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Problematik bei der Planung und Gestaltung des Unterrichts am Beispiel der schulpraktischen Übung

Hausarbeit 2017 16 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in das Thema
1.1 Ziel dieser Arbeit
1.2 Bedeutung des Unterrichts und Unterrichtsqualität
1.3 Besonderheiten des Fremdsprachenunterrichtes 4

2. Planung und Gestaltung des Französischunterrichtes
2.1 Erste Unterrichtseinheit während der SPÜ am 09. Mai 2016
2.2 Zweite Unterrichtseinheit während der SPÜ am 20. Juni 2016

3. Reflexion
3.1 Autoreflexion zur ersten Unterrichtsstunde am 09.Mai 2016
3.2 Autoreflexion zur zweiten Unterrichtsstunde am 20. Juni 2016
3.3 Vergleich mit dem Deutschunterricht von XY
3.4 Auswertung und Zusammenfassung

4. Literaturverzeichnis

5. Selbstständigkeitserklärung

1. Einführung in das Thema

1.1 Ziel dieser Arbeit

In dieser Arbeit möchte ich mich mit der Problematik der Unterrichtsplanung am Beispiel des Französischunterrichtes befassen. Dabei werde ich mich auf meine persönlichen Erfahrungen, die ich anhand der SPÜ (schulpraktische Übungen) an der Neuen Gesamtschule in XY im Sommersemester 2016 gesammelt habe, beziehen. Während der SPÜ wurden zwei Unterrichtseinheiten in Französisch à 90 Minuten gehalten und somit meine allerersten Erfahrungen als angehende Lehrkraft gesammelt. Diese sogenannten Übungen wurden mit Hilfe einer bereits erfahrenen Lehrerin bzw. Mentorin geleitet und organisiert. Vier weitere Kommilitoninnen halfen mir durch ihre Kritik und Fremdreflexionen meine Fehler zu verstehen und Vorgehensweisen im künftigen Berufsleben zu verbessern. Auch meine eigenen Beobachtungen der Unterrichtsstunden meiner Kolleginnen und die Memos, die in diesem Seminar kritisch besprochen und erstellt wurden, halfen mir weitere Verbesserungsmöglichkeiten zu entdecken. Allerdings ist das Thema Unterricht sehr umstritten, da die Aufgaben der Lehrkraft vielseitig und an Rahmenlehrpläne gebunden sind.

Daher gibt es immer wieder Schwierigkeiten den Unterricht zu planen und den Plan auch genauso durchzusetzen. Denn als Lehrerin und Lehrer muss man immer wieder auf neue Situationen vorbereitet sein wie z. B. die Anzahl der Lernenden bei Gruppen- oder Partnerarbeit oder auch die verschiedenen Lernstärken bzw. Lernschwächen einzelner Schülerinnen und Schüler. Stichwort Heterogenität als Fokus im Unterricht. Alle Schritte, die eine Lehrperson vornimmt müssen im Unterrichtsentwurf begründet, erklärt und analysiert werden und mittels Stundenverlaufsplan detailliert angegeben werden. In jedem Fach muss eine Lehrkraft begründen und beschreiben wie er den heutigen, morgigen und baldigen Unterricht gestalten möchte und jedes Fach hat seine Besonderheiten. In diesem Fall werde ich mich, wie bereits angekündigt, mit den Besonderheiten des Fremdsprachenunterrichtes auseinander setzen. Diese Arbeit umfasst meine persönlichen Erfahrungen, die ich mittels Stundenverlaufsplan und Autoreflexion begründe. Auch das Thema Unterrichtsqualität wird kurz in Betracht gezogen da „guter Unterricht“ erforderlich ist für die Zusammenarbeit zwischen Lehrender und Lerner. Außerdem werde ich mich nach der Fachdidaktik des Französischen als Quelle orientieren und auch auf den Text von Helmke bezüglich Unterrichtsqualität eingehen. Zu guter Letzt werde ich mich auf meine Untersuchungen, die ich während dieser Arbeit anstelle, beziehen und alle Unterrichtseinheiten auswerten und die Problematik der Planung und Gestaltung des Französischunterrichtes zusammenfassen.

1.2 Bedeutung des Unterrichts und Unterrichtsqualität

Dieses Kapitel befasst sich mit der Thematik der Qualität im Schulunterricht und Analyse des Unterrichtes. Was bedeutet eigentlich Unterrichtsqualität? Die folgenden Stichworte geben eine Antwort auf diese umstrittene Frage.

1. Klassenführung

2. Klarheit und Strukturiertheit

3. Konsolidierung und Sicherheit

4. Aktivierung

5. Motivierung

6. Lernförderliches Klima

7. Schülerorientierung

8. Kompetenzorientierung

9. Umgang mit Heterogenität

10. Angebotsvariation

Die ersten vier Merkmale beziehen sich direkt auf die Informationsverarbeitung und die Merkmale fünf bis sieben beziehen sich auf die Förderung der Lernbereitschaft und auf den Lernerfolg. Die Kompetenzorientierung richtet sich nach den Kommunikativen Kompetenzen, die die Lehrperson der Klasse beibringen muss. Die letzten beiden Merkmale zeigen den Sachverhalt der Unterschiedlichkeit von Bildungszielen und individuellen Lernvoraussetzungen.(Helmke 2009) Zunächst einmal wirkt das wie eine gewohnte Liste, die leicht abzuarbeiten wäre, was jedoch nicht der Fall ist. Denn wie man sieht muss eine Lehrkraft mehr tun, als nur ein bestimmtes Fach zu lehren. Der Beruf der Lehrperson ist sehr vielseitig und nicht besonders durchschaubar, da auch noch der Teil der Arbeit, der zu Hause erledigt wird, gar nicht erst in Betracht bezogen wird. Diese ganzen Merkmale bzw. generelle Kriterien zur Unterrichtsplanung und -qualität müssen alle Lehrenden fokussieren und in jeder Unterrichtseinheit als Ziel setzen. Aber was ist der Unterricht? Der Unterricht ist ein Angebot an die Lernenden, sich durch Wissen zu bilden (Lipowsky 2015). Dabei entsteht eine wechselseitige Interaktion zwischen Lehrperson und Lernender bzw. Lerngruppe:

„Nicht nur die Lernangebote des Lehrers wirken auf die Schüler, sondern auch die Schüler einer Klasse beeinflussen mit ihren Voraussetzungen und ihrem Verhalten die Qualität und Quantität der Lernangebote, die eine Lehrperson unterbreitet.“

(Lipowsky 2015)

„Unterricht kann als langfristig organisierte Abfolge von Lehr- und Lernsituationen verstanden werden, die von ausgebildeten Lehrpersonen absichtsvoll geplant und initiiert werden und die dem Aufbau von Wissen sowie dem Erwerb von Fertigkeiten und Fähigkeiten der Lernenden dienen. Sie finden in der Regel in bestimmten dafür vorgesehenen Institutionen unter regelhaften Bedingungen statt“.

(Terhart 1994)

Zusammenfassend heißt es also, dass der Unterricht ein Angebot an Kompetenzen ist, das die Schülerinnen und Schüler in unterschiedlicher Weise nutzen können und die Qualität des Schulunterrichtes stetig verbessert werden muss anhand der Erfüllung bestimmter Merkmale und Ziele.

1.3 Besonderheiten des Fremdsprachenunterrichtes

Jeder Schulunterricht muss sorgfältig geplant werden, jedoch ist der Fremdsprachenunterricht der vielfältigste überhaupt. Denn gerade in einem Fach wie Englisch oder Französisch ist die Auswahl an Medien, Sozialform und Materialien im Allgemeinen sehr groß. Die Besonderheit liegt darin, alle Kompetenzen zu fördern: Lesen, Hören, Sprechen, Schreiben. Von den rezeptiven Kompetenzen bis hin zu den produktiven und die interkulturelle Kompetenz werden erweitert und gefestigt.

„Die Kommunikative Kompetenz ist ein Begriff, der […], die didaktische Theorie und Praxis des Französischunterrichtes wesentlich bestimmt.“ (Fäcke 2010 : 118)

Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen definiert und bestimmt insbesondere diesen Begriff. (Europarat 2001) Somit muss eine Lehrperson, die eine Fremdsprache unterrichtet die Linguistische Kompetenz (Fähigkeit sich auf semantischer, phonologischer, lexikalischer und grammatischer Ebene angemessen auszudrücken), die Soziolinguistische Kompetenz (soziale Beziehungen etablieren, Sprachvarietäten erkennen), die Pragmatische Kompetenz (den sprachlichen Diskurs situationsangemessen zu gestalten) und die Strategische Kompetenz (Fähigkeit Interaktionen zu planen und Missverständnisse auszuräumen) selbst verstehen und können und diese den Lernern aneignen. (vgl. Fäcke 2010 : 118) Der oberste Schritt zur Aneignung all dieser Kompetenzen beginnt wie bereits erwähnt, mit den rezeptiven und produktiven Kompetenzen. Vor allem die rezeptive Kompetenz Hörverstehen ist der erste Kontakt zur Fremdsprache. Die Kognitionspsychologie sieht das als komplexen Prozess sogenannte bottom up- und top down -Prozesse der Informationsverarbeitung an.

Während des Hörens wird versucht das was gehört wurde sofort zu verstehen und das Thema mit bereits vorhandenem Wissen zu verbinden. Wenn das Gehörte sofort verstanden wird, lässt sich ein großer Teil der Schwierigkeiten bewältigen. Jedoch wird diese Kompetenz schnell zu einer Schwierigkeit, wenn das Sprechtempo zu schnell ist, Hintergrundgeräusche auftauchen oder die Artikulationen nicht deutlich genug und bestimmte Varietäten angewendet werden. Um diesem Problem entgegenzukommen, werden in den Schulen Hörübungen vorgenommen, die eine normgerechte Aussprache haben, ohne Hintergrundgeräusche und ein langsames Sprechtempo enthalten. Je nach Sprachniveau werden diese dann schwieriger bzw. vereinfacht.

Sobald wir hören und verstehen, können wir mündlich antworten und so kommen wir nun zu einer produktiven Kompetenz: Sprechen. Gerade diese Kompetenz ist ein weiteres Zeichen für die Beherrschung der Fremdsprache. Aber im Schulunterricht kommen die Schülerinnen und Schüler eben nicht lange genug dazu, denn der Sprechanteil der Lehrkraft ist sehr hoch. Den Lernern fehlt es noch an bestimmten Vokabeln, Syntagmen oder Ideen. Darüber hinaus werden verschiedene mentale Prozesse in Gang gesetzt wenn wir sprechen: Das war wir sagen möchten, müssen wir planen, die Formulierung, die Darstellung und das Aussprechen des Satzes müssen wir vorher in Betracht ziehen. Dieser mentale Vorgang kann eine Weile dauern, speziell dann wenn das Sprachniveau der Klasse noch im Anfängerbereich liegt. Gerade am Anfang wird oft gelesen.

Das Leseverstehen gehört in den rezeptiven Bereich und umfasst datengeleitete- und textgesteuerte Prozesse (bottom up) sowie als auch wissensgeleitete Verarbeitungsprozesse (top down) wie beim Hörverstehen. (vgl. Fäcke 2010 : 123) Das Leseverstehen wird im Schulunterricht meist in drei Schritten geübt: 1. pre reading activities ( Titel bzw. Bilder analysieren), 2. reading activities (Text unter bestimmten Aufgabenlösungen lesen) und 3. post reading (Kommentare, Anmerkungen und Zusammenfassungen des Gelesenen). Somit wird das Verständnis von Texten geübt und erleichtert.(vgl. Fäcke 2010 : 125) Nachdem das Lesen gefördert wurde, widmet man sich nun der produktiven Kompetenz: Schreiben. Auch das Schreiben wird in drei Phasen unterteilt. Zuerst werden Stichpunkte gesammelt und Vokabeln gesucht bzw. erweitert dazu gehören auch zentrale Gedanken oder Argumente. Im nächsten Schritt wird der Text geschrieben und als letzten Schritt nochmal überarbeitet bzw. verbessert. Alle Kompetenzen zielen auf die Beherrschung der Sprache in allen Bereichen der Kommunikation. Damit haben wir alle Besonderheiten des Fremdsprachenunterrichtes einsehen können und werden im nächsten Kapitel in der Lage sein die Unterrichtsplanung kritisch zu betrachten.

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Details

Seiten
16
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668705531
ISBN (Buch)
9783668705548
Dateigröße
1.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v424015
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Department für Bildungswissenschaften
Note
1,3
Schlagworte
Unterrichtsplanung Bildungswissenschaften Schulpraxis

Autor

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