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Konfliktpotential aus interkulturellen Differenzen

Ursachen interkultureller Konflikte, Interventionen der Konfliktbehandlung, negative und positive Auswirkungen von Konflikten

Seminararbeit 2017 15 Seiten

Kulturwissenschaften - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung und Motivation zur Themenauswahl
2. Definitionen
2.1 Konfliktpotential
2.2 Interkulturell
2.3 Differenzen
2.4 Konfliktpotential aus interkulturellen Differenzen

3. Ursachen interkultureller Konflikte
3.1 Ethnozentrismus
3.2 Kulturspezifische Kommunikationsunterschied
3.3 Vorurteile
3.4 Stereotypen
3.5 Missverständnisse
3.6 Verbale Kommunikation
3.7 Nonverbale Kommunikation

4. Interventionen der Konfliktbehandlung
4.1 Präventive Interventionen
4.2 Kurative Interventionen
4.3 Eskalierende Interventionen
4.4 Deeskalierende Interventionen

5. Negative Auswirkungen von Konflikten

6. Positive Auswirkungen von Konflikten

Literaturverzeichnis

1. Einführung und Motivation zur Themenauswahl

Durch die Globalisierung und anhaltende Liberalisierung der Arbeitsmärkte kam es in den vergangenen Jahren zu einer immer stärkeren kulturellen Vermischung der Gesellschaften. Sei es durch berufliche, familiäre oder politische Gründe; der Trend zu einer kulturell heterogenen Gesellschaft hält an. Somit nimmt auch die Anzahl der Konflikte, welche aus kulturellen Unterschiedlichkeiten entstehen, zu. Aber weshalb entstehen aus diesen Unterschieden überhaupt Konflikte? Können diese gegebenenfalls verhindert werden? Oder können diese Konflikte möglicherweise positive Auswirkungen haben? Diesen Fragen soll in dieser Seminararbeit nachgegangen werden.

2. Definitionen

Im zweiten Kapitel werden das Thema und Begrifflichkeiten der Thematik näher definiert und beschrieben.

2.1 Konfliktpotential

Konflikte lassen sich wie folgt beschreiben: „(...) Konflikte sind Spannungssituationen, in denen zwei oder mehr Parteien, die voneinander abhängig sind, mit Nachdruck versuchen, scheinbar oder tatsächlich unvereinbare Handlungspläne zu verwirklichen und sich dabei ihrer Gegnerschaft bewusst sind.“.[1] Konfliktpotential beschreibt somit die Möglichkeiten welche sich aus entstandenen Konfliktsituationen ergeben können.

2.2 Interkulturell

Der Begriff „Interkulturell“ setzt sich einerseits aus dem Wort „Inter“ und „Kulturell“ zusammen. Unter „Kultur“ versteht man hierbei „ein für eine größere Gruppe von Menschen gültiges Sinnsystem oder – aus anderer Perspektive betrachtet - die Gesamtheit miteinander geteilter verhaltensmäßiger Bedeutungen“.[2] Das Wort „Inter“ kommt aus dem lateinischen und bedeutet „zwischen“.[3] Daraus abgeleitet ist unter dem Begriff „Interkulturell“ somit die Beziehung zwischen mehreren Personengruppen mit unterschiedlichen Sinnsystemen zu verstehen. Aus Abbildung 1 lässt sich ableiten, dass die Überschneidung der eigenen und der fremden Kultur das Interkulturelle darstellen, sprich der Bereich „zwischen“ den Kulturen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das interkulturelle Interaktionsfeld nach (Thomas, 2014)

2.3 Differenzen

Die mathematische Differenz beschreibt das Ergebnis einer Subtraktion, wobei der Wert der Differenz den Unterschied zwischen Minuend und Subtrahend darstellt. Als Differenz wird grundsätzlich eine Unstimmigkeit oder eine Verschiedenheit definiert.[4]

2.4 Konfliktpotential aus interkulturellen Differenzen

Setzt man die zuvor erläuterten Begrifflichkeiten in einen gemeinsamen Kontext, kann daraus folgende Aussage abgeleitet werden: Durch die Thematik dieser Arbeit soll beschrieben werden, welche Möglichkeiten sich aus Konfliktsituationen von Personengruppen ergeben, welche nach unterschiedlichen Sinnsystemen leben und handeln.

3. Ursachen interkultureller Konflikte

Im Folgenden sollen nun Ursachen für das Entstehen interkultureller Konflikte näher beschrieben werden. Diese Ursachen lassen sich nicht genau voneinander differenzieren und so kommt es teilweise zu Überschneidungen.

3.1 Ethnozentrismus

In unterschiedlichen Kulturen gibt es sehr unterschiedliche Formen und Regeln des sozialen Miteinanders. Der „gute Stil“ oder das „Normale“ wird in vielen Kulturkreisen unterschiedlich bewertet.[5] Ethnozentrismus beschreibt die unbewusste Tendenz, andere Kulturen aus der Perspektive der eigenen Kultur bzw. Werte zu beurteilen. Somit wird alles was von der eigenen Kultur bzw. den damit zusammenhängenden Wertvorstellungen und Normen abweicht, als unnormal oder merkwürdig bewertet.[6]

3.2 Kulturspezifische Kommunikationsunterschied

Der Terminus „Lakune“ bezeichnet was in einer Kultur vorkommt, in einer anderen jedoch nicht.[7] Dies kann einerseits ein sprachliches oder kulturelles Problem darstellen.

Im sprachlichen Bereich geht es hauptsächlich um Probleme bei der direkten Übersetzung von Worten oder Texten. Lakunen lassen sich nicht direkt und sinngemäß übersetzten, da der Terminus nur in der Ausgangssprache vorkommt.

Unter kulturellen Problemen bezüglich Lakunen werden hier verhaltensspezifische oder psychologische Aspekte beschrieben. So bedeutet ein Kopfnicken in unserem Kulturkreis Zustimmung, jedoch wird Kopfnicken in manchen osteuropäischen Ländern als genau das Gegenteil, nämlich Ablehnung verstanden.[8]

3.3 Vorurteile

Anderen Kulturen werden oft Vorurteile, also verallgemeinerte Urteile dieser, entgegengebracht. Meist beinhalten diese, wertende negative Aussagen über die Personengruppe. Dadurch werden Sachverhalte nicht mehr objektiv betrachtet, sondern immer unter der Perspektive des Vorurteils gesehen.[9]

3.4 Stereotypen

Eng mit dem Begriff „Vorurteil“ hängt auch der Begriff „Stereotyp“ zusammen. Stereotypisierung beschreibt das Übertragen einer Wahrnehmung von andersartigen oder fremden Verhaltensweisen eines Individuums und eine ganze Personengruppe oder Kultur. Häufig werden Stereotypen in Verbindung mit Nationalität, Rasse oder Ethnie eingesetzt. Die meisten Stereotypen sind auch nicht Ausdruck tatsächlicher Beobachtungen, sondern werden durch Vorurteile und ethnozentrische Wertvorstellungen geprägt.[10]

3.5 Missverständnisse

Missverständnisse werden als eines der Schlüsselprobleme interkultureller Differenzen angesehen. Hierbei werden durch unterschiedliche, kulturell geprägte, Annahmen falsche oder unterschiedliche Schlussfolgerungen gezogen. Sollten die Unterschiede zur anderen Kultur nicht bekannt sein, werden Verhaltensregeln automatisch und unterbewusst auf die andere Personengruppe übertragen und daran beurteilt. Diese ethnozentrische Betrachtungsweise lässt keine objektive Beurteilung zu.[11]

3.6 Verbale Kommunikation

Durch den kulturellen Hintergrund geprägt, kommt es oft auch zu unterschiedlichen Interpretationen des Gesagten. Dies hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass Aussagen ungenau getroffen werden, sondern oftmals damit, dass Informationen aufgrund unterschiedlicher kultureller Denkweisen und Gewohnheiten anders verarbeitet werden.[12]

3.7 Nonverbale Kommunikation

Wie bei der Interpretation verbaler Kommunikation gibt es auch bei der nonverbalen Kommunikation Missverständnisse welche durch unterschiedliche Kulturen entstehen können. So können Mimik und Gestik je nach Kultur unterschiedliche Bedeutungen haben. Nonverbale Kommunikation sollte daher verbale Kommunikation immer nur unterstützen bzw. ergänzen.[13]

[...]


[1] (Rüttinger & Sauer, 2016, p. 7)

[2] (Grosch & Leenen, 2000, p. 33)

[3] vgl. (Bibliographisches Institut GmbH, 2017)

[4] vgl. (Bibliographisches Institut GmbH, 2017)

[5] vgl. (Moosmüller, 2009, p. 14)

[6] vgl. (Shi, 2003, p. 17f.)

[7] vgl. (Schröder, 1998)

[8] vgl. (Shi, 2003, p. 18f.)

[9] vgl. (Shi, 2003, p. 19f.)

[10] vgl. (Shi, 2003, p. 20ff.)

[11] vgl. (Shi, 2003, p. 22)

[12] vgl. (Shi, 2003, p. 22f.)

[13] vgl. (Shi, 2003, p. 23f.)

Details

Seiten
15
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668652828
ISBN (Buch)
9783668652835
Dateigröße
687 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v414681
Institution / Hochschule
Hochschule Reutlingen
Note
1,3
Schlagworte
Konfliktmanagement Konfliktpotential Interkulturell

Autor

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Titel: Konfliktpotential aus interkulturellen Differenzen