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Risikomanagement im Einkauf. Welche Methoden des Risikomanagements sollen im strategischen Einkauf eingesetzt werden?

Projektarbeit 2018 25 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2. Strategischer Einkauf
2.1 Kernelemente strategischer Einkauf

3. Das Risikomanagement
3.1 Kernelemente im Risikomanagement
3.2 Methoden und Instrumente im Risikomanagement
3.2.1 Risikoidentifizierung
3.2.2 Risikobewertung
3.2.3 Risikosteuerung
3.2.4 Risikoüberwachung
3.3 Wirkung strategischer Einkauf im Risikomanagement
3.4 Methodenanalyse und Instrumente für den strategischen Einkauf

4. Fallbeispiel
4.1 Autozulieferer Hella GmbH

5. Schluss
5.1 Zusammenfassung
5.2 Fazit

6. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 PCDA- Zyklus

Abbildung 2 Der Risikomanagement- Prozess

Abbildung 3 Risk- Map

Abbildung 4 ABC- Analyse

Abbildung 5 Risikosteuerung

1. Einleitung

Die Auswahl des Themas „Welche Bedeutung der strategische Einkauf für das Risikoma- nagement im Unternehmen hat“ verfolgt das Ziel, das bereits aus dem Praxissemester bei der MTU GmbH in Friedrichshafen im Bereich -Strategischer Einkauf angeeignete Wissen über das Thema „Risikomanagement im Einkauf“ anhand dieser Projektarbeit zu vertiefen. Vor dem Hintergrund eines komplexen Umfeldes sind Unternehmen vielen Risiken ausge- setzt. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, sich systematisch mit Risiken ausei- nanderzusetzten.1

„Die Unternehmen befinden sich zumeist in einem Spannungsfeld zwischen steigendem Kostendruck und erhöhtem Risikopotential wieder. Insgesamt zwingen diese Entwicklungen zu schnelleren und unsicheren Entscheidungen. Die Gefahren von Fehlentscheidungen steigen und lassen sich erst später als solche erkennen.“2

Ein effektives Risikomanagement ist zwingend erforderlich, um Wettbewerbschancen nut-zen zu können. Risikomanagement ist nicht nur wichtig, sondern sogar vom Gesetzgeber 1998 im Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) vorge-schrieben. Auch die steigende Anzahl von Insolvenzen und die Globalisierung der Märkte zeigen, welche wirtschaftlichen Risiken sie im Risikomanagement haben.3 Um die Zielset-zungen der Beschaffung nicht zu gefährden, sollten Unternehmen ein erfolgreiches Risiko-management betreiben z.B. um den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern. Deshalb ist Risikomanagement ein wichtiger Beitrag des Unternehmens. Je früher die Risiken im Ein-kauf erkannt werden, desto schneller können die Einkäufer, die Risiken mit entsprechenden Maßnahmen regulieren. Ohne Risikomanagement im Einkauf kann es zu Qualitätsprob-leme, Lieferantenausfälle, Rohstoffpreiserhöhungen und zu vielen Unternehmenszusam- menbrüchen kommen. Für ein wirkungsvolles Risikomanagement ist es erforderlich, dass sich Unternehmen bestimmte Methoden bedienen, die ihnen bei der Umsetzung eines mo-dernen Risikomanagement Unterstützung bieten.4

1.1 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

Ziel der vorliegenden Projektarbeit ist es, zu analysieren, welche Methoden des Risikomanagements im strategischen Einkauf eingesetzt werden sollten.

Um dieses Ziel zu erreichen werden zunächst in Kapitel 2 die Kernelemente, wie Aufgaben und Ziele des strategischen Einkaufs vermittelt. Darauf aufbauend wird in Kapitel 3, das Risikomanagement mit den wesentlichen Kernelementen untersucht. Hierzu erfolgt zu-nächst eine Erläuterung der Ziele und Aufgaben. Im zweiten Teilkapitel werden die Metho-den des Risikomanagements beschrieben. Hier wird der Risikomanagement-Prozess er-läutert und in seine einzelnen Phasen Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikosteue-rung und Risikoüberwachung zerlegt und näher betrachtet, Im nächsten Teilkapitel wird die Wirkung des Risikomanagements im strategischen Einkauf beschrieben. Schließlich folgt im letzten Teilkapitel eine Analyse der Methoden für den strategischen Einkauf. Das 4. Ka-pitel befasst sich mit einem Fallbeispiel in der Praxis. Die Arbeit endet mit einer Zusammen-fassung der gewonnenen Erkenntnisse und mit einem abschließenden Fazit.

2. Strategischer Einkauf

2.1 Kernelemente strategischer Einkauf

„Der strategische Einkauf ist die Aktivität von Unternehmen und Organisationen, benötigte Produkte, Waren und Dienstleistungen zeitgerecht zu beschaffen.“5

Sie ist die ganzheitliche Betrachtung des Einkaufsportfolios und eine zentrale Funktion im Unternehmen, die hauptsächlich zum Gesamterfolg beiträgt. Der strategische Einkauf stellt eine zentrale Aufgabe im Unternehmen dar, da er für die Güterbeschaffung zuständig ist. Er zählt zwar nicht zu den Kernprozessen, ist aber ein sehr wichtiges Organ im Unterneh-men.6

Die Hauptaufgabe des strategischen Einkaufs in einem Unternehmen ist es, Teile für den Produktionsprozess und die Betriebstätigkeit zu beschaffen. So müssen die strategischen Einkäufer Teile bei Lieferanten anfragen, um Angebote zu erhalten und eine daraus resultierende Auswahl treffen zu können.

Außerdem umfassen die strategischen Einkäufer grundsätzlich die Marktanalyse. Sie su-chen nach leistungsstarken Lieferanten, bewerten die Lieferanten und verhandeln die Kon-ditionen mit den Lieferanten. Weitere Aufgaben sind z.B. die Erstellung von Angebotsver-gleichen, Preisvergleichen und die Klärung von Lieferantenrückfragen zu Technik, Qualität oder Lieferterminen. Das Ziel des strategischen Einkaufs ist die langfristige Sicherstellung der Materialversorgung, die Qualitätssicherung, die Sicherstellung der Preisstabilität und auch die Erreichung der langfristigen Wettbewerbsvorteile.7

Zusätzlich versucht der strategische Einkauf die Globalisierung zu steuern, Risiken zu minimieren, die Marktsituation des Unternehmens zu beobachten, kosteneffizient und prozesseffizient einzukaufen.8

Die strategischen Einkäufer haben somit eine große Verantwortung.

3. Das Risikomanagement

3.1 Kernelemente im Risikomanagement

Unter Risikomanagement versteht man die Gesamtheit aller Maßnahmen, Prozesse und Methoden die dazu dienen, Risiken im Unternehmen zu vermeiden. Das Risikomanagement hilft dem Unternehmen, die eintretenden Risiken rechtzeitig zu er-kennen, zu bewerten und zum anderen bereits bekannte Risiken mit geeigneten Strategien und Methoden zu beherrschen. Das Ziel des Risikomanagements ist nicht die Risiken zu eliminieren, weil dadurch auch die Erfolgschancen verpasst werden könnten. Das Ziel be-steht darin, ein optimales Verhältnis zwischen Chancen und Risiken zu finden. Da die Ri-siken auch den Fortbestand einer Unternehmung gefährden können, muss es Ziel der Un-ternehmen sein, bestehende und zukünftige Risiken durch ein effektives Risikomanage-ment zu kontrollieren. Die Risiken müssen deshalb vollständig identifiziert werden.9

Außerdem können eingetretene Risiken die Liquiditätssituation eines Unternehmens stark beeinträchtigen und zu Unternehmenskrisen führen. Das Ziel des Risikomanagements ist die langfristige und nachhaltige Existenzsicherung des Unternehmens, d.h. es können nur tragbare Risiken eingegangen werden. Ein anderes Ziel ist die Sicherung der geplanten Unternehmensziele durch geeignete Maßnahmen. Dabei werden die Risiken nicht vollstän-dig vermieden, sondern bewusst eingegangen um Chancenpotenziale des Unternehmens zu realisieren. Deshalb ist es für die Unternehmensführung notwendig, bei einer Entschei-dung, Chancen und Risiken abzuwägen. Um die Unternehmensziele zu erreichen, ist die Aufgabe des Risikomanagements die Chancen und Risiken des unternehmerischen Han-dels zu identifizieren und zu managen.10

Zusammengefasst sind die Hauptaufgaben des Risikomanagements, die frühzeitige Identifikation von Risiken sowie eine effiziente Risikobewältigung. Im strategischen Einkauf heißt es z.B. eine gründliche Auswahl und Überwachung der Lieferanten zu betreiben, damit mögliche Leistungsschwierigkeiten bewertet werden können. Außerdem müssen be-stimmte Handlungsoption für den Eintritt möglicher Risikosituation geplant werden, wie z.B. das Ausweichen auf einen Ersatzlieferanten im Insolvenzfall.11

3.2 Methoden und Instrumente im Risikomanagement

Das Risikomanagement umfasst alle organisatorische Regelungen und Maßnahmen zur Umsetzung des Risikomanagement-Prozesses. Für die Umsetzung eines Risikomanagements werden Methoden und Instrumente der Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikosteuerung und Risikoüberwachung benötigt.12

„Der Risikomanagement-Prozess ist ein kontinuierlicher Prozess, der regelmäßig durchlau-fen wird. Zwischen den einzelnen Prozessschritten bestehen Beziehungen. So gehen Erkenntnisse aus der Risikoüberwachung in die Analyse- und Bewertungsphase ein. Der Regelkreis als systematisches Vorgehen optimiert die Risikoposition des Unter- nehmens.“13

Der allerwichtigste Baustein für ein Risikomanagement ist das PDCA-Prinzip. PDCA steht für Plan, Do, Check und Act. Im Risikomanagementsystem ist der PDCA- Zyk-lus ein wichtiger Grundsatz was bei der Planung von Tätigkeiten von Systemen von Pro-zessen im Unternehmen immer beachten sollte. Mit diesem Prinzip werden im Unterneh-men die Fehler und Fehlerarten schneller erkannt und die Risiken minimiert.14

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 PCDA- Zyklus15

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Methoden des Risikomanagement-Prozesses können in folgenden Phasen unterteilt werden, die in der Abb. 2 dargestellt sind und in den folgenden Kapiteln ausführlich be- schrieben werden. Anhand der Abb. lässt sich auch erkennen, dass die verschiedenen Pro- zesse aufeinander bauen. Deshalb muss darauf geachtet werden, dass von Beginn an ge-nau gearbeitet wird. Jede Ungenauigkeit kann zu Folgen für das Unternehmen führen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Der Risikomanagement- Prozess16

3.2.1 Risikoidentifizierung

Die Risikoidentifikation ist die erste Stufe des RM-Prozesses, auch Risikoanalyse genannt. Um überhaupt Maßnahmen zur Risikominimierung treffen zu können, müssen zuerst alle vorhandenen Risiken erfasst werden. Bei der Risikoidentifikation werden alle Risiken zuerst identifiziert und anschließend systematisiert. Ein nicht identifiziertes Risiko kann ein Unter-nehmen in eine Krisensituation stürzen. Sie bildet die Grundlage für den sinnvollen und effektiven Umgang mit Risiken. Die Risikoidentifikation wird als wichtigste Phase bezeich-net, da die identifizierten Risiken in den Risikomanagement Prozess eintreten und mit ge-eigneten Maßnahmen gesteuert werden können. Für die Risikoidentifikation müssen meh-rere Instrumente ausgewählt werden, da ein Instrument alleine nicht alle möglichen Risiken identifizieren kann.17 18

Zur Risikoidentifikation können verschiedene Instrumente eingesetzt werden:19

Standardisierte Befragung

Befragung mithilfe eines Risikofragebogens oder Ausarbeitung einer Mindmap durch Mitarbeiter. Standardisierte Befragung ist für fast alle Unternehmen relevant aber der Nachteil ist es, dass es nicht alle Risiken aufdecken kann, insbesondere bei Unternehmen spezifi-schen Risiken.

Delphi- Methode

Befragungsverfahren mit Feedbackrunden wird z.B. für neue Ideen verwendet. Die DelphiMethode wird anonym durchgeführt und das Feedback wird ebenfalls anonym an Teilnehmer weitergeleitet. Sie ermöglicht eine bessere Abschätzung der Risiken

Brainstorming

Diese Methode wird im Team durchgeführt. Es wird im Team über Probleme gesprochen und nach Lösungen gesucht.

Analogiemethode

Die Analogiemethode ist eine Vergleichsanalyse. Anhand der Analogiemethode wird versucht, von Vergleichen zu ähnlichen Problemstellungen eine Lösung zu finden und der ent-deckten Lösung auf die aktuelle Situation zu übertragen.

SWOT- Analyse

Die SWOT-Analyse ist für ein Unternehmen eine der hilfreichsten Methode, um Chancen und Risiken im Geschäftsmodell zu identifizieren. Sie stellt Stärken Schwächen, Chancen und Risiken gegenüber. Ziel ist es, Maßnahmen zur Verringerung von Risiken, bzw. zur Optimierung der Chancen unter Berücksichtigung der eigenen Stärken und Schwächen, herauszufinden.

3.2.2 Risikobewertung Risk- Map

Die ermittelte Eintrittswahrscheinlichkeit und die Schadenauswirkung für die einzelnen Risiken werden in einer sog. Risk-Map in Beziehung zueinander gesetzt. Ein Risiko, das durch eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit vermerkt ist, aber ein hohes Schadenspoten-zial enthält, kann eine hohe Gefahr für ein Unternehmensergebnis darstellen.

[...]


1 Vgl. Heimer, S. (2007)

2 Vgl. Mühle, M. (2014), S.1 3

3 Vgl. Dieter, M. (2005)

4 Vgl. Mühle, M. (2014), S.1

5 Vgl. Kh.Pflug (Lexikon)

6 Vgl. Wacker, F. (2014)

7 Vgl. Janitz, M. (2016) Vgl. Orpheus Blog

8 Sükriye Helvaci Risikomanagement im Einkauf Projektarbeit WS 17/18

9 Vgl. Müller, C. (2002)

10 Vgl. Poeschl, Schäffer Verlag Stuttgart (2012), S.19

11 Vgl. Frunhofer-Institut (2010)

12 Vgl. Poeschl, Schäffer Verlag Stuttgart (2012), S.19

13 Vgl. TCW Gmb

14 Vgl. Kostka, C.

15 Quelle: PDCA-Zyklus

16 Quelle: Der Risikomanagement-Prozess

17 Vgl. Mühle, M. (2014)

18 Vgl. Hermann, M. (2010)

19 Vgl. Dieter, Klaus (2005)

Details

Seiten
25
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668708518
ISBN (Buch)
9783668708525
Dateigröße
679 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v426444
Institution / Hochschule
Hochschule Ravensburg-Weingarten
Note
2,2
Schlagworte
risikomanagement einkauf welche methoden risikomanagements

Autor

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