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Autismus bei Kindern. Welche Förderungen existieren und wie können Kinder mit Autismus besser in den Kindergarten integriert werden?

Hausarbeit 2018 23 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Autismus?
2.1 Begriffserklärung
2.2 Geschichtlicher Aspekt
2.3 Diagnose Autismus
2.3.1 Schwierigkeiten bei der Diagnostik von Autismus
2.3.2 Die Veränderbarkeit der Autismus-Spektrum-Störung

3 Ursachen von Autismus

4 Formen des Autismus-Spektrums
4.1 Frühkindlicher Autismus (Kanner-Syndrom)
4.2 Asperger-Syndrom
4.3 Atypischer Autismus

5 Beeinträchtigungen autistischer Kinder
5.1 Sprache und Kommunikation
5.2 Wahrnehmung
5.3 Verhaltensmuster
5.4 Soziale Interaktion

6 Therapeutische Interventionen
6.1 Applied Behaviour Analysis
6.2 TEACCH Ansatz
6.3 Montessori-Therapie
6.4 Musiktherapie
6.5 Sprachtherapie
6.6 Kunsttherapie
6.7 Häusliches Trainingsprogramm
6.8 Tiergestützte Therapieformen
6.8.1 Delphintherapie
6.8.2 Therapeutisches Reiten

7 Die Rolle der Sozialen Arbeit
7.1 Klinische Sozialarbeit
7.2 Aufgaben der Sozialen Arbeit in der Autismustherapie
7.3 Hilfsmöglichkeiten im Rahmen sozialgesetzlicher Bestimmungen

8 Integration autistischer Kinder im Kindergarten

Fazit

Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Die Ziele der vorliegenden Arbeit sind, zu beschreiben, was Autismus bedeutet und zu erklären, warum Kinder an Autismus erkranken.

Zudem sind es Ziele dieser Arbeit, herauszufinden, wie an Autismus erkrankte Kin­der am besten im Kindergarten integriert werden können und welche Hilfestellungen es seitens der Sozialen Arbeit gibt.

Durch die Medien und eine immer umfangreicher werdende Literatur ist das Stö­rungsbild des Autismus mittlerweile in der Bevölkerung bekannt. Doch reicht dieser Bekanntheitsgrad aus, um an Autismus erkrankten Menschen mit Akzeptanz zu begegnen und ihnen genügend Möglichkeiten zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu bieten?

Wie groß ist die Unterstützung durch Therapien oder soziale Einrichtungen? Wie können diese zur Integration, vor allem bei Kindern, beitragen? Diese Thematik soll im Laufe der Arbeit systematisiert werden.

Im zweiten Abschnitt wird die Frage „Was ist Autismus?“ beantwortet. Außerdem wird der geschichtliche Aspekt thematisiert und beschrieben, wie das Störungsbild Autismus diagnostiziert wird. Ein besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, welche Schwierigkeiten es bei der Diagnostik geben kann.

Welche Ursachen es für Autismus gibt, wird im dritten Abschnitt beschrieben. Was wurde in diesem Bereich bereits erforscht und erarbeitet?

Die verschiedenen Formen des Autismus-Spektrums werden im vierten Abschnitt vorgestellt und im fünften Abschnitt wird auf die Beeinträchtigungen autistischer Kinder eingegangen.

Im sechsten Abschnitt werden verschiedene therapeutische Interventionen für Kin­der mit Autismus vorgestellt. Welche Therapieformen existieren?

Die Rolle der Sozialen Arbeit wird im siebten Abschnitt beschrieben. Was kann die Soziale Arbeit tun, um das Leben autistischer Kinder zu verbessern? Welche Auf­gaben hat die Soziale Arbeit in der Autismustherapie und welche Hilfsmöglichkeiten existieren seitens des Gesetzes?

Im achten und letzten Abschnitt wird die Integration von autistischen Kindern im Kindergarten behandelt.

2 Was ist Autismus?

2.1 Begriffserklärung

„Autistische Störungen sind geprägt durch deutliche Auffälligkeiten im Bereich der sozialen Interaktion und Kommunikation sowie durch repetitives, stereotypes Ver­halten. Die Auffälligkeiten bestehen von früher Kindheit bis ins Erwachsenenalter und zeigen sich in allen Lebenssituationen. Durch Behandlungsmaßnahmen können sie zwar gebessert, jedoch nicht geheilt werden“ (Kamp-Becker Bölte 2014, S.12). „Autismus wird aus dem Griechischen von „autos“ (zu dt.: selbst) und „ismos“ (zu dt.: Zustand/Orientierung) abgeleitet“ (Kuhles 2007, S. 12).

2.2 Geschichtlicher Aspekt

Autismus wurde 1911 von dem Schweizer Psychiater Eugen Bleuler als ein Grund­symptom der Schizophrenie charakterisiert.

Der amerikanische Kinderpsychiater Leo Kanner (1943) und der österreichische Kinderarzt Hans Asperger (1944) haben den Begriff fast zeitgleich übernommen und mithilfe des Begriffes autistische Störungsbilder von Kindern beschrieben. Dabei haben sie herausgefunden, dass die ursprüngliche Bezeichnung über Autismus von Bleuler nicht auf Kinder zutrifft. Kinder ziehen sich nicht aktiv in ihre eigene Welt zurück, sondern sind von Geburt an unfähig bzw. eingeschränkt fähig soziale Kon­takte zu entwickeln.

Der allgemeine Begriff des Autismus wird dennoch für alle an Autismus erkrankten Menschen benutzt, weil dieser Begriff weltweit gebräuchlich ist (vgl. Remschmidt 2012, S. 9).

2.3 Diagnose Autismus

2.3.1 Schwierigkeiten bei der Diagnostik von Autismus

„Zu Recht wird die Diagnose als Grundlage für eine Therapie gesehen: nur wenn Klarheit darüber herrscht, um welche Störung es sich handelt und welche Ausprä­gung sie bei dem jeweiligen Menschen annimmt, kann eine angemessene Form der Intervention gefunden werden. In diesem Sinne bildet die Diagnose die natürliche Grundlage für einen Förderplan“ (Weiß 2002, S. 24).

In den vergangenen Jahren gab es viele Entwicklungen im Bereich des Autismus und diese haben dazu beigetragen Autismus erheblich besser zu verstehen. Es wurden mehr Erkenntnisse über die vielfältigen Erscheinungsformen gewonnen und diese verbessern die diagnostischen Möglichkeiten.

Aufgrund dessen sind die Zahlen für diagnostizierte Fälle von Autismus, die in der Vergangenheit genannt wurden, heute nicht mehr aussagekräftig. Die Zahlen sind auch aus dem Grund nicht aussagekräftig, weil viele Fälle von Autismus bis in das Jugend- oder Erwachsenenalter nicht diagnostiziert wurden. Aus diesem Grund be­nötigt diese Gruppe noch mehr Unterstützung und Verständnis von den Personen aus dem naheliegenden Umfeld.

Autismus wird oftmals spät diagnostiziert, weil selbst Kinderärzte die Anzeichen nicht genau einordnen können. Aufgrund dessen wird die Diagnose meist erst im Jugend- oder Erwachsenenalter gestellt und manchmal wird die genaue Diagnose „Autismus“ sogar nie erkannt. Um dieser späten Diagnose vorzubeugen, müsste es spezielle Schulungen für Kinderärzte geben, damit autistische Anzeichen schon im Kleinkindalter wahrgenommen werden (vgl. Aarons Gittens 2013, S. 41).

2.3.2 Die Veränderbarkeit der Autismus-Spektrum-Störung

In der Vergangenheit wurden autistischen Kindern viele Fähigkeiten abgesprochen. Dazu zählt die Fähigkeit sich zu entwickeln, zu lernen und ihre autistischen Auffäl­ligkeiten abzulegen. Deshalb hat man in der Vergangenheit des Öfteren gezögert, die Diagnose bei Kindern zu stellen.

Die genannte Vorstellung von autistischen Kindern ist mittlerweile völlig überholt. Es wurden spezielle Therapieformen für autistische Kinder entwickelt, um sie in ihren Fähigkeiten zu unterstützen. Die Therapien nehmen viel Zeit und auch Geld in An­spruch. Doch würden die Eltern dies nicht investieren, wenn sie keine Fortschritte erkennen könnten. Durch die richtige Therapieform können spektakuläre Fortschritte bei den Kindern Sichtbarwerden (vgl. Girsberger2015, S. 58).

Dies zeigt, dass die Diagnose Autismus nicht unbedingt „Stillstand“ für einen Men­schen bedeutet. Oft kann sich ein autistischer Mensch auch noch weiterentwickeln und verändern.

3 Ursachen von Autismus

Seit Kanner (1943) wurden viele Theorien entwickelt, um die Ursachen von Autis­mus zu erklären. Am Anfang wurden die Eltern dafür verantwortlich gemacht, wenn Kinder an Autismus erkrankt sind. Vor allem wurde den Müttern eine große Teilhabe beigemessen. Es wurde angenommen, dass die Mütter den Kindern nicht genügend Liebe und Zuwendung geschenkt haben. Glücklicherweise wurden diese Auffassun­gen nach praktischen Erfahrungen und Forschungsergebnissen widerlegt.

Heutige, aktuelle Informationen weisen darauf hin, dass Autismus eine organische Ursache hat. Die Familie spielt dabei auch eine Rolle, denn autistische Menschen haben häufig Verwandte, die an Sprachstörungen, Lernschwierigkeiten und leichten kognitiven Beeinträchtigungen leiden (vgl. Aarons Gittens 2013, S. 35-37).

„Autistische Störungen gelten als Entwicklungsstörungen des zentralen Nervensys­tems („neurodevelopmental disorders“), die primär genetisch verursacht sind und mit strukturellen und funktionellen Veränderungen des Gehirns einhergehen, welche die Kontaktfähigkeit eines Menschen beeinflussen“ (Kamp-Becker Bölte 2014, S. 33).

Aufgrund zahlreicher Forschungsergebnisse kann man sagen, dass die Vererbung eine große Rolle beim Auftreten von Autismus spielt. Die Vererbung erfolgt jedoch nicht immer nach den gleichen einfachen und überschaubaren Gesetzmäßigkeiten. Aufgrund dessen kann Autismus nicht auf ein einzelnes Gen oder einen bestimmten Chromosomen-Defekt reduziert werden. Ein Gendefekt bedeutet noch lange nicht, dass ein Mensch an Autismus erkrankt. Sicher kann man sagen, dass eine erbliche Belastung die Wahrscheinlichkeit, an Autismus zu erkranken, erhöht.

Eine vorbestehende Schädigung des Gehirns kann ebenfalls der Grund dafür sein, an Autismus zu erkranken. Eine sogenannte Schädigung kann zum Beispiel wäh­rend der Schwangerschaft durch Infektionskrankheiten der Mutter, Einfluss von Ni­kotin, Alkohol, Drogen oder Medikamenten entstehen. Ein anderer Grund könnte ein Sauerstoffmangel während der Geburt sein.

Den Faktor Vererbung haben alle Arten von Autismus gemeinsam. Je früher sich der Autismus in der kindlichen Entwicklung bemerkbar macht, desto wahrscheinli­cher ist es, dass zusätzlich zu der Vererbung auch noch eine Schädigung des Ge­hirns vorliegt (vgl. Girsberger 2015, S. 29 ff.).

4 Formen des Autismus-Spektrums

4.1 Frühkindlicher Autismus (Kanner-Syndrom)

Zwei Klassifikationssysteme (ICD-10 und DSM-IV) beschreiben die Kriterien, die in der Diagnose der Störung zugrunde gelegt werden.

Beide Systeme enthalten vier Kernmerkmale, unter denen Menschen mit dem früh­kindlichen Autismus leiden. Diese sind qualitative Beeinträchtigungen sozialer Akti­onen und der Kommunikation, eingeschränkte Interessen und stereotypes Verhalten und der Beginn vor dem dritten Lebensjahr. Merkmale wie Phobien, Wutausbrüche, Aggressionen und Selbstverletzungen können ebenfalls Vorkommen.

Bei Kindern mit frühkindlichem Autismus kommen meistens, im Einklang mit den Kriterien der Klassifikationssysteme, noch drei weitere Verhaltensweisen vor.

Diese sind extremes Abgekapseltsein gegenüber der Umwelt, ängstliches Festhal­ten an Routine und besondere Sprachauffälligkeiten.

Die Abkapselung besteht darin, dass die Kinder eine ausgeprägte Kontaktstörung besitzen, die auch im Kontakt mit den Eltern sichtbar wird. Es wird deutlich, dass Kinder, die an frühkindlichem Autismus erkrankt sind, unfähig sind freundschaftliche Bindungen mit anderen Kindern einzugehen. Zudem besitzen die Kinder kein Ein­fühlungsvermögen für die Gefühle von anderen Menschen.

An Autismus erkrankte Kinder halten an der Routine fest, da sie eine Verände­rungsangst in sich tragen. Dieses Festhalten an der Gewohnheit zeigt sich daran, dass die Kinder in Angst und Panik geraten, wenn sich etwas an ihrem Gewohnten verändert.

Die Sprachauffälligkeit macht sich durch eine verzögerte Sprachentwicklung sowie eine Neigung zur Wortneubildung und zu echoartigem Nachsprechen von Worten oder Lauten.

Es existieren alte Auffassungen, dass frühkindlicher Autismus im Zusammenhang mit der sozialen Schicht stehen soll. Diese Auffassungen wurden widerlegt und es wurde festgestellt, dass autistische Störungen in allen sozialen Schichten etwa gleich häufig Vorkommen. Der frühkindliche Autismus gehört zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen (vgl. Remschmidt 2012, S. 16-20).

4.2 Asperger-Syndrom

Das Asperger-Syndrom wird meist später diagnostiziert als der frühkindliche Autis­mus, gehört aber genauso wie der frühkindliche Autismus zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen.

Kernmerkmale des Asperger-Syndroms sind qualitative Beeinträchtigungen der so­zialen Fähigkeiten und ungewöhnlich ausgeprägte und spezielle Interessen.

Zu diesen speziellen Interessen gehört beispielsweise eine monomane (zwanghaf­te) Beschäftigung mit Wissensgebieten, die meist nicht von der allgemeinen Bevöl­kerung als interessant bezeichnet werden.

Doch im Gegensatz zum frühkindlichen Autismus haben Menschen mit Asperger- Syndrom keine verzögerte Sprachentwicklung. Kinder mit Asperger-Syndrom lernen meist sehr früh und gut, drücken sich manchmal sogar recht ungewöhnlich aus. Die Intelligenz bewegt sich im Normbereich und ist im Durchschnitt deutlich besser als bei Kindern und Jugendlichen mit frühkindlichem Autismus. Das Asperger-Syndrom ist die leichteste Form von Autismus (vgl. Remschmidt 2012, S. 47 ff.).

4.3 Atypischer Autismus

Der atypische Autismus ist genauso wie der frühkindliche Autismus eine tiefgreifen­de Entwicklungsstörung. Er unterteilt sich in Autismus mit atypischem Erkrankungs­alter und Autismus mit atypischer Symptomatologie.

Bei Autismus mit atypischem Erkrankungsalter stimmen alle Kriterien mit dem des frühkindlichen Autismus überein. Diese Störung wird jedoch erst nach dem dritten Lebensjahr deutlich.

Bei Autismus mit atypischer Symptomatologie werden die Auffälligkeiten bereits vor dem dritten Lebensjahr deutlich. Es werden allerdings nicht alle Kriterien des früh­kindlichen Autismus erfüllt. Bei dieser Störung sind besonders Kinder mit erhebli­cher Intelligenzminderung betroffen. Bei Kindern mit dieser Störung spricht man von einer Intelligenzminderung mit autistischen Zügen (vgl. Remschmidt 2012, S. 67).

5 Beeinträchtigungen autistischer Kinder

5.1 Sprache und Kommunikation

Fast die Hälfte aller autistischen Kinder lernen nie, sich sprachlich zu äußern. Autis­tische Kinder halten nur wenig bis gar keinen Blickkontakt. Aus diesem Grund ent­fallen Mimik und Gestik komplett.

An Autismus erkrankte Kinder führen Selbstgespräche, wiederholen sehr oft ge­sprochene Wörter. Fragen, die den Kindern gestellt wurden, werden sehr oft von ihnen wiederholt.

Das geringe Sprachverständnis führt dazu, dass sie die Bedeutungen von Äußerun­gen eher aus der Situation heraus oder aus einem Alltagszusammenhang verste­hen.

Zudem haben sie Schwierigkeiten dabei, Gesten zu verstehen und richtig einzuord­nen. Durch eine gezielte Sprachtherapie können Beeinträchtigungen reduziert wer­den (vgl. www.familienhandbuch.de).

Es existieren verschiedene Aspekte bei der Sprache und dem Sprechen, die häufig bei Autisten beobachtet werden. Ein autistisches Kind reagiert zum Beispiel nicht angemessen auf die menschliche Stimme, reagiert aber auf andere, für ihn interes­santere Laute. Stellt man einem Kind mit Autismus eine Frage, bekommt man höchstwahrscheinlich keine Antwort. Gibt man ihnen allerdings eine Hilfestellung erhält man meist eine passende Antwort auf die gestellte Frage (vgl. Aarons Gittens 2013, S. 94 ff.).

5.2 Wahrnehmung

Autistische Kinder bevorzugen bestimmte Töne und Geräusche, wie zum Beispiel Klopftöne, die Töne eines Staubsaugers oder andere Haushaltsgeräte.

Optische Reize wie Seifenblasen wirken sehr faszinierend auf Autisten und sie kön­nen sich stundenlang damit beschäftigen. Dieser Beschäftigung können sie mit zwanghafter Intensität nachgehen.

Die Kinder erforschen ihr nahegelegenes Umfeld meist mit ihren Sinnesorganen, wie zum Beispiel mit ihrem Geruchs- und Geschmackssinn. Sie sind teilweise un­empfindlich in Bezug auf Kälte, Wärme oder Schmerzen.

Die Wahrnehmung autistischer Kinder hat nicht nur Nachteile, sondern ist auch mit Vorteilen verbunden.

Kleine Details werden von autistischen Kindern bevorzugt wahrgenommen und ge­ben der Benutzung eines Sinneskanals den Vorzug vor der Benutzung mehrerer Kanäle. Meist haben die Kinder jeweils einen Sinneskanal, den sie allen anderen Kanälen vorziehen.

Der Vorteil dieser Wahrnehmung besteht darin, dass sich autistische Kinder bei be­stimmten Tätigkeiten nur auf eine Sache konzentrieren und sich so nicht von ande­ren Sinneseindrücken ablenken lassen. Entscheidende Details werden so von ihnen erkannt, die andere Menschen wahrscheinlich übersehen würden (vgl. www.familienhandbuch.de, Girsberger 2015, S. 31 ff.).

5.3 Verhaltensmuster

Der Alltag von Kindern mit Autismus ist geprägt von Routinen und Ritualen. Meist werden diese zwanghaft von ihnen eingehalten. Wenn das Einhalten einer Routine oder eines Rituals einmal nicht möglich ist, können autistische Kinder aggressiv reagieren oder sich selbst verletzen.

Autisten tragen wenig Motivation für etwas Neues in sich und haben nur wenig Phantasie. Zudem sind autistische Kinder nicht in der Lage, bei Regel- oder Rollen­spielen mitzumachen.

Meist haben die Kinder Interessen mit unüblichem Inhalt, die sonst nicht allzu üblich bei gleichaltrigen Kindern sind.

Ein stereotypes Körperschaukeln kommt nicht selten bei autistischen Kindern vor, genauso wie das drehen von Rädern an einem Spielzeugauto. Kinder mit Autismus beschäftigen sich visuell häufig mit winzig kleinen Objekten und das stunden- oder tagelang (vgl. www.familienhandbuch.de, Weiß 2002, S. 17).

[...]

Details

Seiten
23
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668676329
ISBN (Buch)
9783668676336
Dateigröße
9.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v418647
Institution / Hochschule
Universität Kassel – Soziale Arbeit
Note
Schlagworte
Kinder Autismus Erkrankungen Förderungen Behinderung Kindergarten Integration

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