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Food & Beverage Management. Österreichische Weine

Ausarbeitung 2018 32 Seiten

Hotelfach / Gaststättengewerbe

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Geschichte des Wein

3. Die Weinbaugebiete

4. Der Weinskandal im Jahr

5. Die Qualitätsstufen

6. Rebsorten
6.1. Grüner Veltliner (Weißgipfler)

7. Das Klima
7.1. Donauraum
7.2. Weinviertel
7.3. Pannonischer Raum
7.4. Steiermark
7.5. Bergland

8. Die Geologie
8.1. Tiefengesteine und Erstarrungsgesteine
8.2. Ablagerungsgesteine
8.3. Umwandlungsgesteine
8.4. Wichtige Gesteinseinheiten für den Weinbau

9. Die Nachhaltigkeit
9.1. Integrierter Weinbau
9.2. Organisch-biologischer Weinbau
9.3. Biologisch-dynamischer Weinbau

10. Fazit

11. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im folgenden Referat für das Modul 8 - Food und Beverage Management - werde ich mich mit dem österreichischen Wein und den dazugehörigen Anbaugebieten beschäftigen. Nach einer kurzen Zusammenfassung der Geschichte des Weins und dem Glykolwein-Skandal im Jahr 1985 werde ich auf die 16 Anbaugebiete, die Klimabedingungen, die Qualitätsstufen und auf das Weingesetz eingehen. Anschließend werden noch die in Österreich heimischen Rebsorten thematisiert. Ein besonderes Augenmerk lege ich auf den Grünen Veltliner.

2. Die Geschichte des Wein

Bereits vor mehr als 60 Millionen Jahren gab es die Weinreben in Österreich. Vor 10.000 bis 5.000 Jahren befand man sich in der nacheiszeitlichen Wärmeperiode und zu dieser Zeit wanderte die Rebe entlang der Donau nach Nordwesten. Dort fand der Mensch, die Wildrebe, die als Urform der Kulturrebe aller europäischen Edelsorten gilt.1

Um etwa 700 vor Christus wurden bei Zagersdorf(Burgenland), in einem Gradhügel aus der Hallstattzeit,Traubenkerne entdeckt. Diese konnten eindeutig der Kulturrebe vitis vinifera zugeordnet werden. Damals besiedelten Kelten diesen Raum und die heutige Südsteiermark und das sogar nochJahrhunderte später. Sie benutzten den Wein nicht nurin deren Alltagsleben, sondern auch zu rituellen Zwecken. Belegt wurde dies durch ihre verzierten Trinkgefäße.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Wikipedia/ Wilde Weinrebe, Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Wilde_Weinrebe, 16.01.18, 17:49 Uhr

Um 15 vor Christus revolutionierten die Römer den Weinbau und steigerten somit die Nachfrage.Garnisonen und auch Einwohner der damals neu aufblühenden Städte forderten den Wein.Belegt wurde das Ganze von Archäologen die Gegenstände wie Becher, Trinkschalen, Krüge, Flaschen und auch Reste einer Weinpresse ausfindig machten. Ende des 5. Jahrhunderts nach Christus gaben die Römer aufgrund der Wirren der Völkerwanderung und einer innerlichen Schwachheit, ihr Gebiet auf. In den folgenden 300 Jahren ist dieses Gebiet zur Bühne vieler Feldzüge und Schlachten geworden. In dieser langen Zeit kam der Weinbau fast zum Stillstand.

In der Zeit von 742 bis 814 regierte Karl der Große ein Gebiet von Friesland (Deutschland) bisUngarn. In dieser Zeit konnte er die Politik festigen und den Wein wieder beleben. NeueWeinreben und das dazugehörige Wissen wurden von reisenden Experten wieder zurückgebracht.

Im „Capitulare de villis“ erließ Karl der Große die Einführung einer Traubenpresse und einer neuen Klassifizierung der Rebsorten. Was als gut erachtet wurde, erhielt den Namen "fränkisch" und der Blaufränkisch wird in Österreich noch heute angebaut.

In der Folge gingen bedeutende Impulse von der Kirche aus. Bayrische Klöster und Bischöfemachten ihren Einfluss im Westen des Landes, von Salzburg, Kärnten, Tirol und bis in dieWachau geltend. Sie pflanzten überall Trauben. Während dessen waren es im BurgenlandZisterziensermönche aus dem Burgund, die neue Ideen und neue Rebsorten verbreiteten. DerWeinbau dürfte damals eine Größenordnung von einigen 100.000 Hektar gehabt haben.

Schon vor Jahrhunderten wurde österreichischer Wein bis in den baltischen Raum exportiert. Mitdem Handel kamen Wohlstand und Qualitätsbewusstsein. Die Stadt Rust am Neusiedlerseewurde zu einem wichtigen Zentrum für edelsüße Weine. Die erste offizielleTrockenbeerenauslese der Welt wurde ganz in der Nähe gelesen, "im Gebirge vonDonnerskirchen", wie die Inschrift in einem alten Fassboden belegt. Das Jahr war 1526. Dasletzte Glas dieses historischen Süßweines wurde, mit entsprechender Ehrfurcht, 1852 getrunken,326 Jahre später.

Das 17. Jahrhundert war keine gute Zeit für die Weine Europas. Steigende Zölle und die Folgendes Dreißigjährigen Krieges hatten zur Folge, dass viele Weingärten aufgelassen wurden. DieSteuern zu jener Zeit, besonders hoch, um leere Staatskassen zu füllen, wurden sinnigerweiseauch "Ungeld" genannt. Als sich gerade eine Besserung der Situation abzuzeichnen schien,fielen 1683 die osmanischen Armeen in den Osten Österreichs ein, um Wien zu belagern.

Im 18. Jahrhundert schafften zwei außergewöhnliche Herrscher endlich Abhilfe. ErzherzoginMaria Theresia (1717-1780) vereinheitlichte die Besteuerung und half, den Weinbau in ihremReich wieder aufzubauen. Unter der Regierung ihres Sohnes Kaiser Josef II. wurde im Jahr 1784ein Dekret erlassen, dass dem sonst zu Unrecht wenig beliebten Herrscher, einige Anerkennungverschaffte und eine österreichische Institution schuf oder doch legalisierte. Das Gesetz erlaubteBauern, die eigene "Fechsung", die hofeigenen Produkte wie Brot, Käse und natürlich auch Weinim eigenen Haus zu verkaufen und zahlenden Gästen zu servieren. Der Heurige war geboren.

Nach einer Zeit der Blüte folgte die größte Katastrophe, die der europäische Weinbau je erlebt hat. Ein Kälteeinbruch im 19. Jahrhundert, die aus Amerika eingeschleppten Pilzkrankheiten (Oidium, Peronospora) sowie die sich gegen Ende des Jahrhunderts explosionsartig verbreitende Reblauskatastrophe verwüsteten Weinbaugebiete von Spanien bis Ungarn.

Noch im 19. Jahrhundert wurden in den Weinbauzentren Österreichs einschlägige Schulen gegründet (1860 Klosterneuburg), die einen wichtigen Schritt in Richtung Qualitätsverbesserung und Existenzsicherung bewirkten. Hier konnte erstmals auch die theoretische Seite des Weinbauernhandwerks erlernt werden, während Forschungsprojekte sich mit der Züchtung neuer Rebsorten und der Optimierung der Arbeit in Weingarten und Keller beschäftigten.

Für den Weinbau war die Zeit um den Zweiten Weltkrieg insofern bedeutend, als das deutsche Weingesetz mit seinen Klassifizierungen auch in Österreich eingeführt wurde und während der Besatzungszeit die Altweinbestände größtenteils geleert oder zerstört wurden, ein Echo von Napoleons Armee, die Österreichs Keller schon einmal leer getrunken hatte.

Im Geiste des Wiederaufbaus während der Nachkriegszeit wurden vor allem die alten Strukturendes Weinbaus durch Rationalisierung und Mechanisierung geändert. Die Umstellung aufHochkulturen ermöglichte den Einsatz moderner Geräte und die Steigerung der Produktivität.

Die jüngste Geschichte des Weinbaues ist durch einen zweifachen Neuansatz gezeichnet: Vonoffizieller Seite ist ein gezieltes Streben nach höchsten Qualitäten auch gesetzlich verstärktverankert worden, während eine neue, international orientierte und weit gereiste Generation vonWinzern sich oft eigene, noch strengere Bestimmungen auferlegten, um internationaleSpitzenweine zu produzieren. Auch Österreichs EU-Beitritt hat hier seine Wichtigkeit: Die Öffnungder Märkte hat sich positiv auf Export und damit auf den Ehrgeiz der Winzer ausgewirkt. DieseFaktoren zusammen sind mit, ein Grund des österreichischen Weinwunders, das aus einerlangen und starken Tradition neue und erstaunliche Weine hat wachsen lassen.2

3. Die Weinbaugebiete

Die Weinbauflächen werden in vier Weinbauregionen und diese dann insgesamt in 16 Weinbaugebiete unterteilt. Die Weinbaugebiete Österreichs befinden sich vorwiegend im Osten des Landes in den Bundesländern Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Wien. Aber auch im Bergland, welches die Bundesländer Kärnten, Tirol, Salzburg, Oberösterreich und Vorarlberg beinhaltet, wird Wein in kleinem Ausmaß abgebaut.

Als eigene Weinbaugebiete wurden die Bundesländer Niederösterreich, Burgenland und Steiermark definiert. Daneben gibt es 16 weitere Weinbaugebiete, inklusive Wien und die Region Bergland mit 5 Weinbaugebieten.3

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Österreich Wein, Generische_Weinbaugebiete_Grob;

Quelle: https://www.oesterreichwein.at/unser-wein/weinbaugebiete/ 16.01.18,20:49 Uhr

 Niederösterreich - Weinbaufläche 28.145 Hektar

Es ist eins der größten Qualitätsweinbaugebieten von Österreich. Niederösterreich beheimatetinsgesamt 8 spezifische Weinbaugebiete (Wachau, Kremstal DAC, Kamptal DAC, TraisentalDAC, Wagram, Weinviertel DAC, Carnuntum, Thermenregion) bei welchen ein reichhaltigesPotential von Weinherkünften und auch von Weinstilen heimischer Raritäten vereinen. Selbstdie internationalen Rebsorten sind hier auch nicht außer Acht zu lassen. Es lässt sich grob indrei Klimaräume einteilen: Das Weinviertel im Norden, den Donauraum mit seinen Nebentälern westlich von Wien und das pannonische Niederösterreich im Südosten.

 Wachau - Weinbaufläche 1.344 Hektar

Es ist ein enges Donautal welches zwischen Melk und Krems liegt. Die wichtigsten Rebsorten sind der Grüne Veltliner und der Riesling. Es beheimatet seit Mitte der achtziger Jahre den Gebietsschutzverband „Vinea Wachau“. Seitdem werden die trockenen Weißweine nach dem natürlichen Alkoholgehalt in drei Kategorien eingeteilt:

 Duftige Leichtweine bis 11,5% heißen „Steinfeder“ (nach dem Federgras „stipapennata“)
 die klassische Kategorie (11,5 bis 12,5% Alkohol) firmiert unter „Federspiel“
 während kraftvolle Reserveweine als „Smaragd“

All diese Weine sind ausschließlich trocken und ohne Barriqueeinsatz ausgebaut, sie sind nicht aufgebessert.

 Kremstal DAC - Weinbaufläche 2.368 Hektar

Das Kremstal ist auf drei unterschiedliche Zonen verteilt: das eigentliche Kremstal, diehistorische Stadt Krems und deren westlicher Teil „Stein“. Es schließt direkt an derWachau an. Die wichtigsten Rebsorten dort sind wie in der Wachau, der Grüne Veltliner und der Riesling. Seit 2007 steht das Kremstal DAC für würzige Grüne Veltliner, elegante, mineralische Rieslinge und auch kräftige Reserve-Rieslinge.

 Kamptal DAC - Weinbaufläche 3.907 Hektar

Der Namensgeber für dieses Gebiet ist der Fluss Kamp und der Hauptort ist Österreichs größte Weinstadt Langenlois. Es ist eins der erfolgreichsten Weinbaugebiete des Landes.

Die wichtigsten Rebsorten sind der Grüne Veltliner und der Riesling. Diese gibt es als klassisch mittelgewichtigen Typen oder als kraftvoll-trockene Reserve-Weine.

 Traisental DAC - Weinbaufläche 815 Hektar

Dieses Gebiet besteht in dieser Form erst seit dem Jahr 1995 und ist somit das jüngste Gebiet Österreichs. Grüner Veltliner und Riesling sind auch in diesem Gebietdie wichtigsten Rebsorten. Von hier kommen typisch fruchtig-würzige Veltliner undkernige, mineralische Rieslinge. Für eine sehr feine Aromatik sorgen die besonderen Klimafaktoren.

- Wagram - Weinbaufläche 2.720 Hektar

Bis zu dem Jahr 2007 hieß dieses Weinbaugebiet „Donauland“, danach wurde es umbenannt zu „Wagram“. Nördlich an der Donau erstreckt sich östlich an das Kamptaldas eigentliche Wagram. Es ist wie eine markante Geländestufe, etwa 30 km nach Osten. Südlich der Donau liegen die kleinen Weinorte des Tullernfelds, aber auch die historische Weinstadt Klosterneuburg vor den Toren von Wien.

Zu den wichtigsten Rebsorten in diesem Gebiet zählen der Grüne Veltliner, Rieslingund der Rote Veltliner. Hier ist auch das größte österreichische Privatweingut StiftKlosterneuburg beheimatet. Dieses hat Weingeschichte geschrieben. Durchtechnologischer Unterstützung und modernem Management wird eine Vorbildwirkungweiterhin bestehen.

- Weinviertel DAC - Weinbaufläche 13.858 Hektar

Ein immer mehr im Bekanntheitsgrad steigendes Weinbaugebiet. Von der Donau imSüden bis zur tschechischen Grenze im Norden, vom Manhartsberg im Westen biszur slowakischen Grenze im Osten erstreckt sich das größte spezifische Weinbaugebiet.

Die wichtigste Rebsorte ist der Grüne Veltliner namentlich in der gebietstypischen Ausprägungen als Weinviertel DAC und Weinviertel DAC Reserve. Jedoch hat das Weinviertel ein ganzes Regiment an Rebsorten. Aufgrund verschiedener Faktoren wie zum Beispiel die klimatischen Einflüsse und die geologischen Bedingungen, lässt sich eine Dreiteilung des Weinbaugebietes vornehmen. Dies macht es dem Weinbaugebiet möglich dort auch Zweigelt, Blaue Portugieser, Welschrieslinge, Rieslinge, Burgunder und Traminer mit den verschiedensten Aromen herzustellen.

- Carnuntum - Weinbaufläche 906 Hektar

Dieses Gebiet ist Bekannt für seine typischen Rotweine. Es erstreckt sich östlichvon Wien bis an die Grenze zur Slowakei. Die Weingärten dehnen sich südlich derDonau über drei Hügellandschaften aus: das Leithagebirge, das ArbesthalerHügelland und die Hainburger Berge. Es werden dort den Rotweinsorten besteBedingungen geboten. An der Spitze davon sind der einheimische Blaue Zweigelt undder Blaufränkisch. Die internationalen Zuzügler wie Carbernet Sauvignon und Merlotnähren sich dort auch an den guten Bedingungen. Das pannonische Klima mit seinenheißen Sommern und kalten Wintern, die nahe gelegene Donau und auch dertemperaturausgleichende Neusiedler See lassen die blauen Trauben voll ausreifen.Dieses natürliche Potenzial wusste die junge Winzergeneration zu nutzen und führtedas Gebiet innerhalb kurzer Zeit an die Spitze: mit attraktiven Rotweinen,die Frucht und Eleganz vereinen.

- Thermenregion - Weinbaufläche 2.181 Hektar

Als im Jahr 1985 das Weingesetz eingeführt worden ist, wurden die Gebiete Gumpoldskirchen und Bad Vöslau zusammengelegt, woraus dann das Weinbaugebiet Thermenregion entstand.

Direkt an den Abhängen des Wienerwalds, vom Stadtrand Wiens entlang einer Hügelkette mit dem Anninger als höchster Erhebung bis südlich von Baden liegen dieReben. Im nördlichen Teil um Gumpoldskirchen der Weißwein mit Schwerpunkt aufden autochthonen Sorten Zierfandler (auch Spätrot genannt) und Rotgipfler, währendim Süden der Rotwein mit den Sorten Sankt Laurent und Pinot Noir dominiert.Der Name Thermenregion verweist auf die schwefelhaltigen heißen Quellen vonAquae (Baden). Im Mittelalter erlebte hier der Weinbau unter Federführung derZisterziensermönche eine regelrechte Hochblüte. Die Weinreben profitieren hier vompannonischen Klimaeinfluss, mit heißen Sommern und trockenen Herbsten sowie1800 Sonnenstunden im Jahr. Ständige Luftbewegung lässt im Herbst die Traubennach Tau oder Regen rasch abtrocknen.

- Burgenland - Weinbaufläche 13.100 Hektar

Eines der östlichsten Bundesländer ist das Burgenland, es beheimatet insgesamt 4spezifische Weinbaugebiete (Neusiedlersee DAC, Leithaberg DAC, Mittelburgenland DAC und Eisenberg DAC). Hier entstehen komplexe Weißweine außergewöhnliche Süßweine und die körperreichsten Rotweine.

In den letzten Jahren erreichten auch Weine aus internationalen Rebsorten und kraftvolle Rotwein-Cuvées höchste Anerkennung. Dies entstand durch den Pioniergeist der Winzer, eine der besonderen Qualitäten der burgenländischen Weinwirtschaft.

Seit dem ersten herkunftstypischen Wein des Burgenlands, dem Mittelburgenland DAC (mit dem Jahrgang 2005) haben sich bisher auch der Leithaberg DAC und der Eisenberg DAC neu etabliert. Mit der Einführung des Neusiedlersee DAC im März 2012 schließt sich der Kreis der burgenländischen DAC-Familie.

- Neusiedlersee DAC - Weinbaufläche 6.675 Hektar

Das Weinbaugebiet Neusiedlersee im Osten des Neusiedler Sees reicht von denHügeln und der großen Weinstadt Gols über den flachen Heideboden bis hinunter in den melancholischen Seewinkel. Die wichtigsten Rebsorten in diesem Gebiet sind der Zweigelt und der süße Welschriesling. Seit März 2012 steht die neue Neusiedlersee DAC für die vom Klima und Boden geprägten fruchtigen und harmonischen Rotweine der Sorte Zweigelt, die es auch mit der Zusatzbezeichnung Reserve als Zweigelt-dominierte Cuvée gibt. Dabei umfasst das Gebiet für Neusiedlersee DAC den politischen Bezirk Neusiedl am See mit Ausnahme der Gemeinden Winden und Jois. Die neue Generation dynamischer Winzer desGebiets ist vor allem mit kraftvollen Rotweinen erfolgreich, während dasunvergleichliche Kleinklima im Seewinkel mit großer Regelmäßigkeit einige der größten edelsüßen Weine der Welt hervorbringt.

- Leithaberg DAC - Weinbaufläche 3.097 Hektar

Kaum ein anderes Weinbaugebiet erlaubt eine solche Vielfalt an Weintypen wie die 3.097 Hektar am Westufer des Neusiedler Sees. Weißburgunder, Chardonnay und Blaufränkisch zählen hier zu den wichtigsten Rebsorten.

Die besonders gebietstypischen Weine werden unter der Bezeichnung Leithaberg DACvermarktet. Das gesetzlich definierte Produktionsgebiet für den Leithaberg DACumfasst den politischen Bezirk Eisenstadt Umgebung, die Freistadt Eisenstadt und diepolitischen Gemeinden Jois und Winden. Der weiße Leithaberg DAC darf aus denSorten Weißburgunder, Chardonnay, Neuburger oder Grüner Veltliner erzeugt werden.Zugelassen sind auch Cuvées aus diesen Sorten. Der rote „Leithaberg“ stammt aus derSorte Blaufränkisch, wobei ein Verschnitt mit maximal 15% Zweigelt, St. LaurentoderPinot Noir möglich ist. Leithaberg DAC sind immer mineralisch und relativ kräftig im Charakter.

- Mittelburgenland DAC - Weinbaufläche 2.104 Hektar

Überquert man den Sieggraben südlich des Neusiedler Sees und fährt in Richtung der ungarischen Grenze, landet man im Zentrum der österreichischen Rotweinkultur.Der erste Eindruck der Weinlandschaft mit den dicht bewaldeten Hängen lässt kaum glauben, dass auch hier der Einfluss des Neusiedler Sees maßgeblich ist. Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre wurden in diesem Gebiet erstmals Rotweine mit Identität gekeltert, und der Auslöser des großen Aufschwungs ist bis heute dieSorte Blaufränkisch, über deren Herkunft nicht allzu viel bekannt ist.Der Blaufränkisch spielt in diesem Gebiet auch die Hauptrolle. In Form von DAC-Weinen repräsentiert er seine Herkunft idealtypisch.

- Eisenberg DAC - Weinbaufläche 515 Hektar

Das Gebiet erstreckt sich von Rechnitz im Norden bis nahe Güssing im Süden und ist die ursprünglichste Weinlandschaft des Burgenlandes. Die wichtigste Rebsorte in diesem Gebiet ist der Blaufränkisch, speziell dieser, aber auch die anderen authentischen Rotweine sind von der besonders mineralischen Würze geprägt. Aberauch die eleganten, pikanten Weißweine setzen hier ihre Akzente.Die Betriebsstrukturen im Südburgenland sind bemerkenswert, großteilsNebenerwerbswinzer bewirtschaften, neben wenigen größeren Betrieben, die kleineRebfläche. Zu Recht hat sich das Gebiet selbst die Bezeichnung "Weinidylle" gegeben.Das pannonische Klima ist auch hier wirksam, aber in der Landschaft schwingt schonein Hauch Steiermark. Vor allem der Eisenberg hat große historische Bedeutung undfungiert zusammen mit dem Deutsch Schützener Weinberg als weinbaulicherMittelpunkt des Gebietes.

- Steiermark - Weinbaufläche 4.633 Hektar

Am südlichsten liegt das Bundesland Steiermark. Es beheimatet insgesamt 3 spezifische Weinbaugebiete (Vulkanland Steiermark, Südsteiermark, Schilcherland DAC). Es gibt sicherlich Weinbaugebiete, in denen wuchtigere und vor allem alkoholischere Weine wachsen. Aber es gibt auf der ganzen Welt keine frischeren, brillanteren und daher auf elegante Weise herkunftstypischeren Gewächse als im Süden der Steiermark. Im Westen dieses auch landschaftlich einzigartigen Hügellandes dominiert der Schilcher, jener pikante Rosé, der wohl einer der ausgeprägtesten Terroirweine überhaupt ist. Im Sausal und an der Südsteirischen Weinstraße geben Sauvignon Blanc und Muskateller den Ton an, während südöstlich im Vulkanland Steiermark neben den beiden der Traminer als echtes Juwel für den Kenner funkelt.

Der am weitesten verbreitete steirische Wein, der Welschriesling, hat mit seinem an grüne Äpfel erinnernden Bukett viel mehr Anhänger, als sich so mancher Weinkritiker träumen lässt. Der neue Jahrgang wird in der Steiermark traditionell mit dem leichten Junker gefeiert, der Anfang November Premiere hat. Im Frühling kommen die trockenen „Klassik-Weine“ auf den Markt. Auf die großen Lagenweine müssen sich die Weinfreunde in Zukunft länger gedulden. Die steirischen Winzer bauen sie immer langsamer und sorgfältiger aus, damit echte steirische Klasse zur Weltklasse wird.

- Vulkanland Steiermark - Weinbaufläche 1.524 Hektar

Das Weinbaugebiet wir durch viele kleine Weininseln geprägt die mit ihren einzigartigen Lagen an den Hängen erloschener Vulkane, der Landschaft seine eigene Note verleihen. Eine Rebsorte hat besonderes Flair: der hocharomatische Traminer, aber auch der Welschriesling, Weißburgunder und der Sauvignon Blanz gehören mit zu den wichtigsten Rebsorten in diesem Gebiet. Ergänzt werden die weißen Sorten von interessanten Rotweinen, vorzugsweise dem Blauem Zweigelt. Verbindendes Element aller Weine ist eine feine, mineralische Würze, die auf die besonderen geologischen Bedingungen zurückzuführen ist.

- Südsteiermark - Weinbaufläche 2.563 Hektar

Die Südsteiermark steht für duftige, frische Weine, vor allem aus der Leitsorte Sauvignon Blanc. Doch es ist genügend Platz für ein breites Sortenspektrum vom Welschriesling über Morillon und Muskateller bis zum Traminer. Hier, in einer der reizvollsten Weinlandschaften Europas, ist Weinbau allerdings Schwerarbeit, da diemeisten Rebflächen extreme Steilhänge. Speziell die Rebsorte Sauvignon Blanc konnte sich im Zuge der kontinuierlichen Weiterentwicklung an die Spitze emporarbeiten, und heute gehören Sauvignons aus der Südsteiermark zur Weltklasse. Dass dies auch in Zukunft so bleibt, garantiert eine äußerst aufgeschlossene Winzerschaft, die auf Reisen und bei Praxisaufenthalten in der internationalen Weinwelt Erfahrungen gesammelt hat. Doch auch die Weinbauschule in Silberberg trägt in Theorie und Praxis dazu bei,Nachwuchswinzer mit besten Qualifikationen auszustatten.

- Schilcherland DAC - Weinbaufläche 546 Hektar

Das kleinste Weinbaugebiet der Steiermark ist ein uraltes Weinland, in dem schon Illyrer, Kelten und später Römer Weinreben kultivierten. Die Weingärten ziehen sich ineinem schmalen, langen Band bis zu 600 Meter Seehöhe an den Ausläufern derKoralpe und des Reinischkogels nach Süden bis zur slowenischen Grenze. DieWeststeiermark ist das klassische Schilcherland, denn auf dem Großteil der Rebflächewächst Blauer Wildbacher, eine uralte Rebsorte, die als Grundlage für denrosafarbenen Wein dient, der eine beinahe unglaubliche Erfolgsgeschichte erlebt hat.Ursprünglich ein rustikaler Bauernwein mit aggressiver Säure, verwandelte er sichdurch kontinuierliche Qualitätsverbesserungen unter den Händenambitionierter Winzer zu einem begehrten Getränk: vom frisch-fruchtigen Aperitif bishin zu raffinierten Süßweinen. Nicht zu unterschätzen sind auch die seltenen rotenVarianten, die mit ihrer individuellen Stilistik eine Bereicherung auf dem Sektor Terroir-Wein in Österreich darstellen.

- Wien (Wiener Gemischter Satz DAC) - Weinbaufläche 637 Hektar

Oft handelt es sich dabei um Schauweingärten als Tourismusattraktion. Doch Wien ist anders.Hier sind die Rebflächen ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Sie dienen der Erhaltung desGrüngürtels und sind die Basis für hohe Weinqualität. 2013 wurde die Spezialität Wiens, der"Wiener Gemischte Satz" in die österreichische DAC-Familie aufgenommen und ist seither noch stärker der Inbegriff des Wiener Weins. Zu Wien zählt nur noch ein weiteres spezifisches Weinbaugebiet (Wiener Gemischter Satz DAC).

[...]


1 Vgl. Österreich Wein: Geschichte Quelle: https://www.oesterreichwein.at/unser-wein/geschichte/ 16.01.18, 17:58 Uhr

2 Vgl. Stadt Wien: Essen & Trinken / Wein in Österreich: Die lange Tradition des Weinbaus Quelle: http://www.stadt-wien.at/lifestyle/essen-trinken/wein-in-oesterreich-die-lange-tradition-des-weinbaus.html, 16.01.18, 18:49 Uhr

3 Vgl. Österreich Wein: Weinbaugebiete https://www.oesterreichwein.at/unser-wein/weinbaugebiete/ 16.01.18, 19:43 Uhr

Details

Seiten
32
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668698147
ISBN (Buch)
9783668698154
Dateigröße
2.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v419272
Note
1,2
Schlagworte
food beverage management österreichische weine

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Titel: Food & Beverage Management. Österreichische Weine