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Die steigenden Prämien der Krankenkassen. Der Grund für die steigenden Kosten und Möglichkeiten, diese zu verringern

Facharbeit (Schule) 2014 15 Seiten

VWL - Gesundheitsökonomie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort und Einleitung
Eine kleine Einführung zum Krankenkassensystem der Schweiz

Hauptteil
Warum steigen unsere Prämien jährlich an?
Spitäler
Lebenswandel der Bevölkerung
Alkohol, Tabak und Drogen
Der demographische Wandel
Teure Medizintechnik
Die Medikamente
Moral Hazard

Was kann man gegen steigende Prämien tun?
Neue Spitalfinanzierung
Teure Medizintechnik
Initiative ״Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache“
Wechseln der Krankenkasse
Die Medikamente
Das Hausarztmodell
Initiative ״medizinische Grundversorgung“
Initiative ״für eine einheitliche Krankenkasse“
Mehr Motivation eine Familie zu gründen
Spitäleranzahl verkleinern

Zweiter Teil

Fazit

Quellenverzeichnis

Vorwort und Einleitung

Die Prämien der Krankenkassen steigen jedes Jahr erneut an, im Jahr 2014 durchschnittlich um 2,2%. In den letzten zehn Jahren sind sie um rund 3,5% angestiegen. Die höchste Steigerung fand im Jahr 2010 statt mit satten 8,7%. Doch wofür wird das Geld gebraucht? Am meisten Kosten verursachen die Spitäler. Wenn man die Kosten nach Leistungen aufteilt wurden im Jahr 2010 ganze 45,1% für stationäre und 33.2% für ambulante Spitalaufenthalte gebraucht. Weitere grosse Kostenverursacher sind Medikamente mit 9.4%. Während der Anteil der Medikamente gesunken ist, haben die Spitalkosten weiter zugenommen.[2]

Im Jahr 2008 hatte die Schweiz weltweit mit 10,7% die zweithöchsten Gesundheitsausgaben pro Kopf, gemessen am Bruttoinlandprodukt. Im Jahr 1960 waren es noch 4,9%. Das einzige Land, das noch höhere Ausgaben hat, sind die USA. Jedoch ist bekannt, dass die USA ein grosses Problem mit ihrem Gesundheitssystem haben und dieses auch dringend überarbeiten müssen. Doch dazu komme ich im zweiten Teil.[3] [4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Gesundheitskosten sind zwischen 1996 und 2011 um 72% gestiegen. Die Prämien allerdings haben sich um durchschnittlich 116% erhöht. Noch wichtiger ist, dass die Gesundheitskosten auch schnellerwachsen als das BIP. Der Bund geht davon aus, dass sich dies bis mindestens 2060 auch nicht ändern wird[5].Eine normale vierköpfige Familie bezahlt heute monatlich deutlich über 1000 Franken allein für Prämien. Dazu kommen dann noch die Franchise und der Selbstbehalt.

Das wirft die Fragen auf, warum die Prämien kontinuierlich steigen und weshalb die Gesundheitskosten so hoch sind. Genau damit möchte ich mich in meiner berufspraktischen Arbeit auseinandersetzen. Zudem möchte ich herausfinden, ob man etwas gegen die Erhöhungen tun kann. Geht man einfach zu verschwenderisch mit den Prämien um? Muss ein anderes System her? Oder müssen die Bürger sich aktiv am Sparen beteiligen?

Man darf nicht vergessen, dass 343000 Personen im Gesundheitssektor angestellt sind. Somit ist unser Gesundheitswesen auch eine der wichtigsten Arbeitgeberbranchen und viele stellen sind gut für die Wirtschaft.

Die Qualität des Schweizer Gesundheitswesens ist eine der besten der Welt. Somit sind auch die hohen Kosten erklärbar. Die Schweiz hat zum Beispiel eine der höchsten Lebenserwartungen weltweit. Allerdings gibt es Länder wie Z.B. Schweden, die eine ähnlich gute Qualität haben, die Kosten jedoch tiefer sind als diejenigen der Schweiz. Ich möchte nicht behaupten, dass die Kosten ungerechtfertigt sind und deutlich tiefer sein müssen. Jedoch gibt es sicherlich einiges an Potenzial die Kosten zu senken, bei gleichbleibender Qualität. Denn auf die möchte kein Schweizer gerne verzichten.[6]

Einen wesentlichen Teil meiner Arbeit wird auch die Initiative ״für eine einheitliche Krankenkasse“ einnehmen, welche in absehbarer Zeit vor das Volk kommen wird.

In meinem zweiten Teil der Arbeit möchte ich unser Krankenkassensystem mit dem von anderen Ländern vergleichen. Was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile?

Eine kleine Einführung zum Krankenkassensystem der Schweiz

Das Krankenkassensystem an sich ist eine gute Sache, denn es garantiert jedem Schweizer, dass er bei Krankheit oder Unfall medizinisch versorgt wird. In der Grundversicherung, die jeder Schweizer obligatorisch haben muss, sind fast alle Arztbesuche, Behandlungen und Operationen versichert. Gleichzeitig verhindert eine Krankenkasse bei vielen Personen den Ruin durch Schulden aufgrund einer zum Beispiel unvorhergesehenen Operation, die sehr teuer werden kann.

In der Schweiz gibt es derzeit 67 Krankenkassen. Jeder Bürger hat die Wahlfreiheit, bei welcher Krankenkasse er sich versichern lassen möchte. Die obligatorische Krankenversicherung beinhaltet überall exakt dieselben Leistungen, welche gezahlt werden. Eine Krankenkasse darf nicht mehr aber auch nicht weniger als die im Katalog festgelegten Leistungen zahlen. Die Zusatzversicherungen hingegen, welche man freiwillig abschliessen kann, sehen bei jedem Anbieter anders aus.

Zusatzversicherungen gibt es jede Menge, zum Beispiel für Leistungen, welche nicht in der Grundversicherung enthalten sind, wie eine Zahnversicherung oder Komplementärmedizin. Weiter gibt es aber auch noch andere Angebote wie eine Invaliden- oder Todesgeldversicherung.

Hauptteil

Warum steigen unsere Prämien jährlich an?

Spitäler

Die grössten Kosten verursachen, wie in der Einleitung schon beschrieben die Spitäler. Doch genau dort wachsen die Kosten stetig. Laut Felix Schneuwly, einem Experten für Krankenkassen, sind unter anderem die Ärzte schuld, da sie den Patienten voreilig zu einer Operation raten, obwohl viele überhaupt nicht notwendig wären. Denn die Operationen sind natürlich auch im Interesse der Ärzte.[7]

Lebenswandel der Bevölkerung

Ein weiterer Grund für die Prämienanstiege ist die Zunahme von chronischen Krankheiten wie Z.B. Diabetes oder Bluthochdruck. Hinzu kommt, dass ein grosser Teil der Menschheit viel ungesünder lebt als früher. Man bewegt sich weniger und ernährt sich ungesünder. Das Übergewicht stellt ein grosses Problem dar und spiegelt sich auch in den Gesundheitskosten wider.[8]

Im Jahr 2006 beliefen sich die Kosten alleine wegen Übergewicht auf 5,8 Milliarden Franken. 66% davon sind direkte Kosten wie Z.B. Operationen zur Gewichtsreduktion und 33% sind indirekte Kosten die aufgrund des Übergewichtes entstehen.[9]

Alkohol, Tabak und Drogen

Alkohol und Tabak sind in geringen Mengen nicht zwingend gesundheitsschädlich. Wird man aber süchtig oder nimmt härtere Drogen, kann dies schnell gesundheitliche Probleme verursachen. Jährlich sterben 1600 Personen an den Folgen des Alkoholkonsums aufgrund von Alkoholvergiftungen oder Alkoholsucht. Aufgrund von Tabakkonsum sterben jährlich 9000 Personen vorzeitig. Zahlen zu Toten wegen illegalen Drogen gibt es keine verlässlichen, im Jahr 2005 waren es laut Statistik 212.[10]Viel gravierender sind die Auswirkungen auf das Leben von Drogen- oder Alkoholsüchtigen. Viele verlieren ihren Job, ihre Freunde und Familie. Diese belasten oftmals nicht nur die Gesundheitskosten sondern auch die ALV oder die Sozialhilfe. Jedoch ist der Konsum von Drogen rückläufig dank grosser Präventionskampagnen und Unterstützungshilfe.[11]

Der demographische Wandel

Ein anderer grosser Grund für die steigenden Kosten ist der demographische Wandel der Gesellschaft. Die Bevölkerung wird dank der Forschung und der stetig besser werdenden Medizin immer älter. Denn Krankheiten, bei denen man vor ein paar Jahrzehnten noch keine Überlebenschance hatte, sind heute plötzlich ohne Probleme heilbar. Zum Beispiel sind von zehn Krebspatienten sechs Patienten fünf Jahre nach der ersten Diagnose noch am Leben. Doch die Heilkosten sind extrem teuer, vor allem bei Krankheiten, die man nur mit Medikamenten unter Kontrolle halten kann. Denn diese Medikamente wären für Patienten ohne Krankenkasse unbezahlbar. Zudem erkranken Personen, die früher schon lange gestorben wären, immer wieder an neuen Krankheiten und verursachen so noch viel mehr Kosten.

Denn bis zu einem Alter von 60 Jahren kosten die Versicherten weniger, als sie Prämien zahlen. Doch Versicherte die älter als 60 Jahre sind, verursachen bis zu 7- mal höhere Kosten als ein 30 Jähriger. Menschen um die 60 Jahre kosten im Schnitt nur doppelt so viel. Hinzu kommen noch die Pflegekosten, welche bei älteren Leuten markant ansteigen. Man kann diese Menschen aber nicht einfach sterben lassen um Kosten zu sparen. Denn jeder hat dasselbe Recht auf Gesundheit und Behandlung. Dies sind also Kosten die man tragen muss, es ist auch nicht möglich sie zu verringern. Die einzigen Kosten die man optimieren kann sind die Operationskosten und Medikamentenpreise.[12]

Teure Medizintechnik

Die Medizin macht rasante Fortschritte. Man kann immer mehr Krankheiten heilen und hat fortlaufend modernere Technik zur Verfügung. Doch diese Technik kostet immer mehr Geld. Im letzten Jahr kostete die Medizintechnik 3 Milliarden Franken.

Am meisten Kosten verursachen die teuren MRI und CT Geräte, von denen die Schweiz in Europa die zweithöchste Dichte besitzt. Die Anschaffungskosten gehen in die Millionen. Ein MRI kostet zwischen einer und drei Millionen, ein CT zwischen 0,6 und 2,5 Millionen. Hinzu kommen noch Unterhalt- und Betriebskosten. Eine MRI Untersuchung kostet zusätzlich zwischen 450 und 600 Franken, ein CT zwischen 500 und 1200 Franken. Das grösste Problem ist, dass offenbar viele Untersuchungen unnötig sind. Im Jahr 2011 wurden 520Ό00 MRI und 385Ό00 CT Untersuchungen durchgeführt. Viele davon seien unnötig meinen viele Experten, den Anreiz für die Ärzte sind ihrer Meinung nach die fürstlichen Vergütungen für die Bilder. Ein Vertreter kleiner Regionalspitäler meint, dass die teuren Geräte mit Kosten von bis zu drei Millionen Franken innerhalb von wenigen Monaten amortisiert werden können. Da darf man sich nicht wundern, wenn die Dichte dieser Geräte weiterhin steigt.[13][14]

Die Medikamente

Ein Fünftel der Kosten fallen auf die teuren Medikamente. Es ist bekannt, dass die Schweiz sehr hohe Medikamentenkosten hat. Dies liegt zu einem grossen Teil an den Patenten der Pharmahersteller. Da sie jeweils der einzige Verkäufer des Medikaments sind, können sie die Preise relativ hoch ansetzen, weil keine Konkurrenz vorhanden ist. Dass die Medikamente so teuer sind, ist allerdings auch verständlich, denn sie müssen die Kosten für ihre Forschung wieder einholen. Wir können im Prinzip froh darüber sein, dass solche Medikamente entwickelt werden, denn sie retten uns oftmals das Leben. Doch wenn man sieht, wie viel Lohn alleine schon die Chefetage bekommt, kommen einige Zweifel auf. Denn die Pharmabranche ist dafür bekannt, dass sie allgemein gute Löhne bezahlt und sehr soziale Anstellungsbedingungen hat.

Moral Hazard

Moral Flazard bezeichnet die Verhaltensänderung aufgrund einer Versicherung.

Das Versicherungssystem führt dazu, dass sich die Versicherten weniger Sorgen um ihre Gesundheit machen, da sie versichert sind. Sie betreiben Risikosportarten, achten nicht auf ihre Ernährung oder die Prävention von Krankheiten. Denn die Ärzte können diese Probleme beinahe kostenlos lösen. Zudem besteht ein immer grösser werdendes Bedürfnis nach Vorsorge, welches oft auch durch die Anbieter erzeugt wird.

[...]


[2]http://www.interpharma.ch/fakten-statistiken/1843-anteil-der-medikamente-qesundheitskosten-sinkt- weiter 9.04.2014

[3] http://de.wikipedia.orq/wiki/Gesundheitswesen in der Schweiz 03.04.14

[4]http://commons.wikimedia.orq/wiki/File:Gesundheitssvstem.svq 03.04.2014

[5] http://www.interpharma.ch/fakten-statistiken/1843-anteil-der-medikamente-qesundheitskosten-sinkt- weiter 9.04.2014

[6]http://www.vimentis.ch/d/publikation/326/Fehlanreize+im+Gesundheitssvstem.html 22.04.2014

[7]http://www.taqesanzeiqer.ch/schweiz/standard/Wir-steuern-auf-einen-Praemienschock- zu/storv/10595059?dossier id=2216 03.04.2014

[8]a http://www.baq.admin.ch/themen/ernaehrunq bewequnq/11660/11662/11663/?lanq=de 07.04.2014

[9]http://bloq.swisscanto.ch/2013/07/08/wie-ein-maqischer-teppich-die-steiqenden-qesundheitskosten- reduzieren-kann-teil-1/ 03.04.2014

[10] http://www.blick.ch/news/schweiz/erschreckend-viele-droqentote-id102920.html 11.04.2014

[11]http://www.baq. admin. ch/themen/droqen/index.html?lanq=de 11.04.2014

[12]https://www.santesuisse.ch/datasheets/files/200310151006060.pdf. 08.04.2014

[13] http://www.srf.ch/konsum/themen/qesundheit/unnoetiqe-hiqhtech-qeraete-kosten-millionen 12.04.14

[14]http://www.srf.ch/plaver/tv/kassensturz/video/medizin-fehlplanunq-kostet-millionen?id=6ed72a5d- 4e95-4a7d-8487-351937842639 12.04.2014

Details

Seiten
15
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668685352
ISBN (Buch)
9783668685369
Dateigröße
581 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v419884
Institution / Hochschule
Bildungszentrum kvBL Reinach
Note
1.5
Schlagworte
Krankenkasse Prämien Kosten Politik Medizin Medikamente Krankenkassensystem Vergleich USA Spital Spitäler

Autor

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