial. [...] En el ejemplo anterior la partícula hombre apela a los dos interlocutores, varón y mujer, por lo que es indiferente al género y al número. Aunque el referente suele ser una persona, a veces puede estar referido a animales (dirigido a un perro: hombre, estate quieto). Así mismo, esta partícula apelativa cortés puede reforzar o intensificar lo positivo; a menudo, refuerza los acuerdos con el otro, como ocurre en el ejemplo siguiente: [...].”

„hombre²: Refuerza las acciones y valoraciones del propio hablante, con frecuencia contrarias a las del interlocutor o un tercero, sea varón o mujer. Esto es, se emplea como intensificador reafirmador de lo dicho o hecho por el hablante y de los desacuerdos con el otro. [...] En este otro ejemplo, hombre² constituye un refuerzo argumentativo de las acciones propias del hablante, sin que estas lleguen necesariamente a afectar al otro. Se trata, así pues, de un reafirmador. [...] hombre² puede dirigirse a varones y a mujeres, incluso a otros seres animados, como también ocurre en el caso de hombre 1. En el ejemplo que sigue, B se dirige a un perro, mientras lo está limpiando y cepillando: [...].”

Bei den insgesamt sechs Definitionen gibt es einige interessante Beobachtungen zu verzeichnen:

In dem Diccionario Real Academia Española werden hombre und mujer die gleichen Funktionen zugeteilt. Beide Partikel werden als Interjektion kategorisiert und besitzen die Funktion der Überraschung/des Staunens und der Beschwichtigung. Wenn man sich die gegebenen Exempel aber genau anschaut, muss der einen Funktionen bei mujer widersprochen werden. Das erste Beispiel „¡Mujer, qué susto me has dado!” kann nicht mit der Funktion Überraschung oder Staunen einhergehen. Hier passt die Funktion des Tadels besser. Außerdem wird hier nicht darauf eingegangen (im Gegensatz zu den anderen beiden Wörterbüchern), dass sich mujer nur auf feminine Gesprächspartner bezieht.

In dem Diccionario de conectores y operadores del español sind die Funktionen viel differenzierter. Insgesamt lassen sich sechs verschiedene Funktionen zählen. Außerdem ist es interessant, dass fünf verschiedene hombre – Definitionen in diesem Wörterbuch verzeichnet sind. Bei dem Partikel mujer wurde ein Verweis auf hombre 1 gelegt. Hier wird ergänzt, dass mujer ausschließlich mit femininen Geprächspartnern gebraucht wird.

In dem Diccionario de partículas discursivas del español werden ebenfalls weitere Funktionen unterschieden. Wenn man die verschiedenen Reiter im Internet anklickt, kommt man insgesamt auf neun Funktionen von hombre. In diesem Wörterbuch wird das erste Mal ergänzt, dass sich hombre teilweise sogar auf Tiere bezieht. Mujer wurde hier leider gänzlich ausgelassen.

2. Klassifizierung

In diesem Abschnitt möchte ich auf die verschiedenen Kategorisierungen eingehen, die über die Partikel hombre/mujer getroffen werden. Links in der Tabelle befinden sich die jeweiligen Autoren beziehungsweise Wörterbücher und in der rechten Spalte die Kategorisierungen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie unter den Definitionen bereits ersichtlich wurde, werden die Partikel hombre und mujer in dem Diccionario Real Academia Española als Interjektion kategorisiert. Das bedeutet, dass sie als sprachliche Einheit angesehen werden, die beispielshalber Gemütsregungen und Emotionen zum Ausdruck bringen.

Auch das Wörterbuch Diccionario de partículas discursivas del español kategorisiert (allerdings nur hombre) ganz allgemein als Partikel oder Bekräftigung.

In den anderen drei Klassifizierungen wird darauf eingegangen, dass es sich um einen Marker handelt, der eine Gesprächssituation leitet. In dem Diccionario de conectores y operadores del español wird es als etwas Interaktives verstanden, wobei der Sprecher und Gesprächspartner in eine Kommunikation treten. Bei Llamas Saíz/Martínez Pasamar wird es als Marker einer Konversation kategorisiert. Die Klassifizierung Portolés‘ finde ich hier am treffendsten. Sie geht darauf ein, dass der Diskursmarker gebraucht wird, um ein Gespräch zwischen Gesprächspartnern zu lenken und zu leiten. Durch hombre und mujer wird eine Beziehung zwischen den Gesprächspartnern zum Ausdruck gebracht.

Ich bleibe bei der Klassifizierung Portolés‘, da mir diese am differenziertesten erscheint. Hierbei ist natürlich zu beachten, dass jede Klassifizierung seine Richtigkeit hat.

[...]

Details

Seiten
23
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668640467
ISBN (Buch)
9783668640474
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v412566
Institution / Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
2,3
Schlagworte
Diskursmarker hombre mujer spanische umgangssprache gespräche kolloquiale sprache korpusanalyse

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Titel: Die Diskursmarker "hombre/mujer" in der spanischen Umgangssprache