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Die Bedeutung der Globalisierung für kleine und mittlere industrielle Unternehmungen

Seminararbeit 2002 24 Seiten

BWL - Industriebetriebslehre

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen der Globalisierung
2.1 Der Begriff „Globalisierung“ - Definition und Abgrenzung
2.2 Tendenzen und Aspekte der Globalisierung
2.3 Kleine und mittlere Unternehmungen im Globalisierungsprozess

3. Einfluss der Globalisierung auf kleine und mittlere industrielle Unternehmungen
3.1 Globalisierung versus Regionalisierung
3.2 Strategische Handlungsmöglichkeiten
3.2.1 Globalisierung als Herausforderung an das Management
3.2.2 Arbeitswirtschaftliche Aspekte der Globalisierung
3.2.3 Forschung, Entwicklung und Know-How Schutz
3.3 Möglichkeiten und Probleme der Internationalisierung
3.4 Netzwerkstrategien als Zugang zu globalen Märkten
3.5 Neue Herausforderungen am Beispiel von Zulieferbetrieben der Automobilindustrie

4. Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Der Begriff Globalisierung ist in den letzten Jahren zu einem Schlagwort geworden, dass in allen Bereichen des Lebens inflationär verwendet wird (laut FAZ war es 1998 das am meisten gebrauchte Wort in der Berichterstattung). Globalisierung ist ein Prozess der entweder als Bedrohung oder als Chance angesehen. Je nachdem welche Perspektive gewählt wird, kann dieser Prozess unterschiedlich wahrgenommen und gedeutet werden. Inhalt dieser Arbeit soll aber nicht sein diese beiden Standpunkte gegeneinander abzuwägen, sondern welchen Einfluss dieses komplexe Gebilde der Liberalisierung und Deregulierung auf kleine und mittlere industrielle Unternehmen hat. Wie sie versuchen müssen ihre Strukturen den Veränderungen und Gegebenheiten eines dynamischen Marktes immer wieder neu und optimal anzupassen und dabei die Entwicklung effizienter Organisationsstrukturen nie aus den Augen verlieren dürfen.

2. Theoretische Grundlagen der Globalisierung

2.1 Der Begriff „Globalisierung“ – Definition und Abgrenzung

Globalisierung bezeichnet keinen Zustand sondern einen Prozess. Eine Entwicklung, die bis in die Anfänge der Industrialisierung zurückreicht. Am Anfang stand die Einsicht, dass Staaten, die sich wirtschaftlich nicht abschotten, sondern in einen offenen Austausch mit anderen Volkwirtschaften treten, davon profitieren und Wohlstandsgewinne erzielen. Betriebswirtschaftlich ausgerichtet definiert sich Globalisierung als „Form der internationalen Strategie einer grenzüberschreitend tätigen Unternehmung (globale Unternehmung), bei der Wettbewerbsvorteile weltweit mittels Ausnutzung von Standortvorteilen (internationale Standortpolitik) und Erzielung von economies of scale aufgebaut werden sollen.“[1]. Bereits 1983 prophezeite Levitt das Ende der multinationalen Konzernen, die eine differenzierte, länderspezifische Marktbearbeitung betreiben.[2]

Als Theoretisches Fundament der Globalisierungsthese dient die Konvergenztheorie, wonach unterschiedliche Sozialisationen sich aufgrund technischer und wirtschaftlicher Entwicklung immer weiter annähern, was zur Folge hat, dass auch kulturelle Differenzen abnehmen. Ursprünglich war die These der Globalisierung auf die internationale Produkt- und Programmpolitik beschränkt. Nach und nach vollzog sich eine Ausweitung auf den gesamten internationalen Marketing-Mix und schließlich auf die komplette Unternehmenstätigkeit (internationales Management).[3] Wegen einer mangelnden Standardisierbarkeit der meisten Produkte und Unternehmensaktivitäten aufgrund unterschiedlicher sozio-ökonomischer, natürlich-technischer, sozio-kultureller und politisch-rechtlicher Länderspezifika, ist eine vollkommene Konvergenz der Märkte aber unwahrscheinlich.

2.2 Tendenzen und Aspekte der Globalisierung

Im Zuge der Industrialisierung (zuerst Europa, Nordamerika, dann Japan und immer weitere Länder) kam es wiederholt zu „Globalisierungsschüben bzw. -intervalle“, in deren Verlauf sich ein enges Geflecht wirtschaftlicher Beziehungen auch zwischen weit entfernten Regionen bildete.[4] Vorausgegangene großregionale und weltwirtschaftliche Integrationsprozesse sind folglich der Grundstock der heutigen Globalisierung. In diesem Prozess entwickeln sich die einzelnen Unternehmensstrukturen zu transnationalen Unternehmensnetzen. Diese Netze kooperieren wiederum mit anderen Unternehmensnetzen und werden selbst wieder Teil dieser Netze.[5] In dem Maße, in dem die Märkte und Produktionsprozesse sich globalisieren, verselbstständigt sich das internationale System. Mit zunehmender gegenseitiger Verflechtung wird die nationale Ebene immer unbedeutender und letzten Endes von der internationalen vollständig substituiert.[6] Dies hat zur Folge, dass

a) in einer globalisierten Ökonomie, die politische Regelbarkeit in Frage gestellt würde,
b) die Transformation von multinationalen in transnationale Unternehmen (Aufgabe des Hauptsitzes in einem bestimmten Land),
c) Rückgang des politischen Einflusses und der wirtschaftlichen Stärke der Arbeitnehmer,
d) die zunehmende Multipolarität des internationalen politischen Systems (ein einzelnes Land könnte seine Vorstellungen weder auf seinem Territorium noch auf anderen durchsetzen).[7]

Kennzeichnend für den Globalisierungsprozess sind zwei zentrale Aspekte:

1) Die Entstehung globaler Märkte. Im Zuge der Expansion des Welthandels entstehen zunehmend Gütermärkte, die hinsichtlich der Anbieter und Nachfragestrukturen global dimensioniert sind.[8] Bei dieser schrittweisen Bewegung in Richtung freier Handel, Geld- und Aktienfluss und unter gleichzeitiger Reduzierung von Handelsbarrieren nimmt der Warenverkehr zu und hat gleichzeitig einen höheren internationalen Wettbewerb zur Folge.
2) Die Aktivitäten der transnationalen Unternehmen zu deren Vorreitern bezüglich des Internationalisierungsprozesses überwiegend große Unternehmen zählen.[9] Zwar entwickeln auch mittelständische Unternehmen ein transnationales Gepräge, doch liegt ihr Anteil bei weniger als zehn Prozent.[10] Ein wesentliches Augenmerk liegt dabei auf den Kostenunterschieden, die zwischen verschieden Staaten auftreten. Global agierende Konzerne sind bemüht Beschaffung, Produktion und Vermarktung innerhalb ihrer Niederlassungsnetze optimal zu organisieren um somit Produktionskosten zu minimieren was wiederum zu einer verbesserten Wettbewerbssituation auf dem internationalen Markt führt.

2.3 Kleine und mittlere Unternehmen im Globalisierungsprozess

Kleine und mittlere Unternehmen grenzen sich gegenüber großen Unternehmen bezüglich der Höhe des Umsatzes und/oder die Beschäftigtenzahl der Unternehmen, sowie durch die Bilanzsumme ab. Neben diesen quantitativen Merkmalen werden aber auch qualitative Aspekte wie die Einheit von Eigentum und unternehmerischer Verantwortung als charakteristisch für kleine und mittlere Unternehmen angesehen (Eigentümer-Unternehmer). Allgemein akzeptierte statistische Kriterien zur Abgrenzung existieren nicht. Eine häufig verwendete Klassifizierung zieht die Obergrenze für kleine Unternehmen bei 9 Beschäftigten oder einem Jahresumsatz unter 1 Mio. DM, für mittlere Unternehmen bei 10 bis 499 Beschäftigten oder weniger als 100 Mio. DM und für große Unternehmen bei mehr als 500 Beschäftigten oder mehr als 100 Mio. DM (Unternehmensgrößenstruktur).[11] In der Praxis ist die Frage der Abgrenzung insbes. für Maßnahmen der Mittelstandsförderung relevant.[12]

Nach einer neueren Definition ist ein Unternehmen immer dann mittelständisch, wenn bei drohendem Konkurs der Staat nicht hilft.[13]

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) werden auf unterschiedliche Weise mit der Globalisierung (oder Globalisierungsprozess) der Märkte konfrontiert:

- Als Anbieter bzw. Nachfrager treten sie auf Märkten auf, die verschieden stark von der Globalisierung erfasst werden.
- Das Unternehmen selbst wird in seiner Handlungsmöglichkeit stark durch die gesamtwirtschaftlichen und staatlichen Rahmenbedingungen beeinflusst und ist somit stark von der nationalen Regierung abhängig.
- Als Markteilnehmer werden sie durch die weltwirtschaftlichen Knappheits- und Faktorpreisverhältnisse beeinflusst. Dies ist auch dann der Fall, wenn sie nicht direkt dem globalen Wettbewerb ausgesetzt sind.[14]

Da alle Unternehmen innerhalb eines komplexen, hierarchisch gegliedertem Marksystems agieren, das Märkte mit sehr differenziertem geographischen Einzugsbereich sowie unterschiedlichem physischem und wertmäßigem Umfang miteinander verbindet, ist auch der Einfluss der Globalisierungstendenz auf die Unternehmen unterschiedlich.[15] Die Grafik verdeutlicht, dass kleine und mittlere Unternehmen überwiegend auf den unteren Stufen der Markthierarchie agieren. Große Unternehmen dagegen auf den oberen. Demzufolge stehen KMU in der Regel nicht direkt in einem globalen Wettbewerb mit Unternehmen aus anderen Regionen der Welt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Gabler-Wirtschaftslexikon, Globalisierung, 14. Auflage, Wiesbaden, 1997

[2] Vgl. Gabler-Wirtschaftslexikon, Globalisierung, 14. Auflage, Wiesbaden, 1997

[3] Vgl. Gabler-Wirtschaftslexikon, Globalisierung, 14. Auflage, Wiesbaden, 1997

[4] Vgl. Fieten, Robert, Globalisierung der Märkte, S. 10

[5] Vgl. Koch, Eckart, Globalisierung der Wirtschaft, München, 2000, S.4

[6] Vgl. Hirst, Paul und Thompson, Grahame, in Beck, Ulrich, Politik der Globalisierung, Frankfurt, 1998, S.90

[7] Vgl. ebenda, S. 90-93

[8] Vgl. Fieten, Robert, Globalisierung der Märkte, S. 17

[9] Vgl. Fieten, Robert, Globalisierung der Märkte, S. 12

[10] Vgl. Ebenda, S. 13

[11] Vgl. Gabler-Wirtschaftslexikon, Mittelstand, 14. Auflage, Wiesbaden, 1997

[12] Vgl. Gabler-Wirtschaftslexikon, Mittelstand, 14. Auflage, Wiesbaden, 1997

[13] Vgl. Schleyer, Hans-Eberhard, in Biskup, Rheinhold, Globalisierung und Wettbewerb, Bern, 1996, S. 242

[14] Vgl. Fieten, Robert, Globalisierung der Märkte, S. 19

[15] Vgl. Ebenda, S. 19

Details

Seiten
24
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638126106
ISBN (Buch)
9783638722834
Dateigröße
966 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v4214
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg – Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
Globalisierung kleine und mittlere industrielle Unternehmungen

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