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Einflüsse der Mediation auf das Betriebsklima eines Unternehmens

Hausarbeit 2004 17 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Was ist Mediation?
2.1 Konflikte und die Chancen daraus
2.2 Definition der Mediation
2.3 Verhandlung- Grundlage der Mediation

3. Wirtschaftsmediation- die Mediation im Unternehmen
3.1 Allgemeiner Nutzen der Mediation für das Unternehmen
3.2 Beitrag der Mediation zum positiven Betriebsklima
3.2.1 Beitrag durch die Mediationsregeln Zukünftiger Beitrag der Mediation zum guten Betriebsklima

4. Verlauf und Lösungen von Konflikten
4.1 Merkmale des Konfliktverlaufs
4.2 Verschiedene Wege der Konfliktlösung

5. Ablauf einer Mediation
5.1 Die Vorphase
5.2 Das Eröffnungstreffen
5.3 Die Einzelgespräche
5.4 Gemeinsame Sitzungen
5.5 Das Abschlusstreffen

6. Kritische Würdigung

LITERATURVERZEICHNIS

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abb. 1: Verlauf einer Wirtschaftsmediation

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Durch ständige Veränderungen in der Technologie und immer komplexer werdende Märkte, stehen viele Unternehmen unter großem Leistungsdruck und sind erhöhtem Wettbewerb ausgesetzt. Dies führt auch zum Wandel in den Organisationen, der sich durch veränderte Arbeitsabläufe, verstärkt mitbestimmende Mitarbeiter, verflachte Hierarchien und zunehmende Teamarbeit bemerkbar macht. Aufgrund dieser Entwicklungen, steigt das Konfliktpotential in und zwischen den Unternehmen und es müssen Lösungen gefunden werden, um Konflikte schnell, kostengünstig und zufriedenstellend zu beseitigen.[1]

In den USA wurde schon in den 60er Jahren erkannt, dass alternative Konfliktlösungen dem Rechtsweg oder einem Machtentscheid in der Regel vorzuziehen sind. Einerseits weil die Gerichte durch zunehmende Konflikte überlastet waren, andererseits aber auch weil alternative Konfliktlösungen die Interessen beider Parteien berücksichtigen und ein Ausgleich herbeigeführt werden kann, der letztendlich Zufriedenheit auf beiden Seiten auslöst und damit auch das gute Betriebsklima erhält.[2] Eine wachsende Unzufriedenheit mit den gerichtlichen und behördlichen Verfahren zur Konfliktbeilegung führte in den USA zur Entwicklung und Erforschung alternativer Verfahren unter dem Sammelbegriff „Alternative Dispute Resolution “ (ADR). Die ADR-Verfahren sind von der Zielvorstellung geprägt, einen Konflikt zum Wohle aller Beteiligten beilegen zu wollen. Dies kann erreicht werden, wenn ein Verfahren zu Grunde gelegt wird, dass auf der Einbeziehung aller Beteiligten, Freiwilligkeit, Fairness und Offenheit basiert. Diese Erkenntnisse wurden in den folgenden Jahren nicht nur praktisch erprobt, sondern auch wissenschaftlich ausgearbeitet. Innerhalb der ADR-Verfahren, die sich in den USA mittlerweile zu einem festen Bestandteil der Streitkultur entwickelt haben, hat die Mediation neben der Verhandlung und dem Schiedsverfahren eine angesehene Position.[3]

Die Mediation, als eine Art der alternativen Konfliktlösung, soll in dieser Hausarbeit das Thema sein. Sie findet mittlerweile auch in Deutschland vielfältige Anwendung im Familien- oder Scheidungsbereich, bei Nachbarschaftskonflikten, bei der sozialen Arbeit, bei Umweltverfahren, in der Politik und nun auch mehr und mehr im Wirtschaftsbereich.[4] Dazu wurde 1996 der „Bundesverband für Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt“ gegründet, der die Idee der Mediation im Wirtschaftsbereich verbreiten will und Standards und Richtlinien für die praktische Anwendung festgelegt hat.[5] Im Jahr 2000 wurden z.B. Wirtschaftsmediationen mit einem Gesamtwert von ca. 300 Mio. Euro erfolgreich durchgeführt und die internationalen Kennzahlen bei Wirtschaftskonflikten - ein bis zwei Mediationstage bei einer Erfolgsquote von mehr als 75% (nach den Erfahrungen der Gesellschaft für Wirtschaftsmediation und Konfliktmanagement e. V. –gwmk) haben sich auch in Deutschland bestätigt.[6]

Diese Hausarbeit soll erläutern, was Mediation ist, wie sie abläuft und welchen allgemeinen Nutzen ein Unternehmen von ihr hat. Danach wird die Wirtschaftsmediation bzgl. ihres Einflusses auf das Betriebsklima betrachtet, indem untersucht wird, welche positiven Wirkungen durch die Mediationsregeln, die den Ablauf des Mediationsprozesses bestimmen, entstehen und welche zukünftigen Auswirkungen es gibt. Um diese Aspekte zu verdeutlichen, sollen anschließend typische Merkmale eines Konfliktverlaufs und verschieden Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

2. Was ist Mediation?

Der Begriff Mediation leitet sich aus dem lateinischen „mediare“ ab[7] und kann am besten mit Vermittlung, Ausgleich und Versöhnung[8] übersetzt werden. Schon vor Hunderten von Jahren wurde diese Methode z.B. in China zur Streitschlichtung in Gemeinden angewendet und wird nun in weiterentwickelter Form zur außergerichtlichen Konfliktlösung genutzt.[9]

Der Grundgedanke, einen Konflikt durch Einschaltung eines neutralen Dritten einvernehmlich beizulegen, dürfte annähernd so alt sein wie die menschliche Zivilisation selbst. Nichts anderes ist vereinfacht gesagt die Mediation.

2.1 Konflikte und die Chancen daraus

Um eine genauere Definition der Mediation besser nachvollziehen zu können, soll nun auf den Konflikt und seine Arten eingegangen werden.

Der Begriff „Konflikt“ stammt vom lateinischen „confligere“ ab, was für „zusammenschlagen, zusammenstoßen“ steht und einen Zwiespalt, Streit oder eine Auseinandersetzung beschreibt.[10] Unter einem sozialen Konflikt versteht Kurtz eine „Spannungssituation in der zwei oder mehr Parteien, die voneinander abhängig sind, mit Nachdruck versuchen, scheinbar oder tatsächlich unvereinbare Handlungspläne zu verwirklichen und sich dabei ihrer Gegnerschaft bewusst sind.“[11] Tritt also eine Unvereinbarkeit im Denken, Vorstellen, Wahrnehmen, Fühlen oder Wollen auf, oder wird wenigstens von einer Seite so empfunden, kommt es zum Konflikt,[12] der je nach Gegenstand der Auseinandersetzung in unterschiedliche Konfliktarten eingeteilt werden kann.

Zum einen gibt es die Zielkonflikte, die auf differierenden Zielen oder Wertvorstellungen basieren. Haben die Parteien ein gemeinsames Ziel, und der Weg dorthin ist der Streitpunkt, spricht man vom Mittel- oder Wege-Konflikt. Beim Verteilungskonflikt entsteht Neid oder das Gefühl der Benachteiligung durch die unterschiedliche Verteilung erstrebenswerter Güter (z.B. Dienstwagen). Die letzte Konfliktart ist der Rollenkonflikt, der entstehen kann, wenn eine Person bestimmte Funktionen einnimmt, die gegensätzliche Rollen verlangen (z.B. mittlere Führungskräfte zwischen den Erwartungen der Untergebenen und Ansprüchen der Vorgesetzten[13]).

Diese Konfliktarten rufen zuerst negative Assoziationen hervor, weil z.B. der Betriebsfrieden durch sie gestört wird, Machtkämpfe ausgetragen werden und es zur Eskalation kommen kann. Aber Konflikte können auch dazu führen, das Unternehmen voran getrieben werden, indem der Konflikt als Chance zur Fortentwicklung des Gemeinsamen aufgefasst wird und neue Perspektiven akzeptiert werden.[14]

2.2 Definition der Mediation

Genauer definiert werden, kann die Mediation nach dem Schweizerischen Verein Mediation (SVM) folgendermaßen:

„Mediation ist ein außergerichtliches und freiwilliges Verfahren zur Lösung von Konflikten. Ein neutraler Dritter, der Mediator unterstützt die Beteiligten darin, ihren Konflikt durch Verhandlungen fair, konstruktiv und einvernehmlich zu lösen. Der Mediator ist interessenunabhängig und den Parteien gleichermaßen verpflichtet. Er unterstützt die Beteiligten darin, ihren Konflikt durch Verhandlung fair und einvernehmlich zu lösen.Der Mediator ist Vermittler ohne Entscheidungsmacht. Ziel der Mediation ist, den am Konflikt Beteiligten zu ermöglichen, kooperativ zu verhandeln und eigenverantwortlich kreative Lösungen zu entwickeln, welche nicht auf Positionen sondern auf den zugrundeliegenden Interessen beruhen. Ziel ist eine zukunftsgerichtete Lösung mit Gewinn für alle Beteiligten.“[15]

2.3 Verhandlung -Grundlage der Mediation

Bei Konflikten lassen die Parteien oft keine Möglichkeit ungenutzt, sich auf faire oder unfaire Weise einen Vorteil zu eigenen Gunsten und zu Lasten der Gegenseite zu verschaffen. Das hat häufig zur Folge, dass auch im Falle einer Einigung das Ergebnis der Verhandlung weder in subjektiver noch in objektiver Hinsicht zufriedenstellend ist. Nicht in subjektiver Hinsicht, weil beide Parteien einen Kompromiss erzielt haben, der sich gegenüber ihrer ursprünglichen Forderung als ein Minus darstellt. Sie empfinden das Ergebnis dementsprechend als Niederlage, was es häufig auch in objektiver Hinsicht ist, denn in vielen Fällen hätte eine alternative Konfliktlösung wie die Mediation, zu einer Lösung führen können, die für beide Parteien günstiger gewesen wäre.

Ein Modell, das den Mittelpunkt der Forschungen zur Alternative Dispute Resolution (ADR) bildet und vor allem unter dem Begriff „Harvard-Konzept “ oder auch als sachbezogenes Verhandeln bekannt geworden ist, basiert statt auf Streit auf einer fairen Zusammenarbeit der Parteien. Das Verhandlungskonzept bildet eine wesentliche Grundlage für die Mediation und wird durch folgende Grundprinzipien geprägt :

- Das Augenmerk ist in der Verhandlung auf die Interessen und Motive der Parteien zu richten, nicht auf die eingenommenen Positionen.
- Entsprechend gilt es, sich nicht mit den Menschen, sondern mit ihren Problemen zu befassen. Das heißt die Sachebene zu betrachten und nicht die Beziehungsebene, die durch (negative) Emotionen aufgeladen ist. Dabei hilft eine straffe Strukturierung der Verhandlung und möglichst objektive Kriterien zur Entscheidung. Dies lässt sich unter dem Stichwort „Sachliches Verhandeln “ zusammenfassen.
- Es sind Lösungsvorschläge zu entwickeln, die den Parteien zum beiderseitigen Vorteil verhelfen, also ihre Interessen in Einklang bringen.
- Schon vor der Verhandlung ist die eigene Beste-Ausstiegs-Alternative und die des Gegenübers zu ermitteln, während der Verhandlung ist sie nicht aus den Augen zu verlieren.[16]

Mediation nutzt die positiven Aspekte des Verhandelns und ermöglicht den Konfliktbeteiligten, Verhandlungen die sie nicht mehr alleine führen können, mit Hilfe des Mediators zu führen.[17]

[...]


[1] vgl. Bitzer/Liebsch/Behnert (2002), S. 110 f.

[2] vgl. Altmann/Fiebiger/Müller (2001), S. 20 f.

[3] vgl. Bitzer/Liebsch/Behnert (2002), S. 112

[4] vgl. Klammer/Geißler (1999), S. 9

[5] vgl. Altmann/Fiebiger/Müller (2001), S. 25

[6] vgl. Neuenhahn (2004), S. 664

[7] vgl. Bitzer/Liebsch/Behnert (2002), S. 14

[8] vgl. Altmann/Fiebiger/Müller (2001), S. 12

[9] vgl. Dulabaum (2001), S. 10

[10] vgl. Bitzer/Liebsch/Behnert (2002), S. 29

[11] vgl. Hugo-Becker/Becker (2000), S. 99 f.; zitiert nach Kurtz (1983), o. S.

[12] vgl. Bitzer/Liebsch/Behnert (2002), S. 39

[13] vgl. Bitzer/Liebsch/Behnert (2002), S. 46

[14] vgl. Altmann/Fiebiger/Müller (2001), S. 31 ff.

[15] vgl. http://www.infomediation.ch/htm/framedeutsch.htm

[16] vgl. Altmann/Fiebiger/Müller (2001), S. 56 ff.

[17] vgl. Altmann/Fiebiger/Müller (2001), S. 23

Details

Seiten
17
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638402163
ISBN (Buch)
9783638902298
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v42103
Institution / Hochschule
Fachhochschule Nordhausen – Fachhochschule
Note
2,0
Schlagworte
Einflüsse Mediation Betriebsklima Unternehmens

Autor

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