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Planung einer Unterrichtsstunde im Fach Werken. Aufgabenstellung "Löwe aus Holz" (6. Klasse Mittelschule)

Unterrichtsentwurf 2015 14 Seiten

Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Beschreibung des Werkstücks

3. Materialauswahl

4. Planung & Herstellung

5. Bewertung

6. Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Die Aufgabenstellung lautet, eine Unterrichtsstunde bzw. Unterrichtseinheiten im Fach Werken zu planen. Hier stellt sich die Frage, für welche Klasse und für welche Schulart sollen die Stunden konzipiert werden? Ich lege mich auf die 6. Klasse Mittelschule fest und möchte mit der gesamten Klasse einen Bausatz nachbauen. Dabei beziehe ich mich auf den Lehrplan, in dem folgendes steht: „Die Schüler erhalten erste Einblicke in die kulturgeschichtliche Bedeutung einiger Werkstoffe. Sie erkunden die Materialbereiche Holz, Ton, Metall und wahlweise Papier.“[1] Bewegung und Grundsätze der Mechanik wie Drehbewegungen kennenlernen gehört zu den Lernzielen der 6. Klasse Mittelschule. Als weiteres Lernziel heißt es, dass die Schüler den Arbeitsprozess bei der Herstellung aus Holz realisieren sollen.[2] Hierzu baue ich erstmals selbst einen vorgegebenen Bausatz nach und kontrolliere, ob dies ohne Probleme und Risiken mit Schülern auch realisierbar ist. Ich betrachte mir die Arbeitsschritte, die Umsetzung und was alles beachtet werden muss. Der Bausatz, den ich auswähle, ist ein Löwe aus Holz, der aus Spanplatten besteht und einen beweglichen Fuß-/Schwanz-Mechanismus bekommen soll. Eines seiner Beine soll sich beim Bewegen des Schwanzes gleichzeitig mit bewegen. Ist dies mit einer 6. Klasse durchführbar? Diese und weitere Fragen werden im Folgenden beantwortet werden.

2 Beschreibung des Werkstücks

Einzelne Körperteile des Löwen wie Beine, Schwanz, Kopf und Mähne werden aus einer ca. 5mm starken Sperrholzplatte ausgesägt. Mit Acrylfarbe angemalt und zusammengeleimt stellen sie das Abbild eines Löwen dar. Damit das Ganze auf einem festem Grund steht, wird eines der Beine mit Klebstoff in die Auskerbung von 2-3mm einer dickeren Untergrundplatte befestigt, um Halt zu gewährleisten. Am Körper wird eine Bohrung vorgenommen und eine Schraube mit Mutter angebracht, um Schwanz, Bein und den Rest miteinander zu verbinden. Durch die Schraube wird das Bein beweglich, d.h. beim Bewegen des Schwanzes hebt der Löwe gleichzeitig sein Bein. Im Endergebnis soll das Ganze dann so aussehen:[3]

3 Materialauswahl

Für den Bausatz wird folgendes Material benötigt:

Sperrholz ca. 5 mm stark
Sperrholz (Grundplatte) Dicke beliebig
Laubsäge
Schleifpapier, grobe Körnung
1 Holzschraube M3
1 Mutter passend zu M3
Holzleim
Acrylfarben
Borstenpinsel
Folie (transparent)
Bleistift
Schere

Zum Material Spanplatten: Spanplatten gehören zur Materialgruppe der Holzwerkstoffe, genauer zu den Holzspanwerkstoffen und bestehen aus Holzspänen und Kunstharzbindemitteln, die unter Einwirkung von Druck und Wärme zu Platten verpresst werden. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts werden Spanplatten als Universalprodukt hergestellt. Je nach Aufbau der Spanschichten unterscheidet man verschiedene Kategorien. Einschichtplatten weisen eine gleichmässige Spanschicht auf. Drei- und Mehrschichtplatten bestehen aus einer loseren Mittelschicht und dichteren Deckschichten. Spanplatten mit einem Übergang in der Struktur sind wurf- und windgeschüttet, wodurch bei der Herstellung ein Übergang von der grobspanigen Mittelschicht zur feinen Deckschicht erreicht wird. Die Dichte der Schichten ist von der Feinheit der verarbeiteten Späne abhängig.

Spanplatten mit einer besonders feinspanigen Oberfläche lassen sich direkt lackieren, bestreichen oder mit Folie beschichten. Spanplatten sind mass­und formbeständig, die Querzugfestigkeit ist jedoch aufgrund der quergerichteten Spänestruktur gering. Drei- und Mehrschichtplatten verfügen dank ihrem Aufbau (feine, dichte Deckschichten und lockere, meist grobe Mittelschichten) über eine höhere Biegefestigkeit als Einschichtplatten. Spanplatten haben wärmedämmende Eigenschaften. Sie sind brennbar, aber widerstandsfähiger gegen Feuer als Weichholz. Spanplatten lassen sich mit den üblichen Holzbearbeitungswerkzeugen und -maschinen bearbeiten. Dazu sind hartmetallbestückte Werkzeuge zu verwenden, denn die Werkzeugschneiden stumpfen durch die Klebstoffharze schnell ab. Spanplatten kann man sägen, fräsen, bohren und schleifen sowie mit den üblichen Klebstoffen verleimen. Sie werden mit Formfedern, Dübeln oder Schrauben verbunden. Aufgrund ihrer Dicke kann man sie grob in 3 Gruppen unterteilen: leichte Spanplatten (Rohdichte unter 400 kg/m3 ), mittelschwere Spanplatten (Rohdichte unter 400-850 kg/m3 ) und schwere Spanplatten (Rohdichte über 850 kg/m3 ).

Zur Laubsäge: Die Arbeit mit der Laubsäge ist eine der ersten Werktechniken, die Schüler im Fach Werken erlernen müssen. Auch wenn jeder Laie denkt, er ist in der Lage, vorschriftsmäßig mit einer Laubsäge umzugehen, so gibt es immer wieder Schwierigkeiten bei der richtigen Handhabung. Die ersten Probleme treten häufig dann auf, wenn es darum geht, die Laubsäge richtig zu spannen. Erster wichtiger Punkt hier ist die Richtung, in der ein Laubsägeblatt in die Säge eingespannt werden muss. Das Laubsägeblatt ist in einer Richtung gezahnt. Die Schnittkante ist gerade stehend, die schräg stehende Kante ist entgegengesetzt ausgerichtet. Da die Laubsäge auf Zug verwendet wird, muss die Schnittkante zum Griff hin zeigen. Bereits beim Einspannen ist es wichtig auf erste Sicherheitsvorkehrungen zu achten. So sollte das Sägeblatt zuerst an der oberen Zwinge der Säge (nicht beim Griff) eingespannt werden. Wird das Sägeblatt an dieser Stelle möglichst kurz eingespannt, so steht es nicht über die Säge hinaus. Sollte das Laubsägeblatt dennoch über die Säge hinaus stehen, besteht die Gefahr, dass sich ein Schüler daran verletzt, da ein solch schmaler Metallstift leicht in die Haut eindringen bzw. schlimmere Verletzungen, wie an den Augen, hervorrufen kann. Anschließend muss die Säge gespannt werden. Hierzu gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Für einen Erwachsenen sollte es durchaus möglich sein, die Laubsäge mit einer Hand zusammenzudrücken und mit der anderen Hand die Flügelmutter der zweiten Zwinge zu schließen. Für Schüler allerdings gestaltet sich dieser Punkt durchaus schwieriger. Natürlich gibt es hierzu Hilfsmittel, wie sogenannte "Laubsägespannhilfen", die das Spannen erleichtern. Doch die für Schüler einfachste Methode ist das abstützen am Tisch. Die meisten Laubsägebögen weisen am vorderen Ende einen Abstandhalter aus Gummi auf, der an die Tischkante angelegt werden kann. Der Griff wird nun anschließend zum Tisch hin gedrückt. Das Sägeblatt wird in die vordere Zwinge eingelegt und mit der Flügelmutter festgedreht. Danach werden die Flügelmuttern (falls es sich nicht um Laubsägen mit Kunststoffhebeln oder anderen Schnellspannvorrichtungen handelt) mit dem Laubsägeschlüssel festgezogen und danach wird die Spannung des Laubsägeblattes überprüft. Dies geschieht durch ein Zupfen am Sägeblatt, wie an einer Gitarrenseite. Erzeugt das Sägeblatt hierbei einen hohen, klaren Ton, so ist die Spannung richtig. Bei zu wenig Spannung kommt es zu einem tieferen Ton oder einem Klirren. Hier besteht die Gefahr, dass das Sägeblatt schlecht schneidet und schnell reißt. Ist das Laubsägeblatt richtig eingespannt, so beginnt die eigentliche Arbeit. Hierzu müssen zuerst noch einige Vorarbeiten getätigt werden. Man benötigt ein Laubsägetischchen, sowie eine, bzw. zwei kleine Schraubzwingen.

[...]


[1] https://www.isb.bayem.de/mittelschule/lehrplan/mittelschule/jahrgangsstufenlehrplan/werken-textiles-gestalten/6- jahrgangsstufe/1507/ zuletzt besucht am 31.03.2015

[2] vgl. ebd.

[3] vgl. http://www.werken-technik.de/8-2.html zuletzt aufgerufen am 01.06.2018

Details

Seiten
14
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668719798
ISBN (Buch)
9783668719804
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v428129
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2,0
Schlagworte
werkarbeit löwe holz klasse mittelschule werken unterrichtsentwurf

Autor

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