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Veränderte Lernwelten durch den Einsatz von Social-Media Tools innerhalb der beruflichen Aus- und Weiterbildung

E-Learning 4.0

Studienarbeit 2017 17 Seiten

BWL - Personal und Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rezension und Auseinandersetzung mit der Thematik
2.1 Abgrenzung und Begriffsbestimmung E-Learning
2.2 Einzug von Social-Media Tools im Rahmen der beruflichen Aus- und Weiterbildung

3. Aufzeigen und Verknüpfung zu Inhalten aus der Literatur

4. Einblick in die Praxis

5. Resümee

Literaturverzeichnis

Die weibliche Form ist in dieser Studienarbeit der männlichen Form gleichgestellt; lediglich aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wurde die männliche Form gewählt.

1. Einleitung

Die Nutzung von sozialen Medien ist in den letzten Jahren rasant gestiegen, bereits heute verbringen 89 Prozent aller 16-24-jährigen ein Großteil ihrer Zeit in sozialen Netzwerken, auch die Nutzung bei den 25-44-jährigen von immerhin noch 69 Prozent, zeigt deutlich das sich ein Großteil der Bevölkerung und damit auch eine nicht zu unterschätzende Zahl an Mitarbeitern wie selbstverständlich auf diesem Wege informiert und miteinander kommuniziert[1]. Zeitgleich haben sich E-Learning Angebote innerhalb der betrieblichen Aus- und Weiterbildung deutlich weiterentwickelt, doch welche Möglichkeiten bieten, in einer immer stärker digitalisierten Welt, nun Social-Media Anwendungen und wie lassen sich beide „Welten“ miteinanderverknüpfen?

Hierzu soll im ersten Teil eine Auseinandersetzung mit themenrelevanten Artikeln aus der Fachliteratur bzw. entsprechenden wissenschaftlichen Publikationen erfolgen. In diesem Zusammenhang soll zudem eine Abgrenzung stattfinden und erläutert werden was unter E-Learning 4.0 zu verstehen ist. Zudem wird in diesem Zusammenhang der Einsatz von Social-Media Anwendungen in aus einer theoretischen Perspektive diskutiert. Daran schließt sich ein Transfer zu themenrelevanten Teilen in ausgewählter Literatur an. Im letzten Teil wird anhand von zwei Beispielen erläutert inwiefern Social-Media innerhalb des E-Learning bereits heute Anwendung im beruflichen Kontext findet und ein Ausblick auf zukünftige Szenarien gegeben.

Diese Arbeit soll eine tiefergehende Auseinandersetzung und Verknüpfung zur digitalen Welt 4.0. ermöglichen und so einen breiteren und zugleich intensiveren Zugang zu dieser Thematik ermöglichen und sich hieraus ableitenden Konzepten für die Praxis bzw. innerhalb des beruflichen Kontext aufzeigen.

2. Rezension und Auseinandersetzung mit der Thematik

In diesem Abschnitt soll auf Grundlage von wissenschaftlichen Quellen ein Einblick in „E-Learning“, „Industrie 4.0“, „Social-Media“ und die Gemengelage bzw. Verknüpfung zueinander beleuchtet werden, hierfür werden einzelne Begriffe erläutert und abgegrenzt, bevor auf den Einsatz von Social-Media Anwendungen innerhalb von E-Learning in der beruflichen Aus- und Weiterbildung eingegangen wird.

2.1 Abgrenzung und Begriffsbestimmung E-Learning 4.0.

Über die Einigkeit der Definition des noch eher jungen Begriffs E-Learning sollte im Grunde Klarheit herrschen, trotzdem ist eine Abgrenzung nicht immer ganz einfach. Übereinstimmung besteht darin das E-Learning als Synonym bzw. Oberbegriff für Formen eines durch elektronische Informations- und Kommunikationstechnologien basierten Lernens verstanden werden kann[2]. In erster Linie stehen dabei die Nutzung unterschiedlichster digitaler Medien für Lehr- und Lernzwecke im Mittelpunkt. In der Literatur wird der Begriff Digitale Medien relativ Allgemeingültig verwandt und kann die Nutzung von digitalen Datenträgern genauso umschreiben wie auch Onlinekurse[3].

Es hat sich gezeigt, dass es Aufgrund der Gemengelage und zur einfacheren Rezeption sinnvoll sein kann, E-Learning in die Unterpunkte Computer-Based-Training (CBT), Web-Based-Traning (WBT), Online Learning sowie Distance, Virtual bzw. Telelearning zu unterteilen[4]. Eine Besonderheit stellt dabei in diesem Zusammenhang das Blended Learning dar, hier werden E-Learning-Einheiten mit Präsenzveranstaltungen verknüpft[5]. In der Literatur folgt die Definition des Begriffs E-Learning insbesondere dem Aspekt der Nutzung von Internettechnologien zur Gestaltung von computerbasierten Lernumgebungen[6]. Zeitgleich findet sich in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung in Bezug auf E-Learning auch die Begrifflichkeit des Corporate E-Learning wieder, dies ist insbesondere dann der Fall, wenn E-Learning innerhalb von Unternehmen zur Qualifikation von Mitarbeitern stattfindet[7]. Es wird deutlich, dass vielfach vom gleichen gesprochen wird, aber unterschiedliche Begriffe in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung gewählt werden.

Was bedeutet aber in diesem Zusammenhang der Begriff „Industrie 4.0“ und was sagt dieser Begriff letztlich aus? Im Grunde fußt die Begrifflichkeit Industrie 4.0 auf eine Initiative von Politikern, Wissenschaftlern und Wirtschaftsvertretern, welche sich innerhalb der „Plattform Industrie 4.0“ zusammengetan haben um durch dieses Konzept die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie im internationalen Vergleich zu stärken und entsprechende Impulse zu setzen[8]. In diesem Zusammenhang soll die Begrifflichkeit signalisieren, dass die nächste Industrie Revolution eingeläutet ist. Dabei ist die sogenannte vierte industrielle Revolution unter anderem geprägt durch einen Wechsel von zentraler auf dezentrale Produktion sowie hoch intelligente Prozesse in denen Menschen und Maschinen entlang der gesamten Wertschöpfungskette miteinander verknüpft sind und in Kommunikation zueinander treten. Industrie 4.0 setzt letztlich die Idee und das Konzept des „Internet of Things“ fort, in dem Menschen, Dinge (Maschinen und Produkte), Daten, neue Organisationsformen und industrielle Verfahren auf Grundlagen der sich immer weiterfortentwickelnden technischen Infrastruktur miteinander verknüpft werden[9]. Interessanterweise ist der Begriff insbesondere im deutschen Sprachraum gängig, im internationalen Kontext findet er dahingegen kaum Verwendung.

Zwar wurden zuvor bereits die Begrifflichkeiten E-Learning und Industrie 4.0 erläutert, es ist jedoch aber nicht ganz klar was eigentlich nun E-Learning 4.0 bedeutet. Eine durch Wilbers in diesem Zusammenhang eröffnete These lautet u.a. das Industrie 4.0 die Formen des E-Learning innerhalb der beruflichen Aus- und Weiterbildung verändert. Es wird deutlich das Digitalisierung und Innovationen zu einem Treiber für veränderte Lernprozesse in Unternehmen werden[10]. Insbesondere technische Möglichkeiten und Entwicklungen, lassen neuartige Prozesse und Lernarrangements zu, so dass für das Lernen neue Infrastrukturen zur Verfügung stehen[11]. Auch Ring greift diesen Wandel in seinem Beitrag „Corporate E-Learning in Industrie 4.0“ auf. Er nennt in diesem Zusammenhang neben der Industrie 4.0. und der fortschreitenden Digitalisierung auch die weiterwachsende Globalisierung von Unternehmen als weiteren Treiber, der das E-Learning in Unternehmen verändert[12]. Die Plattform 4.0 aufgreifend, sollen Unternehmen zudem in Bezug auf ihre zukünftige berufliche Aus- und Weiterbildung, die Rahmenparameter innerhalb der Organisation so anpassen, dass ein einfaches Lernen innerhalb der Prozesse ermöglicht wird. In diesem Zusammenhang muss die Qualifikation der Mitarbeiter in Unternehmen so weiterentwickelt werden, dass betriebliche Kompetenzentwicklung, prozessorientiertes Lernen und neue Lernformen Unterstützung finden[13]. Dies führt letztlich dazu, dass neue Medien innerhalb des E-Learning Einzug finden, welche den zukünftigen Herausforderungen Rechnung tragen. Zeitgleich nimmt jedoch damit auch die Komplexität von E-Learning weiter zu[14].

Dittler stellt in Bezug auf die Entwicklung eines E-Learning 4.0 insbesondere eine grundsätzliche Veränderung hin zu einer Postmedialität fest, in der sich das Verständnis von Lernen, Wissen und Bildung nachhaltig verändert hat. Postmedialität zeichnet sich für ihn neben der stetigen Präsenz von Informations- und Kommunikationsmedien, durch die ständige Verfügbarkeit von Informationen sowie eine neue Form von Datenqualität aus. Für ihn knüpft also die Begrifflichkeit 4.0 nicht unmittelbar an die durch die Plattform Industrie 4.0 aufgezeigten Parameter und Herausforderung an, vielmehr sieht er nach der Industriegesellschaft, der Informationsgesellschaft sowie der Mediengesellschaft eine neue vierte Phase eingeläutet, welche den Einsatz und die Möglichkeiten von E-Learning tangiert. Begründet wird dies mit dem zunehmen Bedeutungszuwachs von Social-Media Anwendungen und einer veränderten Internetnutzung aufgrund der sukzessiven Verbreitung von Smartphones, Tablett-PCs, etc.[15].

Es wird als deutlich das die Näherung an den Begriff E-Learning 4.0 unterschiedlich ausfallen kann, gemein ist beiden Ansätzen doch die Tatsache, dass die sich verändernden technischen Rahmenparameter und Entwicklungen insbesondere in Bezug auf die Kommunikationsformen bzw. -möglichkeiten, einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das E-Learning haben und so neuartige Konzepte bei der Nutzung von Lernarrangements bieten und ermöglichen.

2.2 Einzug von Social-Media Tools im Rahmen der beruflichen Aus- und Weiterbildung

In Bezug auf Social-Media Tools bzw. Anwendungen ist heutzutage fast jeder in der Lage ein Beispiel für entsprechende Lösungen zu nennen und jeder nutzt entsprechende Dienste, seien es Unternehmen, die sich auf Twitter, YouTube oder Facebook präsentieren oder Nutzergruppen wie der einzelne Mitarbeiter der sein persönliches Profil in Netzwerken wie LinkedIn oder Xing pflegt um in Interaktion mit anderen Mitarbeitern, ehemaligen Kollegen oder Kunden bzw. Lieferanten zu treten[16]. Aber auch Schlagworte wie Wikis oder Weblogs fallen, wenn es um Anwendungen in diesem Bereich geht[17].

In einer allgemeingültigen Definition des Begriffs, welcher sich seit ca. 2002 etabliert hat, steht Social-Media für Systeme welche menschliche Kommunikation und Kollaboration unterstützen und gemeinsam haben, den Aufbau und die Pflege virtueller Gemeinschaften zu fördern[18]. Eine andere Definition fasst den Begriff etwas weiter und sieht in Social-Media „persönlich erstellte, auf Interaktion abzielende Beiträge, die in Form von Text, Bildern, Video oder Audio über Onlinemedien für einen ausgewählten Adressatenkreis einer virtuellen Gemeinschaft oder für die Allgemeinheit veröffentlicht werden[19] “. In der Literatur findet sich zudem häufig auch eine Unterdifferenzierung zwischen Social-Media und Social Software. Wobei dann von Social Software gesprochen wird, wenn Tools die generische Tätigkeit von Informations- und Wissensarbeitern unterstützten. Im allgemeinen Sprachgebrauch findet zwischen den beiden Begrifflichkeiten jedoch keine Differenzierung statt bzw. beide werden synonym füreinander verwand[20].

Letztlich werden soziale Medien also erst durch Interaktion der einzelnen Nutzer zu dem was sie sind. Dabei gibt es heutzutage eine Vielzahl unterschiedlicher Onlinemedien bzw. -plattformen, in denen Nutzer ihre eigenen Beiträge einbringen können und in Interaktion mit anderen Mitgliedern treten können. Eine Übersicht der verschiedenen Tools zeigen z.B. das „Conversation Prism“[21] oder „Top Tools for Learning“[22], hierbei wird klar welche Bandbreite an unterschiedlichen Anwendungen auf dem Markt existieren und welchen Stellenwert Social-Media Anwendungen eingenommen haben.

In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung wird erkennbar, dass sich die betriebliche Weiterbildung in Bezug auf die Didaktik und Methodik ihrer Lernangebote sowie bei der Durchführung von Veranstaltungen nicht mehr den sozialen Medien entziehen kann, vielmehr werden sie zukünftig zu einem Teil des Kompetenzerwerbs[23]. Aus Sicht des Lerntheoretikers Siemens ist Lernen heutzutage “the process of forming and pruning connections through social and technological networks[24] ”.

[...]


[1] Vgl. DESTATIS (2016)

[2] Vgl. Treutmann, Klaus-Peter/Ganguin, Sonja/Arens, Markus (2012) S.38

[3] Vgl. Kerres, Michael (2013) S.6

[4] Vgl. Back, Andrea/Bendel Oliver/Stoller-Schai, Daniel (2001) S.34

[5] Vgl. Erpenbeck, John/Sauter, Werner (2015) VII

[6] Vgl. Seel, Norbert M./Ifenthaler, Dirk (2013) IX

[7] Vgl. Voigtländer, Christine/Breitner, Michael H. (2010) S.39

[8] Vgl. Plattform Industrie 4.0. (2015)

[9] Vgl. Hermann, Mario/Pentek, Tobias/Otto, Boris (2016) S.3929

[10] Vgl. Wilbers, Karl (2016) S.5

[11] Vgl. ebd. S.35

[12] Vgl. Ring, Welf (2017) S.145

[13] Vgl. ebd. S.146

[14] Vgl. ebd. S.151

[15] Vgl. Dittler, Ullrich (2017) S.37f

[16] Vgl. Back, Andrea/Gronau, Klaus/Tochtermann, Klaus (2012) S.1

[17] Vgl. Kerres, Michael (2013) S.201

[18] Vgl. Bächle, Michael (2006) S.121

[19] Vgl. Hettler, Uwe (2010): S. 14

[20] Vgl. Back, Andrea/Gronau, Klaus/Tochtermann, Klaus (2012) S.7

[21] https://conversationprism.com/

[22] http://c4lpt.co.uk/top100tools/

[23] Vgl. Back, Andrea/Gronau, Klaus/Tochtermann, Klaus (2012) S.407

[24] Vgl. Siemens, George (2010)

Details

Seiten
17
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668681347
ISBN (Buch)
9783668681354
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v418671
Institution / Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern – Personalentwicklung
Note
1,7
Schlagworte
E-Learning E-Learning 4.0 Social Media Weiterbildung Personalentwicklung Aus- und Weiterbildung Lernen 4.0 Kompetenzvermittlung informelles und kollaboratives Lernens informelles Lernens kollaboratives Lernens Community-Lernen Qualifizierung Bildung Informations- und Kommunikationstechnologie Lernwelten

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