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Tourismus als Wirtschaftsfaktor in Deutschland

Hausarbeit 2017 21 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Regionalgeographie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen
2.1 Tourismus
2.2 Wirtschaftsfaktor

3. Neuere Tendenzen des Tourismus
3.1 Touristengruppen
3.2 Heterogenität der Tourismusbranche

4. Tourismusstandorte in Deutschland

5. Entwicklung des Tourismus
5.1 Grenzüberschreitender Einkaufstourismus
5.2 Maritimer Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern:
5.3 Barrierefreier Tourismus

6. Ökonomische Effekte der Tourismuswirtschaft

7. Zukunftsperspektiven für die deutsche Tourismuswirtschaft

8. Schlussfolgerungen/Zusammenfassung

9. Abbildungsverzeichnis

10. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Tourismus ist ein wichtiger Faktor für die Wirtschaft und für die Gesellschaft. Einer der Gründe dafür ist die Heterogenität dieser Querschnittsbranche (Neumann/Reuber 2004:52-56). Der Tourismus umfasst nachgefragte Güter und Dienstleistungen vieler verschiedener Branchen, wie zum Beispiel die des Beherbergungsgewerbes, die des Gesundheitswesens oder die des Einzelhandels. Alle übrigen Güter und Dienstleistungen der Branchenfelder, die von dem Tourismus umfasst werden, werden im Folgenden dieser Hausarbeit definiert und erläutert. Des Weiteren ist zu nennen, dass die Bedeutung des Tourismus in den letzten Jahren deutlich an Relevanz dazugewonnen hat. Dies ist die Folge des positiven Wirtschaftswachstums der Bundesrepublik Deutschland, denn dadurch kam es in den letzten Jahren zu einer durchschnittlichen Einkommenserhöhung der deutschen Bürger. Hinzu kommt, dass die arbeitsfreie Zeit zugenommen hat und der Freizeitfaktor in den letzten Jahren für viele Personen eine immer wichtigere Bedeutung bekommen hat. Der Tourismus ist ein wirtschaftlicher Faktor, welcher sich in den letzten Jahren in Deutschland positiv entwickelte (siehe: S. 13). Als Folge des Tourismuswachstums fand eine Spezialisierung statt, sodass es zu neuen Formen des Tourismus kam, wie zum Beispiel dem maritimen- und dem Einkaufstourismus. Auf diese beiden Tourismusformen wird im Folgenden dieser Hausarbeit eingegangen in Bezug auf die bisherigen ökonomischen Entwicklungen des Tourismus in Deutschland. Darüber hinaus wird der ökonomische Einfluss des Tourismus auf die deutsche Gesamtwirtschaft. Außerdem werden die verschiedenen Touristengruppen betrachtet und abgegrenzt und es wird speziell auf den barrierefreien und behindertengerechten Tourismus eingegangen. Vertiefend wird sich mit dem Zusammenhang des demographischen Wandels in Deutschland und dem Tourismus beschäftigt. Insbesondere die ökonomischen Folgen und der aktuelle Stellenwert im deutschen Raum sollen dabei betrachtet werden. Außerdem werden die Zukunftschancen und die Nachhaltigkeit des Tourismus diskutiert und es wird auch auf die Schwächen und Probleme eingegangen, die sich für die Zukunft des Tourismus als Wirtschaftsfaktor in Deutschland ergeben könnten.

2. Begriffsdefinitionen

2.1 Tourismus

,,Tourism comprises the activities of persons travelling to and staying in places outside their usual environment for not more than one consecutive year for leisure, business and other purposes not related to the exercise of an activity remunerated from within the place visited.‘‘ (UNWTO 2011).

Zudem muss eine Unterscheidung zwischen Reisenden und Touristen gemacht werden. Touristen reisen bedingt durch Hauptzwecke. Zu diesen gehören zum Beispiel Privatreisen (Freizeit- und Urlaubsreisen), Geschäftsreisen oder Bildungsaufenthalte. Reisende hingegen reisen nicht für touristische Zwecke. Dazu gehören zum Beispiel Pendler, Flüchtlinge oder Besatzungen von Luftfahrzeugen (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie 2012:18).

2.2 Wirtschaftsfaktor

Durch den Wirtschaftsfaktor wird angegeben, ob und welche Bedeutung beziehungsweise Auswirkungen eine bestimmte Branche oder ein bestimmter Wirtschaftszweig auf die Entwicklung der gesamten Volkswirtschaft hat. In diesem Beispiel werden die Branchen betrachtet, die der Tourismus umfasst, und ihre Auswirkungen auf die gesamte deutsche Volkswirtschaft. Es lässt sich festhalten, dass steigende Investitionen und Ausgaben zu einer höheren Wertschöpfung führen. Ist dies gegeben, ist der betrachtete Faktor ein Wirtschaftsfaktor, da durch Investitionen keine Belastung der Volkswirtschaft entstehen soll (Wirtschaftslexikon 2017).

3. Neuere Tendenzen des Tourismus

3.1 Touristengruppen

Touristengruppen in Deutschland können zunächst in Besucherkategorien eingeteilt werden. In- beziehungsweise Ausländische Touristen werden nach ihrem Hauptwohnsitz unterschieden und nicht nach ihrer Nationalität. Inländische Touristen beteiligten sich an dem touristischen Konsum in Deutschland im Jahre 2015 mit 224,6 Milliarden Euro (78 % des gesamten touristischen Konsums), während sich ausländische Touristen mit vergleichsweise nur mit 39,6 Milliarden Euro (14 %) beteiligten. Dazu hinzuzufügen ist, dass die restlichen 8 % (23 Milliarden Euro) Mieten, die durch touristische Wohnraumnutzung entstanden sind, Zuschüsse durch den Staat für kulturelle Leistungen, und den Kauf von dauerhaften Konsumgütern für die touristische Nutzung umfassen. Insgesamt lag der erwirtschaftete touristische Konsum in Deutschland im Jahre 2015 bei 287, 2 Milliarden Euro (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie 2017:8). Zudem können Touristen durch die entsprechende Dauer ihrer Reise in Übernachtungs- oder Tagestouristen unterteilt werden. Eine weitere Möglichkeit die Touristen zu unterscheiden ist die Absicht ihrer Reise. Somit werden die Touristen in Privat- und Geschäftsreisende gegliedert (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie 2017:13). Privatreisende trugen zum touristischen Konsum in Deutschland 230,4 Milliarden Euro (80 %) bei, wogegen Geschäftsreisende etwa 56,8 Milliarden zum touristischen Konsum beitrugen (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie 2017:8).

3.2 Heterogenität der Tourismusbranche

Die Tourismusbranche ist eine sehr vielfältige. Somit umfasst diese mehrere wirtschaftliche Branchen. Zu diesen gehören unter anderem das Beherbergungsgewerbe, das Gaststättengewerbe oder Transportdienstleister. Diese Wirtschaftsgebiete werden vom Tourismus in unterschiedlichem Umfang erfasst. Ursache hierfür ist, dass ein Gut beziehungsweise eine Dienstleistung erst dann touristisch ist, wenn es/sie durch Touristen gebraucht wird. Daraus folgend ist der Tourismus nachfrageseitig. Zusammengefasst sind touristische wirtschaftliche Güter und Dienstleistungen schwierig von den restlichen nicht-touristischen Gütern und Dienstleistungen zu unterscheiden. Die amtlichen Statistiken umfassen nur die angebotsseitigen Daten, wogegen der Tourismus nachfrageorientiert ist, da, wie bereits erwähnt, ein Produkt erst dann touristisch wird, wenn es von Touristen konsumiert wurde. Folglich wurde eine zusätzliche Statistik erstellt, in der nur die touristisch konsumierten Güter und Dienstleistungen umfasst wurden. Damit diese Statistik vergleichbar mit den amtlichen Statistiken ist, wurden bei der Erhebung der Daten vergleichbare Methoden angewandt, wie zuvor bei den amtlichen Statistiken. Die Tourismusstatistik nennt sich Tourism Sattelite Account (kurz: TSA) und beinhaltet Erhebungen zu den touristischen Aktivitäten in Deutschland (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie 2012:14). Die Wirtschaftsbereiche, die die TSA-Statistik enthält, werden in drei Kategorien unterteilt. Zu diesen zählen International definierte touristische Produkte, für Deutschland spezifische touristische Produkte und Dienstleistungen und alle restlichen Güter und Dienstleistungen (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie 2012:30-32). In der Kategorie International definierte touristische Produkte befinden sich folgende touristischen Produkte: Beherbergungsleistungen, Gaststättenleistungen (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie 2012:30), Eisenbahnleistungen, Straßen- und Nahverkehrsleistungen, Schifffahrtsleistungen, Luftfahrtleistungen, die Vermietung von Kraftfahrzeugen mit einem Gewicht von bis zu 3,5 Tonnen, Reisebüros und Sport, Erholung und Freizeit und Kultur (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie 2012:31). Zu der zweiten Kategorie, die sich ,,Für Deutschland spezifische Produkte und Dienstleistungen‘‘ (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie 2012:32) nennt zählen kommende Produkte: Ausstellungen und Messen, Vorsorge- und Rehakliniken, Lebensmittel, Wohnmobile und Wohnwagen (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie 2012:32), Treibstoff und Fahrräder (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie 2012:33). In der letzten Kategorie ,,Alle restlichen Güter und Dienstleistungen‘‘ Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie 2012:33) befinden sich Güter beziehungsweise Dienstleistungen, die noch nicht erwähnt wurden Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie 2012:33).

4. Tourismusstandorte in Deutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Abbildung 1) (Reuber 2013:3)

Die Haupttourismusstandorte in Deutschland liegen an der Nord- und an der Ostseeküste als auch in bewaldeten Gebieten, wie zum Beispiel in Waldeck-Frankenberg, sowie in Großstädten, wie zum Beispiel Berlin oder in historischen Städten, wie Passau. Die in der Summe am meisten und durchschnittlich am längsten besuchten Tourismusstandorte befinden sich in an der Nord- und an der Ostseeküste. Für diese Tatsache gibt es mehrere Gründe. Zum einen befinden sich an den Küsten und auf den Inseln mehrere Kurstandorte. Diese werden überwiegend von älteren Personen besucht. Durch die immer älter werdende Bevölkerung (demographischer Wandel) in Deutschland sind die hohen Besucherzahlen dieser Standorte zu rechtfertigen. Zum anderen gibt es in diesen Regionen eine Vielzahl an Strandgebieten bei denen der maritime Tourismus praktiziert wird, welcher einen Großteil der Altersgruppen interessiert und unter diesen als attraktiv angesehen wird. Auch die Tourismusgebiete, die in bewaldeten Regionen liegen gehören zu denen, die durchschnittlich am längsten besucht werden. Der Städtetourismus in Großstädten hingegen zieht zwar eine große Zahl an Touristen an, diese bleiben dort jedoch durchschnittlich am kürzesten. Als Beispiele hierfür sind München, Hamburg und Berlin zu nennen. Der Bereich westlich von Berlin weißt die wenigste Dichte an Gästeübernachtungen und Aufenthaltsdauer von Touristen in ganz Deutschland auf (Reuber 2013:3).

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Details

Seiten
21
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668647022
ISBN (Buch)
9783668647039
Dateigröße
817 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v413595
Institution / Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
2,0
Schlagworte
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Titel: Tourismus als Wirtschaftsfaktor in Deutschland