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Soziale Ungleichheit, Macht, Herrschaft. Eine soziologische Betrachtung

Seminararbeit 2017 15 Seiten

Soziologie - Allgemeines und Grundlagen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Was ist Soziologie?

2. Ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital
2.1 Ökonomisches Kapital
2.2 Kulturelles Kapital
2.3 Soziales Kapital

3. Eliten und Macht in Europa
3.1 Die politische Elite
3.2 Die wirtschaftliche Elite
3.3 Die vier Grundtypen Europas
3.4 Einkommensungleichheit

4. Die Banalität der Macht

5. Ungleichheit
5.1 Die Demokratie leidet
5.2 Neue Generationenkluft
5.3 Migration reduziert Ungleichheit
5.4 Das Rätsel der Umverteilung

6. Reflexion

Literaturverzeichnis

1. Was ist Soziologie?

Soziologie ist die Wissenschaft, „die mit disziplineigenen Begriffen, Theorien und Methoden Struktur-, Funktions- und Entwicklungszusammenhänge der Gesellschaft beschreibt und erklärt.“ (Nassehi 2008, S. 13)

Soziologie ist ein breit gefächertes Gebiet. Grundsätzlich wird in ihrem Rahmen versucht, menschliches Verhalten zu erklären und zu beschreiben. Dies erfolgt durch empirische Beobachtungen. Während dieser Analyse wird auch ergründet, wie etwas verbessert werden kann. Soziologie zählt zu den Erfahrungswissenschaften, da man durch Beobachtungen Erfahrungen sammelt und demnach Analysen durchführen kann, mit denen man Zusammenhänge beschreibt. Ferner wird Soziologie interdisziplinär angewandt, d.h. es gibt enge Verbindungen zu anderen Fächern, wie bspw. zur Politik, zur Wirtschaft oder zur Kultur. Soziologie baut auf eine lange Tradition auf, die durch Vertreter wie Max Weber, Karl Marx oder heute durch bspw. Armin Nassehi wesentlich geprägt wurde und wird. Soziologie wirkt begleitend auf allen Lebenswegen. Auch bei der Problematik von sozialer Ungleichheit, Macht und Herrschaft, mit der sich diese Arbeit beschäftigt, spielt Soziologie eine entscheidende Rolle.

Daraus kann man schließen, dass Soziologie eine tiefgründige und komplexe Wissenschaft ist, die auf das tägliche Leben und in die Wissenschaftsbereiche einwirkt.

2. Ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital

Kapital ist Macht. Kapital bedeutet Einfluss. Es kommt in verschiedenen Arten und Formen vor. Da davon nicht jedem Individuum unbeschränkt viel zur Verfügung steht, führt es letztlich auch zu Ungleichheit. Schon seit dem Zeitalter der Adeligen ist es das favorisierte Mittel, um einen gewissen sozialen Status zu erlangen und um sich gegenüber anderen „Untergebenen“ durchzusetzen. Somit kann Kapital als ein Machtmittel gesehen werden. Dieses nutzt man dann, um die Interessen zu wahren oder den eigenen Willen durchzusetzen. Wie vorher erwähnt, gibt es Kapital in verschiedenen Formen. Es muss sich nicht zwingend um Geld in Papier- oder Münzenform handeln. Die meisten davon sind konvertierbar, doch nicht alle davon. Bourdieu unterscheidet drei Arten in seinem Originalbeitrag von 1983, der von Reinhard Kreckel (Hsg.) übersetzt wurde.

2.1 Ökonomisches Kapital

„Das ökonomische Kapital ist unmittelbar und direkt in Geld konvertierbar und eignet sich besonders zur Institutionalisierung in der Form des Eigentumsrechts.“ (Bourdieu 1983, S.185) Es handelt sich somit um jegliche Ware, die einen Wert besitzt und die sofort in Geld messbar ist.

2.2 Kulturelles Kapital

Bei diesem Typus von Kapital handelt es sich vor allem um die Ausbildung und die Erfahrung, die sich eine Person im Laufe der Jahre aneignet. Man muss viele Faktoren berücksichtigen, wenn man von kulturellem Kapital spricht. Einerseits gibt es die natürlichen Fähigkeiten, die nicht auf andere übertragen werden können und somit schwer oder unmöglich in Geld konvertierbar sind. Andererseits müssen Komponenten wie Studienkosten oder Zeit hinzugezählt werden, die wiederum leichter in Kapital ausgedrückt werden können. Was bei solch einer Auflistung gern vergessen wird, sind Erziehungskosten, die viel mehr Einfluss auf kulturelles Kapital ausüben als angenommen. Erziehungskosten und -strategien sind ein wesentliches Fundament für die Fähigkeiten oder Begabungen eines Menschen (vgl. Bourdieu 1983, S.185 f.). Betrachtet man das aus dem Blickwinkel der „Ungleichheit und Macht“, wird klar, dass nicht jede/r Einzelne von uns dieselbe Erfahrung und Ausbildung aufweist. An sich ist das nicht verwerflich, jedoch kann ein guter Ruf und Verbindungen zu „mächtigen Menschen“ auf diesem Gebiet sehr von Vorteil sein, und oft wird dieser auch genutzt. An diesem Punkt stellt sich die Frage, ob diese Privilegien ein gewisses Spannungsfeld zwischen denen, die es nutzen können und zwischen denen, denen die Nutzung verwehrt ist, erzeugt wird.

Inkorporiertes Kulturkapital

Diese Form von Kulturkapital hat einen Verinnerlichungsprozess als Voraussetzung und meint damit im Wesentlichen den erforderlichen Arbeitsaufwand bspw. für ein Studium, der in Zeit bemessen wird. Bildung kostet. Bildung kostet Zeit. Da dieser genannte Prozess im Inneren einer Person stattfindet, kann das folglich nur durch diese eine Person geschehen. D.h. es geschieht auf einer persönlichen Ebene. Aus diesem Grund kann dieses „verinnerlichte Kapital“ auch nicht weitergegeben werden, zumindest nicht durch typische Geschäfte wie Tausch oder Kauf. Ein weiterer Wesensaspekt des inkorporierten Kulturkapitals ist die prägende Erziehung bzw. die Familie an sich, unabhängig davon ob sich diese positiv oder negativ auf die Person ausgewirkt hat bzw. auswirkt. Es gibt auch Beispiele, die sich nicht ganz so bewusst abspielen, wie die typische Sprechweise einer Region. Auch die Fähigkeit eine Fremdsprache zu beherrschen ist ein Musterbeispiel dafür. Vor allem, wenn es sich dabei um eine Fähigkeit handelt, die kein/e andere/r besitzt - das hat dann einen ganz speziellen Wert (vgl. Bourdieu 1983, S.187).

Objektiviertes Kulturkapital

Im Sinne der Übertragung besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem objektivierten und dem inkorporierten Kulturkapital. Schriftstücke und Zeichnungen kann man zwar ohne große Schwierigkeiten juristisch übertragen lassen, jedoch nicht die Fähigkeit diese anzufertigen. Als Beispiel nennt Bourdieu (1983, S. 189) die EigentümerInnen von Produktionsmitteln. Um diese zu besitzen, reicht ökonomisches Kapital vollkommen aus, aber um diese in Betrieb zu nehmen, braucht man ein gewisses Know-How. Dafür benötigt man das inkorporierte Kulturkapital, über das nicht jede/r verfügt. Hier gibt es eine Wendung: Die EigentümerInnen der Produktionsmittel sind auf die BesitzerInnen des verinnerlichten Kapitals angewiesen und daraus ergibt sich eine vollkommen andere Situation, nämlich eine Konkurrenzsituation. Wie man erkennen kann, spielt Macht sogar in diesem Beispiel eine Rolle. Eine Machtposition inne zu haben, bedeutet nicht nur, über genügend ökonomisches Kapital zu verfügen (vgl. Bourdieu 1983, S. 189).

Institutionalisiertes Kulturkapital

Unter institutionalisiertem Kulturkapital versteht man im eigentlichen Sinne den akademischen bzw. den schulischen Titel, den man sich durch eine spezifische Ausbildung aneignet. Der ausschlaggebende Punkt hierbei ist die offizielle Anerkennung. (Vgl. Bourdieu 1983, S. 190) „Der schulische Titel ist ein Zeugnis für kulturelle Kompetenz, das seinem Inhaber einen dauerhaften und rechtlich garantierten konventionellen Wert überträgt.“ (Bourdieu 1983, S. 190) Dieser Titel soll gewährleisten, dass man über eine bestimmte Kompetenz verfügt. Heutzutage ist diese Gewährleistung nicht nur gegenüber MitbewerberInnen bedeutend, sondern auch für die berufliche Qualifikation notwendig. Die Errungenschaft eines Titels setzt gewisse Kompetenzen voraus, wodurch es ermöglicht wird, einen Vergleich zwischen den MitbewerberInnen zu ziehen (vgl. Bourdieu 1983, S.190).

2.3 Soziales Kapital

Als soziales Kapital gelten Beziehungen zu anderen Individuen oder die Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Dies hat keine eindeutige Richtung. Es kann sich um ein Unternehmen handeln, das gemeinsam agiert oder um eine Schulklasse, bei der die einzelnen SchülerInnen zufällig ausgewählt werden. Beide dieser Gruppen haben kennzeichnende Merkmale und bauen soziales Kapital durch ihre Beziehung zueinander auf. Nach außen hin treten sie gemeinsam auf und bilden damit gewissermaßen eine Mauer. Dieses soziale Beziehungsgeflecht hat nicht nur Vorteile wie Zusammenhalt, sondern auch Nachteile wie Zeitaufwand. Es erfordert ein sogenanntes Geben und Nehmen. Durch die Integrierung in eine Gruppe ist man an bestimmte Verpflichtungen gebunden. So haben sich bspw. TrägerInnen von berühmten Familiennamen an bestimmte Regeln zu halten. Da eine Gruppe meist von Einzelnen angeführt wird, sorgen diese für die Einhaltung gewisser Grenzen. Auch die Vertretung nach außen obliegt diesen Führungskräften. Es ist eine sehr zeit- und kostenintensive Aufgabe. Doch im Ausgleich dafür besitzt der/die Anführer/in das gesamte Sozialkapital und damit auch die Macht. Es lässt sich wieder erkennen, dass Strukturen der Macht auf jedem Gebiet wirken. Als Einzelne/r kann man nicht viel ausrichten, doch in Zusammenarbeit mit vielen anderen bekommt man eine Stimme. Ob diese Stimme dann für etwas Positives oder Negatives eingesetzt wird, sei dahingestellt. Fest steht, dass sie Auswirkungen hat. Es wurde außerdem festgestellt, dass nicht alle diese Kapitalarten bedingungslos und unmittelbar in ökonomisches Kapital konvertierbar sind und dass man weitere Faktoren beeinflussen muss um das bewerkstelligen zu können (vgl. Bourdieu 1983, S. 191 ff.).

3. Eliten und Macht in Europa

Als „Elite“ werden meist hochqualifizierte Personen oder Spitzenpositionen bezeichnet, die sich vom „Durchschnitt“ abheben. Hartmann (2007, S. 215 ff.) beschäftigt sich in seinem Werk weitgehend mit der politischen und wirtschaftlichen Elite. Welche davon die mächtigsten sind und wie sich diese zusammensetzen, wird man in diesem Kapitel erfahren.

3.1 Die politische Elite

Zur politischen Elite werden unter anderem Positionen wie die des Staatspräsidenten/der Staatspräsidentin, des Ministerpräsidenten/der Ministerpräsidentin, des Premierministers/der Premierministerin und des Bundeskanzlers/der Bundeskanzlerin gezählt. Hartmann (2007, S. 215 ff.) bildet die soziale Rekrutierung in Europa seit 1945 mithilfe einer Tabelle ab. Man unterscheidet zwischen dem GroßbürgerInnentum, dem BürgerInnentum, der Mittelschicht und der Arbeiterklasse. Aus dieser Tabelle geht eindeutig hervor, dass sich Frankreich an der Spitze befindet und Großbritannien, Spanien und Portugal dicht dahinter liegen. Den obersten Rang der Tabelle einzunehmen bedeutet, dass der Großteil der politischen Elite vom GroßbürgerInnentum und vom BürgerInnentum beherrscht wird. Im Grunde genommen sagt das aus, dass die unteren Schichten eine minimale bis gar keine Chance haben, einen solchen Posten zu besetzen. Der oberen Schicht wurde dieses Privileg sozusagen in die Wiege gelegt. D.h. sie werden bereits in ihrer Ausbildung, z.B. durch das Besuchen von Elite-Universitäten, gefördert. Die Grundlage für eine berufliche Karriere ist dadurch bereits gelegt. Gegenbeispiele hierfür sind Österreich und Finnland, bei denen die Arbeiterklasse den größten Teil in der politischen Elite beherrscht. In Schweden und Italien ist die Situation relativ ausgeglichen (vgl. Hartmann 2007, S. 215 ff.). Man sieht, dass es teilweise gravierende, teilweise minimale Unterschiede zwischen den Ländern bezüglich der sozialen Rekrutierung der politischen Elite gibt. Ungleichheit liegt sowohl in Ländern wie Frankreich, als auch in Ländern wie Finnland vor. Die Verteilung ist, wenn auch in gegensätzliche Richtungen verlaufend, nicht ausgeglichen.

3.2 Die wirtschaftliche Elite

Bei der wirtschaftlichen Elite geht es vorwiegend um CEO’s und Vorstandsvorsitzende, also um das Top-Management. Auch hier werden die europäischen Länder anhand einer Tabelle miteinander verglichen. Dabei handelt es sich um das Jahr 2005. Die Mittelschicht und die Arbeiterklasse bilden eine gemeinsame Kategorie neben dem GroßbürgerInnentum und dem BürgerInnentum. Es ist sofort ersichtlich, dass die wirtschaftliche Elite in vielen Ländern deutlich vom GroßbürgerInnentum dominiert wird. Die Ausnahmen bilden in dieser Aufstellung nur die Schweiz und Schweden, wobei hier der erhebliche Prozentteil auf die Kategorie der Mittelschicht und Arbeiterklasse fällt (vgl. Hartmann 2007, S. 220 f.).

Ein Vergleich der politischen und wirtschaftlichen Elite zeigt deutliche Diskrepanzen zwischen Deutschland und Italien. Betrachtet man die erste Tabelle, ist nur ein geringer Prozentanteil in der Kategorie GroßbürgerInnentum aufzufinden. Der restliche Anteil verteilt sich relativ gleichmäßig auf die übrigen Kategorien. Durch die Ermittlung anhand der zweiten Tabelle wird ein deutlicher Unterschied zur Tabelle 1 erkennbar, denn die wirtschaftliche Elite wird hier vom GroßbürgerInnentum und nicht von der unteren Schicht beherrscht. Der Grund dafür soll ein neuer Trend sein, der sich durch die Zunahme von Bürger- und Großbürgerkindern in Regierungen äußert (vgl. Hartmann 2007, S. 220 f.).

3.3 Die vier Grundtypen Europas

Bezüglich der Elitenbildung und Elitenhomogenität lassen sich vier Grundtypen ableiten. Frankreichs Eliten gehören zum ersten Typus. Das Land hat sowohl in der politischen, als auch in der wirtschaftlichen Elite den höchsten Anteil an Großbürger- und Bürgerkindern. Auch die exklusive Ausbildung ist ein zu berücksichtigender Faktor. Der zweite Typ verhält sich ähnlich. Großbritanniens Verteilung der Eliten stimmt mit der von Frankreich relativ überein. Jedoch können sie in puncto Mobilität nicht mithalten. Auch Spanien und Portugal sind im Ranking deutlich nah bei Frankreich. Das einzige Manko ist der Besuch der Eliteausbildungsstätten. Dann gibt es die dritte Gruppe, die sich aus Deutschland, Italien und Niederlande zusammensetzt. Die einzige Gemeinsamkeit, die noch mit Frankreich besteht, ist die soziale Rekrutierung der politischen Elite, d.h. der überwiegend hohe Anteil an GroßbürgerInnen- und BürgerInnenkindern auf diesem Gebiet. Schließlich gibt es noch die vierte Gruppierung. Hier erhalten die Eliten eine „normale“ Ausbildung. Auch setzen sie sich vorwiegend aus den unteren Schichten zusammen, was also die gegensätzliche Richtung von Typ 1 beschreibt. Ein Beispiel dafür ist Skandinavien. Alle anderen Staaten sind diesbezüglich entweder keiner speziellen Richtung zuzuordnen oder sie sind Mischtypen (vgl. Hartmann 2007, S. 224 f.).

3.4 Einkommensungleichheit

Da Eliten Macht besitzen und diese Macht meist dazu benutzt wird, um die eigenen Interessen durchzusetzen und weil Macht früher oder später zu Ungleichheit führt, wird auch dieses Thema behandelt. Hier erstellte Hartmann (2007, S. 227) eine Tabelle, basierend auf Daten der Europäischen Kommission aus dem Jahre 2005, Eurostat und von den Unterlagen von Anne-Catherine Guio. Es handelt sich dabei um die einzelnen Staaten Europas. Als Vergleichsfaktor gilt der Gini-Koeffizient, der zwischen dem Wert 0 und 1 liegt. Der Wert 0 bedeutet vollkommene Gleichheit und der Wert 1 das Gegenteil, also Ungleichheit. Besonders negativ fallen die Werte für Südeuropa aus. Auch in Westeuropa sind die Werte ungünstig. Sowohl der Gini-Koeffizient, als auch die Armutsquote fallen im Vergleich zu Skandinavien bspw. sehr hoch aus (vgl. Hartmann 2007, S. 227).

Vergleicht man die bisherigen Daten mit diesen Werten, findet man viele Übereinstimmungen. Wie vorher erwähnt, werden die Eliten der skandinavischen Länder überwiegend von unteren Schichten dominiert. Daher ergibt sich eine niedrige Armutsquote und ein niedriger Gini-Koeffizient. Im Gegensatz dazu weisen Länder wie Portugal und Spanien höhere Prozentzahlen auf. Man sieht also, dass es hier sehr wohl Parallelen und eine voneinander abhängige Verbindung gibt. Außerdem sollte man andere Faktoren nicht außer Acht lassen, um ein klares Bild zu erhalten. Diese sind unter anderem historische Hintergründe oder soziale Unterschiede (vgl. Hartmann 2007, S. 226 ff.).

4. Die Banalität der Macht

Es ist klar, dass Eliten Macht besitzen und diese auch einsetzen, zwangsweise auch durch Sanktionen. Da aber nicht jede/r Teil davon sein kann, gibt es nicht unendlich viele Elite-Mitglieder. Dafür gibt es viel mehr Menschen, die als „durchschnittlich“ gelten. Die Frage, die hier gestellt wird, ist: „Wie geschieht es, dass wenige Macht über viele gewinnen?“ (Popitz 2010, S. 271) In der Abhandlung „Prozesse der Machtbildung“ werden drei Beispiele genannt, die zum Verständnis dieser Thematik beitragen sollen. Es stellt sich dabei auch heraus, dass es sich nicht unbedingt um eine Elite handeln muss, um an die Herrschaft zu gelangen. Ein Beispiel davon beschreibt die Situation auf einem Passagierschiff im Mittelmeer, das untenstehend demonstriert wird. Vornweg ist anzumerken, dass alle Personen an Bord gleichgestellt sind und dass aufgrund des Schauplatzes keine/r der Situation ausweichen kann. Überdies bilden sich in diesem Beispiel letztendlich hierarchische Verhältnisse heraus (vgl. Popitz 2010, S. 272).

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Details

Seiten
15
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668688384
ISBN (Buch)
9783668688391
Dateigröße
532 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v421232
Institution / Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Note
2
Schlagworte
soziale ungleichheit macht herrschaft eine betrachtung

Autor

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