Lade Inhalt...

Finanzwissen von StudienanfängerInnen im Alter von 17 bis 25 Jahren

Erreichen junge Erwachsene, welche eine betriebswirtschaftliche oder volkswirtschaftliche Spezialisierung absolvierten, ein besseres Finanzwissen?

Forschungsarbeit 2018 10 Seiten

Didaktik - BWL, Wirtschaftspädagogik

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Konzeptioneller Rahmen

3 Analyse des lehrplanmäßigen Inhalts und Hypothesen

4 Test-Instrument, Stichprobe und empirische Ergebnisse
4.1 Test-Instrument
4.2 Stichprobe
4.3 Ergebnisse

5 Diskussion

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Während der letzten Jahre wurde der Finanzbildung junger Erwachsener wachsende Aufmerksamkeit geschenkt. Aufgrund von staatlichen Einsparungen für Sozialausgaben in Deutschland wurde von jungen Erwachsenen erwartet, dass sie sich verantwortungsvoller um ihre eigene Rente bemühen (Erner et al. 2016, 95). Da allerdings die verfügbaren finanziellen Produkte immer komplexer werden, fühlen sie sich bei Finanzentscheidungen sehr unsicher (Barry 2016; Piorkowsky 2011, 31). Der Beitrag der Schulen zu diesem Thema bleibt unklar.

Verschiedene Studien zum Einsatz von Didaktik zu grundlegender finanzieller Bildung in der Sekundarschule zeigen unterschiedliche Ergebnisse bzw. sind nicht übereinstimmend. Tang/Peter (2015, 120) zeigen, dass zusätzlich zu formaler Bildung auch die familiäre Bildung sowie die persönlichen Erfahrungen außerhalb der Schule möglicherweise zur Bildung von Finanzwissen beitragen.

In der Literatur wird in Deutschland oft das Bildungssystem von Forschern dahingehend kritisiert, dass finanzielle Themen nicht ausreichend behandelt werden und den Schülern nicht genügend Lernmöglichkeiten in diesem Gebiet geboten werden (Aprea et al. 2015, 11; Kaminski/Friebel 2012, 45; OECD 2005, 12-13).

In dieser Studie werden StudienanfängerInnen, im Alter von 17 bis 25 Jahren, verschiedener Studienrichtungen höherer Bildung in Deutschland untersucht, da sie in dieser Lebensphase gewöhnlicherweise viele wichtige finanzielle Entscheidungen treffen müssen und das oft zum ersten Mal in ihrem Leben (Förster et al. 2017).

2 Konzeptioneller Rahmen

In dieser Arbeit wird sich auf die kognitive Komponente von „Financial Literacy“ fokussiert, unter welcher das Wissen verstanden wird. Es muss hierbei berücksichtigt werden, dass somit affektive Komponenten wie Motivation oder Einstellung nicht berücksichtigt werden, welche aber ebenso für vernünftige finanzielle Entscheidungen wichtig wären (Weinert 2001). Es wird die Finanzbildung somit gleichbedeutend mit dem Finanzwissen verwendet. Aus diesem Grund ergeben sich Limitation der Gültigkeit der Ergebnisse dieser Studie.

Das Finanzwissen wird in dieser Arbeit in sechs Inhaltsbereiche aufgeteilt. Es wird sich hierbei an den „National Standards for Financial Literacy“ der „Council for Economic Education“ orientiert. Diese Inhaltsbereiche sind „Einkommen verdienen“, „Güter und Dienstleistungen kaufen“, „sparen“, „Kredit nutzen“, „finanziell investieren“ sowie „schützen und versichern“ (CEE 2013, Walstad/Rebeck 2016; Walstad/Rebeck 2017). In dieser Arbeit wird sich bei der Operationalisierung und Messung der finanziellen Bildung an diesen Standards orientiert.

Um diese Inhaltsbereiche in den Lehrplänen der regulären und der berufsbildenden Schulen sowie der Lehrausbildungsprogrammen in Deutschland zu finden, werden die Schlüsselwörter von Jungbluth (2016) für jeden der Inhaltsbereiche verwendet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Schlüsselwörter für die sechs Inhaltsbereiche

3 Analyse des lehrplanmäßigen Inhalts und Hypothesen

Der Inhalt jedes Lehrplans wurde separat von jeweils zwei voneinander unabhängigen Prüfern analysiert. Es wurde ein Evaluationsschema verwendet, um das Vorkommen der Schlüsselwörter in den Lehrplänen zu ermitteln.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Identifikation der Standards der CEE in den Lehrplänen

Es wurde herausgefunden, dass SchülerInnen von beruflichen Sekundarschulen im wirtschaftlichen Bereich (beispielsweise Wirtschaftsgymnasien), welche somit Betriebs- und Volkswirtschaft angeboten bekommen, die meisten Möglichkeiten haben, in der Schule für die persönlichen Finanzen zu lernen. Aus diesem Grund wurde als erste Hypothese die folgende festgelegt:

H1: Junge Erwachsene, welche den Abschluss an einer beruflichen Sekundarschule im wirtschaftlichen Bereich absolvierten, werden größeres finanzielles Wissen erlangen als jene, welche den Abschluss an einer regulären Sekundarschule absolvierten.

Die Analyse der Lehrpläne war auf die regulären Sekundarschulen der Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz beschränkt, um die Unterschiede der unterschiedlichen Bundesländer, welche in Deutschland stark gegeben sind, möglichst zu limitieren. Der Vergleich nur dieser beiden benachbarten Bundesländer zeigte bereits, dass die Lehrpläne in Bezug auf finanzielle Themen stark unterschiedlich sind. Finanzielle Themen sind besser integriert sowie ein größerer Anteil des Lehrplans der regulären Sekundarschulen in Hessen. Diese Unterschiede werden auch im Finanzwissen der Schüler dieser Studie reflektiert, was zur zweiten Hypothese führt:

H2: Junge Erwachsene, welche eine betriebswirtschaftliche oder volkswirtschaftliche Spezialisierung auf einer regulären Sekundarschule absolvierten, werden ein besseres Finanzwissen erreichen als diejenigen, welche keine derartige Spezialisierung absolviert haben.

In Berufsschulen, welche ein Teil des dualen Systems in Deutschland sind, werden persönliche und betriebswirtschaftliche Finanzen unterrichtet. Im Lehrplan der Berufsausbildungsprogramme sind die berufsbezogenen Kompetenzen, welche von den Lehrlingen erreicht werden sollen, formuliert. Zusätzlich zu der Wissenskomponente (Weinert 2001) sollen die Lehrlinge Kompetenzen zur Lösung von Problemen, welche typisch für den jeweiligen Beruf sind, beherrschen. Aus diesem Grund variieren das Ausmaß der Finanzbildung, welches durch den jeweiligen Lehrplan vermittelt werden soll (Frühauf/Retzmann 2016, 266). Zusätzlich zum vermittelten Inhalt haben Lehrlinge im Vergleich zu Schülern weitere Möglichkeiten, um ihre Finanzbildung zu verbessern, beispielsweise durch den Umgang mit ihrer Lehrlingsentschädigung. Aus diesem Grund wird die dritte Hypothese wie folgt formuliert:

H3: Junge Erwachsene, welche eine Lehre absolvierten, zeigen ein größeres Finanzwissen als junge Erwachsene, welche keine Lehre absolvierten.

4 Test-Instrument, Stichprobe und empirische Ergebnisse

4.1 Test-Instrument

Es wurde der „American Test of Financial Literacy“ verwendet, welcher adaptiert wurde, um eine in Deutschland verwendbare Version zu erhalten (TFL-G; für die amerikanische Version, siehe Walstad/Rebeck 2016; für die deutsche Version, siehe Förster et al. 2017). Der originale TFL wurde erstellt, um das Finanzwissen über die persönlichen Finanzen junger Erwachsener zu evaluieren (Walstad/Rebeck 2016; Walstad/Rebeck 2017).

[...]

Details

Seiten
10
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668685413
ISBN (Buch)
9783668685420
Dateigröße
532 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v419841
Institution / Hochschule
Wirtschaftsuniversität Wien – Wirtschaftspädagogik
Note
2,0
Schlagworte
germany zusammenfassung aussagen ergebnisse

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Finanzwissen von StudienanfängerInnen im Alter von 17 bis 25 Jahren