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Leasing als Alternative zur klassischen Kreditfinanzierung bei kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland

Projektarbeit 2017 30 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit und Vorgehensweise

2. Theoretische Fundierung der ausgewählten Finanzierungsformen
2.1 Allgemeine Definition kleiner und mittelständischer Unternehmen in Deutschland und deren Bedeutung für die Wirtschaft
2.2 Grundlagen der Kreditfinanzierung
2.3 Grundlagen des Leasings

3. Analyse der Erfolgsfaktoren von Leasing im Vergleich zur Kreditfinanzierung
3.1 Untersuchung der kritischen Erfolgsfaktoren der relevanten Finanzierungsformen
3.2 Wirtschaftlichkeitsanalyse der ausgewählten Finanzierungsformen
3.3 Bilanzielle Auswirkungen von Leasing im Vergleich zur klassischen Kreditfinanzierung

4. Kritische Auseinandersetzung von Leasing als alternative zur Kreditfinanzierung
4.1 Möglichkeiten von Leasing als alternative Finanzierungsform
4.2 Grenzen des Leasings in Bezug auf die behandelten Finanzierungsformen
4.3 Abschließende Handlungsempfehlung für Unternehmen

5. Schlussteil
5.1 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: KMU Definition des IfM in Bonn

Abb. 2: KMU Definition der Europäischen Kommission

Abb. 3: Berechnung der Leasingrate

Abb. 4: Variation der Nutzungsdauer

Abb. 5: Variation der Anschaffungskosten (Veräußerungserlös

ist fixiert und entspricht nicht dem Restbuchwert)

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Berechnungsschema für die Kreditfinanzierung

Tab. 2: Berechnungsschema für die Leasingfinanzierung

Tab. 3: Ausgangsbilanz des Unternehmens

Tab. 4: Auswirkung des kreditfinanzierten Kaufs auf die Bilanz

Tab. 5: Auswirkung des Leasings auf die Bilanz

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Leasing hat in Deutschland seit seiner Markteinführung in den frühen 1960er Jahre stetig an Bedeutung gewonnen[1] und im deutschen Mittelstand einen festen Bestandteil erreicht. Im Jahr 2014 betrugen die Leasing-Investitionen 50,2 Mrd. Euro, was einem Anteil von 15 Prozent am gesamtwirtschaftlichen Investitionsvolumen entspricht. Im Sektor der Mobilien erreicht Leasing sogar eine Quote von 22,7 Prozent.[2] Der Anteil der Kreditfinanzierungen im Jahr 2014 betrug hingegen 31 Prozent des gesamten Investitionsvolumens von mittelständischen Unternehmen.[3] In dieser Arbeit soll daher untersucht werden, ob die Verbreitung von Leasing auf rationalen Gründen beruht, oder ob die Verbreitung nur ein Resultat einer scheinbaren Vorteilhaftigkeit ist. Somit stellt sich die Frage, ob Leasing eine Alternative zur klassischen Kreditfinanzierung darstellt. Um dies beurteilen zu können, werden die zwei Finanzierungsalternativen in dieser Arbeit miteinander verglichen.

1.2 Ziel der Arbeit und Vorgehensweise

Ziel der Arbeit ist es herauszustellen, ob Leasing eine Alternative zur klassischen Kreditfinanzierung bei kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland darstellt. Hierzu werden zu Beginn des zweiten Kapitels kleine und mittelständische Unternehmen definiert und deren Bedeutung für die deutsche Wirtschaft erläutert. Anschließend folgen theoretische Grundlagen der Kreditfinanzierung sowie des Leasings und es wird für den Rahmen dieser Arbeit eine Eingrenzung vorgenommen. In einem weiteren Schritt werden die Erfolgsfaktoren der genannten Finanzierungsformen untersucht und unter Aspekten der Wirtschaftlichkeit miteinander verglichen. Anschließend werden die bilanziellen Auswirkungen der klassischen Kreditfinanzierung sowie des Leasings gegenübergestellt. Im vierten Kapitel erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen. Hierzu werden Grenzen und Möglichkeiten des Leasings aufgezeigt sowie eine Handlungsempfehlung für Unternehmen ausgesprochen. Abschließend werden die Ergebnisse dieser Arbeit im Schlussteil prägnant zusammengefasst.

2. Theoretische Fundierung der ausgewählten Finanzierungsformen

2.1 Allgemeine Definition kleiner und mittelständischer Unternehmen in Deutschland und deren Bedeutung für die Wirtschaft

Die wirtschaftliche Bedeutung der kleinen und mittelständischen Unternehmen für die deutsche Volkswirtschaft wird immer wieder herausgehoben. Da es jedoch keine allgemeingültige Definition für den Mittelstand gibt, bedient man sich bei der Beschreibung quantitativer Kriterien wie Beschäftigungszahlen, Umsatz und Bilanzsumme.[4] Für diese quantitativen Kriterien gibt es unterschiedliche Sichtweisen, wodurch differenzierte Beschreibungen resultieren. Das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn benennt Unternehmen mit einer durchschnittlichen Beschäftigungszahl von weniger als 500 und einem Jahresumsatz von unter 50 Millionen Euro als kleine und mittelständische Unternehmen. Innerhalb dieser Grenzen unterscheidet das Institut für Mittelstandsforschung noch einmal zwischen kleinen und mittleren Unternehmen. Die Grenze für kleine Unternehmen beträgt höchstens neun Beschäftigte und einen Umsatz von unter einer Millionen Euro. Diese Definition gilt in Deutschland als akzeptiert.[5]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an KMU Definition des IfM Bonn.

Abb. 1: KMU-Definition des IfM Bonn

Diese Arbeit folgt bei der Einteilung der Größenklassen der Definition der Europäischen Kommission. Wie aus der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen ist, zählen alle Unternehmen mit einer durchschnittlichen Beschäftigungszahl von unter 250 und einem maximalen Jahresumsatz von 50 Millionen Euro oder einer maximalen Bilanzsumme von 43 Millionen Euro zu den kleinen und mittelständischen Unternehmen. Auch bei der Definition der Europäischen Kommission wird eine weitere Feinsegmentierung vorgenommen, die aus der nachstehenden Tabelle entnommen werden kann.[6]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Empfehlung 2003/361/EG L 124/39 vom 20.05.2003, Anhang, Titel 1, Artikel 2, S. 39.

Abb. 2: KMU-Definition der Europäischen Kommission

Gemäß dieser Definition zählten im Jahre 2011 99,3 Prozent der Unternehmen in Deutschland zur Gruppe der kleinen und mittelständischen Unternehmen. Sie erzielten nahezu 34 Prozent der gesamten Umsätze und erreichten knapp 43 Prozent der Bruttoinvestitionen. Zudem waren über 60 Prozent, der in Deutschland tätigen Personen, in kleinen und mittelständischen Unternehmen beschäftigt.[7] Im Zeitverlauf betrachtet, waren von 2005 bis 2011 weder innerhalb der kleinen und mittelständischen Unternehmen, noch im Verhältnis zu Großunternehmen nennenswerte strukturelle Verschiebungen zu verzeichnen. Somit ist ihr Stellenwert in der deutschen Wirtschaft als stabil zu betrachten.[8] Aufgrund der Bedeutung für die deutsche Wirtschaft[9] beschränkt sich diese Arbeit in ihren Untersuchungen nachfolgend ausschließlich auf kleine und mittelständische Unternehmen.

2.2 Grundlagen der Kreditfinanzierung

Der Bankkredit ist bei deutschen Unternehmen die wichtigste externe Finanzierungsform.[10] Ihr Anteil am gesamten Investitionsvolumen der mittelständischen Unternehmen in Deutschland betrug im Jahr 2015 30 Prozent.[11] Bei der klassischen Kreditfinanzierung werden einem Kreditnehmer Fremdmittel durch ein Kreditinstitut als Gläubiger, zu Konsum- oder Investitionszwecken zur Verfügung gestellt. Diese Form der Finanzierung dominiert nicht nur den deutschen, sondern auch den europäischen Finanzmarkt.[12] Sie ist aufgrund der Mittelherkunft als Außen- und Fremdfinanzierung charakterisiert.[13] Durch den zur Verfügung gestellten Geldbetrag entsteht ein zivilrechtlich begründetes Schuldverhältnis zwischen dem Gläubiger und dem Kreditnehmer.[14] Für die Kapitalbereitstellung muss der Kreditnehmer in der Regel eine entsprechende Bonität aufweisen und gegebenenfalls für die Gewährung von Sicherheiten sorgen. Der Kreditgeber hat Anspruch auf Rückzahlung des Kredites in Form von Zins- und Tilgungszahlungen zu vertraglich vereinbarten Bedingungen.[15] Für die Rückführung stehen verschiedene Tilgungsmodalitäten zur Verfügung, welche sich in drei wesentliche Formen untergliedern lassen. Beim Festbetragsdarlehen, oder auch Fälligkeitsdarlehen genannt, erfolgt die Rückzahlung in voller Höhe zu einem vereinbarten Fälligkeitstag.[16] Während der Laufzeit werden lediglich die Zinszahlungen zu festgelegten Terminen geleistet.[17] Da sich die Zinszahlungen bis zum Rückzahlungstermin immer auf den gesamten Darlehensbetrag beziehen, weist das Festbetragsdarlehen im Vergleich die höchsten Zinskosten auf.[18] Das Abzahlungsdarlehen oder auch als Ratendarlehen bezeichnet, ist durch gleichbleibende Tilgungen charakterisiert.[19] Die Höhe der gleichmäßigen Tilgungsleistungen ergibt sich durch die Division des Darlehnsbetrages durch die vereinbarte Laufzeit. Aufgrund der Rückzahlungen während der Vertragslaufzeit verringern sich die periodisch zu zahlenden Zinsen, was zur Folge hat, dass sich die Zahlungsleistung im Zeitablauf verringern.[20] Daraus ergibt sich zu Beginn eine höhere Zahlungslast, die im weiteren Verlauf abnimmt, wodurch sich auf die gesamte Vertragslaufzeit bezogen eine im Vergleich geringe Zinslast ergibt.[21] Beim Annuitätendarlehen erhält der Kreditgeber eine über die gesamte Laufzeit gleich bleibende periodische Rate, welche sich aus dem Tilgungs- sowie Zinsanteil zusammensetzt. Das Verhältnis von Zins und Tilgung verändert sich während der Laufzeit in dem Maße, dass der Zinsanteil zum Laufzeitende hin geringer wird und der Tilgungsanteil folglich größer wird.[22]

Diese Arbeit konzentriert sich im weiteren Verlauf auf das Annuitätendarlehen, da sich dieses durch seine gleichbleibenden Raten am besten mit einer Leasingrate vergleichen lässt.[23] Ebenfalls wird von einer hundertprozentigen Kreditfinanzierung ausgegangen, da es sich beim Leasing ebenfalls um eine hundertprozentige Fremdfinanzierung handelt und nur so eine adäquate Vergleichsbasis geschaffen wird.[24]

2.3 Grundlagen des Leasings

Leasing hat in Deutschland seit seiner Markteinführung in den frühen 1960er Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Besonders für mittelständische Unternehmen hat es sich als alternative Finanzierungsform etabliert.[25] Leasing als Finanzierungsform stammt aus den USA, wodurch der Begriff Leasing in etymologischer Hinsicht vom englischen Verb „to lease“ abgeleitet und mit „pachten, mieten, bzw. verpachten, vermieten“ übersetzt wird. Da sich Leasing aus den Elementen des Kaufs, des Darlehens und der Miete zusammensetzt würde eine derartige Übersetzung jedoch nicht dem wirtschaftlichen Gehalt entsprechen. Durch die Vertragsfreiheit im Zivilrecht gibt es freie Gestaltungsmöglichkeiten der einzelnen Leasingverträge.[26] Charakteristisch für ein Leasinggeschäft ist jedoch, dass während der gesamten Vertragslaufzeit der Leasinggeber juristischer Eigentümer des Leasingobjektes bleibt. Das Leasingobjekt wird dem Leasingnehmer für eine vertraglich vereinbarte Zeit zur Verfügung gestellt. Im Gegenzug verpflichtet sich der Leasingnehmer zur Zahlung eines Entgelts in Form von Leasingraten.[27]

Leasing lässt sich nach der Art des Investitionsobjektes in Mobilien- und Immobilien-Leasing unterscheiden. Da das Immobilien-Leasing, zu dem Grundstücke, Gebäude und Betriebsanlagen, welche an einen festen Standort gebunden sind, gehören[28], nur einen sehr geringen Teil des gesamten Leasinggeschäftes ausmacht[29], wird im weiteren Verlauf dieser Arbeit nur das Mobilien-Leasing behandelt. Um weitere Eingrenzungen der Untersuchung dieser Arbeit zu ermöglichen, ist es aufgrund der vielfältigen Formen des Leasings notwendig, zunächst eine systematische Kategorisierung der einzelnen Formen vorzunehmen. Eine grundlegende Unterscheidung erfolgt zwischen Finanzierungsleasing und Operate Leasing.[30]

Eine kurzfristige Nutzungsüberlassung eines Wirtschaftsgutes bezeichnet man als Operate Leasing.[31] Hier besteht ein jederzeitiges Kündigungsrecht unter Einhaltung der vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen. Der Leasinggegenstand wird grundsätzlich beim Leasinggeber bilanziert, da er das volle Risiko der Investition trägt. Da dieser Leasingvertrag einem typischen Mietvertrag gleicht[32], bei dem mehr die Investitionsentscheidung und weniger die Finanzierungsentscheidung im Fokus steht, wird diese Form im weiteren Verlauf dieser Arbeit nicht weiter behandelt.[33] Beim Finanzierungsleasing, welches die am häufigsten genutzte Form darstellt[34], besteht eine fest vereinbarte Grundmietzeit, während dieser der Vertrag nicht gekündigt werden kann. Die Rechte und Pflichten des Leasingnehmers bezüglich des geleasten Objektes entsprechen während der gesamten Vertragslaufzeit weitgehend denen eines Eigentümers. Daraus ergibt sich im Vergleich zum Operate Leasing eine differenzierte Risikostruktur, welche sich aus der Perspektive des Leasingnehmers mit der eines Kaufes vergleichen lässt. Abgeleitet davon besteht hier keine Investitionsentscheidung für ein bestimmtes Wirtschaftsgut, sondern eine reine Finanzierungsentscheidung.[35]

Bei der Ausgestaltung des Vertrages variieren die Möglichkeiten zwischen einer Teil- oder einer Vollamortisation. Bei Vollamortisationsverträgen sind die Leasingraten so kalkuliert, dass sie innerhalb der Grundmietzeit sämtliche Kosten des Leasinggebers abdecken. Dies beinhaltet die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, die Finanzierungskosten sowie die Verwaltungskosten inklusive eines Gewinnaufschlages. Die Teilamortisationsverträge sind in der Art gestaltet, dass die Leasingraten die Kosten des Leasinggebers innerhalb der Grundmietzeit nicht vollständig abdecken, sodass bei Vertragsende ein kalkulierter Restwert offenbleibt.[36] Die Zeitspanne der Grundmietzeit beläuft sich auf wenigstens 40 Prozent und höchstens 90 Prozent der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer gemäß der Abschreibungstabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter (AfA-Tabelle). Für die Abdeckung des Restwertes ergeben sich verschiedene vertragliche Gestaltungsmöglichkeiten, welche Einfluss auf die steuerliche Zurechnung des Leasingobjektes haben. Wer den Leasinggegenstand zu bilanzieren hat, ist abhängig vom wirtschaftlichen Eigentum und immer im Einzelfall zu entscheiden. Da in der Regel eine Bilanzierung beim Leasinggeber angestrebt wird, richten sich die Verträge in der Regel in ihrer Gestaltung nach den Leasingerlassen des Bundesministeriums für Finanzen. Diese dienen als maßgebende Orientierungshilfe für die Zurechnung, sowohl für die Steuerbilanz, als auch für die nach HGB erstellte Handelsbilanz. Als erlasskonform werden Verträge bezeichnet, bei denen die wirtschaftliche Zurechnung beim Leasinggeber erfolgt.[37] Bei Teilamortisationsverträgen besteht die Möglichkeit, dass der Leasinggeber ein Andienungsrecht erhält, wodurch er den Leasingnehmer dazu verpflichten kann, den Leasinggegenstand am Ende der Laufzeit zu einem bei Vertragsabschluss vereinbartem Preis zu kaufen. Von diesem Recht wird der Leasinggeber je nach Marktlage Gebrauch machen. Hierdurch wird das Risiko des Restwertes auf den Leasingnehmer übertragen. Der Leasinggeber erhält somit die Chance das Leasingobjekt bei einer eventuellen Wertsteigerung zum Ende der Vertragslaufzeit zu einem höheren Preis auf dem Markt zu verkaufen. Da die Entscheidung beim Leasinggeber liegt und dieser auch die Chance hat von einer Wertsteigerung zu profitieren, wird dieser als wirtschaftlicher Eigentümer angesehen und hat den Leasinggegenstand zu bilanzieren.[38] Eine weitere Vertragsgestaltungsmöglichkeit besteht darin, dass der Leasinggeber den Leasinggegenstand nach Ablauf der Grundmietzeit veräußert. In dieser Variante ist die Aufteilung eines möglichen Mehrerlöses entscheidend für die wirtschaftliche Zurechnung. Bei erlasskonformen Leasingverträgen erhält der Leasinggeber wenigstens 25 Prozent des den Restwert übersteigenden Mehrerlöses, so dass dieser noch zu einem nicht unerheblichen Teil an der Wertsteigerung des Objektes partizipiert, mit der Folge, dass das Objekt dem Leasinggeber wirtschaftlich zuzurechnen ist. Sofern der erzielte Erlös geringer als der kalkulierte Restwert ist, muss der Leasingnehmer eine Abschlusszahlung leisten, um die Differenz auszugleichen.[39] Eine dritte erlasskonforme Gestaltungsmöglichkeit ist eine Anrechnung des Veräußerungserlöses auf die von Leasingnehmern zu leistende Schlusszahlung bei kündbaren Leasingverträgen.[40] Der Leasingnehmer hat bei Kündigung, die frühestens nach Ablauf einer Grundmietzeit von 40 Prozent der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer erfolgen kann, eine Abschlusszahlung zu leisten, welche zusammen mit den akkumulierten Leasingraten die Gesamtkosten des Leasinggebers abdeckt. 90 Prozent des Erlöses, welcher der Leasinggeber beim Verkauf des Objektes erzielt, werden auf die Abschlussrate angerechnet. Eine gegebenenfalls entstehende Differenz hat der Leasingnehmer auszugleichen. Ein möglicher Mehrerlös fließt vollumfänglich dem Leasinggeber zu, wodurch er die Möglichkeit erhält von einer Wertsteigerung zu profitieren und somit als wirtschaftlicher Eigentümer anzusehen ist.[41] Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird das erlasskonforme Finanzierungsleasing von Mobilien betrachtet, wobei der Fokus auf Teilamortisationsverträge mit Andienungsrecht gelegt wird.[42]

[...]


[1] Vgl. Schneck (2006), S. 137f.

[2] Vgl. Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (2015), S. 33.

[3] Vgl. KfW Mittelstandspanel (2016), S. 14.

[4] Vgl. Hauser/ Wolter (2001), S. 29.

[5] Vgl. Paul/ Stein (2015), S. 232.

[6] Vgl. Europäische Kommission, ABI. L 124/39 (2003), Art. 2.

[7] Vgl. Söllner (2014), S. 40- 42.

[8] Vgl. Söllner (2014), S. 44.

[9] Vgl. Goeke (2008), S. 9.

[10] Vgl. Tolkmitt (2004), S. 158.

[11] Vgl. KfW (2016), S. 13.

[12] Vgl. Tolkmitt (2004), S. 158.

[13] Vgl. Schulz (2010), S. 100.

[14] Vgl. Schneck (2006), S. 116.

[15] Vgl. Schulz (2010), S. 100.

[16] Vgl. Weidtmann (2015), S. 127.

[17] Vgl. Schneck (2006), S. 139.

[18] Vgl. Weidtmann (2015), S. 131.

[19] Vgl. Weidtmann (2015), S. 128.

[20] Vgl. Schneck (2006), S. 137f.

[21] Vgl. Weidtmann (2015), S. 131.

[22] Vgl. Weidtmann (2015), S. 129.

[23] Vgl. Schneck (2006), S. 205.

[24] Vgl. Börner/ Sauermann (2008), S. 18.

[25] Vgl. Honal (2008), S. 1.

[26] Vgl. Beigler (2012), S.15.

[27] Vgl. Honal (2008), S. 5.

[28] Vgl. Gabele/ Kroll (1992), S.22.

[29] Vgl. Honal (2008), S.8.

[30] Vgl. Beigler (2012), S.16.

[31] Vgl. Heiß (2004), S. 62.

[32] Vgl. Brackschulze/ Mayer-Friedrich/ Müller (2012), S. 254f.

[33] Vgl. Heiß (2004), S. 62.

[34] Vgl. Riehm/ Riehm (2009), S. 135.

[35] Vgl. Beigler (2012), S. 17f.

[36] Vgl. Riehm/ Riehm (2009), S. 137.

[37] Vgl. Beigler (2012), S. 2.

[38] Vgl. Löffler/ Angloher (2008), S. 108.

[39] Vgl. Löffler/ Angloher (2008), S. 107.

[40] Vgl. Grundmann (2013), S. 176.

[41] Vgl. Löffler/ Angloher (2008), S. 108.

[42] Vgl. Beigler (2012), S. 4.

Details

Seiten
30
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668711556
ISBN (Buch)
9783668711563
Dateigröße
618 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v426984
Institution / Hochschule
Duale Hochschule Baden Württemberg Mosbach
Note
1,9
Schlagworte
leasing alternative kreditfinanzierung unternehmen deutschland

Autor

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