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Überblick über die Theorie des Marktversagens im Sport

Hausarbeit 2017 16 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Sportmarkt

3. Marktversagen
3.1 Externe Effekte
3.2 Unteilbarkeiten und natürliche Monopole
3.3 Öffentliche Güter
3.4 Informationsmängel
3.4.1 Adverse Selektion
3.4.2 Moral Hazard (Moralisches Risiko)
3.4.3 Prinzipal-Agent-Ansatz
3.4.4 Lösungsmöglichkeiten bei Marktversagen in Folge von Informationsmängeln

4: Theorie des Marktversagens im Sport
4.1 Externe Effekte im Sport
4.2 Öffentliche Güter im Sport
4.3 Natürliche Monopole im Sport
4.4 Informationsmängel im Sport

5. Lösungsmöglichkeiten bei Marktversagen im Sport

6. Zusammenfassung und Resümee

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Der Sportmarkt

Abbildung 2: Negativer Externer Effekt anhand des Kunststoffmarktes

Abbildung 3: Natürliches Monopol

Abbildung 4: Prinzipal-Agent-Ansatz

1. Einleitung

Die Welt des Sports fasziniert global betrachtet Millionen von Menschen. Schaut man alleine auf die Zuschauerzahlen der Bundesliga in der Saison 2016/2017 so sieht man, dass ca. 13 Millionen Menschen Begegnungen der 1. Liga verfolgt haben (vgl. dfb.de o.J.).Das ist noch vergleichsweise wenig zum Super Bowl im Jahr 2017, den weltweit ca. 800 Millionen Menschen gesehen haben (vgl. rp-online O.J.). Diese gewaltigen Zahlen lassen andeuten, dass der Sportmarkt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Welt ist. Um Ihnen dieses in Zahlen zu verdeutlichen, dient die Sportwirtschaft Schleswig-Holsteins als Beispiel. Der Gesamtumsatz betrug hier rund 5 Milliarden Euro und 45000 Menschen waren in diesem Wirtschaftssektor sozialversicherungspflichtig beschäftigt (vgl. ndr.de 2017). Die Zuschauer-/ und Umsatzzahlen verleiten uns zu der Annahme, dass der Sportmarkt vollkommen funktioniert, jedoch lassen sich auch Problematiken und Schwierigkeiten des Marktes auffinden, die im schlimmsten Fall zu Marktversagen führen können. Der Kern der nachfolgenden Hausarbeit beschäftigt sich mit der Theorie des Marktversagens im Sport. Anfangs erkläre ich den Begriff des Sportmarkts. Im Mittelpunkt des Abschnitts steht der Aufbau des Sportmarktes, sowie dessen Akteure. Im zweiten Teil der Hausarbeit geht es dann einleitend um eine allgemeine Definition des Marktversagen. Nachfolgend stehen die Ursachen für Marktversagen im Fokus, wobei externe Effekte, Unteilbarkeiten, natürliche Monopole, öffentliche Güter und Informationsmängel den Kern darstellen. In Abschnitt 3.4 den Informationsmängeln werden weitere Formen der Problematik erläutert. Hauptmerkmale sind die adverse Selektion, Moral-Hazard und der Prinzipal-Agent-Ansatz. Weiterhin beschäftigt sich die Hausarbeit mit dem Marktversagen im Sport. Hierbei stehen die zuvor genannten Ursachen im Mittelpunkt. Anschließend werden Lösungsmöglichkeiten bei Marktversagen aufgeführt. Das Ende der Hausarbeit stellt die Zusammenfassung und das Resümee dar.

2. Der Sportmarkt

Laut Cornelia Trinkhaus befindet sich der Sportmarkt dort, wo Nachfrage und Angebot in Bezug auf Sport aufeinandertreffen (vgl. 2013: S.2). Der Sportmarkt lässt sich in zwei Kernmärkte abgrenzen. Zum einen der Markt nach dem Produkt des aktiven Sportkonsums, dem sogenannten Sportlermarkt und zum anderen den Markt des Zuschauermarktes, wobei Angebot und Nachfrage für das passiven Sportkonsum gehandelt wird. (vgl. Daumann 2008: S.96). Der Sportlermarkt ist wie Trinkhaus erläutert dadurch gekennzeichnet, dass aufgrund des Sporttreibens von Freizeit bzw. Leistungssportlern die Nachfrage nach individuellen Sportgütern und Trainingsmöglichkeiten entsteht (vgl. 2013: S.2).Die Anbieterseite des Marktes stellen staatliche Institutionen, Nonprofit/- und Profitorganisationen dar (vgl. Cornelia Trinkhaus 2013: S.2). Auf dem er Zuschauermarkt agiert die interessierte Bevölkerung als Nachfrager, sowie Medien und Organisationen für Sportveranstaltungen als Anbieter (vgl. Daumann 2015: s.39).Obwohl beide Märkte sich deutlich unterscheiden sind sie jedoch stark voneinander abhängig (vgl. Daumann, 2015: S.38). Die Interdependenz lässt sich mit folgendem Beispiel erläutern. Im Fußball müssen die Sportler erst aktive Leistungen erbringen bevor die Medien das Spiel vermarkten können und somit Zuschauer das Spiel konsumieren können.

Abbildung 1: Der Sportmarkt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Marktversagen

Grundlegend entscheidet der Markt über die Verwendung von Ressourcen und koordiniert somit die Pläne der Konsumenten. Funktionieren die Märkte vollkommen so werden die Ressourcen in die Verwendung gelenkt, wo sie den größten möglichen Nutzen bringen. Bei einem vollkommen funktionierenden Markt, spricht der Ökonom von einer Pareto-Effizienz (vgl. Daumann 2015: S.74). Wird der Markt allerdings in seiner Funktionsweise gestört, kommt es auf dem Markt zu einer nicht effizienten Allokation der Ressourcen. Man spricht herbei von Marktversagen (vgl. Hohlstein u.a. 2009: S.469). Michael Hohlstein nennt als Ursache für die Störung der Funktionsweise von Märkten externe Effekte, reine öffentliche Güter, Unteilbarkeiten , Informationsmängel und Anpassungsmängel (vgl. Hohlstein u.a. 2009: S.469).

3.1 Externe Effekte

Im Falle von externen Effekten wird die Wohlfahrt eines unbeteiligten Dritten durch Markttransaktion beeinflusst (vgl. Schleicher O.J.). Unbeteiligter Dritter steht hierbei für einen Akteur, der nicht aktiv auf dem Markt auftritt, jedoch trotzdem betroffen ist (vgl. Schleicher O.J.). Externe Effekte können sowohl positiv als auch negativ sein.

Abbildung 2: Negativer Externer Effekt anhand des Kunststoffmarktes

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Bundeszentrale für poltische Bildung

In Abbildung 2. ist der Markt für Kunststoff in einem einfachen Marktdiagramm dargestellt. Der Schnittpunkt von Qmarkt und Pmarkt, oder Angebot-/ und Nachfragefunktion ist das Marktgleichgewicht, welches das effiziente Marktergebnis widerspiegelt. Hier wird der Markt geräumt, wobei die nachgefragte Menge genau der angebotenen Menge entspricht. Tritt nun ein negativer externer Effekt auf (Luftverschmutzung) ist die gehandelte Menge auf dem Markt zu hoch und daher ineffizient. Die Ursache hierfür liegt darin, dass Anbieter nur ihre privaten Kosten und nicht die volkswirtschaftlichen Kosten bei ihrer Planung berücksichtigen. Die Konsequenz des Verhaltens ist Marktversagen. Bei positiven externen Effekten ist hinzuzufügen, dass die gehandelte Marktmenge zu niedrig ist.

3.2 Unteilbarkeiten und natürliche Monopole

Fritsch Wein und Ewers nennen in ihrem Buch Markversagen und Wirtschaftspolitik einen weiteren Grund für die Einschränkung der Funktionsweise des Marktes. Die Rede ist von Unteilbarkeiten (vgl. 1999: S.178). Im Modell der vollkommenden Konkurrenz geht man davon aus, dass Produktionsfaktoren beliebig geteilt werden können. Bei einer Verletzung von dieser Annahme des Modelles, sprechen die Autoren von Unteilbarkeiten (vgl. .Fritsch u.a. 1999: S.178). Die Abweichung ist oftmals die Konsequenz daraus, dass die Produktionskapazitäten in ihren technischen Eigenschaften nur in Sprüngen verändert werden können (vgl. Hohlstein u.a. 2009: S.709). Eine besondere Form der Problematik, stellt das natürliche Monopol dar. Die Ursache für die Entstehung eines natürlichen Monopols sieht Daumann in positiven Skaleneffekten. Dieses bedeutet, dass der Anbieter eine weitere Einheit günstiger produzieren, als die Einheit zuvor (vgl. Daumann, 2015: S.76 ) Natürliche Monopole führen zu Marktversagen, da aufgrund ihrer sinkenden Durchschnittskosten in der Produktion, neue Anbieter auf dem Markt verdrängt werden oder gar nicht auf den Markt treten. Abbildung 3 stellt folgend das natürliche Monopol graphisch dar.

Abbildung 3: Natürliches Monopol

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Fritsch et al (1999: S.181)

3.3 öffentliche Güter

öffentliche Güter lassen sich an zwei Merkmalen erkennen. Das erste Merkmal stellt das Ausschlussprinzip dar, welches bedeutet, dass keine Person vom Konsum ausgeschlossen werden kann. Das zweite Merkmal ist die nicht Rivalität im Konsum, was nichts anderes aussagt als, dass der Konsum einer Person nicht den Konsum einer anderen Person einschränkt (vgl. Frank O.J.). Jedoch führen öffentliche Güter zu Marktversagen, da kein Anbieter bereit sein wird das Gut zu produzieren (privatwirtschaftlich). Grund hierfür ist, dass die Konsumenten kein Geld für das Gut ausgeben werden, sondern immer die kostenlose Variante nutzen (Trittbrettfahrer Problem) (vgl. Daumann 2015: S.75).

3.4 Informationsmängel

Das Modell der vollkommenden Konkurrenz geht von der Annahme aus, dass die Akteure auf dem Markt ihre Informationen vollständig, kostenfrei und pünktlich zur Verfügung stehen (vgl. Fritsch, u.a. 1999: S.262). Bei quantitativen wie qualitativen Informationsmängeln ist dies nicht der Fall und kann zu Marktversagen führen. Fritsch Wein und Ewers nennen zwei Typen von Informationsmängel. Zum einen die Unkenntnis und zum anderen die Unsicherheit, (vgl. Fritsch, u.a. 1999: s.262). Unter dem Begriff der Unkenntnis verstehen die Autoren, wenn die auf dem Markt aktiven Akteure nicht über ausreichende Informationen verfügen, jedoch dieses Defizit beseitigen können. Bei Unsicherheiten hingegen ist das nicht möglich egal welcher Aufwand betrieben wird (vgl. Fritsch, u.a. 1999: s.262).

3.4.1 Adverse Selektion

Um das Problem der adversen Auslese zu verstehen, ist zunächst der Begriff der asymmetrischen Informationsverteilung von Bedeutung. Bei dieser Konstellation ist entweder Anbieter oder Nachfrager besser informiert als sein gegenüber (vgl. Fritsch u.a. 1999: S.263). Zudem ist die Qualitätsunkenntnis von Bedeutung. Qualitätsunkenntnis ist vorliegend, wenn einer der Markakteure Vorvertragsabschluss die Qualität eines Gutes nicht ausreichend einschätzen kann (vgl. Fritsch u.a. 1999: s.263). Die Folge einer ungleichmäßigen Informationsverteilung vor Vertragsabschluss kann zur adversen Selektion führen (vgl. Hohlstein u.a. S.2009: 10). Verdeutlichen lässt sich die adverse Auslese an dem sogenannten "Zitronen Problem". George A. Ackerlof ein amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler legt in seinem Aufsatz The Market for Lemons im Jahr 1970 anhand des Gebrauchtwagenmarktes dar, dass Informationsasymmetrien zwischen Käufer und Verkäufer zu Marktversagen führen können, (vgl. Spiegel Online O.J.). Im Gebrauchtwagenmarkt verdrängen schlechte Autos (Lemons) die guten Autos (Peaches) vom Markt (vgl. dice.hhu.de O.J.). In seinem Modell geht Ackerlof von der Annahme aus, dass die Käufer ihre Zahlungsbereitschaft anhand der durchschnittlichen Qualität ausmachen. Grund hierfür ist, dass die Käufer die Qualität nicht richtig einschätzen können. Hingegen kennen die Autoverkäufer die Qualität ihres Autos genau, (vgl. dice.hhu.de O.J.). Die Folge hieraus ist, dass die Gebrauchtwagenkäufer nicht mehr als den Preis für ein durchschnittliches Auto bezahlen werden. Die sogenannten Peaches werden durch die

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Details

Seiten
16
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668712102
ISBN (Buch)
9783668712119
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v426882
Institution / Hochschule
Hochschule Wismar
Note
2,0
Schlagworte
Sport Sportökonomie Marktversagen Externe Effekte Natürliche Monopole Öffentliche Güter Informationsmängel Prinzipal-Agent Unteilbarkeiten Lösungen bei Markversagen Adverse Selektion Moral Hazard Externe Effekte im Sport Natürliche Monopole im Sport öffentliche Güter im Sport Ökonomie des Sports Sportmarkt Aufbau des Sportmarktes

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