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Sozialstrukturanalyse von Migrationsgesellschaften in Australien

Analyse und Bearbeitung der Migrationsgesellschaften und ihre Asyl- und Einreiseregelungen in Australien

Hausarbeit 2017 26 Seiten

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Australien und seine Fakten
2.1 Eckdaten
2.2 Bevölkerung, Arbeit und Beschäftigung

3. Migrations- und Integrationspolitik Australiens
3.1 „Stop the Boats“
3.2 Resettlement
3.3 Migrationsprogramme für Eingewanderte
3.4 Befristeter Aufenthalt

4. Einwanderungsgeschichte
4.1White Australia Policy
4.2 Galbally-Report
4.3 Boat People

5. Stand der Integration
5.1 Beschäftigung
5.2 Bildung
5.3 Einkommen
5.4 Sprache und Nationalität

6. Bewertung und Zusammenfassung

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang

1. Einleitung

Australien als fünfter Kontinent der Erde ist ein Land und Kontinent, welches für viele Menschen der Erde als Reiseziel und als Heimatland gilt. Das Land beinhaltet viele Jahre dauerhafter Migrationsgeschichte und Einwohner vieler Länder der Erde. Die Migrationsgeschichte zieht sich über Jahrhunderte hinweg und beinhaltet indigene Bevölkerungsgeschichte, welche in das Jahr 1788 zurückgeht und bei einer Bevölkerungszahl von 315 000 bis 750 000 Uhreinwohner lag (vgl. Darian-Smith 2012: 97).

Nicht umsonst stellt Australien für Migrationsbeabsichtigte ein beliebtes Ziel dar. Auch viele Deutsche reisten vor 1945 nach Australien und es stellten sich große Einwanderungsprozesse und -programme auf, um diese Migrationswellen zu bewältigen (vgl. Biedermann 2012: 251). Um diese und andere Migrationsgeschehnisse auf den Grund zu gehen, werde ich im folgenden die australische Migrationsgeschichte analysieren und die Migrationsanalyse der heutigen Zeit fortsetzen. Um nachzuvollziehen inwiefern sich die heutige Migrationspolitik auf die Gesellschaft auswirkt und ausgewirkt hat, wäre es danach sinnvoll auch diese zu analysieren und herauszufinden wie sich diese entwickelt hat.

Da sich durch die Migrationsveränderungen auch die Gesellschaft verändert, ist es noch einmal interessant, wie sich die Bevölkerung in der gesellschaftlichen Veränderung zurechtgefunden und ob die Bevölkerung das eingewanderte Volk akzeptiert und eine beidseitige Inklusion stattgefunden hat. Welche Werte und Traditionen wurden angenommen und wo gab es Probleme. Wie wurden diese Probleme dann genau bewältigt und welche Auswirkungen hatten diese Probleme auf die Einwanderungspolitik und auf das Volk.

Da Australien eins von vielen OECD-Ländern ist, ist es auch wichtig zu erkennen und zu analysieren, wie sich Australien im Vergleich zu den anderen OECD-Ländern entwickelt hat und in verschiedenen Aspekten voran kommt. Hat die Migration im Vergleich zu anderen Ländern einen größeren Einfluss auf die australische Bevölkerung und Migrationspolitik gehabt oder ist Australien vergleichsweise gut mit der Migrationswelle ausgekommen. Außerdem ist es so, dass weltweit eine große Diskriminierung seitens der aufnehmenden Länder herrscht, hierbei wäre es wichtig zu analysieren, wie sich dies in Australien entwickelt hat und wie die australische Regierung entgegenwirkt bzw. ob überhaupt Maßnahmen getroffen werden.

Dies sind Aspekte die ich im Laufe der Hausarbeit behandeln und genauer analysieren werde, um einen Einblick zu bekommen, wie sich das Migrationsgeschehen verändert und entwickelt hat. Zunächst geht es um die grundsätzlichen Fakten Australiens, danach wird der Migrations- und Integrationspolitik Australiens gewidmet, darunter die Flüchtlingsboot-Politik, die Möglichkeit sich in Drittstaaten anzusiedeln (Resettlement) und die angebotenen Migrationsprogramme Australiens. Im dritten Kapitel geht es dann um die Einwanderungsgeschichte Australiens, wichtig hierbei sind vor allem die von Australien festgelegte „White Australia Policy“ und der Galbally-Report. Im vorletzten Kapitel steht dann die aktuelle Integrationsstruktur im Vordergrund, darunter die Beschäftigung und das damit verbundene Einkommen im Vergleich zu im Inland Geborenen und die Bildung und die sozialen Aspekte wie zum Beispiel die Sprache. Zu guter Letzt wird die gesamte Arbeit bewertet und zusammengefasst.

2. Australien und seine Fakten

2.1 Eckdaten

Australien ist einer von fünf Kontinenten der Erde. Australien ist der älteste, flachste und trockenste der fünf Kontinente und hat sich seit seiner Entdeckung kaum verändert. Er ist etwas kleiner als Europa und ca. 22 mal größer als Deutschland (vgl. Dieter 2012: 28 f.). Hauptstadt des Landes ist Canberra mit 351 000 Einwohnern. Weit verbreitet ist der christliche Glaube mit etwa 68 % und ca. 27,2 % sind religionslos. Die Regierungsform des Landes ist eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Der Staatsoberhaupt ist ihre Majestät Elisabeth II. Premierministerin ist Julia Gillard. Das Parlament „Commonwealth Parliament“ besteht aus zwei Kammern, das Repräsentantenhaus und der Senat. Das Land wird in sechs Bundesstaaten unterteilt und in zwei Bundesterritorien. Daneben verwaltet das Land mehrere kleine Territorien. Auch gibt es mehrere Inseln, welche von Australien abhängig sind (vgl. Dieter 2012: 26 ff.). Australien ist der älteste, flachste und trockenste der fünf Kontinente und hat sich seit seiner Entdeckung kaum verändert. Er ist etwas kleiner als Europa und ca. 22 mal größer als Deutschland (vgl. ebd.: 28 f.) .

2.2 Bevölkerung, Arbeit und Beschäftigung

Nach 1945 belief sich die Bevölkerungszahl Australiens erstmals auf acht Millionen Menschen, erst durch den damaligen Premierminister im Zeitraum von 2007 bis 2010 erhöhte sich die Bevölkerung auf 22.342.000 (2010). Zu diesem Zeitpunkt waren ca. 26,5% dieser Bevölkerung im Ausland geboren worden (vgl. ebd.: 36 f.). 2014 beläuft sich die Höhe der Bevölkerungszahl auf 23.491.000 (siehe Anhang, Abbildung 1 u. 2). Die Zahl der Ureinwohner lag 2006 bei knapp 517.000 (vgl. ebd.: 38). Im Vergleich zu anderen OECD-Ländern, war Australien eins der Länder, die die Arbeitslosigkeit gut bekämpfen konnten. Dabei muss beachtet werden, dass dies möglich war trotz der Tatsache, dass die Gesamtbevölkerung Australiens in der Zeit angestiegen ist (vgl. ebd.: 43). Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie hoch die Arbeitslosigkeit der Gesamtbevölkerung ist. Deutlich wird, das Australien unter dem OECD-Durchschnitt liegt und im Vergleich zu anderen Ländern eine sehr geringe Arbeitslosigkeit hat. Es muss jedoch auch beachtet werden, dass der Gesamtbevölkerungsanteil im Vergleich zu anderen Ländern geringer ist.

3. Migrations- und Integrationspolitik Australiens

Australien setzte durch mehrere Handlungen im Bereich der Asyl- und Migrationspolitik ein Zeichen für und gegen die Flüchtlings- und Migrationswellen. Je nachdem um welche Einwanderungsgruppen es sich handelte, gab die australische Regierung den Einwanderern die Möglichkeit sich zu integrieren oder gab andere Lösungen zur Möglichkeit.

3.1 „Stop the Boats“

Seit Dezember 2013 setzte Australien fest, dass das Flüchtlingsboote umzukehren haben und in Australien nicht angenommen werden. Schon in den Herkunftsländern wurden Flüchtlinge mit dieser Kampagne abgeschreckt und abgewiesen. Flüchtlinge die es doch schaffen, in Australien anzukommen, werden an Nachbarländer abgewiesen. Dort müssen sie unter sehr schlechten Umständen verbleiben. Premierminister Abbott sei überzeugt, dass das der einzige Weg sei, Flüchtlingsboote und illegale Einwanderer zu stoppen. So heißt es laut bpb:

Sie werden in Aufnahmelagern auf Nauru und in Papua-Neuguinea unter menschenunwürdigen Bedingungen interniert, wo auch ihr Asylantrag geprüft wird. Selbst wenn dieser positiv beschieden wird, müssen sie in der Regel dort bleiben und dürfen nicht in Australien leben.[1]

Diesbezüglich ist aber auch zu ergänzen, dass die australische Regierung mit diesem Handeln gegen die UN-Flüchtlingskonvention verstößt, welche darauf besteht, dass die Verantwortung bezüglich der Flüchtlinge gemeinsam zu tragen seien[2].

3.2 Resettlement

Das Resettlement ist eine dauerhafte Lösung welche Flüchtlingen angeboten wird, welche keine Möglichkeit haben in ihr Herkunftsland zurückzukehren. Mit dem „Resettlement“ haben sie die Möglichkeit einer Neuansiedlung in einem Drittstaat. Viele Flüchtlinge sind von dem Schicksal betroffen, dauerhaft verhindert zu sein, in das Herkunftsland zurückzureisen, sobald der Fluchtgrund nicht mehr gegeben ist.

Beim Resettlement werden Flüchtlinge in Staaten, in denen sie zunächst Zuflucht gesucht haben, ausgewählt und dann in Länder überführt, die deren Aufnahme und dauerhaften Schutz zugesagt haben. Die Resettlementstaaten gewähren den so Aufgenommenen volles Flüchtlingsrecht.[3]

Was sich auf den ersten Blick leicht anhört, ist in Wirklichkeit gar nicht so einfach, denn allein 2015 galten ca. 15 Millionen als Flüchtlinge und es lag ein Bedarf von 1,5 Millionen Resettlementplätzen vor.[4] Unter den wichtigsten Aufnahmestaaten sind u.a. die USA, Kanada, Australien und einige europäische Länder. Flüchtlinge welche eine Neuansiedlung erreichen konnten in den letzten Jahren, kamen z.B. 2015 aus Afghanistan, Myanmar, Irak, Syrien, Kongo, Iran und Somalia (u.a).[5]

3.3 Migrationsprogramme für Eingewanderte

Seit ca. 2010 werden für Migranten verschiedene Migrationsprogramme angeboten. Die Zielgruppen werden unterteilt in vier Zuwandererkategorien:

1. Qualifizierte Arbeitskräfte mit einem Beruf, der für den australischen Markt nötig ist.
2. Familienangehörige früherer Generationen
3. Flüchtlinge, welche als Schutzbedürftige gelten
4. Andere, z.B. Neuseeländer, welche unbeschränkt nach Australien einwandern können.[6]

Je nach Einwandererkategorie, werden verschiedene Migrationsprogramme angeboten, unter anderem auch Sprachkurse oder humanitäre Programme für Flüchtlinge. Im Vordergrund stehen die Programme für Qualifizierte, um von ihnen zu profitieren. Vor allem Schul- und Berufsabschlüsse werden hier berücksichtigt und durch ein Punkteauswahlverfahren ausgewählt. Das humanitäre Programm soll für Flüchtlinge eingesetzt werden, die unter gravierenden Menschenrechtsverletzungen zu leiden haben (vgl. ebd.).

Auch wurde durch Kevin Rudd die „Big-Australia“-Politik ausgerufen, in der eine Steigerung der Bevölkerungszahl auf 40 Millionen bis 2050 vorgesehen wird. Damit verbunden werden also immer mehr qualifizierte Einwanderer gesucht. Dazu gehören vor allem qualifizierte Ärzte oder Studenten, um die Zukunft des Landes zu sichern (vgl. Biedermann 2012: 278 f.).

3.4 Befristeter Aufenthalt

Bei der Auswahl, wer von den Migranten nur einen befristeten Aufenthalt bekommt, steht vor allem die berufliche Qualifikation im Vordergrund. Überwiegend sind Studenten von einer befristeten Arbeitserlaubnis betroffen, nach dem Studium haben diese Studenten die Möglichkeit eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen. 2008 legte die Labour-Regierung eine neue Visumkategorie fest, nämlich die der Saisonarbeiter, welche jährlich maximal 7 Monate in der Gartenbauwirtschaft arbeiten dürfen.[7]

Unter jenen, die einen gültigen Visum haben und in das Land eingereist sind, gibt es jene, die die Aufenthaltsdauer überschritten haben. Viele von ihnen stammen aus China und werden „Overstayer“ genannt.[8] Jene Einwohner Australiens vermeiden den Kontakt mit Einwanderungsbehörden, um nicht ausreisen zu müssen. Gegen diese Gruppe von Einwanderern wird intensiv vorgegangen.

4. Einwanderungsgeschichte

Australien hat eine lange Migrationsgeschichte, welche viele verschiedene und bedeutende Stufen durchlaufen ist. Das einst rassistisch geprägte Land ist nun ein multikulturelles und offenes Land. Trotzdem gab es so einige kritische Phasen, in denen es auch Diskussionen rund um den Globus gegeben hat. Australien agierte sowohl gegen, als auch für Migranten. Ziel der australischen Integrationspolitik war anfangs, dass alle Migranten assimilierfähig seien. Erst um 1972 war das Ziel der australischen Integrationspolitik, die Integration der Eingewanderten in die Gesellschaft. Es stand also nicht mehr im Vordergrund, die gesamte Identität aufzugeben, sondern vielmehr alle möglichen Eingewanderten größere Akzeptanz entgegenzubringen (vgl. Biedermann 2012: 262 f.).

4.1 White Australia Policy

Die „White Australia Policy“ wurde festgelegt um die Einwanderung von Nicht-Weißen nach Australien zu verhindern. Die Politik wurde 1901 verabschiedet und endete 1973. Der Grund für das Diskutieren dieser Politik war nicht nur deshalb, weil immer mehr Migranten die Einreise verwehrt bekamen, sondern auch weil die asiatischen Nachbarn wirtschaftlich immer erfolgreicher waren und eine wirtschaftliche Zusammenarbeit notwendig war (vgl. ebd.: 261). Die rassistisch motivierte Integrationspolitik endete durch Gough Whitlam. Er legte fest, dass jeder, unabhängig seiner Religion, Ethnie und Kultur nach Australien einwandern dürfe und vor Diskriminierung und Rassismus sicher wäre (vgl. Castles 1992: 186).

Wenige Jahre später setzte sich die Politik durch und viele wanderten ein z.B. aus Vietnam nach dem Vietnamkrieg (1975) und viele Flüchtlinge aus dem Libanon, wo sich derzeit ein Bürgerkrieg zutrug. Die Einwanderung von Immigranten aus asiatischen Herkunftsländer nahm umso mehr zu und ist heute einer der dominierenden Herkunftsländer. Deshalb ist der Großteil der australischen Bevölkerung im Ausland geboren (siehe Anhang, Abbildung 3). Die folgende Abbildung zeigt, dass Australien im Vergleich zu den anderen OECD-Ländern einen sehr hohen Anteil an im Ausland geborenen in der Bevölkerung hat. Der Großteil der im Ausland geborenen in Australien sind aus Europa mit knapp 8 Millionen, danach folgen die Asiaten mit ca. 220.000 nur im Jahr 2017.[9]

4.2. Galbally-Report

Um eine multikulturelle Gemeinschaft aufzubauen und ihnen eine umfassende Integration zu ermöglichen, wurden durch Malcolm Fraser entsprechende Maßnahmen getroffen. Der Galbally-Report spielt hier eine bedeutende Rolle.

Der bedeutende Galbally-Report (1978) – benannt nach dem Vorsitzenden der Kommission zur Überprüfung der Programme und Dienste für Eingewanderte nach deren Ankunft in Australien, dem Anwalt Frank Galbally – unterstützte und befürwortete die existierenden Hilfsangebote für Migrantinnen und Migranten und empfahl deren umfassenden Ausbau (Biedermann 2015: 264).

Durch die Galbally-Report unterstützte Strategie, sollten Eingewanderte durch z.B Ausweitung des Englischunterrichts oder Ausbau von Medien für ethnische Gruppen unterstützt werden.

Laut Biedermann 2015 wurden im Galbally-Report 57 Empfehlungen ausgesprochen und 50 Millionen australische Dollar bereitgestellt. Dadurch sollte den Einwanderern ermöglicht werden, am Gesellschaftsleben teilzuhaben und gleiche Rechte wie die Einwohner Australiens zu besitzen (vgl. Castles 1992: 187). Daraufhin folgte eine weite Akzeptanz gegenüber den Migranten und Zuwanderern. Verlangt wurde von ihnen nur, dass sie die australischen Werte anerkannten und bestätigten. Die Australische Normalität änderte sich von der britischen zur individuellen australischen. Auch sollte Australien sich nicht mehr an Großbritannien orientieren sondern an die Idee des multikulturellen Australiens.

4.3 Boat People

Der Begriff der „Boat People“ wurde geprägt, durch den Strom von vietnamesischen, chinesischen und aus Kambodscha stammenden Flüchtlinge in den 1980er Jahren. Um die Flüchtlingswelle zu stoppen, legte das damalige Parlament, unter John Howard fest, alle Flüchtlinge ohne gültige Einreisepapiere zu zwangsinternieren. Die Dauer der Zwangsinternierung dauerte zunächst 273 Tage, dann aber wurde die zeitliche Begrenzung gestrichen (vgl. Biedermann 2012: 273).

Die festgelegten Einreisebestimmungen dienten zur Abschreckung von Flüchtlingen und katapultierten das als offen und tolerant geltende Land in eine schlechte Position. Auch die Flüchtlinge erkannten die Situation unter jene sie leiden mussten und fingen an dagegen zu protestieren. Die Flüchtlinge hatten in den Lagern unter menschenunwürdig Verhältnissen zu leiden und mussten „monate – und jahrelang auf die Anerkennung ihres Status als Asylsuchende warten.“ (ebd.: 274).

Oft kam es dazu, dass die ankommenden Boote zurück geschickt wurden. Viele private Rettungsmissionen wurden gestartet um diese Flüchtlingsboote aufzufangen. Dabei wurden um die 2 Millionen Flüchtlinge aufgenommen.[10]

2001 wurde die als „pazifische Lösung“ bezeichnete Verfahren weiter ausgebaut und weitere Inseln als Aufnahmeort für Flüchtlinge ergänzt. Dazu gehören unter anderem Nauru und Manus, welche zu Papua-Neuguinea gehören. Auf diese Inseln wurden dann weitere Flüchtlinge zwangsinterniert (vgl. Kapitel 3.2). Der 2007 gewählte Premierminister Kevin Rudd versprach das Ende der Internierungspolitik und versprach Einwanderungswilligen eine Freizügigkeit im Lande, unter der Bedingung, dass sie keine Gefahr für die Gesellschaft darstellten. Schon im Jahr 2010 kehrte die Internierungspolitik unter der Labour-Regierung wieder zurück und fand große Kritik. Die Politik sah aber auf der anderen Seite einem bestimmten Ziel entgegen. Die Regierung wollte angeblich die Gefahr des Nicht-Überlebens auf dem Ozean und auf dem Wege zu den verschiedenen Küsten verhindern. Die Regelungen dienen dafür, die Einwanderung zu steuern.

Staaten wollen Meeresüberfahrten des Flüchtlings vermeiden, in denen Gefahr aber auch Freiheit von Staatenlosigkeit stecken.[11]

5. Stand der Integration

Das australische System war geprägt durch rassistisch geprägte Leitkulturen und hatte das Ziel, die Einwanderer in das vorherrschende System zu assimilieren. Dies wandelte sich jedoch und kam nun zum Ziel, eine multikulturelle und offene Gemeinschaft aufzubauen. Einwanderer sollen sich wohl fühlen und Hilfe zur Integration erhalten. Im Vordergrund steht nicht mehr die Herkunft und die Hautfarbe, sondern die Weltoffenheit und Qualifikation. So schön sich das aber auch anhört, gibt des trotz dessen noch einige Aspekte die die Integration einiger Migranten im Weg stehen und verhindern. Dazu gehört vor allem, wie die Einwanderer selbst bereit sind in das System zu integrieren und ob dafür überhaupt die Bereitwilligkeit vorhanden ist. Dafür müssen einige Bereiche der Integration, wie sie aktuell sind, analysiert werden. Wie sieht es aus mit der 2. Generation und wie gliedern sie sich in die Gesellschaft ein? Sind deutliche Veränderungen bzgl. der Fähigkeiten und des Einkommens zu sehen? Dies sind z.B. Fragen die im Laufe dieser Analyse bearbeitet werden. Die nachfolgenden Informationen beruhen sich auf die aktuellsten Erkenntnisse der OECD vom Jahre 2015.

5.1 Beschäftigung

Zunächst stellt sich die Frage wie die Beschäftigung innerhalb der Migrantenfamilien aussieht. Betrachtet man nun die Alterspanne von 15-64 Jahren , so sieht man, dass der Anteil derer, die im Ausland geboren sind und arbeiten fast genauso hoch ist, wie derer, die im Inland geboren sind. Insgesamt sind laut Tabelle 4 ca. 75% der Gesamtbevölkerung.

[...]


[1] vgl. Thom, Graham (2015): Europäische Asylpolitik nach dem australischen Modell? [http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/newsletter/206609/asylpolitik-nach-australischem-modell, Zugriff am 11.09.2017]

[2] vgl. ebd.

[3] vgl. Kleist, J. Olaf (2016): Was ist Resettlement? [http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurzdossiers/230491/was-ist-resettlement, Zugriff am 11.09.2017]

[4] UNHCR (2015): Projected Global Resettlement Needs 2016. S.12. [http://www.unhcr.org/558019729.html, Zugriff am 11.09.2017]

[5] vgl. Karlsen, Elibritt (2016): Refugee resettlement to Australia: what are the facts? Law and Bills Digest Section, S.13. [http://parlinfo.aph.gov.au/parlInfo/download/library/prspub/4805035/upload_binary/4805035.pdf;fileType=application/pdf, Zugriff am 11.09.2017]

[6] vgl. Hugo, Graeme (2010): Migrationsprogramme für Einwanderer. [http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/laenderprofile/57488/programme, Zugriff am 11.09.2017]

[7] vgl. Hugo, Graeme (2010): Befristeter Aufenthalt. [http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/laenderprofile/57491/befristeter-aufenthalt, Zugriff am 11.09.2017]

[8] vgl. Huo, Graeme (2010) : Irreguläre Migration. [http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/laenderprofile/57492/irregulaere-migration, Zugriff am 11.09.2017]

[9] vgl. StatCube 2017 [http://statcube.at/statistik.at/ext/statcube/jsf/tableView/tableView.xhtml, Zugriff am 15.09.2017]

[10] vgl. Kleist, J.Olaf (2015): Boat People: Der Flüchtling und das Meer. [http://fluechtlingsforschung.net/boat-people-der-fluchtling-und-das-meer/, Zugriff am 18.09.2017]

[11] Kleist, Olaf J.: Boat People: Der Flüchtling und das Meer. [http://fluechtlingsforschung.net/boat-people-der-fluchtling-und-das-meer/, Zugriff am 18.09.2017]

Details

Seiten
26
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668639010
ISBN (Buch)
9783668639027
Dateigröße
2.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v412663
Institution / Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung) – Erziehungswissenschaften
Note
1,3
Schlagworte
sozialstrukturanalyse migrationsgesellschaften australien analyse bearbeitung asyl- einreiseregelungen

Autor

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Titel: Sozialstrukturanalyse von Migrationsgesellschaften in Australien