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Chancengleichheit im Bildungssystem im 21. Jahrhundert

Hausarbeit 2017 11 Seiten

Ada Pädagogik / Erziehung / Beratung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Chancengleichheit im Bildungssystem
2.1 Sozialer Status
2.2 Geschlecht
2.3 Ethnischer Hintergrund

3. Ursachen für Bildungsungleichheiten
3.1 Schichtspezifische Bildungsungleichheiten
3.2 Bildungsungleichheiten durch Migrationshintergrund
3.3 Bildungsungleichheiten zwischen den Geschlechtern

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Obwohl sich im Laufe der Zeit viel getan hat und mittlerweile fast jeder Mensch die Möglichkeit und auch das Recht hat, eine Schulbildung in Anspruch zu nehmen, gibt es dennoch große Unterschiede im Bildungssystem. Angefangen beim sozialen Status, über Geschlechterdifferenzierung, bis hin zur ethnischen Zugehörigkeit hat nicht jeder dieselben Chancen auf gleiche Bildungsmöglichkeiten.

Im 21. Jahrhundert spielt der soziale Status einer Familie bei der Wahl eines Berufes oder einer Hochschule eine große Rolle, denn auch heute kann sich nicht jeder Bildung leisten. Die Aussichten, dass ein Beamtenkind eine weiterführende Schule wählt, ist noch immer viel höher, als jene eines Arbeiterkindes.

Verglichen mit früher gibt es in den heutigen Zeiten im Grunde keine gravierenden Unterschiede mehr zwischen den Geschlechtern. Noch in den 1970er Jahren war es für Mädchen unüblich, naturwissenschaftliche Studiengänge zu wählen, wohingegen heutzutage der Aspekt der geschlechtertypischen Rollenverteilungen abgenommen hat.

Auch die ethnische Zugehörigkeit spielt aber eine immer größer werdende Rolle, da unsere Gesellschaft mit einem enormen Migrantenzuwachs umgehen muss. Aufgrund sprachlicher und kultureller Barrieren ist es eine Herausforderung, Migranten in das Schulsystem zu integrieren.

In Betracht der vorliegenden drei Punkte stellt sich die Frage, inwiefern sich diese Chancenungleichheiten im Bildungssystem äußern.

Auf den nächsten Seiten werden diese Faktoren der Ungleichheit und ihre Ursachen thematisiert und bearbeitet.

2. Chancengleichheit im Bildungssystem

Zu Beginn stellt sich die Frage: Was ist überhaupt Chancengleichheit?

„Sie ist von zentraler Bedeutung für die Verwirklichung des im Grundgesetz verankerten Verbots der Diskriminierung, unter anderem nach sozialer Herkunft, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit oder Behinderung. Chancengleichheit zielt auf einen „fairen“ Wettbewerb um das gesellschaftlich attraktive und knappe (oder knapp gehaltene) Gut der höheren Bildung, der nicht durch soziale Herkunft oder andere zugeschriebene Gruppenzugehörigkeiten (wie Migrationshintergrund und Geschlecht) beeinflusst werden darf.“ (Solga/Dombrowski, 2009: 9)

Kurz gesagt, sollten alle, die dieselben Leistungen erbringen, die gleichen Chancen in Bezug auf Beruf und Ausbildung haben. Im Grunde sollte bei der Chancengleichheit kein Wert auf leistungsfremde Merkmale, wie zum Beispiel materielle Mittel der Eltern, Geschlecht, Hautfarbe, politische Einstellung und viele mehr, gelegt werden. (Vgl. Arens, 2007: 144)

2.1 Sozialer Status

Früher wie heute, war und ist es noch immer ein Problem, dass der soziale Status einer Familie eine große Rolle für die Bildung der Kinder spielt. Der französische Soziologe Pierre Bourdieu schrieb in seinem in den 1970er Jahren erschienenen Werk „Die Illusion der Chancengleichheit“, dass für den Sohn eines Führungskaders die Chance auf einen Hochschulbesuch achtzig Mal größer ist, als für den Sohn eines Landarbeiters und auch vierzig Mal größer, als für den eines Arbeiters und noch immer doppelt so groß, als für die Söhne des Mittelkaders. Zusammengefasst hatten die Kinder von unterprivilegierteren Schichten so gut wie keine Chance auf einen Hochschulbesuch (weniger als 5%), die Chance für mittlere Schichten betrug etwa 10 – 15% und für höherprivilegiertere Schichten war die Chance mehr als doppelt so groß (über 60%). (Vgl. Bourdieu/Passeron, 1971: 20)

Dies sind erschreckende Zahlen, wenn man bedenkt, dass es eigentlich erst 50 Jahre her ist. Doch im Laufe der Zeit hat es sich zwar verbessert, jedoch gibt es immer noch soziale Klassifizierungen in Bezug auf Bildungschancen.

Heutzutage besuchen 73% der Beamtenkinder eine weiterführende Schule, wohingegen nur 28% der Arbeiterkinder den Sprung in eine höhere Bildung schaffen. Des Weiteren besuchen nur 6% der Arbeiterkinder eine Universität und fast die Hälfte der Beamtenkinder geht an eine Hochschule. Somit ist die Chance eines Beamtenkindes sieben Mal höher ein Studium zu beginnen, als die eines Arbeiterkindes. (Vgl. Brüsemeister, 2008: 82)

Das Problem an der ganzen Sache ist, dass man in einen Teufelskreis gerät, aus dem man nur schwer wieder ausbrechen kann. Der Bildungsabschluss beeinflusst den beruflichen Status und somit auch die Einkommensverhältnisse. Das wiederum bedeutet, dass Menschen mit einem niedrigen Bildungsabschluss auch ein geringeres Einkommen und somit nicht die nötigen Mittel haben, ihren Kindern eine gute Schulbildung zu bieten. Dieser Ablauf wiederholt sich dann in den meisten Fällen von Generation zu Generation. (Ebd.: 82)

Doch diese Chancengleichheit beginnt bereits viel früher als in der Schule, nämlich schon im Alter zwischen drei und sechs Jahren, wenn es darum geht, dass Kinder in den Kindergarten gehen. Eltern mit einem niedrigen Schulabschluss schicken ihre Nachkommen seltener in den Kindergarten, als Eltern mit einem hohen Schulabschluss. Somit haben Kinder schon vor der Einschulung Defizite bezüglich kognitiver, sprachlicher und motorischer Fähigkeiten. Auch bei der kulturellen und sozialen Kompetenz sind Unterschiede zu erkennen. Kinder aus den oberen und mittleren Schichten bekommen schon früher Förderungsmaßnahmen und besitzen somit bessere kommunikative und emotionale Fähigkeiten, als Kinder aus den Unterschichten. Durch das kulturelle Kapital der Eltern differenzieren sich die Startchancen der Sprösslinge beim Einstieg in den Primarbereich. (Vgl. Arens, 2007: 146)

2.2 Geschlecht

Damals war es üblich, dass Burschen einen naturwissenschaftlichen Studiengang wählten und Mädchen an die philosophische Fakultät gingen oder sich mit haushaltstypischen Aktivitäten wie kochen, putzen, Kindererziehung etc. beschäftigten. Der weitere Lebensweg richtete sich also nach den üblichen Stereotypen. (Vgl. Bourdieu/Passeron, 1971: 22)

Unter anderem mit der Hilfe einer Analyse im Jahre 1969, die von der Soziologin Helge Pross durchgeführt wurde, fand man heraus, dass geschlechtstypische Bildungsschranken existieren. Diese Analyse hat dazu beigetragen, dass man Maßnahmen ergriffen hat, um diese Bildungseinschränkungen abzubauen. Dadurch gingen dann in den 1970er Jahren viel mehr Mädchen an weiterführende Schulen, wobei die Wahl der geschlechterspezifischen Fächer nach wie vor bestehen blieb. (Vgl. Popp, 2007: 64)

Heutzutage gibt es eigentlich keine bestimmten Fächer bzw. Schulen, die nur von Mädchen oder Jungs besucht werden. Es kommt immer öfter vor, dass Mädchen im Bereich der Technik und Burschen in der Erziehung von Kindern tätig sind, was früher fast undenkbar war. (Ebd.: 72f.)

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Details

Seiten
11
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668640726
ISBN (Buch)
9783668640733
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v412889
Institution / Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz – Institut für Erziehungswissenschaften
Note
1,0
Schlagworte
Chancengleichheit Bildungssystem Buldung Bildungsungleichheit

Autor

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Titel: Chancengleichheit im Bildungssystem im 21. Jahrhundert