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G.F.W. Hegels Phänomenologie des Geistes als Grundlage der Naturwissenschaft

Hegels Sicht des physikalischen Denkens seiner Zeit

Studienarbeit 2018 14 Seiten

Theologie - Systematische Theologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung .. 3

2. Das Bewußtsein .. 6

2.1. Die sinnliche Gewißheit .. 6

2.2. Wahrnehmung .. 7

2.3. Verstand .. 8

2.4. Selbstbewußtsein, die Wahrheit der Gewißheit seiner selbst .. 8

2.5. Vernunft .. 8

2.6. Geist .. 9

2.7. Religion .. 10

2.8. Absolutes Wissen .. 11

3. Fragen .. 12

4. Fazit .. 13

Textgrundlage .. 14

1. Einleitung

Hegel beginnt in der Fortsetzung des Themas der „Wissenschaftlichkeit“ der Philosophie seine „Wissenschaft der Phänomenolgie des Geistes (1805)“- nach Vorreden - mit der Betrachtung des „natürlichen Bewußtseins“, womit er einen unbestimmten Zustand des menschlichen Verstandes zu Grunde legt, von dem aus sich seine Ausführungen über weitere von ihm ausgemachte Entwicklungsstufen des Selbstbewußtseins, der Vernunft, über den Geist bis zur Religion und darüber hinaus zum „absoluten Wissen“ (…des „Wissenschaftlers“ Anm.d.Verf.) hinziehen.

Diese letzte, nach der Ansicht Hegels endgültig letzte Stufe des menschlichen Geistes, die nicht mehr weiter entwickelt zu werden braucht, weil sie selbst die stetige Fortentwicklung der Erkenntnis in der Wissenschaft beinhaltet und darstellt, besteht offenbar parallel auch in der damaligen Vorstellung vom physikalischen freien Denken über die Natur, wie es damals gegenwärtig war und diskutiert wurde.

Hegel erweitert somit die von Kant oben erwähnte vorgeschlagene unflexible Art der Erkenntnistheorie der transzendentalen Ästhetik und liefert eine Antwort auf die offene Frage, wie das Subjekt bei Kant seine Erkenntnis an veränderte Welten anpassen kann (Scheer2014a).

Hegel gelangt schließlich bei seiner Schilderung zu einer Artikulation, die sich sich folgendermaßen aus dem laufenden Gedankengang des Philosophen ergibt: S.565 unten

„Denn der sich selbst wissende Geist, eben darum, daß er seinen Begriff erfaßt, ist er die unmittelbare Gleichheit mit sich selbst, welche in ihrem Unterschiede die Gewißheit vom Unmittelbaren ist, oder das sinnliche Bewußtsein, - der Anfang von dem wir ausgegangen; dieses Entlassen seiner aus der Form seines Selbst ist die höchste Freiheit und Sicherheit Wissens von sich.“

Und weiter:

[…]

„Das Wissen kennt nicht nur sich, sondern auch das Negative seiner selbst oder seine Grenze. Seine Grenze wissen heißt sich aufzuopfern wissen. Diese Aufopferung ist die Entäußerung, in welcher der Geist sein Werden zum Geist […] darstellt, sein reines Selbst, als die Zeit außer ihm, und ebenso sein Sein als Raum anschauend. Dieses sein letzteres Werden, die Natur, ist sein lebendiges unmittelbares Werden.; sie, der entäußerte Geist ist in ihrem Dasein nichts als diese ewige Entäußerung ihres Bestehens und die Bewegung, die das Subjekt herstellt.“

Anschließend führt Hegel noch kurz aus, daß diese Erhebung des natürlichen Bewußtseins durch die Analyse seiner einzelnen Schritte, die es machen muß um zum absoluten Wissen oder dem Endstadium des Bewußtseins, gleichbedeutend mit dem wissenschaftlichen Bewußtsein oder Geist, immer wieder aufs Neue durchlaufen werden kann, wenn das Bewußtsein durch neue Erkenntnisse in ein neues Dasein kommt, quasi wiedergeboren wurde. Da die Stufen des Bewußtseins nun bekannt seien, könne mit jeder geänderten Welt und Bewußtseinsgestalt wieder von vorne angefangen werden, den Weg zur Wissenschaft erneut nachzuvollziehen.

Somit ist am Ende nach seinem „System“ der Wissenschaften derjenige Prozess gemeint, der zwar auf der materiellen Substanz und auch auf feststehenden Prinzipien des Denkens des Geistes („Geisterreiche“) beruht, aber der so variabel gehalten ist, daß sich mit ihm jegliches menschenmögliche Wissen prinzipiell erlangen läßt (in Hegels Sprache die „Unendlichkeit“ der Anwendungen), Hegels Meinung nach, keine weitere Entwicklung der Philosophie mehr nötig sei und somit ein gewisser Abschluß der Philosophie erfolgte.

Er folgt damit dem erwähnten Programm, welches schon Immanuel Kant verfolgte, nämlich, die Philosophie auf eine ähnliche feste Grundlage zu stellen, um ihr einen ebensolchen „sicheren Gang“ zu ermöglichen, wie es damals in den Augen der etablierten Gelehrtenwelt in Kirche und Staat die Physik bei der Erkenntnis der mechanischen (Isaac Newton (Scheer 2014b)) und ersten elektrischen grundlegenden Naturgesetze, vorgeführt hatte. Die große Kraft der physikalischen Vorgehensweise wurde wohl darin gesehen, daß sie die Voraussagen der Bewegungen von großen und mittelgroßen Körpern in der Welt weitaus genauer, mit Hilfe der Mathematik und der Empirik, erledigen konnte, als es bislang allgemein erwartet worden war.

Das Verstehen der unbelebten Natur machte dadurch rasante Fortschritte, beziehungsweise, waren ohne diese kausale Konnotation, solche Erweiterungen von Möglichkeiten der Veränderungen der Umwelt im materiellen und geistigen Sinne, erfolgt, daß ein Teil der Aufmerksamkeit und auch der Anerkennung der damaligen Führungspersönlichkeiten in der Wissenschaft und auch jeweils etwas später im Volke, diesen naturwissenschaftlichen Methoden gewidmet war, die scheinbar so erfolgreich agieren konnten.

Eine Kritik der Naturwissenschaft und Technik war damals nur manchmal als irrationale Furcht gegeben, aber nicht als „Technikfolgen- und Risikoabschätzung“ oder gar als Systemkritik im Sinne der immanenten Auswirkungen in bestimmten gesellschaftlichen System eingebetteter freier Wissenschaften, die von anderen dann mehr oder weniger unkontrolliert mit finanziellem Gewinn in praktische Anwendungen für die Produktion im Staat des Volkes gebracht werden können, welche sich dem Einfluß der Wissenschaft gänzlich entzieht und daher ein die Umwelt und das Leben oder die Natur umfänglich schützendes Eingreifen des Staates notwendig macht, beispielsweise wie bei der unvorhergesehenen Erwärmung der Athmosphäre der Erde im globalen Maßstab nur um wenige Grade der Temperaturskala mit starken Auswirkungen.

[…]

Details

Seiten
14
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668701458
ISBN (Buch)
9783668750890
Dateigröße
523 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v424931
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin – Theologische Fakultät
Note
1,7
Schlagworte
Hegel System Geist Denken Bewußtsein Acht Stufen Gestalten

Autor

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