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Zusammenfassung des Buchs "Medienpädagogik. Ein Studienbuch zur Einführung"

Zusammenfassung 2016 31 Seiten

Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

Inhalt

Kapitel 1 Einleitung: Zur Relevanz der Medienpädagogik in mediatisierten Gesellschaften
1.1 Mediengesellschaft – Medienkindheit?
1.2 Digital Natives – Digital Immigrants?
1.3 Medien für Kinder – Medien gegen Kinder
1.4 Was machen Medien mit Menschen – was machen Menschen mit Medien?
1.5 Wertvolle Primärerfahrungen – wertlose Medienerfahrungen?
1.6 Neue Medien – neue Herausforderungen?
1.7 Lernen mit Medien – Lernen über Medien
1.8 Medienforschung – medienpädagogische Forschung?
1.9 Ungestellte Fragen – offene Antworten?
Zusammenfassung
Weitere Fragen:

Kapitel 2 Mediensozialisation: Aufwachsen in mediatisierten Lebenswelten
2.1 Normative Positionen
2.2 Forschungsansätze
2.3 Empirische Befunde
2.4 Basistheorien der Mediensozialisationsforschung (stammen aus versch. Disziplinen)
2.5 Nutzung der Medien zur Bewältigung allgemeiner Entwicklungsaufgabe
2.6 Gelingende Mediensozialisation im Alltag
Zusammenfassung
Fragen

Kapitel 3 Ein Blick zurück: Zur Entwicklung der Medienpädagogik im deutschsprachigen Raum
3.1 Normativ und bewahrungspädagogisch – Medienpädagogik zu Beginn des 20. Jahrhunderts
3.2 Instrumentalisierung von Medien für ideologische Zwecke im Dritten Reich
3.3 Präventiv und aufklärend – Medienpädagogik nach 1945
3.4 Kritisch-emanzipatorisch versus technologisch-funktional – Medienpädagogik ab 1960
3.5 Reflexiv und handlungsorientiert – Medienpädagogik in den 1970er und 1980er Jahren
3.6 Medienpädagogik in der DDR (Vorangegangenes bezog sich auf Westdeutschland, jetzt Einschub DDR)
3.7 Medienpädagogik Ende des 20. Und zu Beginn des 21. Jahrhunderts
3.8 Entwicklung der Medienpädagogik in Österreich
3.9 Medienpädagogik in der deutschsprachigen Schweiz
Zusammenfassung
Fragen

Kapitel 4 Medienpädagogische Ansätze: Grundhaltungen und ihre Konsequenzen
4.1 Bewahren: Medienkontakte einschränken
4.2 Reparieren: Verarbeitungshilfen geben
4.3 Aufklären: Die Medien durchschauen
4.4 Reflektieren: Den Medienalltag bewusst gestalten
4.5 Handeln: Zum Prosumenten (Produzent + Konsument→aktiver Nutzer) werden
4.6 Integration und Weiterentwicklung der Ansätze
Zusammenfassung
Fragen

Kapitel 5 Medienkompetenz: Bildungsaufgabe und Zielkategorie
5.1 Medienkompetenz als Zielkategorie pädagogischen Handelns
5.2 Theoretische Wurzeln des Medienkompetenzbegriffs
5.3 Medienkompetenz oder Medienbildung?
5.4 Dimensionen von Medienkompetenz
5.5 Faktoren, die den kompetenten Umgang mit Medien beeinflussen
5.6 Neue mediale Herausforderungen – neue erforderliche Kompetenzen?
5.7 Medienkompetenz als Aufgabe lebenslangen Lernens
5.8 Möglichkeiten der empirischen Untersuchung von Medienkompetenz
5.9 Möglichkeiten der Vermittlung von Medienkompetenz
5.10 Medienpädagogische Kompetenz
Zusammenfassung
Fragen

Literaturangabe:

Kapitel 1 Einleitung: Zur Relevanz der Medienpädagogik in mediatisierten Gesellschaften

1.1 Mediengesellschaft – Medienkindheit?

- Medienpädagogik gehört zu Pädagogik und Erziehungswissenschaften und umfasst alle Theorien und Studien, die sich mit der Rolle der Medien in Erziehung, Bildung und Sozialisation befassen, Begriff ist eng an KuJ gekoppelt
- 1990er Jahre: Begriff Medienbildung→keine enge Koppelung mehr an KuJ, da Bildung lebenslanger Prozess ist→Medienbildung vermittelt Kulturtechniken und hebt Bezug zu Bildungsauftrag der Schulen hervor
- Beginn des 21. Jhd.: Medienkompetenzförderung, um negative Effekte der Medien auf Individuen einzudämmen und konstruktiven Medienumgang zu garantieren
- Mediatisierung: Ausrichtung des Handelns gesellschaftlicher Akteure an Gesetzmäßigkeiten und Aufmerksamkeitslogiken des Mediensystems→je nach Resonanz in den Medien werden Ereignisse geschaffen
- Gesellschaftliche Teilsysteme werden zunehmend mediatisiert , auch Bildungsinstitutionen→Erziehung, Sozialisation und Bildung ohne Medien ist nicht mehr denkbar→Erwerb von Medienkompetenz ist Entwicklungsaufgabe, um Mitglied der Gesellschaft werden zu können

1.2 Digital Natives – Digital Immigrants?

- Generationengestalten: Bedingungen des Aufwachsens in bestimmten Alterskohorten→durch wirtschaftliche, kulturelle, soziale und politische Entwicklungen zeigen sich Unterschiede zu einer früher geborenen Kohorte
- Unterschiedliche Leitmedien (Medium, das hohe Verbreitung hat, intensiv genutzt wird, zahlreiche Funktionen wahrnimmt und zu dem viele Menschen hohe Bindung haben) prägen die verschiedenen Generationen
- Digital Natives: sind mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien aufgewachsen→selbstverständlicher Bestandteil ihrer medialen Umwelt→die „Net Generation“→Kennzeichen: Affinität zu Computer- und Videospielen als Freizeitbeschäftigung
- Digital Immigrants: haben digitale Medien als Bestandteil des Alltags erst als Erwachsene kennen gelernt (z.B. Videogames)
- Viele hoch geschätzte Fähigkeiten werden der jungen „Gamer Generation“ zugeschrieben→es gibt keinerlei Grund für die Skepsis der Eltern
- Mögliche Risiken: SuS haben Mühe, sich länger auf eine Aufgabe zu konzentrieren, können keine Langeweile mehr aushalten, viele Beziehungen in Online Communities, die jedoch wenig verbindlich sind, Recherchestrategien im Internet sind wenig reflektiert→glauben dass alles so stimmt, wie es da steht

1.3 Medien für Kinder – Medien gegen Kinder

- Vor allem Negativmeldungen zum Einfluss von Medien auf Kinder
- Studien zeigen jedoch, dass Jugendliche heute ohne große Krisen durch den Alltag kommen, ein positives Verhältnis zu ihren Eltern, Lehrpersonen und Peers pflegen
- ABER: Amokläufe durch Jugendliche, „Happy Slapping“ und „Cyber Bullying“, Internetsucht und Computerspielabhängigkeit: Eindruck, dass Medien primär Risikofaktor für Jugendliche ist
- Kindgerechtes Aufwachsen in medienarmer Umwelt, um Schonräum zu schaffen

1.4 Was machen Medien mit Menschen – was machen Menschen mit Medien?

- Seit den 1970ern: Mediensozialisation als Forschungsperspektive im deutschsprachigen Raum→Sozialisation meint aktive Auseinandersetzung des Individuums mit seiner Umwelt (nicht Prozess der Anpassung!!!)→wechselseitige Wirkung→Medien sind Teil dieser Umwelt (tertiäre Sozialisationsinstanzen)→sie prägen Lebenswelt der Individuen
- Selbst-, Menschen- und Weltbild wird durch Medienerfahrungen mitgeprägt
- Kulturpessimismus (Medien als Quelle von Entwicklungsdefiziten und gesellschaftlicher Gefährdungen) versus kritischer Optimismus (Medien können auch Ressourcen sein→Medien gehören zur heutigen Gesellschaft, produktiver Umgang ist möglich und findet meisten auch statt; kritisch ist: Medien werden zur Verantwortung für eine anspruchsvolle Medienkultur angehalten und Bedingungen risikohaften Medienumgangs werden untersucht)

1.5 Wertvolle Primärerfahrungen – wertlose Medienerfahrungen?

- Primärerfahrungen sind immer wertvoller als Sekundärerfahrungen
- „Beta-Kinder“: Intensivnutzer der Medien; „Alpha-Welt“: Reale Begegnungen und Handlungsoptionen im Alltag→Sowohl Alpha- als auch Beta-Welt kann anregungsreich oder –arm sein→entwicklungsförderlich: wenn Alpha-Welt und Beta-Welt reichhaltig sind; risikoreich: wenn Alpha-Welt und Beta-Welt einseitig sind; wenn je eine Welt reichhaltig und die andere einseitig ist, ist dies zwar riskant aber aushaltbar→Sozialisation auf parasozialer Ebene ist genauso wertvoll wie die durch unmittelbare Bezugspersonen
- Sozial-ökologische Perspektive: Medien werden in verschiedenen Lebensbereichen genutzt um Beziehungen zu gestalten und Freiräume abzugrenzen
- Mediensozialisationsforschung fokussiert Prozesse, die mit fundamentalen Entwicklungsaufgaben verbunden sind→Entwicklungsthemen, die Gesellschaft an KuJ heranträgt→Bewältigung: gesellschaftliche Integration, Scheitern: eingeschränkte Handlungs- und Entfaltungsmöglichkeiten→Erwerb von Medienkompetenz ist Entwicklungsaufgabe um in Informations- und Mediengesellschaft vollwertiges Mitglied zu sein

1.6 Neue Medien – neue Herausforderungen?

- Kompetenzerwerb ist prozesshaft→Prozesse sind nie abgeschlossen und erfordern lebenslanges Lernen→alle Medien müssen als Bestandteile von Kultur betrachtet werden

1.7 Lernen mit Medien – Lernen über Medien

- Medien als Unterstützung für Lehren und Lernen→Mediendidaktik setzt an Lebenswelt der SuS an und untersucht, wie Medien in formellen und informellen Lehr-/Lernprozessen zum Tragen kommen
- Einsatz von Lernmedien: erhöhte Effektivität und Effizienz des Lernens und Lehrens
- Mediendidaktik ist mit Medienerziehung unauflöslich verbunden, da Reflexion über Möglichkeiten und Grenzen eines Mediums Voraussetzung für Lernen sind

1.8 Medienforschung – medienpädagogische Forschung?

- Mediensozialisationsforschung liefert Grundlagen, um Medienalltag von KuJ und ihren Bezugspersonen zu kennen
- Guter Überblick über den Wandel des Medienbindungen und –präferenzen: KIM- und JIM-Studien

1.9 Ungestellte Fragen – offene Antworten?

- Medienerziehung: erschwerte Bedingungen→Erwachsene fühlen sich durch den Rückstand auf KuJ im Umgang mit neuen Technologien so verunsichert, dass sie Thema beiseitelassen
- Medienpädagogik ist in frühem Stadium der Professionalisierung→medienpädagogische Kompetenzen werden zunehmend nachgefragt→sind darauf angewiesen, Medienalltag der Rezipienten zu verstehen und zu wissen, wie man konstruktiven Medienumgang fördern kann
- Rechtlicher Rahmen: Kinder müssen vor ungeeigneten Medieninhalten und destruktiven Mediennutzungsformen geschützt werden→ABER: Kinder haben Recht auf Zugang zu den Angeboten unserer Kultur (auch Medien und ihre Inhalte!)→Medienpädagogik muss das Entwicklungsförderliche im Medienalltag ermöglichen und zugleich ein sicheres Umfeld für KuJ bieten
- Artikel 17 (UN- United Nations 1989): Zugang zu den Medien, Kinder- und Jugendschutz: Medien sind verpflichtet, die Heranwachsenden als Zielgruppe zu berücksichtigen und sie vor problematischen Inhalten zu schützen
- Artikel 31: Freizeit, spielerische und kulturelle Aktivitäten: Medien sind ein Teil unserer Kultur→Kinder haben Recht auf Medienzugang
- Artikel 33: Konsum und Handel mit Drogen: Medien können unter bestimmten Umständen eine starke Sogwirkung entfalten→Kinder haben ein Recht auf Schutz vor Medienabhängigkeit

Zusammenfassung

- Medienpädagogik ist multidisziplinäres Feld→stellt Theorien, empirische Forschung und Handlungskonzepte zur Verfügung, um Heranwachsen in mediatisierten Gesellschaft und Optionen für Förderung von Medienkompetenz zu verstehen→durch mediatisierte Gesellschaft→neue Herausforderungen
- Digital Natives gehen anders mit neuen Medien um als ältere Generation und entwickeln andere Haltungen im sozialen Bereich und in der Arbeitswelt
- Forschungsstand in Medienpädagogik ist noch nicht befriedigend (z.B. wenig Evaluationsstudien zu Wirksamkeit medienpädagogischer Interventionen)
- Neuer Aufschwung der Mediendidaktik im Zusammenhang mit neuen interaktiven Medien (Computer, Internet)

Weitere Fragen:

- Welche Fragen sind angesichts der Mediatisierung von Gesellschaften und kindlichen Lebenswelten aus Ihrer Perspektive medienpädagogisch besonders relevant?
- Welche Rolle spielte Medienpädagogik in Ihrer eigenen Medienbiografie? Auf welche Weise haben Sie sich die Medien angeeignet bzw. den Umgang mit Medien gelernt? Welche Rolle spielten in diesem Zusammenhang die Eltern, Freunde, Geschwister und Schule?
- Ist Aufwachsen heute durch die Medien schwieriger und riskanter? Inwieweit stellen sich neue Entwicklungsaufgaben für Heranwachsende?
- Inwieweit können andere Disziplinen die Medienpädagogik als multidisziplinäres Fach befruchten?

Kapitel 2 Mediensozialisation: Aufwachsen in mediatisierten Lebenswelten

- Sozialisation: Interaktion zwischen Individuum und Umwelt→führt zur persönlichen Entwicklung und Selbstfindung→keine Anpassung an Umwelt, sondern aktive Auseinandersetzung und Mitgestaltung
- Mediensozialisation: umfasst alle Aspekte, bei denen die Medien für psychosoziale Entwicklung der Heranwachsenden eine Rolle spielen
- Durch Medien Erwerb von Kompetenzen und Fertigkeiten, die zur konstruktiven und zufriedenstellenden Lebensführung innerhalb der Gesellschaft notwendig sind
- Medienkompetenz als Entwicklungsaufgabe
- Mediensozialisation wird beeinflusst durch Erziehende, Gleichaltrige, Individuen selbst und gesellschaftliche Rahmenbedingungen
- Sozialisationsprozess findet lebenslang statt; Mediensozialisation ist ein wechselseitiger Prozess→Eltern sozialisieren ihre Kinder und Kinder sozialisieren ihre Eltern

2.1 Normative Positionen

- Dreigrundhaltungen zum Stellenwert der Medien für das Aufwachsen von KuJ:
- Kulturpessimistische Position: geht davon aus, das Medien die psychosoziale Entwicklung von KuJ gefährden und kaum etwas Positives beitragen können→enger Medienbegriff wird verwendet, der die jeweils aktuellen Leitmedien fokussiert→Diese Position berücksichtigt empirische Befunde der Medienwirkungsforschung nur sehr selektiv→Beispiel Simpsons: es wird ein direkter Schluss von Inhalten auf Wirkungen gezogen, ohne die aktive Rolle der Rezipienten mit zu betrachten
- Medieneuphorische Position (vor allem in Bezug auf Computer und Internet = neue Medien): Potenziale der neuen Medien für Aufwachsen der Kinder werden in der Vordergrund gestellt, ohne potenzielle Risiken zu reflektieren→ebenfalls selektive Argumentation→es werden ausschließlich positive Auswirkungen hervor gehoben (Beispiel Gamer: hohe Risikobereitschaft, starker Teamgeist, hohe Flexibilität,…)
- Kritisch-optimistische Position: Betont die aktive Rolle der Rezipienten im Umgang mit Medien→aktives, realitätsverarbeitendes Individuum, das sich je nach situativen Kontexten, Bedürfnislagen und handlungsleitenden Themen mediale Inhalte aussucht und für sich nutzbar macht→Medien haben unterschiedliche Wirkungen auf psychosoziale Entwicklung von KuJ→Medien als wertvolle Ergänzung von Primärerfahrungen (nicht als Ersatz!) (vgl. hierzu Alpha-Welt und Beta-Welt→optimale Sozialisationsumwelt besteht aus reichhaltigem Angebot aus Alpha- UND Beta-Welt→in beiden Bereichen sollten Begegnungs- und Rückzugsräume bestehen; wenn Alpha-Welt wenig Ressourcen anbietet oder Belastungen enthält kann Flucht in Beta-Welt und damit sehr starke Mediennutzung stattfinden)

2.2 Forschungsansätze

- Mediensozialisationsforschung ist in der qualitativen und quantitativen Methodik verankert
- Quantitative Untersuchungen: möglichst große Anzahl von Personen befragen→Einsatz standardisierter Methoden→keine freien Antworten (z.B. Fragebogen)
- Qualitative Untersuchungen: nicht standardisierte Untersuchungen→meist offene Fragen→freie Erzählung möglich (Erhebungsmethoden: Interviews oder Gruppendiskussionen)→Medienpädagogisch orientierte Forschung ist oft qualitativ angelegt
- Sozialtheoretische Perspektive: es geht darum, wie Identität von KuJ durch Medienangebote beeinflusst werden kann, wie und warum sie bestimmte Inhalte auswählen

2.3 Empirische Befunde

- Studien zum Medienalltag von KuJ sind für Mediensozialisationsforschung relevant, wenn sie spezifische Interaktionen zwischen Individuen, Institutionen und gesellschaftlich Verhältnissen sichtbar machen, die für Persönlichkeitsentwicklung der KuJ bedeutsam sind
- Vorurteile, die öffentlich anzutreffen sind, halten einer empirischen Überprüfung nicht stand (z.B. Gewaltbereitschaft der Jugendlichen steigt wegen Medien)
- Befunde: Je älter die Kinder sind, desto größer ist Medienensemble, das (ohne Kontrolle) zur Verfügung steht, Medienzugang und inhaltliche Präferenzen sind nach Geschlecht und sozialen Milieus unterschiedlich, Gleichaltrige stehen immer noch an erster Stelle, Fernsehen als Leitmedium der Kinder, Internet und Computer als Leitmedien der Jugendlichen, Handy ist sehr beliebt (bei Mädchen mehr als bei Jungen)
- Bindung an Medien verschiebt sich zwischen Kindheit und Jugendalter→Bindung der Kinder an Fernseher oder Bücher hängt in hohem Maße von der Bindung der Eltern an diese Medien ab
- Gesamtmedienzeit ist relativ konstant geblieben
- Fernsehen zentraler Konfliktherd in der Familie
- Medienzugang hat sich bei den Altersgruppen nach unten verschoben→immer jüngere Kinder verfügen über breites Medienensemble
- Durchschnittliche Zeit für Bücherlesen hat abgenommen, Mädchen lesen aber immer noch mehr als Jungen – Computerspielen hat bei Mädchen zugenommen, Jungen spielen aber immer noch mehr als Mädchen
- Neue Medien führen nicht zu Ersatz der alten Medien (Displacement), sondern stellen Erweiterung der Medienzeiten und des Medienzugangs dar (Kumulation)
- Unterschiede im internationalen Vergleich werden durch unterschiedliche Schulzeiten sichtbar: Unterricht bis 16 Uhr versus Unterricht bis 14 Uhr→ausgeprägtere Medienzeit am Nachmittag
- Die JFF-Studien machen darauf aufmerksam, dass Geschlecht und Bildungsniveau der KuJ zentrale Rolle spielen, welche Medien genutzt werden
- KuJ sind bedeutende Zielgruppe der Medien→es werden Medieninhalte extra für Kinder produziert (Beachtung pädagogischer und entwicklungspsychologischer Grundsätze) (z.B. logo! auf KiKa)→aber je älter Kinder werden, desto mehr reizen sie Medienangebote, die nicht für ihre Altersgruppe geeignet sind

2.4 Basistheorien der Mediensozialisationsforschung (stammen aus versch. Disziplinen)

2.4.1 Entwicklungspsychologische Grundlagen

- Konstrukt der Entwicklungsaufgaben (Havighurst): für Sozialisationsforschung wichtig→sind Sozialisationsziele, die in bestimmten Altersabschnitten, bei bestimmten Übergängen in der Biografie zur Bewältigung anstehen→gesellschaftlicher Kontext bestimmt mit, wie wichtig bestimmte Entwicklungsaufgaben sind
- Konstrukt der Entwicklungsaufgaben umfasst gesellschaftliche Erwartungen und vom Individuum selbst gesetzte Entwicklungsziele→interaktionistisches Sozialisationskonzept
- Es werden F-Kompetenzen (Fähigkeiten) und B-Kompetenzen (Berechtigungen) unterschieden→es geht um Selbst- und Sozialkompetenz und Selbstengagement
- F-Kompetenzen erwerben: Entwicklungsaufgaben; B-Kompetenzen: werden durch Gesellschaft zugewiesen (Anerkennung erworbener und Voraussetzung weiterer F-Kompetenzen)
- Beispiel Medienbereich: F-Kompetenz: Fähigkeit, Computerspiel zu beherrschen; B-Kompetenz: Computerspiel wird mit Altersfreigabe versehen und damit eingeschränkt
- Entwicklung ist mit Belastungen und Krisen verbunden:
- Kritische Lebensereignisse: Unerwarteter Verlust eines Elternteils, Scheidung,…
- Chronische Spannungen: Alkoholabhängige Eltern, Mobbing
- Schwierige Übergänge: Schuleintritt, Übergang von Schule in Ausbildung
- Bewältigung (=Versuche, Anforderungen und Belastungen im Alltag zu meistern) dieser Belastungen: Medien kann hierbei bedeutende Rolle zukommen→Medienfankulturen bieten Rückzugsort vor Streit oder Selbstwert kann aufgebaut werden→damit gehe aber auch Risiken einher: bei Mobbing führt Flucht in Medienwelt zu weiterer Isolation wodurch Belastungen weiter verschärft werden

2.4.2 Soziologische Grundlagen

- Sinn der Sozialisation: Individuum muss gesellschaftsfähig werden→gesellschaftlicher Wandel und Sozialisation sind miteinander verknüpft→Individuen gestalten Gesellschaft mit und um→Umgang mit Medien→weitere Ausgestaltung der Mediengesellschaft→bedeutsam ist welche Medienangebote und Mediennutzungsstile angenommen und zurückgewiesen werden
- Soziologie schärft den Blick für den gesellschaftlichen Wandel und die damit verbundenen Generationenunterschiede→Moderne Gesellschaft hat sich verändert→Erwartungen an Altersnormen, Genderrolle, Berufsorientierungen sind offener und beliebiger geworden→junge Menschen suchen in Medien Orientierungshilfen→Medien der Moderne führen den Menschen vor, welche Optionen sie erreichen könnten→da globale Offenheit, wirken kulturelle und nationale Grenzen überflüssig→Medien ermöglichen Interaktion rund um die Welt
- Medien als Instrumente der Selbstbeobachtung und Selbstreflexion der Gesellschaft verschärfen Wahrnehmung von Risiken (z.B. Vogelgrippe,…)
- Hauptziel der Sozialisation: Kompetenzen, Wissen zu erwerben, effizient aufzubereiten, zu speichern und in Anwendungssituationen zu aktualisieren→jedoch Wandel dahingehend, dass Wissen nicht mehr an Menschen gebunden ist sondern in intelligente Systeme eingearbeitet wird→Ablösung der kognitiven Kraft des Menschen

[...]

Details

Seiten
31
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668699465
ISBN (Buch)
9783668699472
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v423575
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule in Schwäbisch Gmünd
Note
1,0
Schlagworte
medienpädagogik studienbuch einführung eine zusammenfassung

Autor

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