Lade Inhalt...

"Comfort women". Zwangsprostitution während des Zweiten Weltkrieges

Hausarbeit 2012 10 Seiten

Geschichte - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

2. Was bedeutet Comfort Women ? – Abstammung, Ursprung

3. Die Entstehung des Comfort Women Systems

4. Grund zur Aufstellung von ‚ Comfort Stations‘

5. Trostfrauen und ihr Leben als Sexsklaven
a. Korea und Taiwan
b. China und Philippinen
c. Alltag der Trostfrauen

6. Was wurde aus den Ianfu?

7. Öffentliche Debatte

8. Literaturverzeichnis

2. Was bedeutet Comfort Women ? – Abstammung, Ursprung

Der Begriff ‚ Comfort Women‘ wird für Frauen und Mädchen verwendet, welche im System als ‚sexuelle Dienerin‘ für Soldaten der japanischen Armee ‚tätig‘ waren. Die wörtliche Bezeichnung des japanischen Begriffs ist wörtlich ianfu,: Eine Frau welches Trost und Komfort bietet. Dieser Begriff wird heutzutage auch offiziell verwendet, im Deutschen wird es als ‚Trostfrau‘ übersetzt. Als das Ianfu -System erstmals international im Jahre 1990 in die Öffentlichkeit trat, wurde dafür in den Medien die englische Bezeichnung Comfort Women eingeführt. Doch es ist in diesem Zusammenhang wichtig zwischen der Prostitution und der Sklaverei zu unterscheiden. In diesem Fall war es eine Sklaverei, denn es waren Frauen und Mädchen, welche entführt und gezwungen wurden um sozusagen die japanischen Soldaten durch Sex ‚zu bedienen‘. Jene Frauen, welche von dieser Art von Sklaverei betroffen waren, werden auch Comfort Women oder mit der japanischen Bezeichnung ianfu genannt.

Die Zahlen der Comfort Women lagen zwischen 120.000 und 200.000 in anderen Dokumenten waren es zwischen 80.000 und 100.000. Es wird geschätzt, dass 80 Prozent aus Korea abstammen. Es gab aber auch Frauen aus Japan, China und Philippinen. Es wurde festgestellt, dass 90.000 Comfort Women während des Krieges gestorben sind. Bücher, Dokumente und Filme darüber gab es schon nach Ende des zweiten Weltkriegs. Es war ein Thema, das schon existiert hatte aber es wurde darüber fast nie gesprochen, bis 1990, wo es ein internationales Thema wurde. Es kam sehr spät an die Oberfläche, da in Japan nach dem zweiten Weltkrieg viele Dokumente über das Ianfu-System vernichtet wurden, viele wichtige Dokumente wurden unter militärischer Aufsicht verbrannt. Nogi Takayuki, beschreibt, dass kurz nach der Niederlage Japans 1945 das Kriegsministerium befohlen hatte, sämtliche Dokumente in Zusammenhang mit dem Ianfu System zu vernichten:

„I had my staff burn them in the backyard of theSakurada Primary School (Headquarters of the Wartime Constuction Corps). Everything, including our personal files, was to be destroyed with the exception of some asccounting records. It took three days.“[1]

Schlussendlich ist das Ianfu-System gleichzusetzen wie Zwangsprostitution. Es gilt heutzutage als das einzige weit verbreitete, vom Staat unterstützte Vergewaltigung und sexuelle Versklavung in der Geschichte.

3. Die Entstehung des Comfort Women Systems

Wann genau die japanische Regierung begonnen hat militärische Bordelle (Comfort Stations; genannt ‚Troststationen‘) aufzubauen, ist heute nicht genau feststellbar. In den offiziellen japanischen Dokumenten sind Informationen darüber zu finden, welche stark behaupten, dass die ersten japanischen Militärbordelle für Soldaten und Offiziere während der Besatzung Shanghai von den Japanern im Jahre 1932 errichtet wurden. Doch es gab in Shanghai davor nicht nur militärische sondern auch private Bordelle. Im Jahre 1930 begann die japanische Kriegsmarine Comfort Women nach China zu senden. Danach baut die japanische Armee seine eigenen Bordelle in Shanghai auf. Das wurde damals, wie der Autor Tanaka in seinem Werk angibt, vom General Okamura Yasuji durchgeführt um, seiner Ansicht nach, den Vergewaltigungen der japanischen Soldaten an zivile Chinesen vorzubeugen. Doch dies hatte überhaupt nicht dazu beigetragen.

4. Grund zur Aufstellung von ‚Comfort Stations‘

Es gab Gründe, weshalb die japanische Armee Comfort Stations aufgebaut hatte. Wie auch schon in der Entstehung erwähnt, waren die Oberhäupter des japanischen Militärs über die Vergewaltigung an zivilen Frauen um der japanischen Armee besorgt, also nicht besorgt um die zivile Bevölkerung. Außerdem glaubten sie, dass die Feindseligkeit von Zivilen, in belegten Gebieten, auf ihre Eroberer, also an Japaner, sich an einem solchen Verhalten verschlimmern könnte. Es sollten ‚freiwillige Frauen‘ für das Militär dazu beitragen, dass die Vergewaltigungen an zivile Frauen gesenkt wird. Ob diese Art von Ausbeutung der Frauen in Comfort Stations erfolgreich war kann man abstreiten.

Der Begründer der Initiative des Comfort Women Systems, General Okamura stellte fest, dass die sexuelle Gewalt, obwohl die japanische Armee Gruppen von Trostfrauen ‚eingestellt‘ hatte, weiterhin bestanden ist. Daraufhin gab er zu, dass er mit diesem grausamen System gescheitert ist. Die Trostfrauen waren als ‚militärische Versorgerinnen‘ genannt, doch in Dokumenten wurde es nicht angegeben oder nach dem Krieg vernichtet. Es ist unmöglich zu wissen, wie viele Frauen auf diese Weise sexuell ausgebeutet wurden. Aus dem japanischen Militärplan wurde herausgefunden, dass im Jahre 1941 20.000 Trostfrauen für 80.000 japanische Soldaten zur Verfügung standen, das bedeutet jede Frau hatte 40 Soldaten zu bedienen. Es waren 3.5 Millionen Soldaten, welche während des Krieges nach China und Südwestasien geschickt worden sind. Es wird angenommen, dass von 20.000 Frauen koreanischer Abstammung sind, aber viele auch aus Taiwan, China, Philippinen, Indonesien und Malaysia stammen.

Weshalb diese Frauen meist aus Korea oder aus naheliegenden Gebieten nach Japan gebracht wurden, war der Rassismus der Japaner gegenüber anderen asiatischen Ländern, abhängig. Diese Form von Rassismus machte die Frauen für die Rolle als Comfort Women sehr geeignet und passend. Auch japanische Prostituierte hatten im japanischen Militär Soldaten bedient, doch sie hatten meist eine andere bzw. eine gehobene Stellung im Vergleich zu Trostfrauen aus beispielsweise Korea. Sie bedienten in Comfort Stations meist Offiziere und hatten bessere Bedingungen als asiatische Trostfrauen. Frauen vor allem aus Korea wurden, aufgrund der kulturellen Ähnlichkeit, nach Japan deportiert. Auch die japanische Sprache war in Korea obligatorisch, da es bis 1945 unter der Kolonialisierung Japans stand. Die Frauen im Comfort Women System wurden zu Opfern von systematischer Vergewaltigung und sexueller Sklaverei.

5. Trostfrauen und ihr Leben als Sexsklaven

a. Korea und Taiwan

In Korea, wie auch in anderen asiatischen Gebieten, wurden den Mädchen falsche Versprechungen gegeben um sie in Comfort Stations zu locken. Ihnen wird meist eine Arbeit als Fabrikangestellte, Krankenschwesterassistentin, Küchengehilfe oder ähnliches versprochen. Der Tochter einer armen Familie ist dieses Angebot sehr anlockend. Männer, welche diese Mädchen Versprechungen gegeben haben, waren meist Besitzer von Comfort Stations, die in China betrieben wurden, oder jene, die direkt vom japanischem Militär angestellt wurden. Sie hatten die Aufgabe eine bestimmte Anzahl von Frauen und Mädchen zu deportieren. Es waren auch Männer, die von Besitzer der Comfort Stations beauftragt wurden. Diese Männer werden ‚anwerbe Agenten‘ genannt, die von Stadt zu Stadt gezogen sind um eine Anzahl von Frauen beisammen zu haben. Diese wurden in ihrem Aufenthalt in Korea sehr gut behandelt bis diese mit der tatsächlichen Situation konfrontiert wurden. Es wurde herausgefunden, dass alle unverheirateten Mädchen über 14 Jahre als Comfort Women zur sexuellen Sklaverei gezwungen wurden. Tatsache ist, dass meist koreanische Frauen und Mädchen zum Opfer gewählt wurden.

b. China und Philippinen

In China und in Philippinen verwendeten die Japaner andere Methoden um Mädchen in die Comfort Stations zu locken. Nach Untersuchungen Su Zhiliang, dem Professor an der Universität in Shanghai, organisierte das japanische Militär eine Gruppe von chinesischen Mitarbeitern, welche zur Anlockung von chinesischen Frauen beauftragt waren. Es kam allein in China schon zu sexuellen Übergriffen der Japaner an zivilen Frauen. Sogar in den Gebieten, wo die chinesische Armee stark dominiert hatte, behandelten die Japaner die Bevölkerung sehr brutal und gewalttätig, viele Frauen wurden Opfer von sexuellen Übergriffen. Wenn ein chinesisches Gebiet oder chinesische Stadt gewalttätig galt, bedeutete dies, dass die japanischen Truppen das Recht hatten diese Stadt zu zerstören, Gebäude zu verbrennen und die Bewohner zu töten. Da Japaner dieses ‚Recht‘ hatten, war es gleich, wenn Frauen in Comfort Stations gebracht wurden, da sie ohnehin sterben würden.

In China gab es in diesen Gegenden Comfort Stations in denen Mädchen von ihren Familien zwangsweise entnommen wurden, für maximal sechs Monate in militärische Lager gebracht, durchgehend von japanischen Soldaten, in manchen Fällen sogar von chinesischen Agenten, vergewaltigt wurden. Diese jungen unverheirateten Mädchen waren in der Mehrheit zwischen 15 und 18 Jahren, manche sogar jünger als 15. Aus Untersuchungen über die Comfort Stations in Philippinen wurden in Archiven in Japan und USA gefunden. Es ist von diesen unmöglich herauszufinden, in welchen Zuständen diese Comfort Women gezwungen waren zu leben und japanische Truppen zu bedienen. Dazu gibt der Autor Tanaka mehr als einige Beispiele. Eines davon handelt von einem 17-jährigen Mädchen in Philippinen:

„Rufina Fernandez, a 17-year-old Manila girl witnessed the murder of both her parents and one of her sister, when japanese soldiers broke into their home one night in 1944. The japanese tried to take her an her father away with them, when he resisted he was beheaded. When her mother tried to do the same, she was killed. Her youngest sister was also killed in front of her. Her two other younger sisters were crying as she was taken from the house. Their crying suddenly stopped and she presumed that they, too, had been killed by the Japanese.“[2]

[...]


[1] David Andrew Schmidt, Ianfu – The Comfort Women oft he Japanese Imperial Army oft he Pacific War, Broken Silence, 2000, S. 15

[2] Tanaka, Yuki; Japan‘s Comfort Women, Sexual slavery ans prostituton during World War II and the US Occupation, 2002, S. 50

Details

Seiten
10
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783668674868
ISBN (Buch)
9783668674875
Dateigröße
533 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v418696
Institution / Hochschule
Universität Wien
Note
2
Schlagworte
comfort zwangsprostitution zweiten weltkrieges

Autor

Teilen

Zurück

Titel: "Comfort women". Zwangsprostitution während des Zweiten Weltkrieges