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"vielleicht ist es so, vielleicht ist es aber auch nicht so" - Michael Lentz

Hausarbeit (Hauptseminar) 2004 47 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

1. Gliederung

2. Einleitung

3. Der Sendeablaufplan des ZDF-Nachtstudios am 17.03.2001 in Berlin

4. Das ZDF-Nachtstudio am 17.03.2001

5. Oskar Pastior

6. Michael Lentz

7. Bibliographie

8. Anhang
1. Gesprächstranskript
2. 5 Gedichte
3. Webadressen

2. Einleitung

„Der längste Beitrag, welcher der Lyrik jemals im deutschen Fernsehen gewidmet wurde. Daraus entwickelt sich nun eine gute Tradition.“[1]

Auf die in mehr als sechs Stunden „Lange Nacht der Lyrik“ am 5. und 12. April 2000 im ZDF-Nachtstudio ausgestrahlten „ExplosivLaute“[2] folgt im Jahr darauf am zweiten UNESCO-Welttag der Poesie 2001 eine dreistündige lautpoetische Ausgabe mit dem Titel „Die Stimme kommt zum Text“[3]. In der Ankündigung zu jener zweiten „Langen Nacht der Poesie“ lobt das Nachtstudio voreilig „eine gute Tradition“ aus. Die Sendungen um den dritten UNESCO-Welttag der Poesie im Jahr darauf behandeln „Erkenntnisse der Hirnforschung“[4].

Dennoch sind jedwede Gesänge um die schwierige Situation der Lyrik übellaunig und schief, zumal sie deren Bedeutsamkeit einzig mittels der Auflagenzahlen im gebundenen Medium bestimmen, und die gehen bekanntlich gegen Null. Die rasche Verbreitung im Internet indes wird zumeist ignoriert, obwohl hier eine weitaus größere Leserschaft erreicht wird, die verschiedenste Foren bildet, in denen sie rege diskutiert und bespricht[5]. Vor allem aber werden Gedichte wieder gesprochen, zitiert und vorgetragen. Stichpunkte hier sind die Slam-Poetrie und das Hörbuch. Auf jedem größeren Literaturfestival sind Lyriklesungen ein fester Bestandteil. Es scheint fast, als tauchen Gedichte bevorzugt dort auf, wo sie benutzt werden, ihre Anpassungsfähigkeit wird nach wie vor despektierlich unterschätzt.

Eine Bewegung, die unmöglich ohne das Sprechen ihrer Texte auskäme, ist die Lautpoesie. Neben einer Übersicht zur Lautpoesie (3.) und näheren Ausführungen zum ZDF-Nachtstudio (4.), möchte ich unter 5. zunächst auf einen Autor der ersten lautpoetischen Generation, auf Oskar Pastior zu sprechen kommen, sowie anschließend speziell auf dessen Auftritt im Nachtstudio. Im 6. Abschnitt sollen zwei Texte des jüngeren Lyrikers und Lautpoeten Michael Lentz betrachtet werden, anhand deren Analyse und Interpretation ich versuche, in dessen Poetik einzuführen, seinen Vortrag, seine Performance.

Unter 2. habe ich eine kurze Übersicht erstellt, die das Sendekonzept des ZDF-Nachtstudios in der Ausgabe vom 17. März 2001[6] erfasst, wo ausschließlich Vertreter der Lautpoesie auftreten, selbst diskutieren und besprochen werden. Dieser der Arbeit vorangestellte Ablaufplan gibt exemplarisch einen groben Überblick über Lautpoeten vorwiegend in Deutschland, aber auch international (van Duijnhoven, Lofton, Kappes, Scherstjanoi, Al-Juburi). Die vom Redaktionsteam um Volker Panzer getroffene Auswahl der Dichter, Künstler und Performer beschränkt sich dabei nicht auf die jungen Rastlosen der Bewegung (Lentz, Uetz, Kolbe, Off), sondern ehrt mit Gästen wie Pastior, Rühm und Endler die älteren, aber keineswegs alten, noch immer äußerst geschäftigen Meister der lautlyrischen Zunft.

Oskar Pastior. Bei dem Auftritt des Dichters möchte ich unter 4. genauer zusehen, wobei zuvor (3.) von dem Ort der Veranstaltung und dem aktuell thematischen Bezug (UNESCO-Welttag der Poesie), sowie noch einmal von der Struktur bzw. Konzeption der Sendung die Rede ist. Die Analyse der Darbietung Pastiors auf dem Video geschieht nach selbst gewählten, ausschließlich hör- und sichtbaren Kriterien, die zunächst bei der bloßen Bestimmung des Vortrags helfen, des Vortragenden in seiner Umgebung. Hier geht es etwa um den Titel, die Textquelle, strukturelle und inhaltliche Merkmale des Textes sind hervorgehoben, erste Kategorisierungen denkbar (Lautkomposition, Musikstück, virtuose Spielerei, mehr Laute als Worte, nur Laute, nur Töne…).

Neben den ankündigenden Worten des Moderators steht weitergehend die Frage nach dem Werdegang Pastiors. Ist er Mitglied in einer Gruppe, Anhänger einer Bewegung, finden sich spezielle Veröffentlichungen, Auszeichnungen, biographische Bezüge oder Auffälligkeiten? Interessant wäre es, auf die Reaktionen der Zuschauer zu achten. Sind sie begeistert, nur belustigt, gar verstört? Wie also wirken seine Texte? Letztlich möchte ich in diesem Abschnitt verschiedene Facetten der Lautpoesie Oskar Pastiors aufzeigen. Dem Abschnitt zugehörig findet sich im Anhang die ausführliche Transkription beider Gesprächsrunden, welche sämtliche Darbietungen theoretisch begleiten (siehe Tabelle unter 3.).

In Teil 6. möchte ich mich dem Auftritt des Lautpoeten, Lyrikers und Schriftstellers Michael Lentz zuwenden. Hier stehen zwei seiner Gedichte im Mittelpunkt, "vielleicht ist es so, vielleicht ist es aber auch nicht so." und „ende gut, frage.“[7]. Deren Interpretation hält sich dicht an den Ablauf der Performance.

3. „Die Stimme kommt zum Text – Die lange Nacht der Lyrik“,

ZDF-Nachtstudio, Berlin 17.03.2001

- Sendeablaufplan mit Daten zum Wohnort, Geburtsjahr und –ort der Beteiligten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Das ZDF-Nachtstudio

Die Sendung versucht sich in einem kurzen Abriß der lautpoetischen Strömungen der Gegenwart. Anlaß genug ist der angebrochene 21. März, der auf ihrer 30. Generalkonferenz ausgerufene UNESCO-Welttag der Poesie, welcher „an die Vielfalt des Kulturguts Sprache und an die Bedeutung mündlicher Traditionen erinnern“ soll. „Der Welttag der Poesie soll Verlage ermutigen, poetische Werke besonders von jungen Dichtern zu unterstützen.“[8]

Das Nachtstudio hat seit 1997 einen festen Programmplatz im ZDF. Den präzisen Worten des Hauptredaktionsleiters Kultur und Wissenschaft Hillrich lassen sich drei markante Punkte zum Konzept der Sendung entnehmen, zum einen „der interdisziplinäre Diskurs, der statementbereinigte Gedankenaustausch“, sowie drittens „die freie Assoziation im besten psychoanalytischen Sinn“[9]. Alles kann Thema sein, jeder ist willkommen, das gelingt zumeist.

Auf der Projektionswand im Hintergrund der Bühne bricht sich während der gesamten Übertragung unaufhörlich die „ewige Welle“, das Motiv bzw. Etikett des Nachtstudios, die immerdar also keinen speziellen Bezug auf die Lautpoesie nimmt. Veranstaltungsort diesmal ist der so genannte „Zollernhof“, ein in Glasfronten gebettetes Foyer im ZDF-Hauptstadtstudio, Unter den Linden 36-38 in Berlins Mitte. Die geschätzte Publikumszahl vor Ort beträgt zwischen 60 und 100 Gästen. Aus deren Perspektive steht auf einer erhöhten Bühne zur Rechten eine Sitzgruppe für die Gespräche zwischen den Darbietungen, die linke geräumigere Hälfte ist für den Auftritt bestimmt und wird nach den Erfordernissen des jeweiligen Autors mit einem Tisch und einer grünen Leselampe, mit Stehpult, Notenständer oder Standmikrophon ausgestattet. Die Sitzgruppe formiert sich um den Stammplatz des Moderators Volker Panzer, dem zur Rechten wiederum die Projektion eines Kaminfeuers als Büchertisch dient. Darauf liegen die Bücher und CDs der Dichter, nach einem Beitrag hält er sie manchmal in die Kamera, ganz kurz, präsentiert dem Zuschauer das Cover, dreht das Buch, hier die Rückseite, Großaufnahme, eine halbe Sekunde. Der Büchertisch fungiert gleichsam als Schnittstelle zwischen den Geschehnissen auf der Bühne und dem oft verunsicherten Publikum. Wenn er ein Buch empor streckt, meine ich, bedeutet er der Zuhörerschaft, dass es hier, bitte nicht vergessen, immer noch um einen Text geht. Er nennt zwar einzelne Titel, wiederholt sie dann nicht, verweist aber auf die Website des Nachtstudios[10]. Die Bühne ist gut ausgeleuchtet, für eventuelle Videoeinspielungen und Lichteffekte während eines Beitrags (z.B. Dichters Dansen Niet, Michael Lentz) wird das Licht gedimmt oder fokussiert den Autor. Während der Lesungen und Diskussionen erstarrt die „ewige Welle“ zum Standbild.

Die Kameraeinstellungen verharren unaufgeregt in zahlreichen Perspektiven und bieten größtenteils ruhige Fahrten, angemessene Nahaufnahmen und gemächliche Schnitte und Überblendungen. Ab und an passen sich die Einstellungen an die Lesegeschwindigkeit der Texte an, performen ein wenig mit oder reagieren auf die Bewegungen des Autors. Flüchtige, lebhafte Schnitte und vereinzelt schwungvoll sausende Kamerafahrten bewahren so vor der lähmenden Totale. Lange Textpassagen geben Zeit für Nahaufnahmen aus dem Publikum, wobei man, das fällt auf, Köpfe mit kleinen Besonderheiten, eine gewagte Frisur etwa, oder markante Typen zu zeigen bemüht ist, den Denker wie den Kulturmüden.

Alles beginnt mit einem Auftritt der Formation „Dichters Dansen Niet“ um Serge van Duijnhoven aus den Niederlanden. Im Anschluß eröffnet Volker Panzer, ZDF-Kulturjournalist und Moderator des Nachtstudios, den Abend und führt in das Programm ein. Bevor er den ersten Dichter des Abends vorstellt, kommt er auf den Titel der Veranstaltung zu sprechen, „die Stimme kommt zum Text“. Ich denke, er ist kein guter Moderator, seine belangreicheren Aussagen mögen im Wortlaut diese sein: „Titel meint, dass es etwas Neues in der Lyrik gibt“ > „der Vortrag wird wichtiger“ > „das Sprechen der Gedichte wird wichtiger“ > „weg vom stillen Augenschmaus“ > „hin zum Laut- und natürlich leisen Lautgedicht“ > „wir haben die traditionellen und modernen Slam-Poeten eingeladen“ > „es wird international“ > „es wird auf flämisch, amerikanisch, arabisch gelesen“ > „unser erster Dichter ist ein ganz großer“[11].

Wichtig ist, zu erwähnen, dass die große Zahl der geladenen Dichter nicht mit der Slam-Poetry-Bewegung verbunden ist. Michael Lentz unterscheidet ausdrücklich zwischen Lautpoesie und Slam-Poetry, und weist in einem Interview mit Kathrin Drescher darauf hin, dass er „kein Poetry-Slammer“[12] ist. Ebenso ohne jeden Bezug zur Slam-Gemeinde steht geschlossen die Meisterriege Pastior, Rühm, Endler. Der einzig ausgewiesene Slam-Poet unter den Übrigen ist der 34 jährige Jan Off, ein „Veteran“ und National Slam Champion beim National Poetry-Slam in Düsseldorf.

Ende des 19. Jahrhunderts entstanden, ist die Lautpoesie zudem nicht „etwas Neues in der Lyrik“, wenn Panzer es vielleicht auch so wahrnimmt, aber das sind zweierlei Dinge.

5. Oskar Pastior

Panzer: „Er zählt sich selber zur Familie der Wörtlichnehmer, voller Lust kreiert er seine Wortspiele jenseits aller Sprachregeln. Pastior ist ein Letternforscher und ein Wortalchimist. Er gestattet sich Buchstabenblicke, die gegen jede Form semantischer Eindeutigkeit rebellieren. In seinen bislang über 30 vorliegenden Gedichtbänden […] werden Buchstaben solange hin und her geschoben, bis neue Wortgebilde entstehen. Was zusammensteht, muß nicht zusammengehören, behauptet Pastior […].“

Pastior ist 1927 in Siebenbürgen geboren und lebt seit Ende der 60er Jahre in Berlin. In der abschließenden Diskussion weist Meyer-Kalkus darauf hin, dass die älteren Vorleser des Abends bevorzugt an einem Tisch Platz nehmen, die Jüngeren hingegen lieber stehen würden, rumlaufen, etwas performen beim Vortrag ihrer Texte[13]. Pastior, zum Zeitpunkt der Vorstellung ist er 74 Jahre alt, setzt sich und liest zuerst eine famose Wortspielreihe mit den Worten Beton und Ton (Be ton ung), wobei er sich auf seine frühe Erfahrung als Betontechniker bezieht. Als Angehöriger der deutschen Minderheit wird Pastior zu Beginn des Jahres 1945 in ein sowjetisches Arbeitslager zwangsdeportiert und kehrt erst nach fünf Jahren nach Hermannstadt zurück, arbeitet dort zunächst als Kistennagler, später dann eben als Betontechniker. An der Universität Bukarest studiert er Deutsche Sprache und Literatur, wird 1960 Redakteur beim Rumänischen Rundfunk und veröffentlicht 1964 seinen ersten Gedichtband „Offne Worte“[14]. Über einen Studienaufenthalt in Wien siedelt er 1968 in die Bundesrepublik nach Berlin über.

Zum zweiten zitiert er eines der frühesten Lautgedichte der deutschen Literatur aus dem 1897 erschienenen Roman „Ich liebe dich“ von Paul Scheerbart. Es trägt den Titel „Kikakokú! Ekoraláps!“[15]. Weil es aus dieser Zeit kein Hördokument gibt, versucht Pastior zunächst den wahrscheinlichen Originalton Scheerbarts zu lesen und stellt im Anschluß eine eigene „Oberflächenversion“ vor, wie er es nennt, 100 Jahre später. Darauf folgt eine heutige, gleichsam erwachsene Fassung seines höchsteigenen mutmaßlich ersten Gedichtes, das er im Alter von vier Jahren fortwährend vor sich hermurmelt, es besteht aus vier Wörtern: Jalousien aufgemacht / Jalousien zugemacht[16]. Nach einem Gedicht mit dem Titel „Agamemnon“ („angenommen Agamemnon u.s.f.“) liest er zuletzt die Ode an ein scharfes Geschwindigkeitsmesser, genannt „tacho eschnapur“[17].

Performance, das ist Sache der Jüngeren. Pastior ist ein Fachmann für lyrische Zustände. Eingehend untersucht er die möglichen Verknüpfungen im Anagramm[18], unternimmt Seiltänze mit dem Palindrom[19], hat die Vokalise[20] erdacht, dem Genitiv zugehört[21]. Sein umfangreiches Werk umfaßt Lyrik, Lautdichtung, experimentelle Schriften, Übersetzungen, Zeichnungen und Hörspiele. 2000 wird er in Aachen mit dem Walter-Hasenclever-Preis geehrt. Mit „o du roher iasmin“[22] ersinnt er zwei Jahre später 43 außerordentliche Variationen des Gedichtes „Harmonie du soir“ von Baudelaires und wird kurz darauf mit dem Wiener Erich-Fried-Preis ausgezeichnet.

„Jetzt ist er schon fünfundsiebzig geworden, und wenn es mit rechten Dingen zuginge, müsste er der bekannteste Dichter sein. Ist er aber nicht. Pastior ist zu radikal, er sprengt mit seinen gesunden Dichtersinnen die Sprache, bis sie wieder zusammenpasst. Vor sehr vielen Jahren hat er Baudelaires Les fleurs du mal gelesen, jetzt variiert er auf gut oulipotisch Namen, Titel und das Gedicht Harmonie du soir. Erstaunt sieht man, was alles in dieser Dichtung steckt: Viele Sprachen, viel Substanz, viel Musik, viel Tradition. Von Rabelais bis „lemurfassduell“, von „hei duo rosmarin“ bis „attische rehkeule“ übersetzt Pastior die französischen Wörter präzise, dass es sie schaudert, und schüttelt und rührt sie, sie werden „gefeilscht, gefleischt, nein geschleift“, bis sie wieder ihre polyglotte Sinne und ihre neue „harmonie du soir“ wiedergewonnen haben. Ist das experimentell? Sprachlicher Untergrundkampf? Nein, es ist nur genau. Dass es dann auch noch witzig ist: um so schöner.“[23] Georg Patzer

Für seine Mundperformances benötigt Pastior die Stimme, ein Glas Wasser. Er beginnt die Worte zu brechen, riskiert ein virtuoses Spiel auf der Lautklaviatur, stürzt Satzstrukturen, wo er sie findet. Alles, wird, wie Patzer sagt, auf „gut oulipotisch“[24] -Pastior ist Mitglied der Werkstatt für Potentielle Literatur OuLiPo („Ouvroir de Littérature Potentielle“), die sich seit 1960 mit wiederbelebten und neu entworfenen Literaturtechniken auseinandersetzt- verändert und variiert. Was er in einem neuen Gebilde zusammengefügt, steht keineswegs sinnentleert, sondern zeigt eine beeindruckende Wirkung. Dazu zwei Stimmen:

„Gedichte unter die Leute bringen, unter eine feste Leserschaft, das hat Pastior immer gut gekonnt, er ist ein alter Rundfunkhase, aus Bukarester Zeiten noch, und er kann sich seiner Wirkung, der Wortwirkkraft, sicher sein.“[25] Thomas Kling

„Oskar Pastior, ein wirklicher Avantgardist: Sein Auftritt mit genialen Anagrammen auf Gedichttitel und -zeilen von Charles Baudelaire zeigte auf faszinierende Weise, wie man zwischen Sinn, Fast-Sinn und Nicht-Sinn balancieren kann. Pastior dekonstruiert Sprache bis auf die Buchstaben- und Lautebene, und was er aus den Trümmern wieder aufbaut, ähnelt manchmal entfernt unserem Idiom, manchmal aber auch einem neuen, nie gehörten, das man aber dennoch zu verstehen meint – beinahe jedenfalls.“[26] Martin Ebel

Pastior ist Mitglied der Berliner Akademie der Künste, des Bielefelder Colloquiums Neue Poesie, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt, 1984 Ehrengast der Villa Massimo in Rom. 1992/93 hat er die Brüder-Grimm-Poetik-Professur in Kassel inne und nimmt den Ernst-Meister-Preis entgegen, im Jahr darauf hält er die Frankfurter Poetik-Vorlesungen[27]. Gemeinsam mit Gellu Naum[28] wird ihm 1999 der Preis für Europäische Literatur überreicht, 2001 der Peter-Huchel-Preis. Im vergangenen Jahr erscheint der zweite Band seiner Werkausgabe „Jetzt kann man schreiben was man will“[29] vor dem ersten Band. Im letzten Herbst hat er im Alter von 77 Jahren auf dem internationalen literaturfestival berlin 2004 aus „Mein Chlebnikov“[30] eigens übertragene Gedichte und Texte seines Wahlverwandten Velimir Chlebnikov gelesen und stand dem jungen rumänischen Lyriker Constantin Virgil Banescu als Übersetzer zur Seite.

[...]


[1] Http://www.lyrikline.de/(qe5h2bzkbjhwt5jozaikbvi0)/Show.aspx?action=news&entry=81, 15.08.2004.

[2] Titel der Veranstaltung.

[3] Aufzeichnung am 17.03.2001 im ZDF-Hauptstadtstudio, Foyer „Zollernhof“.

[4] Haben wir einen freien Willen? Erkenntnisse der Hirnforschung., ZDF Nachtstudio, 17.03.2002, 0.05 Uhr, ZDF / Wiederholung am 22.03.2002, 11.45 Uhr, 3 SAT.

[5] Siehe Anhang, Gesprächstranskript, Thomas Wohlfahrt, S. 6.

[6] „Die Stimme kommt zum Text – Die lange Nacht der Lyrik“, ZDF-Nachtstudio, VHS-Videokassette, Berlin 17.03.2001.

[7] Michael Lentz, ENDE GUT. sprechakte., Edition selene, Wien 2002.

[8] Http://www.unesco.de/c_arbeitsgebiete/welttag_poesie.htm, 09.09.2004.

[9] Dr. Hans Helmut Hillrichs, ZDF Jahrbuch 1999, S. 143.

[10] Http://ww.nachtstudio.de, 05.09.2004.

[11] Nachfolgende Zitate ohne Fußnote sind dem Video entnommen.

[12] http://www.munichx.de/lesen/lentz.php, 17.09.2004.

[13] Siehe Anhang, Gesprächstranskript, S. 7, 9.

[14] Oskar Pastior, Offne Worte, Literatur-Verlag, Bukarest 1964

[15] Siehe Anhang, Gedichte.

[16] Oskar Pastior, Jalousien aufgemacht. Ein Lesebuch, Carl Hanser Verlag, München 1987

[17] Siehe Anhang, Gedichte.

[18] Oskar Pastior, Anagrammgedichte, Klaus G. Renner, München 1985.

[19] Ebd. Kopfnuß Januskopf, Gedichte in Palindromen, Carl Hanser Verlag, München 1990.

[20] Ebd., Vokalisen und Gimpelstifte, Hanser Verlag, München 1992

[21] Ebd., Das Hören des Genitivs, Gedichte, Carl Hanser Verlag, München 1997.

[22] Ebd., O du roher iasmin, Edition Urs Engeler, Weil am Rhein, 2002

[23] Http://www.engeler.de/pressepastior.html, 17.09.2004.

[24] Ebd.

[25] Ebd.

[26] Ebd.

[27] Oskar Pastior, Das Unding an sich, Frankfurter Vorlesungen, Edition Suhrkamp, Frankfurt a/M 1994.

[28] Gellu Naum, Black Box (übertragen von Oskar Pastior zusammen mit Georg Aescht), Wieser Verlag, Klagenfurt /Salzburg 1993.

[29] Ebd., Jetzt kann man schreiben was man will, Hanser Verlag, München 2003.

[30] Ebd., Mein Chlebnikov., Gedichte und Texte von Velimir Chlebnikov, Dokumentation einer Lesung, Aufnahme: Literarisches Colloquium Berlin 1989, Gertraud Scholz Verlag 1993, CD.

Details

Seiten
47
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638405317
Dateigröße
862 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v42518
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Germanistik
Note
1
Schlagworte
Michael Lentz Einführung Sprechkünste

Autor

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