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Formen der Musiktherapie und ihr Einsatz bei der Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen

von Hermann Fuchs (Autor)

Hausarbeit 2018 12 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Abhängigkeitserkrankungen
2.1 Die häufigsten Suchtstoffe und ihre Wirkung
Tabak
Alkohol
Cannabis
Spielsucht
2.2 Zahlen zu Konsum und Sucht in Deutschland
Tabak
Alkohol
Cannabis
Spielsucht

3· Musiktherapie bei der Behandlung von Abhängigkeits-erkrankungen
3.1 Aktive Musiktherapie
3.2 Rezeptive Musiktherapie
3.3 Einsatz bei Abhängigkeitserkrankungen

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Was ist Musiktherapie?

Diese Frage beantwortet die amerikanische National Association for Music The­rapy (NAMT) folgendermaßen:

״Musiktherapie ist die gezielte Anwendung von Musik oder musikalischer Eie- mente, um therapeutische Ziele zu erreichen: Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer und körperlicher Gesundheit. Durch Musiktherapie soll dem Klienten Gelegenheit gegeben werden, sich selbst und seine Umwelt besser zu ver­stehen, sich in ihr freier und effektiver zu bewegen und eine bessere psychische und physische Stabilität und Flexibilität zu entwickleln.“ (Eschen zit. in: Bruhn, 2000, s. 1)

Musiktherapie findet sich vor allem in der Heil- und Sonderpädagogik, in der Ar­beit mit behinderten und komatösen Patienten, der Geriatrie oder Palliativ­medizin, und der Kinder- und Jugendpsychiatrie. In vielen dieser Gebiete ist Musiktherapie selbstverständlich und legitimiert. Bei der Behandlung von Ab­hängigkeitserkrankungen spielt sie noch keine so große Rolle und wird sogar oft kritisiert.

Doch wenn die oben zitierte Definition eines zeigt, dann dass Musiktherapie bei allen Krankheitsformen ihre Berechtigung hat und wirksam sein kann.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Therapie von Abhängigkeits­erkrankungen. Dazu soll zuerst ein dem Umfang der Arbeit angemessener, klei­ner Überblick über Suchtmittel und Statistiken zu Abhängigkeit in Deutschland gegeben werden.

Anschließend werden die häufigsten Formen der Musiktherapie (aktive und rezeptive) genauer beleuchtet und ihre Einsatzmöglichkeiten und Wirksamkeit bei Abhängigkeitserkrankten beschrieben.

2. Abhängigkeitserkrankungen

Das ICD-IO nennt wichtige Kriterien zur Feststellung eines Abhängigkeitssyn­droms. Diese sind starkes Verlangen, Kontrollverlust, Indifferenz gegenüber den Schäden, Erhöhung der Toleranz und körperliche Entzugserscheinungen. Abhängigkeit oder Sucht kann durch verschiedene Substanzen, aber auch durch bestimmte Verhaltensweisen hervorgerufen werden. Die häufigsten sollen im folgenden Kapitel kurz vorgestellt werden. Anschließend gibt es einige aktuelle Zahlen zur Prävalenz von Suchtmittelkonsum in Deutschland.

2.1. Die häufigsten Suchtstoffe und ihre Wirkung

Tabak

Die süchtig machende Substanz in Tabak heißt Nikotin. Tabak wird hauptsächlich durch das Rauchen konsumiert, es gibt aber auch andere Formen.

Nikotin wirkt sowohl aktivierend als auch entspannend. Die stärkste Belastung tragen die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System. (vgl. Drogenbeauftragte der Bundesregierung, 2017, s. 24)

Der Mensch wird sowohl körperlich als auch psychisch von Nikotin abhängig. Die körperlichen Entzugserscheinungen treten schon nach sehr kurzer Zeit auf und die regelmäßige Einnahme wird mit positiven Erlebnissen wie Stressabbau, sozialen Kontakten oder Pausen verknüpft. Es entstehen Rituale und ein ״Suchtkarussell, das sich immer schneller dreht.“ (Gross, 2016, s. 74)

Alkohol

Trinkalkohol (Ethanol) entsteht bei der Vergärung von Zucker. Der Alkoholgehalt des Getränks kann durch den verwendeten Ausgangsstoff bestimmt werden.

Über Magen und Dünndarm in den Blutkreislauf aufgenommen, verteilt er sich im ganzen Körper und erreicht schnell das Gehirn.

Die Wirkung von Alkohol unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und hängt von der konsumierten Menge und anderen physischen und psychischen Faktoren ab. Allgemein lässt sich aber sagen, dass kleine Mengen entspannend, angstiin- dernd, enthemmend, stimmungssteigernd und geselligkeitsfördernd wirken. Ab größeren Mengen werden Aufmerksamkeit und Wahrnehmung sowie Sprache und Koordinationsfähigkeit beeinträchtigt, (vgl. Drogenbeauftragte der Bundes­regierung, 2017, s. 35)

Die Abhängigkeit von Alkohol ist sowohl körperlich als auch psychisch. Oft geht sie mit Persönlichkeits- und Verhaltensänderungen einher.

Cannabis

Die am häufigsten illegal konsumierte Droge ist Cannabis. Der Wirkstoff dieser Hanfpflanze ist Tetrahydrocannabinol (THC) und entfaltet seine Wirkung unmit­telbar nach der Einnahme.

Ob das Mittel stimmungssteigernd oder bedrückend, entspannend oder anregend wirkt, hängt unter anderem von der psychischen Konstitution des Konsumieren­den ab. (vgl. ebd., s. 51)

Das psychische Abhängigkeitspotential der Droge ist unbestritten, allerdings gibt es Zweifel, ob eine körperliche Abhängigkeit von Cannabis möglich ist. (vgl. Gross, 2016, s. 37)

Spielsucht

Als nichtstoffliche Abhängigkeit und riskante Verhaltensweise ist die Spielsucht zu nennen. Glücksspiele zeichnen sich vor allem durch hohe Geld- und Wettein­Sätze aus. Pathologische Glücksspieler verlieren die Kontrolle, weil sie versuchen, Verluste durch immer höhere Einsätze wieder zurück zu gewinnen, verlieren aber nur noch mehr. Damit gefährden sie ihre monetäre und soziale Existenz. Auch kriminelle Aktivitäten nehmen zu.

Da es sich um eine nichtstoffliche Abhängigkeit handelt, ist dieselbige nur psy­chisch.

Die Aufnahme der Spielsucht ins ICD-IO (F63.0) beweist, dass es sich dabei um eine ernst zu nehmende psychische Erkrankung handelt, (vgl. Drogenbeauftragte der Bundesregierung, s. 67)

2.2 Zahlen zu Konsum und Sucht in Deutschland

Tabak

Einer Umfrage des Robert-Koch-Institutes zufolge, ging die Raucherquote zwi- sehen den Jahren 2003 und 2015 um IO Prozent zurück, von 33,8 % auf 23,8 %. Männer und Frauen halten sich beim Rauchen in etwa die Waage: 31,2 % Männer zu 26,1 % Frauen.

Ein starker Konsum von mehr als 20 Zigaretten pro Tag ist bei 2,93 Millionen Deutschen zu verzeichnen, was immerhin 4,5 % der Gesamtbevölkerung gleich­kommt, (vgl. Drogenbeauftragte der Bundesregierung, 2017, s. 25f.)

Alkohol

2015 brachte das Epidemiologische Suchtsurvey in Erfahrung, dass 72,5 % der 18- bis 64-Jährigen regelmäßig Alkohol trinken.

21,4 % der Befragten gaben an, riskante Mengen zu konsumieren. Hochgerechnet sind das in Deutschland 7,8 Millionen Personen. Männer- und Frauenanteil sind in dieser Gruppe ausgewogen. Allerdings trinken Männer häufiger große Men­gen auf einmal, (vgl. ebd., s. 36)

Cannabis

Wie schon erwähnt ist Cannabis die häufigste illegal konsumierte Substanz. 6,1 % der Deutschen oder 3,11 Millionen Menschen rauchen regelmäßig ״Gras“.

Männer sind die Geschlechtergruppe mit der höheren Prävalenz (7,4 % zu 4,9 %). Bei der Altersverteilung zeigt sich, dass mehr junge Menschen (21- bis 39-Jährige) das illegale Suchtmittel zu sich nehmen als ältere, (vgl. ebd., s. 52)

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Details

Seiten
12
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668709089
ISBN (Buch)
9783668709096
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v418509
Institution / Hochschule
Universität Regensburg
Note
1,0
Schlagworte
formen musiktherapie einsatz behandlung abhängigkeitserkrankungen

Autor

  • Hermann Fuchs (Autor)

    1 Titel veröffentlicht

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Titel: Formen der Musiktherapie und ihr Einsatz bei der Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen