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Durchführung einer Ernährungsberatung unter Einbezug des GROW-Modells

Hausarbeit 2017 22 Seiten

Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG
1.1 Charakterisierung des Klienten
1.2 Die Ausgangssituation, das Problem, der Anderungswunsch

2 COACHING-PROZESS
2.1 Beschreibung des Grow-Modells
2.2 Beschreibung der einzelnen stufen des Modells im Bezug auf den Klienten 5. Stufe: Gap - Coachinggespräch am 16.09.17, Dauer 1 stunde
2.3 Maßnahmenplan zum Verhaltenstraining
2.4 Maßnahmen zur Rückfallprophylaxe

3 DARSTELLUNG EINER COACHING-SITZUNG
3.1 Die Coachinghaltung
3.2 Darstellung der 3. Sitzung - Options
3.3 Wichtige Gesprächspassagen der ausgewählten Sitzung

4 DIE ERGEBNISBEWERTUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN

5 LITERATURVERZEICHNIS

6 ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS
6.1 Abbildungsverzeichnis
6.2 Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

In dieser Hausarbeit, im Rahmen des Moduls Emährungspsychologie, geht es um das Coaching eines ausgewählten Klienten. Dieser wird im Zeitraum von fünf Wochen bei der eigenständigen Problem- und Lösungsfindung begleitet und unterstützt.

Ist es möglich in so kurzer Zeit, einen Klienten so zu coachen, dass dieser sein Verhal­ten positiv verändert und seine Probleme zu löst?

1.1 Charakterisierung des Klienten

Folgende Daten wurden im Eingangsgespräch und in der Anamnese ermittelt.

Tab. 1: Datenerfassung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Paul ist der Fantasiename für den Klienten, da dieser aus datenschutzrechtlichen Grün­den anonym bleiben möchte. Der Kunde ist männlich, 28 Jahre jung und wiegt bei einer Körpergröße von 1,79 m, 80,8 kg, am 12. August 2017.

Sein Körperfettanteil von 16,3 % liegt laut der Tanita Körperanalyse-Waage im Idealbe­reich (8 - 20 %).

Der Body-Maß-Index, kurz BMI, des jungen Mannes beträgt 25,2 kg/m[2] und liegt leicht über den Normwert für das Normalgewicht, sodass er in die Kategorie Präadipositas (Norm 25,0 - 29,9) einzuordnen ist. Somit ist sein Risiko für Begleiterkrankungen von Übergewicht leicht erhöht.

Der BMI ermöglicht die Beurteilung des Körpergewichts und ergibt sich aus dem Ver­hältnis von Körpergewicht zu Körpergröße. Die Einstufungskriterien der Weltgesund­heitsorganisation (WHO) sind Basis der Ermittlung von Daten zur Prävalenz von über­gewicht (Präadipositas und Adipositas) bei Erwachsenen. Bei den Einstufungen kann man zwischen Untergewicht, Normalgewicht, Übergewicht und starkes Übergewicht unterscheiden. Da die Statur, das Geschlecht und das Verhältnis von Fett- und Muskel­masse bei der Berechnung des BMI keine Rolle spielen, ist dieser zur Beurteilung kri­tisch zu betrachten.

Tab. 2: Gewichtsklassifikation bei Erwachsenen (nach WHO, 2000)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Pauls Ziel ist es seine Fettmasse von 13,2 kg auf 11 kg, innerhalb von 5 Wochen zu reduzieren.

Ergebnisse eines Fragebogens, des Eingangsgespräches und des ersten Ernäh­rungsprotokolls ergaben:

Allergien/Erkrankungen

Der Klient hat eine Hausstaub- und eine Schimmelpilzallergie, aber keine Nahrungsmit­telallergie.

Es sind Paul keine weiteren Krankheiten bekannt. Dementsprechend nimmt er keine Medikamente.

Schlaf/Stress/Risikofaktoren

Paul schläft gut, in der Regel 6-8 Stunden und wacht nur selten auf. Paul arbeitet 40 Stunden in der Woche als kaufmännischer Referent und ist in die Mittelschicht einzu­ordnen. Seine Arbeit macht ihn Spaß und er hat nur selten Stress auf Arbeit. Auch im Alltag hat er nur selten Stress. Der Klient raucht täglich.

Sport:

Der Kunde gibt an regelmäßig Sport zu treiben, das heißt er absolviert eine Sporteinheit in der Woche, mit der Dauer von einer Stunde und mittlerer Intensität. Paul spielt gerne Beachvolleyball und läuft gerne. Der Klient ist bereits einen Halbmarathon gelaufen und hat an weitere Laufveranstaltungen teilgenommen.

Familienstand

Paul ist in einer Beziehung, pendelt oft zwischen seiner Wohnung und der seiner Freun­din. Er hat noch keine Kinder.

Essverhalten

Der junge Mann gibt an, noch nie eine Diät gemacht zu haben. Außerdem sagt er, er würde auf seine Figur achtet. Paul isst für gewöhnlich, was er will und wann er will.

Paul trinkt sehr gerne Bier, Cola, Kaffee und Wasser.

Der Kunde isst täglich Milchprodukte (Milch, Quark, Joghurt, Butter), Fleisch und fett­arme Wurst sowie Obst.

Der junge Mann isst mehrmals pro Woche Brot, Vollkomprodukte, Reis, Nudeln, Käse, fettreiche Wurstsorten und Gemüse. Er gibt an nur einmal in der Woche etwas Süßig­keiten zu essen. Selten oder nie isst Paul Müsli, fettarmen Käse, fettarme Margarine und süße Speisen (Eis, Pudding).

1.2 Die Ausgangssituation, das Problem, der Änderungswunsch

Der junge Mann ist viel unterwegs und kocht nur selten. Zudem isst er sehr unregelmä- Big und geht häufig ohne Frühstück aus dem Haus, weil er es zeitlich nicht schafft etwas zu essen oder erst gar nichts zu essen zuhause hat. Paul trinkt zu gerne Bier und Cola. Außerdem geht er gerne Auswärts Essen und holt sich auch gerne unterwegs am Im­bissstand etwas zu essen. Er isst fast täglich Fast Food, wie Z.B. belegte Baguettes, Piz­za und Döner.

Sein Abendessen findet meistens im Restaurant statt. Problematisch ist, dass Paul häufig aus Gewohnheit isst, auch wenn er nicht hungrig ist und er isst auch meistens weiter, wenn er schon satt ist. Außerdem isst er nicht gerne Gemüse und kocht nur selten.

Pauls Ernährungsprotokoll und Aussagen lassen erkennen, dass seine Nahrungsmittel zu kalorienreich und zu nährstoffarm sind.

Paul geht oft mit Hunger einkaufen, daher kommt es nicht selten vor, dass er schon mal die eine oder andere Wurst während des Einkaufs isst und diese dann nachträglich an der Kasse zahlt.

Der Klient weist Merkmale des Ernährungstypes - ״desinteressierte Fast Fooders“ auf. Zu den Merkmalen zählen das häufige Essen außer Haus, das wenige Essen von Gemü­se, die Einnahme gesundheitsfördernder Zusätze, das überdurchschnittliche Verzehren von Schweine- und Geflügelfleisch, sehr seltenes Kochen und das Konsumieren von Convenience-Produkten. Zu den desinteressierten Fast-Fooders gehören hauptsächlich jüngere Singles und Paare mit geringeren bis mittleren Einkommen (Stieß & Hayn, 2005, s. 20-21). Mit dem Essverhalten eines ״desinteressierten Fast Fooders“ erhöht der Kunde, das Risiko übergewichtig zu werden sowie für dessen Begleiterkrankungen.

Paul möchte gerne regelmäßiger Essen und an seinem Essverhalten arbeiten, um das Risiko für Erkrankungen zu senken. Außerdem würde er gerne seine Fettmasse reduzie­ren.

2 Coaching-Prozess

Im Coaching durchläuft der Coachee einen Prozess, in dem er seine bisherige Hand­lungsweise bewusst wahrnimmt, wertschätzt sowie neue Optionen, Strategien und Al­ternativen aufdeckt und umsetzt.

2.1 Beschreibung des GROW-Modells

Das GROW-Modell von Whitmore (1997) stellt einen Coaching-Prozess da und kann bei Einzel-, Gruppen- und Selbstcoachings angewandt werden. Das Modell baut auf dem humanistischen Menschenbild auf und stellt einen Handlungsrahmen für Coach und Klient da. Der Coach befolgt in jeder Sitzung Richtlinien und wendet zielgerichtete Fragen nach einer bestimmten Abfolge an. Dabei kann er sogenannte kognitive Fragen stellen, um das kognitive Verhalten zu trainieren. Zudem verhält sich der Coach lö­sungsorientiert und vorwiegend klientenzentriert, sodass er keine Lösungen aufdrängt. Dem Klienten wird dabei geholfen selbst Lösungsoptionen zu finden und eigene, ver­antwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Beim Abschlussgespräch wird der gesamte Coaching Prozess schließlich rekapituliert und nach bestimmten Kriterien ausgewertet. "GROW", bedeutet aus dem Englischen übersetzt ״wachsen“ und steht für vier Ab­schnitte im Prozess eines Coaching-Treffens, die in der folgenden Abbildung genauer erläutert werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Das GROW-Modell nach Whitmore (1997)

Das GROW-Modell wurde 2009 von Fuchshuber mit einer fünften Phase ergänzt. Die fünfte Phase lautet ״Gap“ und sieht die Überprüfung der Zielabweichung vor. Das be­deutet, wenn ein Klient sein Ziel noch nicht erreicht hat, dann wird analysiert, wie weit der Klient noch von seinem Ziel entfernt ist und wodurch eine zufriedenstellende Zieler­reichung verhindert worden ist. Zudem können dann weitere Maßnahmen zur Zielerrei­chung als auch neue Ziele geplant werden. Die nicht erreichten Ziele und nicht umge­setzten Maßnahmen werden angepasst, sodass diese für den Klienten erreichbar und umsetzbar sind.

״...Ziel all dieser Maßnahmen ist es, dem Klienten deutlich zu machen, dass er seine Ziele selber Umsetzen muss und selbstbewusst genug ist, sein Ziel erreichen zu kön­nen...“ (Whitmore, 1997, s. 96).

2.2 Beschreibung der einzelnen Stufen des Modells im Bezug auf den Klienten

1. Stufe: Goal setting - Coaching-Gespräch am 12.08.2017, Dauer: 1 Stunde

Ziele der Coaching-Sitzung ist es die kurzfristigen Ziele/Prozessziele festzule­gen sowie die langfristigen Ziele/Endziele (spezifisch, messbar, attraktiv, realis­tisch, terminiert).

Pauls kurzfristige Ziele/Prozessziele sind:

- nicht mehr ohne Frühstück aus dem Haus zu gehen
- zweimal in der Woche Sport zu treiben
- nur noch am Wochenende Alkohol trinken
- nicht öfters als zweimal in der Woche Fast Food zu essen
- einmal am Tag Gemüse zu essen sowie selbst zu kochen
- drei Mahlzeiten am Tag zu essen, an jeweils mindestens fünf Tagen in der Woche
- nicht mehr mit Hunger einkaufen zu gehen
- in der Pause spazieren gehen
- nicht mehr unterwegs und nebenbei zu essen und an Werktagen keine Cola mehr zu trinken.
- pro Woche möchte Paul 400-500 g Körperfett verlieren

Pauls langfristiges Ziel/Endziel ist es innerhalb von 5 Wochen seine Körperfett­masse von 13,2 kg auf 11 kg, also um 2,2 kg bis zum 16.09.2017 zu reduzieren.

2. Stufe: Reality checking - Coaching-Gespräch am 19.08.2017, Dauer: 1 Stunde

Analysienmg der momentanen Situation - wie weit ist der Klient von seinem Ziel entfernt. Welche Schritte hat er schon geschafft?

Paul hat vor der Emährungsberatung nichts gegen sein Problem aktiv unter­nommen. Er hat zwar Sport getrieben, aber nicht um Fettmasse zu reduzieren. Der Klient hat 400 g an Fettmasse in der ersten Woche verloren, sodass ihn 1,8 kg bis zum Erreichen seines Zieles bleiben. Paul hat es in der ersten Woche nur 4 Mal geschafft nicht mehr ohne Frühstück aus dem Haus zu gehen. Er war zweimal in der Woche beim Sport und hat es geschafft nur am Wochenende Al­kohol zu trinken. Die Ziele der ersten Woche wurden somit fast erreicht. Es wurde in der Sitzung nach Maßnahmen gesucht, um die Ziele in Zukunft ganz zu erreichen.

Analyse des Problems:

Der Klient sagt, dass sein Problem das Zeitmanagement ist. Er schafft es nicht morgens zu essen, bevor er zur Arbeit fährt. Er steht aus Gewohnheit immer erst eine halbe Stunde bevor er zur Arbeit fährt auf, da er gerne lange schläft.

Was passiert, wenn er sein Ziel nicht erreicht, das heißt kein Frühstück Zuhause isst?

Dann bleibt das Risiko, dass er sich wieder unterwegs Fast Food holt und sein Übergewicht steigt. Welches wiederum zur Erhöhung des Risikos an Folge­krankheiten, wie Z.B. Dyslipidämie, Fettleber und Atherosklerose zu erkranken, führt. Außerdem wird er so schwerer für den Klienten sein Körperfett zu redu­zieren.

Wie wichtig ist das Problem? Skala 1-10 Pauls Antwort: 8

Was tun andere, wenn das Problem aufiritt?

Pauls Antwort: ״Früher aufstehen.“

Problemlösung Maßnahme:

Sein Lösungsvorschlag ist es, dass er in Zukunft eine halbe Stunde früher auf­steht und sich sein Essen schon am Abend vorbereitet.

Sein neues Prozessziel ist es, in der kommenden Woche, an den Arbeitstagen ei­ne halbe Stunde früher aufzustehen, damit er in Ruhe Frühstücken kann sowie da Frühstück schon den Abend vorher vorzubereiten.

Insgesamt ist Paul der Ansicht, dass das Zeitmanagement eines der Ursachen seines Problems ist und das er zu unorganisiert ist. Oft kommt es vor, das er nicht eigekauft hat, sodass er sich beim Imbiss schnell was holt, weil er dann schon großen Hunger hat und es dann schnell gehen muss. Wenn Paul einkaufen geht, kauft er oft nur für einen Tag ein und denkt nicht vorrausschauend. Er hat keinen Einkaufszettel und kauft ein was ihm in die Finger kommt, ohne groß darüber nachzudenken, ob die Produkte gut für ihn sind. Paul ist dies vorher nicht Bewusst aufgefallen. Auch seine Familie, Freunde und Bekannte haben bisher nichts dazu gesagt.

Der Klient hat sein Gewicht vorher nicht kritisch betrachtet und dachte nicht dass er mit seinem Gewicht an der Schwelle zu einem größeren Risiko für Herz­Kreislauferkrankungen ist. Es ist für ihn sehr wichtig abzunehmen, um das Risi­ko für Herz-Kreislauferkrankungen zu minimieren.

[...]

Details

Seiten
22
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668700789
ISBN (Buch)
9783668700796
Dateigröße
725 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v424809
Institution / Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
0,9
Schlagworte
Ernährungspsychologie Grow-Modell Ernährungsberatung

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Titel: Durchführung einer Ernährungsberatung unter Einbezug des GROW-Modells