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Adoleszenz und Sozialisation. Die positive und negative Entwicklung eines Kindes

Hausarbeit 2017 8 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Sozialisationsbegriff

3. Begriffsdefinition der Adoleszenz

4. Entwicklungsaufgaben

5. Riskante Lebenssituationen für eine positive Entwicklung

6. Resilienzfaktoren und Ressourcen

7. Auswirkung auf die Soziale Arbeit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Jeder Mensch durchläuft in seiner Biographie verschiedene Altersstufen und immer begleitet ihn dabei die Sozialisation. Der Sozialisationsprozess eines Menschen ist ein lebenslanger Prozess, der bereits in der Kindheit beginnt. Wir begegnen und erleben sie nicht bewusst mit, aber sie ist da und hört nicht auf. Täglich wird man mit etwas Neuem konfrontiert, man lernt stetig dazu, entwickelt sich weiter, reift heran und eignet sich im Laufe seines Lebens immer wieder neue Verhaltensweisen an. Doch was bedeutet Sozialisation? Was passiert mit einem Menschen während des Sozialisationsprozesses? Es beschreibt den Prozess der Anpassung des heranwachsenden Menschen in die umgebende Gesellschaft und Kultur. Da der Mensch nicht über Instinkte verfügt, die sein Handeln steuern, muss er im Prozess der Sozialisation soziale Normen, Verhaltensstandards und Rollen erlernen, um ein im jeweiligen sozialen Kontext handlungsfähiges und verhaltenssicheres soziales Wesen zu werden und seine Persönlichkeit zu entwickeln. Ich persönlich halte diese Tatsache für sehr interessant, weshalb ich mich in meiner Arbeit näher mit dem Thema Sozialisation in Bezug auf Adoleszenz befasse und näher auf Entwicklungsprobleme durch riskante Lebenssituationen eingehen möchte.

2. Der Sozialisationsbegriff

Der Sozialisationsbegriff wurde erstmals von Emile Durkheim, einem französischen Soziologen, am Anfang des 20. Jahrhunderts in die Literatur eingebracht (vgl. Hurrelmann 2002, S.11). Mit diesem Begriff wollte Durkheim erklären, wie der Mensch seinen gesellschaftlichen Charakter entwickelt und natürlich auch die eigene Persönlichkeit.

Im sozialen Bereich fand der Begriff lange Zeit keine Beachtung, im Gegensatz zu anderen Wissenschaften. Erst in den 60er Jahren wurde er in die pädagogische Diskussion eingeführt und gewann große Bedeutung (vgl. Hurrelmann 2002, S. 11f. und S. 16). Eine Zusammenfassung des Sozialisationsbegriffes gibt Klaus Hurrelmann mit seiner Definition zu dieser Thematik:

Sozialisation bezeichnet nach dieser Definition den Prozess, in dessen Verlauf sich der mit einer biologischen Ausstattung versehene menschliche Organismus zu einer sozial handlungsfähigen Persönlichkeit bildet, die sich über den Lebenslauf hinweg in Auseinandersetzung mit den natürlichen Anlagen, insbesondere den körperlichen und psychischen Grundmerkmalen, die für den Mensch die „innere Realität“ bilden, und der sozialen und physikalischen Umwelt, die für den Menschen die „äußere Realität“ bilden (Hurrelmann 2002, S. 15f.).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Sozialisation der Erwerb von bestimmten Verhaltensweisen, Normen und Werten beinhaltet, die für das Leben des Menschen in einer bestimmten Gesellschaft notwendig sind. Diese werden von Generation zu Generation weitergegeben. Ein weiterer Schwerpunkt der Sozialisation ist, das Verstehen der Umwelt zu erlernen und sich sein Leben zu gestalten. Dabei ist es wichtig eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. „Persönlichkeit ist als spezifisches Gefüge von Merkmalen, Eigenschaften, Einstellungen und Handlungskompetenzen, das einen einzelnen Mensch kennzeichnet, zu verstehen. Zur Persönlichkeit eines Menschen gehören von außen beobachtbare Verhaltensweisen, Werthaltungen, Wissen, Sprache wie auch innere Prozesse und Zustände, Gefühle und Motivationen“ (Hurrelmann 2002, S.16).

3. Begriffsdefinition der Adoleszenz

Der Begriff Jugend, Adoleszenz und Pubertät werden oft als synonym zueinander verwendet, obwohl sie unterschiedliche Bedeutungen haben. Die Adoleszenz bezeichnet die Lebensphase junger Menschen, die den Abschied von der Kindheit und den Eintritt in die Welt der Erwachsenen bewältigen müssen. Die Jugendlichen sind mit physiologischen, psychologischen und sozialen Veränderungen konfrontiert. (vgl. King 2009, S.1f)

Die meisten Jugendlichen durchlaufen während dieser Periode der Lebensphase die körperlichen Stadien der Pubertät. Anschließend kommen dann oftmals erste sexuelle Erfahrungen oder Interessen hinzu. Neben der körperlichen Entwicklung steht in der Adoleszenz aber auch die Entwicklung einer beruflichen und sozialen Identität im Vordergrund. Die Suche nach der eigenen Identität ist eines der größten Probleme, dem die Jugendlichen während der Adoleszenz gegenüberstehen.

Der Begriff wird häufig im Zusammenhängen verwendet, in denen Entwicklungsprozesse im Verhältnis zu Entwicklungspotentialen qualifiziert werden. (vgl. Kind 2009, S.7)

4. Entwicklungsaufgaben

Das Konzept der Entwicklungsaufgaben wurde erstmals von Robert J. Havighurst definiert. (Vgl. Trautmann 2004, S.19) Er geht davon aus, dass der Mensch im Verlauf seines Lebens immer wieder unterschiedlichen Problemen gegenübersteht, die es zu bewältigen gilt. Dabei stellen sich in den jeweiligen Lebensabschnitten altersentsprechende Aufgaben, deren Bewältigung durch verschiedene, aufeinander einwirkende Faktoren beeinflusst werden. Es entstehen Entwicklungsaufgaben in einem Zusammenspiel der inneren Ressourcen, den äußeren Kräften, und den persönlichen Werten und Zielen eines Individuums (vgl. Trautmann 2004, S. 23f.). Zu den Phasen der Adoleszenz werden verschiedene Aufgaben gezählt.

Beginnend mit der Ablösung vom Elternhaus, welches ein wichtiger Prozess während der Adoleszenz ist. Es können vielfältige Probleme und Spannungen in der Familie auftreten, da die Erwartungen von Jugendlichen und ihren Eltern hinsichtlich Verhalten und Entwicklung während der Adoleszenz verschieden sein können. Es gilt dabei vor allem, vernünftige und für alle Seiten tragbare Kompromisse zu finden. Meist beginnt der Prozess des Ablösens mit dem, dass die Jugendlichen abends lieber mit den Freunden unterwegs sind oder sie nicht mehr mit den Eltern verreisen wollen. Für eine optimale Entwicklung des Jugendlichen ist ein gutes Verhältnis zwischen den Bedürfnissen des Jugendlichen und den Möglichkeiten seines sozialen Umfelds von Bedeutung. (Vgl. Leuschner 2011, S.6)

Außerdem spielt die eigene Identität in der Geschlechtsrolle zu finden, eine Rolle. Im Zuge der Pubertät ergeben sich weitreichende körperliche Veränderungen, mit denen die Jugendlichen erst einmal lernen müssen umzugehen. Verschiedene kulturelle, soziale und psychische Einflüsse, spielen dabei auch eine Rolle. (Vgl. King 2004, S.19)

Zudem müssen die Jugendlichen ein eigenes System von Moral- und Wertvorstellungen aufbauen. Dazu zählt, dass vor der Adoleszenz der Freundeskreis des Kindes meist durch schulische und elterliche Einflüsse bestimmt wird. Bei den Jugendlichen beginnt die Adoleszenz, durch die Ablösung von Elternhaus, die Freunde selbst und bewusst auszuwählen. Auch der häufige Wechsel von Freunden und die, ganzer Freundeskreise ist in dieser Zeit normal. Außerdem entstehen erste Interessen an Partnerschaftbeziehungen (Vgl. King 2004, S.23f)

Weitergehend erfährt der Jugendliche erste Kontakte mit Sexualität, wobei das Entdecken der eigenen Sexualität ein entscheidender Faktor in der Phase der Adoleszenz ist. Er steht im engen Zusammenhang mit den bereits erwähnten körperlichen Veränderungen. Hierdurch ergeben sich oft Probleme, insbesondere dann, wenn die Jugendlichen die Veränderungen des Körpers und dessen Aussehen noch nicht vollständig akzeptiert haben, aber trotzdem schon intime Beziehungen eingehen. (Vgl. King 2004, S. 20f)

Außerdem wird auch das „Weltbild“ eines Kindes fast ausschließlich von den Ansichten und Gewohnheiten der Eltern bestimmt, somit beginnt sich der Jugendliche in der Adoleszenz eine eigene, individuelle Weltanschauung aufzubauen. Hier spielen viele Faktoren und Bereiche mit hinein, z. B. Politik, Religion usw.

Zuletzt muss der Jugendliche eine eigene Zukunftsperspektive entwickeln und/oder eine Berufswahl treffen. Oftmals sind die beruflichen Wünsche bei Kindern noch diffus und ändern sich in kurzen Abständen. Der Jugendliche entwickelt erste konkrete Vorstellungen von seiner Ausbildung und der späteren beruflichen Tätigkeit. Neben dem Aufbau einer beruflichen Perspektive entwickelt der Jugendliche auch eine generelle Zukunftsvision, z. B. hinsichtlich eines konkreten Lebensmodells mit Familie, Kinder, Wohnort, etc. (vgl. King 2004, S.14f).

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Details

Seiten
8
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668667792
ISBN (Buch)
9783668667808
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v416812
Institution / Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main
Note
1,3
Schlagworte
adoleszenz sozialisation entwicklung kindes

Autor

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Titel: Adoleszenz und Sozialisation. Die positive und negative Entwicklung eines Kindes