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Die Geschichte Aserbaidschans ab 1900 bis zur Gegenwart

von Verena Binder (Autor)

Referat (Handout) 2016 9 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Konflikt Armenier – Aseri

Entstehung aserbaidschanischen Nationalgefühls

Transkaukasische Demokratisch-Föderative Republik

Aserbaidschanische Demokratische Republik

„Märztage“

Kampf um Baku

Karabach-Konflikt

Aserbaidschanische Sozialistische Sowjetrepublik

Karabach-Konflikt unter den Sozialisten

Sowjetisierung

Karabach-Konflikt am Ende der Sowjet-Ära

Republik Aserbaidschan

Die junge Republik im Zeichen des Karabach-Konflikts

Ende des militärischen Konflikts

Folgen des Karabach-Konflikts (nur auf aserbaidschanischer Seite)

Verhandlungen unter OSZE-Ägide seit 1992

Heutige Sicht auf Karabach in Aserbaidschan

Sonstige Ereignisse in den Neunzigern

Von der Jahrtausendwende bis zur Gegenwart

Zusammenfassung

Verwendete Literatur

Konflikt Armenier – Aseri

- Stärkung des armenischen Nationalbewusstseins durch russische Anti-Armenierpolitik
- Rücknahme der Maßnahmen, Unmut der Aseri è Spannungen
- Stimmungsaufheizung durch Leichenfunde, Unruhen in Russland è revolutionäre Stimmung
- Ab 6. Februar 1905: Drei Tage Kämpfe in Baku
- Ab Mai 1905: Gewalttaten auf gesamtem armenisch-aserischen Siedlungsgebiet, Zerstörung zahlreicher Dörfer
- Zaristischem Sicherheitsapparat erst im Laufe des Jahres 1906 Kontrolle der Lage möglich
- Folgen u.a. Verschlechterung des innerethischen Klimas und Ausweitung vorhandenen Misstrauens

Entstehung aserbaidschanischen Nationalgefühls

- Herbst 1905: Gründung des Geheimbundes Difai (Verteidigung) durch lokale Intellektuelle
- Ziele: Abwehr der aktuellen Bedrohung durch Armenier und Eindämmung der russichen Herrschaft über Transkaukasus
- Erster Ansatz aserbaidschanisch-nationalen Programms im Gegensatz zu Lokalvarianten russischer Parteien
- 1911: Erste eigenständige Partei des späteren Aserbaidschan: Musawat (Gleichheit)
- 1917: Zusammenbruch der russischen Herrschaft über Transkaukasien

Transkaukasische Demokratisch-Föderative Republik

- Gründung am 22. April 1918
- Heutiges Gebiet von Aserbaidschan, Armenien und Georgien, Hauptstadt: Tiflis
- Grundlage in Politik und Verwaltung: alte russische Gouverneurs- und Bezirksstruktur
- Angriffe der Osmanen, Forderung: Rückgabe der von Russland besetzten Gebiete
- Scheitern der Abwehrversuche (geringe Soldatenzahl, Ablenkung durch Zusammenstöße im Inneren)
- 26. Mai 1918: Austritt Georgiens aus der TDFR è Zerbrechen der Föderation

Aserbaidschanische Demokratische Republik

- Staatsgründungen jeweils am 28. Mai 1918: Demokratische Republik Georgien, Demokratische Republik Armenien, Aserbaidschanische Demokratische Republik
- Alle Gouvernements mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit Aserbaidschan zugeordnet, aber: Einzelne Regionen mehrheitlich armenisch besiedelt
- Problem der aserbaidschanischen Regierung: keine Souveränität über weite Teile des beanspruchten Territoriums è Baku und Umland (Kommunisten)
è Karabach und Sangesur (armenische Freiwilligenverbände)
- Juli 1918: Deklaration der Unabhängigkeit als Ziel durch die Armenier Karabachs

„Märztage“

- Keine Möglichkeit für Bolschewisten zur Durchsetzung mit demokratischen Mitteln
- März 1918: Erscheinen von Einheiten der „Wilden Diversion“ („weiße“ Muslime) vor Baku (Hochburg der Bolschewisten) è Schusswechsel, Vier Tage Straßenkämpfe
- Gemetzel an muslimischer Zivilbevölkerung è Rache für Pogrome von 1905

Kampf um Baku

- Angriff von aserbaidschanischer Regierung mit osmanischer „Armee des Islam“ auf Baku
- Ende Juli 1918: Zerbrechen der bolschewistischen Kommune
- September: Eindringen muslimischer Kämpfer nach Baku
- Zwei Tage ungezügeltes Plündern è sog. „Septembertage“

Karabach-Konflikt

- Bis 1920: Gefechte unterschiedlicher Intensität
- Anrücken britischer Einheiten, Unterstützung Aserbaidschans zur mittelfristigen Absicherung des britischen Zugriffs auf Erdöl-Fördergebiet
- Forderung des Generals Thompson: Abzug armenischer Verbände
- Begründung: Transportwege nach und wirtschaftliche Verzahnung mit Aserbaidschan
- Erfüllung der britischen Forderung durch Armenier um Verhandlungsposition nicht zu schwächen
- Generalgouverneur von Karabach und Sangesur: Dr. Khosrow Beg Sultanow
- Massaker an armenischer Landbevölkerung, kein Eingreifen der Briten
- Letztes durch Briten vermitteltes Abkommen: Politische Mitsprache und weitgehende Selbstverwaltung der Armenier Karabachs
- Aber: Von Beginn an Nichteinhaltung eines Großteils der Bestimmungen durch Sultanow
- August 1919: Beendigung der militärischen Präsenz der Briten è erneute Unruhen und Kämpfe

Aserbaidschanische Sozialistische Sowjetrepublik

- 1920: Vollständiger Sieg der Bolschewiken in Russland è Weg frei für Rückholung Transkaukasiens in sowjetischen Einflussbereich (Motiv: Ölfelder)
- Ende April: Sturz der Musawat-Regierung, kein koordinierter Widerstand
- 28. April: Ausrufung der Aserbaidschanischen Sozialistischen Sowjetrepublik
- 1. Staatschef Nariman Narimanov
- Kontingente der Roten Armee im ganzen Land
- Niederschlagung des Aufstands von großen Teilen der aserbaidschanischen Armee gegen russische „Besetzung“

Karabach-Konflikt unter den Sozialisten

- Einig mit muslimischer Vorgänger-Regierung: Forderung des Rückzugs der armenischen Kämpfer
- Letzter Vorschlag des sowjetischen Volkskommissars für Auswärtige Angelegenheiten nach Anfrage durch armenischen Premierminister: Großteil Karabachs an Aserbaidschan, Nachitschewan an Armenien, Entscheidung über Sangesur zu späterem Zeitpunkt, jedoch keine Zustimmung der Armenier
- Anfang Juli: Ausrücken der Roten Armee è Armenien gezwungen „temporäre“ Besetzung der Gebiete anzuerkennen
- August 1920: armenisch-sowjetischer Friedensvertrag
- Vorteil der Sowjetherrschaft: Ende des innerethischen Blutvergießens, Kampf am Verhandlungstisch
- März 1920 : Nachitschewan autonomes Territorium unter Protektion Aserbaidschans (Entscheidung des Politbüros in Moskau)
- Juli 1921, nach langen Verhandlungen: Karabach an Aserbaidschan, jedoch mit „breiter regionaler Autonomie“

Sowjetisierung

- Frühe 20er Jahre: Verhältnismäßig friedlicher sowjetischer Umbau, Gewinnung von Anhängern in Eliten
- Einpassung von nationalen Traditionen und Denkweisen in neues System
- Ab Ende der 20er Jahre: Immer direkterer Eingriff in Lebensverhältnisse
- Ab 1929: Entstehung staatlicher Großbetriebe (Zwangskollektivierung)
- Erschießung von lokalen Eliten oder Abtransport in russische Straflager
- 30er Jahre: Säuberungen v.a. große Stalinistische Säuberung 1936-38
- Erheblicher Einfluss durch russische Sprache, kyrillisches Alphabet

Karabach-Konflikt am Ende der Sowjet-Ära

- Jahrelange massive Benachteiligung der Armenier, z.B. schlechte Straßenverhältnisse
- Auflehnung der Armenier, Widerstandskämpfer mit gewalttätigen Aktionen, z.B. Bombenanschlag auf Moskauer U-Bahn 1977
- Beschluss des Regionalparlaments von Nagorny-Karabach im Februar 1988: Autonomiegebiets zu Armenien
- Erste tödliche Zusammenstöße von Armeniern und Aseri, Massenkundgebungen, Streiks
- Abwanderung, Flucht oder Vertreibung der jeweiligen Minderheit in Armenien und Aserbaidschan
- 1989: Nagorny-Karabach unter direkter Verwaltung Moskaus zur Beendigung des Konflikts
- 1988-90: Zerfallende Sowjet-Union è Keine effektive Verfolgung des repressiven Ansatzes è Schießereien
- 19./20. Januar 1990 in Baku: Pogrome an Armeniern durch aserbaidschanische Nationalisten, Eingriff der sowjetischen Armee è 130 Todesopfer unter den Aseri
- Ab April 1991, sog. Operation „Ring“: Angriffe von sowjetischen und aserbaidschanischen Truppen auf armenische Dörfer in Nagorny-Karabach

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Details

Seiten
9
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668639782
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v412715
Institution / Hochschule
Universität Augsburg
Note
1,3
Schlagworte
aserbeidschan aseri armenier märztage karabach baku sowjetunion

Autor

  • Verena Binder (Autor)

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Titel: Die Geschichte Aserbaidschans ab 1900 bis zur Gegenwart