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Türkei. Analyse einer Markterschließung

Betrachtung des kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Hintergrunds

Akademische Arbeit 2017 20 Seiten

VWL - Fallstudien, Länderstudien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Das Land in Zahlen und Fakten
1.1 Bildung
1.2 Gesundheit

2 Kultureller Hintergrund
2.1 Saygi (Respekt) und Sevgi (Fürsorge)
2.2 Namuz (Ehre)
2.3 Seref

3 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
3.1 Bruttoinlandsprodukt
3.2 Außenhandel
3.3 Wirtschaftsbeziehungen und Wirtschaftszweige
3.4 Investitionsklima
3.5 Herausragende Unternehmen des Landes

4 Politische Rahmenbedingungen
4.1 Fakten
4.2 Politische Lage
4.3 Einflüsse auf die Wirtschaft

5 Management Summary
5.1 Investitionsempfehlung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Karte der Nachbarstaaten der Türkei

Abbildung 2: Anzahl Ärzte / 10.000 Einwohner der MIST-Länder und Deutschland

Abbildung 3: BIP im Vergleich

Abbildung 4: BIP / Kopf im Vergleich

Abbildung 5: Verteilung der Bruttowertschöpfung

Abbildung 6: Export-Zielländer

Abbildung 7: Exportprodukte

Abbildung 8: Import-Herkunftsländer

Abbildung 9: Importprodukte

Abbildung 10: Türkei als Hub für den Handel

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Relation der Studierenden zur Einwohnerzahl

Tabelle 2: Firmen mit ausländischer Kapitalbeteiligung

1 Das Land in Zahlen und Fakten

Die Türkei, als eines der MIST-Länder, liegt im Südosten Europas bzw. im Westen Asiens und grenzt an acht Staaten beider Kontinente an, siehe Abbildung 1. 3 % der Landesfläche zählt zu Europa, der größte Teil des Landes liegt jedoch in Asien. Die Hauptbevölkerungsgruppen sind aufgrund dessen Türken, Kurden und Araber.[1]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Karte der Nachbarstaaten der Türkei[2]

Die Hauptstadt des Landes ist Ankara mit 4,59 Millionen Einwohnern. Im Gegensatz dazu hat Istanbul als größte türkische Stadt eine Einwohnerzahl von 14,03 Millionen.[3] Die Bevölkerung des Landes siedelt sich überproportional, mit 74,3 %, in den großen Städten an.[4]

2015 lebten insgesamt 78,7 Millionen Menschen in der Türkei. Dies beinhaltet einen enormen Zuwachs von 1 Million Einwohnern zum Vorjahr. Das Durchschnittsalter beträgt 31 Jahre und ist verglichen mit Deutschland (44 Jahre) sehr gering, daher stellt es insbesondere in Verbindung mit dem Einwohnerzuwachs ein hohes Potenzial für den Arbeitsmarkt dar.[5]

Im Jahre 2016 belief sich die Arbeitslosenquote des Landes auf 10,79 % und ist damit im Vergleich zu den übrigen MIST-Ländern (Mexiko 4,3 %, Indonesien 5,6 %, Südkorea 3,71 %) sehr hoch.[6]

1.1 Bildung

Die Türkei besitzt insgesamt 173 Universitäten. Diesen stehen die Mittel zur Erfüllung des Bildungszwecks, abhängig von der geografischen Lage, in sehr unterschiedlicher Höhe zur Verfügung. Es ist eine erhöhte Budgetzuwendung im Westen des Landes beobachtbar. Diese Tatsache bringt Präferenzen bei türkischen Schülern bei der Studienplatzsuche mit sich. Die guten Schüler des Landes werden in der Mehrzahl auf die westlichen Hochschulen des Landes verteilt.[7]

Das Verhältnis der Studierenden im Vergleich zur Gesamtbevölkerung nimmt stetig zu. Es wuchs von 2.508 Studierenden je 100.000 Einwohner im Jahr 2000 auf 6.640 Studierende im Jahr 2013. Die Entwicklung ist in Tabelle 1 ersichtlich.

Tabelle 1: Relation der Studierenden zur Einwohnerzahl[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dieser Zuwachs ist auf das Fehlen eines beruflichen Ausbildungssystems und der abnehmenden Anzahl von Beschäftigten im Primärsektor zurückzuführen.[9] Um in diesem Land einen Arbeitsplatz zur Existenzsicherung einnehmen zu können, bedarf es vermehrt einen Hochschulabschluss.

1.2 Gesundheit

Das Gesundheitssystem der Türkei beinhaltet keine staatliche Fürsorge in Fällen von Arbeitslosigkeit, Ruhestand und Krankheit. Zur Absicherung im Falle des Arbeitsplatzverlustes und altersbedingtem Austreten aus dem Arbeitsleben, müssen die Arbeitnehmer private Versicherungen beanspruchen und Rücklagen bilden.[10]

Der Abschluss einer Krankenversicherung beinhaltet meist nur eine Basisversorgung. Die ärztliche Betreuung wird meist durch Personal- sowie Materialmangel und Medikamentenengpässe erschwert, welche in der Türkei noch immer keine Seltenheit sind. Erkrankte werden teilweise von ihren Verwandten während eines Krankhausaufenthaltes im Klinikum gepflegt.

Die Abbildung 2 zeigt die Verteilung der Ärzte auf jeweils 10.000 Einwohner im Vergleich mit den übrigen MIST-Ländern und Deutschland.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Anzahl Ärzte / 10.000 Einwohner der MIST-Länder und Deutschland[11]

Die Türkei liegt dabei im Mittelfeld mit ca. 15 Ärzten auf 10.000 Einwohner. Im Gegensatz dazu ist Indonesien mit nur einem Arzt pro 10.000 Einwohner als MIST-Land weit abgeschlagen. In Deutschland ist die medizinische Versorgung durch 35 Ärzte auf 10.000 Einwohner gesichert.

2 Kultureller Hintergrund

Der kulturelle Hintergrund der Bevölkerung sollte ebenso in die Investitionsentscheidung mit einbezogen werden, da er das Klima bei Vertragsverhandlungen entscheidend beeinflussen kann. Das Verhalten der türkischen Interaktionspartner ist meist abhängig von Geschlecht und der gesellschaftlichen Zugehörigkeit. Drei Prinzipien bestimmen dabei die Kultur in der Türkei weitreichend und werden im Folgenden näher erläutert.[12]

2.1 Saygi (Respekt) und Sevgi (Fürsorge)

Das hierarchische Verhältnis in der Gesellschaft, der Familie und am Arbeitsplatz ist abhängig von Alter, Geschlecht und sozialer Stellung einer Person. Der Widerspruch gegenüber einer Autorität, beispielsweise im Rahmen einer Diskussion, wird in traditionellen Kreisen als respektlos angesehen. Geachtete und respektierte Personen haben in diesem Kulturkreis eine Verpflichtung besondere Fürsorge für ihre Angehörigen bzw. Mitarbeiter zu übernehmen. In der türkischen Kultur entscheiden der Rang und das Ansehen über die Mitspracherechte und die Aufgabendelegation.

2.2 Namuz (Ehre)

Namuz beschreibt einen Verhaltenskodex der Geschlechter zueinander im familiären Raum. Mit diesem Kodex wird das gesellschaftliche Ansehen von Männern und Frauen oder ganzen Familien bestimmt. Das Ansehen entsteht dabei durch die Ehre die der Person oder Gruppe von außen entgegengebracht wird. Es herrscht ein gewisser Stolz bezüglich der Ehre bzw. des Ansehens und den es zu verteidigen gilt. In diesem kulturellen Kreis ist es daher üblich, dass Männer für den Erhalt der Ehre eines weiblichen Familienmitglieds eintreten, um diesen zu schützen bzw. wiederherzustellen.

2.3 Seref

Ein weiteres Verhaltensprinzip, welches sich mit der Ehre im Sinne der persönlichen Würde und sozialer Gleichberechtigung auseinandersetzt, ist das sogenannte Seref. Hierbei wird die Ehre durch einen Dienst an der Gesellschaft und dem Hervorheben der gesellschaftlichen Werte, wie beispielsweise im Unterrichten von Schülern, erworben. Das Prinzip soll zur Verbesserung der Gleichberechtigung zwischen sozialen Schichten beitragen. Personen die als ehrbar eingestuft werden, sind nach diesem Kodex verpflichtet dies der Gesellschaft durch ihre Taten wieder zugutekommen zu lassen.

3 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Wirtschaft des Landes ist ein entscheidender Faktor bei der Analyse einer möglichen Markterschließung. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind daher besonders bei Investitionen in Schwellenländer zu beachten.

3.1 Bruttoinlandsprodukt

Das Bruttoinlandsprodukt der Türkei belief sich im Jahre 2016 auf rund 857,43 Mrd. US$ und wies einen leichten Rückgang zum Vorjahr auf.[13] Das BIP stieg in den Jahren zuvor im Durchschnitt um 3,9 % an und zeichnete 2016 einen Umbruch im Land ab.[14]

Im Vergleich mit den übrigen MIST-Staaten, siehe Abbildung 3, liegt es am unteren Ende und ist nur ein Viertel so groß wie das Bruttoinlandsprodukt von der Industrienation Deutschland.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: BIP im Vergleich

Dies entspricht einem BIP pro Kopf von ca. 10.742 US$ und liegt damit im Vergleich mit den anderen MIST-Ländern (Zahlen ersichtlich in Abbildung 4) auf dem zweiten Platz nach Südkorea.[15]

[...]


[1] Vgl. (Bundeszentrale für politische Bildung, 2014)

[2] Quelle Abbildung Titelseite: https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2016/08/Bilder/2016-08-17-deutschland-tuerkei.jpg?__blob=bpaTopmeldung&v=1 Quelle Abbildung Lageplan Türkei: https://crp-infotec.de/wp-content/uploads/tuerkei-nachbarn.gif

[3] Vgl. (Statista - Die größten Städte, 2017) und (dtj-online, 2016)

[4] Vgl. (Kröhnert, 2010)

[5] Vgl. (Euler Hermes, 2016)

[6] Vgl. (Statista - Arbeitslosenquote, 2017)

[7] Vgl. (Statistisches Bundesamt, 2016)

[8] (Statistisches Bundesamt, 2016)

[9] Vgl. (Statista - Erwerbstätige nach Sektoren, 2017)

[10] Vgl. (Simon, 2017)

[11] Vgl. (Lexas, 2010)

[12] Vgl. (Simon, 2017)

[13] Vgl. (Statistisches Bundesamt Türkei, 2017) und (Statista - Bruttoinlandsprodukt, 2017)

[14] Vgl. (Poppe, 2017)

[15] Vgl. (Statista - BIP/Kopf, 2017)

Details

Seiten
20
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668699335
ISBN (Buch)
9783668699342
Dateigröße
867 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v424766
Institution / Hochschule
Hochschule Reutlingen
Note
2,5
Schlagworte
Markterschließung MIST-Land Türkei Analyse politik kultur wirtschaft markteintritt

Autor

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Titel: Türkei. Analyse einer Markterschließung