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Auf dem Weg zu einem strategischen Management

Scientific Abstract

Zusammenfassung 2015 2 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Einleitung:

Warum sind innerhalb der gleichen Branche manche Unternehmen weniger erfolgreich als andere? Natürlich ist eine pauschale Antwort auf solch eine schwerwiegende Frage nicht möglich. Dennoch ermöglicht nachfolgendes Zitat von Herrn Prof. Dr. Dres. H.c. Werner Kirsch zumindest einen ersten Einblick in das Thema: „Strategisches Management soll als Ausdruck einer evolutionären Führungskonzeption Unternehmen in ihrer Höherentwicklung vorantreiben“. Besonders hervorzuheben sind die Begriffe „strategisches Management“, worauf wir später genauer eingehen werden.

Hauptteil:

Zunächst ist festzuhalten, dass es sich bei Unternehmen um Organisationen handelt, die Entscheidungen benötigen und der Koordination bedürfen. Wer seine Wurzeln in der Betriebswirtschaftlehre sieht, wird dazu neigen, sein Unternehmen als eine betriebswirtschaftliche Organisation zu sehen. Betriebswirtschaftliche Organisationen sind unter anderem dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsstrukturen durch sogenannte Managementsysteme unterstützt bzw. geprägt sind. Unabhängig davon, ob ein Unternehmen keine oder nur ganz wenige Managementsysteme zur Unterstützung nutzt, weist jedes Unternehmen spezifische Führungsstrukturen auf.

Man stelle sich für das bessere Verständnis einen „kleinen“ Handwerksmeister vor, der sein Unternehmen durchaus erfolgreich führt. Wie schon immer, führt er sein Unternehmen rein intuitiv. Wir unterstellen ihm, dass er sich - wenn überhaupt - nur über kurzfristige Unternehmensziele Gedanken macht. Er kümmert sich hauptsächlich um die operativen Aspekte, wie zum Beispiel das Tagesgeschäft. Vieles ist ein Nebeneffekt des tagtäglichen Handelns und ein Ergebnis von Improvisationen, an die er sich im Laufe der Zeit gewöhnt hat. Es erscheint somit plausibel, dass eine solche Führung eine Fülle von unvorhergesehenen Konsequenzen haben und das Unternehmen vor existenzbedrohliche Probleme stellen kann. Wie zum Beispiel, dass eines Tages die Aufträge ausbleiben oder sein bester und wichtigster Mitarbeiter kündigt. Dies ist das Ergebnis von kurzfristigem Denken und Planen, oder auch anders gesagt: Ein typisches Management-Defizit.

Deshalb ist an dieser Stelle die erstmalige Unterscheidung von „Führung“ und „Management“ sinnvoll. Die Führung wird dann zum Management, wenn sie in professioneller Weise erfolgt.

Es ist davon auszugehen, dass in jedem Unternehmen Elemente einer strategischen Führung zu finden sind. Das strategische Management ist der Ausdruck einer spezifischen Führungskonzeption.

Im Mittelpunkt des strategischen Managements stehen nicht operative Größen wie Erfolg und Liquidität, sondern Faktoren, die die Voraussetzungen dafür sind, dass es überhaupt zu einem operativen Erfolg kommen kann. Man spricht dann beispielsweise von Stärken, Schwächen, Gefahren und Gelegenheiten. Also Begriffe, die die Umwelt und die Position des Unternehmens beschreiben.

Die Philosophie eines strategischen Managements geht nicht davon aus, dass Entwicklungen der Vergangenheit sich ohne weiteres in die Zukunft fortsetzen. Es ist immer wieder damit zu rechnen, dass es zu Schwierigkeiten oder gar Rückschlägen kommt.

Das strategische Management strebt eine Gesamtsicht der Unternehmensentwicklung an. Es ist eine ganz bewusste Form, über die langfristige Entwicklung des Unternehmens nachzudenken und dementsprechend zu handeln. Natürlich stellt die Prognose der Zukunft für jedes Unternehmen eine mehr oder minder große Herausforderung dar, dennoch müssen immer wieder Aussagen darüber getroffen werden, welche Veränderungen im Umfeld zu erwarten sind und wie mit diesen Veränderungen umzugehen ist. Das heißt, dass man die Änderungen oder den Wandel des Unternehmens nicht dem Zufall überlässt, sondern versucht in Anbetracht möglicher zukünftiger Ereignisse einen langfristigen Plan zu entwickeln.

Um für die offene Zukunft besser gewappnet zu sein, ist die Entfaltung der Fähigkeiten ein Ansatzpunkt für die Professionalisierung und eine spezifische Art der Unternehmensentwicklung. Die Fähigkeiten von Unternehmen kann man aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Das sogenannte heuristische Schema unterscheidet die Perspektiven des Primär-, des Sekundär-, des Tertiär- und des Quartärbereichs. In der Perspektive des Primärbereichs geht es um die Entwicklung, Erstellung und Vermarktung von Produkten bzw. Dienstleistungen. Die Perspektive des Sekundärbereichs thematisiert die Beschaffung und Handhabung von Ressourcen. Die Perspektive des Tertiärbereichs knüpft an den „Systems and Procedures“ des Unternehmens an. Gemeint ist damit die Entwicklung von organisatorischen Abläufen. Zu guter letzt richtet die Perspektive des Quartärbereichs die Aufmerksamkeit auf die Standortbestimmung des Unternehmens. Zum einen geht es im wörtlichen Sinne um den physischen Standort, zum anderen aber auch um den Standort im Verhältnis des Unternehmens zur Gesellschaft.

Darüber hinaus ist auf dem Weg zu einem strategischen Management die Auseinandersetzung mit Managementsystemen unumgänglich. Die SWOT-Analyse ist ein prominentes Beispiel für ein Managementsystem zur Analyse der Umwelt und des Unternehmens. Dabei geht es darum, Stärken (Strengths) und Schwächen (Weaknesses) des Unternehmens und die Gelegenheiten (Opportunities) und Gefahren (Threats) des Unternehmensumfeldes zu analysieren.

Eine weiteres Instrument sind die sogenannten Planungs- und Kontrollsysteme. Das Planen ist ein alltägliches Phänomen. Der Leser, der dieses Scientific Abstract in die Hand genommen hat und es in diesem Moment liest, hat sein Tun möglicherweise geplant. Und so ist das Planen für Unternehmen besonders wichtig, um nicht „auf gut Glück“ zu handeln. Der Begriff Kontrolle bezieht sich darauf, regelmäßig zu überprüfen und zu steuern, ob die Planungen eingetreten sind. Zum Beispiel im Rahmen eines Soll-Ist-Vergleichs. Es gibt viele Arten von Plänen. Doch in Zusammenhang mit unserem zuvor genannten „kleinen“ Handwerksmeister erscheint der Hauptplan und Eventualplan besonders erwähnenswert. Der Hauptplan bezieht sich auf die wahrscheinlichste zukünftige Situation. Für den Fall jedoch, dass diese Situation nicht eintritt, entwickelt man „Schubladenpläne“ (Eventualplan), indem sogenannte „Wenn-dann-Aussagen“ getroffen werden. Zum Beispiel: Wenn meine Aufträge ausbleiben, dann… Wenn mein bester und wichtigster Mitarbeiter kündigt, dann… Wir gehen davon aus, dass sich der Handwerksmeister über solche Situationen keine Gedanken gemacht hatte.

Schluss:

An dieser Stelle möchten wir die Einstiegsfrage nochmals aufgreifen. Warum sind innerhalb der gleichen Branche manche Unternehmen weniger erfolgreich als andere? Zugegeben, die Antwort ist nach wie vor nicht einfach. Doch nun, wo wir den Unterschied zwischen „Führung“ und „Management“ kennen, wagen wir es zu behaupten, dass möglicherweise die erfolgreicheren Unternehmen im Rahmen des strategischen Managements wesentlich professionellere Strukturen vorweisen können.

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Details

Seiten
2
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668644885
Dateigröße
402 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v412807
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH Mannheim – Mannheim
Note
1,0
Schlagworte
FOM Scientific Abstract Management Basics Auf dem Weg zu einem strategischen Management

Autor

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Titel: Auf dem Weg zu einem strategischen Management