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Wissensmanagement. Faktoren zum Erhalt des Wissens einer Organisation vor dem Hintergrund des demographischen Wandels

Fachbuch 2018 58 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

Abstract

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Vorgehensweise

2 Wissensbestand im Unternehmen
2.1 Wissensgrundlagen
2.2 Individuelle und kollektive(organisatorische) Wissensarten
2.3 Grundlagen zum Wissensmanagement
2.3.1 Entwicklung und Bedeutung
2.3.2 Erfolgsfaktoren des Wissensmanagements
2.3.3 Hindernisse für das Wissensmanagement
2.4 Konzepte und Handlungsempfehlungen zum Wissensmanagement
2.4.1 Konzepte zum Wissensmanagement
2.4.2 Handlungsempfehlungen zum Wissensmanagement

3 Demographie
3.1 Entwicklung der Demographie im Wandel der Zeiten
3.2 Demographische Einflüsse auf Unternehmensentwicklung

4 Wissenserhalt im Unternehmen
4.1 Wissensabfluss verhindern
4.1.1 Worin liegt die Gefahr des Wissensverlusts
4.1.2 Motivation und Anreize im Wissensmanagement
4.2 Wissenstransfer und Wissensgenerierung
4.2.1 Wissenstransfer
4.2.2 Wissen generieren, Wissen erwerben, Wissen entwickeln

5 Wissensmanagement als Empfehlung für den Wissenserhalt
5.1 Angewandtes Wissensmanagement am Beispiel eines 8-Stufen Modells

6 Zusammenfassung

7 Literaturverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

Abbildung 1 Demographische Entwicklung

Abbildung 2 Definitionsansätze Wissen

Abbildung 3 Wissenstreppe

Abbildung 4 Strukturmodell nach Kuhn

Abbildung 5 Gegenüberstellungen beider Wissensebenen

Abbildung 6 Drei Triebkräfte zur Entstehung der Bedeutung Wissen

Abbildung 7 Erfolgsmessung von Wissensmanagement

Abbildung 8 Erfolgsfaktoren des Wissensmanagements

Abbildung 9 Hindernisse auf Organisationsebene

Abbildung 10 Hindernis-Relevanz

Abbildung 11 Wissenskreislauf

Abbildung 12 Entwicklung der Bevölkerungsgruppen

Abbildung 13 Einfluss des Demographischen Wandels

Abbildung 14 spezifische Aspekt des demographischen Wandels

Abbildung 15 Wirtschaftsspionage in Prozent

Abbildung 16 Modell der Motive nach Maslow

Abbildung 17 Grundgerüst eines Wissensmarktes

Abbildung 18 Stärken und Schwächen der Instrumente

Abbildung 19 Möglichkeiten des externen Wissenserwerbs

Abbildung 20 einfacher Wissensbaum

Abstract

Die vorliegende Arbeit gibt einen Einblick darüber, welche Faktoren dazu beitragen, Wissen im Unternehmen, vor dem Hintergrund des demographischen Wandels zu erhalten.

Dabei wurde insbesondere das Thema Wissensmanagement behandelt. Zunächst wurden die Wissensgrundlagen erörtert und die Verschiedenheit der Wissensarten erläutert. Erfolgsfaktoren und Hindernisse des Wissensmanagements werden ebenso dargestellt, wie Konzepte und Handlungsempfehlungen.

Da der demographische Wandel in der heutigen Zeit vermehrt zu einem Nachwuchsproblem führt, aber auch für Unternehmen ein drohender Wissensabfluss durch den Ruhestand vieler Wissensträger bedeutet, soll der Blick auf Entwicklung und Einflüsse auf die Unternehmen, nicht zu kurz kommen.

Wissensabfluss verhindern und Wissen erhalten, bedarf die Nutzung der zur Verfügung stehenden Instrumente im Wissensmanagement. Durch Motivation und individuellen Anreizen lässt sich Wissen transferieren und somit für die Unternehmen nutzbar gestalten.

Wie dieser Wissenstransfer stattfinden kann, wird anhand eines Beispiels zum Schluss der Arbeit erläutert.

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

In der Abbildung 1 ist aufgezeigt, wie sich die Altersstruktur in Deutschland entwickeln wird. Viele Institutionen haben sich diesbezüglich zur Aufgabe gemacht, wie man dieser Entwicklung entgegentreten kann. Hat doch die demographische Entwicklung enorme Auswirkungen auf viele gesellschaftliche, wie auch sozialpolitischen Bereiche.

Abbildung 1 Demographische Entwicklung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Statistisches Bundesamt (2016)

So sehen sich auch Unternehmen vermehrt mit dieser Entwicklung des demographischen Wandelns konfrontiert. Es ist nicht nur die Verrentung durch die ein Fachkräftemangel vermehrt zum Tragen kommt, auch der enorme Wissensabfluss führt zu Problemen, die sich Unternehmen zu stellen haben.

Wissen ist ein sehr abstraktes Konstrukt, dass man nicht direkt beobachten oder messen kann.[1] Erfahrene Mitarbeiter aus, zum Beispiel den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, machen durch Ihr Wissen und ihre Innovationen die Unternehmen auf dem stark umkämpften Weltmarkt konkurrenzfähig. In vielen dieser Abteilungen sind jedoch die Mitarbeiter bereits älter als 50 Jahre und mit dem Erreichen des Rentenalters geht auch ihr Wissen und ihre Erfahrungen für die Unternehmen verloren. Erfolgreiche Unternehmen investieren deshalb darin, Wissen zwischen den Generationen kontinuierlich zu transferieren.[2]

In der Vergangenheit war es etwas Geheimnisvolles und Verborgenes, die Entwicklung von Produkten nach außen zu geben. Nach Außen ist in diesem Zusammenhang gemeint, innerhalb des Unternehmens Wissen Preis zu geben. In der Gegenwart sind neue Innovationen aus der Abteilung Forschung und Entwicklung und Prozesse aus dem Produktionsbereich, Bestandteil der zentralen Wissenserhaltung. Dabei sind sämtliche Informationselemente in Datenbanken gespeichert.

Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Die tiefgründigen Details bleiben oft im Verborgenen und gehen mit dem Wissensträger in den Altersruhestand. Dieser Prozess des Wissensverlustes muss entgegengewirkt werden, bedeutet doch dieser Verlust auch einen Verlust an Wertschöpfung für das Unternehmen. Durch den beginnenden Effekt des demografischen Wandels kommt es in absehbarer Zeit zu einem massiven Abgang von hochqualifizierten Mitarbeitern in den Ruhestand und somit zu einem signifikanten Wissensverlust für die Unternehmen.[3]

1.2 Ziel der Arbeit

Wissen zu managen, gewinnt auf Grund der Gefahr von Wissensverlust durch das Ausscheiden der Wissensträger, in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung.[4]

Aus diesem Grund beschäftigt sich diese Arbeit mit der Frage, welche Auswirkungen hat der Wissensverlust vor dem Hintergrund des demographischen Wandels für die Unternehmen und mit welchen betriebswirtschaftlichen Instrumenten lässt sich Wissen langfristig, für die Unternehmen sichern.

1.3 Vorgehensweise

Um diese Frage beantworten zu können wird zunächst im Kapitel 2 die Grundlage für den Wissensbestand in einem Unternehmen definiert und die verschiedenen Wissensarten aufgezeigt. Um Wissen und seine Bedeutung für die Unternehmensentwicklung einordnen zu können, wird der Begriff Wissensmanagement mit seinen Instrumentationen und Hindernisfaktoren untersucht. Zum Schluss des zweiten Kapitels soll der Umgang mit Wissen im Unternehmen beschrieben werden. Darüber hinaus werden Konzepte und Handlungsempfehlungen zum Wissensmanagement in Form eines Wissenskreises in Anlehnung an Probst erläutert.

Die Auswirkungen des demografischen Wandels in Deutschland und die Einflüsse auf die Unternehmen sind groß und stellen die Unternehmen vor enormen Herausforderungen. Somit muss die Frage beantwortet werden, wie kann man ältere Mitarbeiter längerfristig an die Unternehmen binden, um somit dem Wissensverlust einzudämmen.

Die Auswirkungen und Herausforderungen des demografischen Wandels sind Inhalt des 3. Kapitels.

Aufbauend auf die vorherigen Untersuchungen wie, die Grundlagen zum Thema Wissen und demografischen Wandels, wird im Kapitel 4 die Frage, Wissensabfluss im Unternehmen verhindern und Konzepte zum Erhalt von Wissen durch Anreizsysteme und Motivationstheorien, erläutert.

Im 5. Kapitel wird anhand eines mittelständischen Unternehmens aufgezeigt, wie Wissensmanagement in der Praxis aussehen kann, um den Wissensabfluss einzudämmen. Ehe dann in der Zusammenfassung eine entsprechende Schlussfolgerung gezogen wird.

2 Wissensbestand im Unternehmen

2.1 Wissensgrundlagen

Durch Forschung und Entwicklung oder durch neue Innovationen, eignen sich Unternehmen und Mitarbeiter ständig neues Wissen an. Über Generationen hinweg wird Wissen generiert. Dieses Wissen wird gespeichert und für Jahre dem Unternehmen zur Verfügung gestellt. Durch die Verknüpfung von Informationen wurde vorhandenes Vorwissen zu Wissen transformiert.[5]

Gewonnenes Wissen lässt sich unterscheiden von im Alltag und durch die alltägliche Praxis angeeignetes Wissen und Wissen das durch methodische Vorgehensweise, die Systematisierung von Erkenntnissen und die Norm der interpersonellen Überprüfbarkeit von Aussagen und Ergebnissen, erworben wurde.[6] Unternehmen können Wissen nicht wie Informationen kaufen oder verkaufen. Wissen baut auf den Hintergrund von Vorwissen auf und ist Bestandteil der persönlichen verfügbaren Handlungsschemata.[7] Der Schlüssel zum Unternehmenserfolg ist der Bestand an Wissen, die Qualifikation der Mitarbeiter und die Fähigkeit dieses Wissen für das Unternehmen über Generationen zu erhalten. Der zielgerichtete Umgang mit Wissensbestand eines Unternehmens, trägt maßgeblich zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit bei. Dieses vorhandene Wissen effektiv zu nutzen ist heute, umso mehr, dringendste Notwendigkeit.

Die Weitergabe von Erfahrungswissen funktionierte früher ohne besondere Vorkehrungen.[8] Heute stehen den Unternehmen weniger junge qualifizierte Nachwuchskräfte zur Verfügung. Aus diesem Sachverhalt heraus entwickeln sich neue Herausforderungen, Wissensbestand zu erhalten. Diesbezüglich müssen frühzeitig Maßnahmen getroffen werden, um Wissen und Erfahrungen zwischen den Generationen auszutauschen.[9]

„Die edelste Art Erkenntnis zu gewinnen ist die durch Nachdenken und Überlegung. Die einfachste Art ist die durch Nachahmung und die bitterste Art ist die durch Erfahrung.“[10]

Mit dem Begriff Wissen setzt man sich bereits seit Jahrhunderten auseinander. Eine einheitliche und vollumfängliche alleingültige Definition wurde jedoch bis heute nicht gefunden. In einer folgenden Übersicht werden die verschiedensten und wichtigsten Ansätze zur Definition Wissen dargestellt.

Abbildung 2 Definitionsansätze Wissen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Die Bedeutung des Wissenserhalts (2015)

In vereinfachter Form lässt sich Wissen auf die Gesamtheit der Kenntnisse und Fähigkeiten aufbauen, die wiederum Individuen zur Lösung von Problemen einsetzen.[11] Dabei basiert Wissen auf Daten und Informationen und ist im Gegensatz zu diesen aber immer an eine Person gebunden.[12] Die Begriffe Daten, Informationen und Wissen sind auf unterschiedliche Stufen eingeordnet. Anhand einer Wissenstreppe lassen sich die Zusammenhänge verständlich darstellen.

Abbildung 3 Wissenstreppe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle:http://www.robertfreund.de/blog/2007/05/21/kennen-sie-die-erweiterte-wissenstreppe, (2007)

In Anlehnung der Wissenstreppe von North werden die verschiedenen Stufen in Abschnitte dargestellt. Diese Abbildung veranschaulicht, wie durch erworbenes und erhaltenes Wissen, für ein Unternehmen, Wettbewerbsvorteile entstehen. Strategisches Wissen leitet sich aus operativen Maßnahmen ab. Das operative Wissen konzentriert sich vor allem auf die Zeichen, Daten und Informationen. So ist zum Beispiel sicher zu stellen, dass Daten und Informationen für eine breite Anwendung im Unternehmen zur Verfügung stehen. Für den Anwender sind Informationen nutzlos, wenn diese nicht mit weiteren Informationen vernetzt werden können. Die Wissensziele lehnen sich an die Unternehmensstrategie an.[13]

Dabei hat Wissen für ein Unternehmen nur dann einen Wert, wenn das Wissen der Mitarbeiter auch in entsprechendes Können umgesetzt wird. Sicher ist, dass durch Seminare, Schulungen und Weiterbildungen angeeignete Wissen muss in können umgesetzt und durch konkrete Handlungen unter Beweis gestellt werden. Diese Fähigkeiten zu situationsadäquatem Handeln werden als Kompetenz einer Person oder eines Unternehmens bezeichnet.[14]

Wissen ist also, ohne dabei andere Definitionsansätze als wahr, gültig oder unwahr zu bezeichnen, der Prozess der zweckdienlichen Vernetzung von Informationen. Informationen sind der Rohstoff, aus dem Wissen generiert wird.[15]

Für die Praxis ist eine Sicht auf die verschiedenen Wissensarten notwendig, ist doch auch diese Sicht so vielfältig, wie die Begriffsdefinition Wissen an sich.

2.2 Individuelle und kollektive(organisatorische) Wissensarten

Ein Ansatz zur Klassifizierung von Wissensarten richtet sich nach den Trägerebenen des Wissens. Aus diesem Ansatz folgend, wird individuelles Wissen von kollektiven Wissen abgegrenzt.

In den Köpfen jedes Mitarbeiters eines Unternehmens befindet sich eine Vielzahl individuellen Wissens. Kollektives Wissen hingegen ist innerhalb eines Unternehmens und unabhängig von Personen vorhanden. Durch den Wissensträger wird meist kollektives Wissen mit dem organisatorischen Wissen verbunden. Vorausgesetzt, das Wissen steht dem Unternehmen auch bei einem möglichen Austritt des Wissensträgers zur Verfügung. Technologische Beschreibungen von Arbeitsschritten, festgeschriebene Vorschriften oder Datenbanken, auf die das Unternehmen zugreifen kann, wären Beispiele für kollektive – organisatorische Wissensarten.[16]

Weiter lässt sich Wissen noch nach strukturellen Komponenten, wie Bedürfnisse, Motive, Werte, Einstellungen und Fähigkeiten differenzieren. Ein bewusstes Wissen, das von den eigenen konzeptionellen Fähigkeiten abhängt und bewusst aktiviert werden kann, wird auch als individuelles explizierbares Wissen bezeichnet. Dieses Wissen kann durch Regeln, Anweisungen oder Informations- und Kommunikationstechnologien übertragen werden. Explizites Wissen ist formulierbar und reproduzierbar.[17]

Durch Wörter und Zahlen kann dieses Wissen vermittelt werden. Durch methodisch und systematisch artikulierbare Form lässt sich explizites Wissen darstellen und mittels Speichermedien für die Mitarbeiter und Unternehmen nutzbar festhalten.[18]

Stark mit verknüpften Handlungen, Verpflichtungen und Mitwirkungen behaftetes Wissen, wird als implizites Wissen beschrieben. Über dieses Wissen, manifestiert durch individuelle Handlungen, gibt es weder benennbares, noch ist der Erwerb dieses Wissens offensichtlich. Das implizite Wissen ist an den Wissensträger gebunden.[19] Auch wenn bereits seit vielen Jahrzehnten implizites Wissen vielfältige Beschreibungen hervorbrachte, so ist bis heute keine omnipotente Definition festgeschrieben.

Eine der vielleicht zutreffendsten Ansätze hinsichtlich einer naheliegenden Beschreibung, wurde durch Eckert 1998 getroffen. Der da sagt, das implizite Wissen ist hauptsächlich eine Ergänzung zum expliziten Wissen.[20] Zusätzlich unterscheidet man zwischen einem impliziten Wissen und zusätzlichen Wissensartikulationen. Wobei man von einem grundsätzlichen Primat des impliziten Wissens ausgehen kann.[21]

Kuhn beschreibt in seinem Strukturmodell die Grundlagen der verschiedensten Wissensarten.

Abbildung 4 Strukturmodell nach Kuhn

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Kuhn (2013)

Aus dem vorgestellten Strukturmodell der Wissensarten lässt sich erkennen, dass die Ausgangsbasis das Metawissen steht. Zu diesem Metawissen führt Kuhn aus: „…Kenntnisse über das Wesen, die Handhabung und Erlernung von Fähigkeiten und Kenntnissen“.[22] Abgehend vom Metawissen werden drei Ebenen von Wissensarten gezeigt, die wiederum durch ihre Unterschiede in den folgenden Ebenen klassifiziert sind. Die unterste Ebene stellt die Wissensarten nach ihren funktionalen Bezugsrahmen dar. Dabei sind die verschiedenen betrieblichen Funktionsbereiche entsprechend ihrer Wissensarten so eingeteilt, dass erkenntlich wird, dass die aufgezeigten Wissensarten kontextabhängig und wandelbar sind.[23]

Durch die folgende Gegenüberstellung beider Wissensebenen wird noch einmal der Unterschied deutlich gemacht.

Abbildung 5 Gegenüberstellungen beider Wissensebenen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Die Bedeutung des Wissenerhalts, (2015)

Explizites und Implizites Wissen liegt sowohl in kollektiver als auch in individueller Form vor.

2.3 Grundlagen zum Wissensmanagement

Informationen und Erfahrungen verlieren heute immer schneller an Aktualität und stehen in unmittelbarer Verbindung zueinander. Basierend auf diese Aussage nimmt der Bedarf an Informationen für Unternehmen immer mehr zu und die Zeiten, Informationen überprüfen und auswerten zu können, nimmt dabei ab. Mit dem Zuwachs der Menge von Informationen tritt gleichzeitig auch ein Mangel an Wissen ein. In Unternehmen wird die Nutzung von Informationen und deren Wandlung zu Wissen ohne geeignete Prozesse nur Mangelhaft vollzogen. Verfügbare Informations- und Wissensstände sind jedoch die Grundlage für den Erfolg der Unternehmen.[24] Um Informationen und Wissen gemäß den Anforderungen des Marktes zeitgemäß abfordern zu können, bedarf es fortschrittliche Unternehmensprozesse. Zielorientierte und Kontextbezogene Informations- und Wissensstände finden sich nicht nur als Schnittstelle zwischen Markt und Unternehmen, sondern auch zwischen innerbetrieblichen Bereichen und Aktivitäten sind wechselseitige Beziehungen zu finden.[25] Diesbezüglich sind Unternehmen bestrebt, die umfassende Wissensbeschaffung, Wissenserstellung, Wissensverteilung und Archivierung zu organisieren. Eine allgemeingültige Definition für den Begriff Wissensmanagement ist nicht zu finden. Demzufolge wird Wissensmanagement in dieser Arbeit umschrieben als Prozess im Unternehmen, der das erworbene Wissen entsprechend für den Anwender dauerhaft speichert und für die Nutzung zur Verfügung stellt. Dabei ist es entscheidend, dass Wissen so organisiert wird, dass die Nutzung äquivalent zur Abforderung bereitsteht.[26]

2.3.1 Entwicklung und Bedeutung

Die Bedeutung von Informationen und Wissen, die sich offenbaren, in dem stetigen Zuwachs an Forschung, Entwicklung, organisieren und managen, ausbilden und beraten, wächst fortlaufen. Das Wissen ist durch Netzwerke verfügbar gemacht und Faktoren wie Globalisierung, Informations- und Kommunikationstechnologien und der strukturelle Wandel zur Wissensgesellschaft sind hierfür verantwortlich.[27] Wissen ist zu einer der bedeutendsten Ressource im Unternehmen geworden. Abbildung 6 zeigt auf, welche Faktoren den Zuwachs der Bedeutung für die Ressource Wissen zu verantworten haben. Dabei stehen die Faktoren Globalisierung, Informations- und Kommunikationstechnologie und der strukturelle Wandel zur Wissensgesellschaft in wechselseitigen Beziehungen. Auf Grund der weltweiten wirtschaftlichen Vernetzung, verschärft sich der lokale und globale Wettbewerb. Das führt dazu, dass die Aneignung von Wissen auf den Weltmarkt beschleunigt wird. Aus den ehemaligen Industrienationen werden vielfach Wissensnationen. Die physische Produktion hingegen verlagert sich in die Schwellen- und Entwicklungsländer. Die Transparenz von Informations- und Kommunikationstechnologien steigen mit dem Ausbau und der Weiterentwicklung der Technologien. Dieser Umstand wirkt sich auch auf den Wettbewerb und die Märkte aus.[28] Die Wissensgesellschaft zeichnet sich aus, durch intelligente Güter und Organisationen sowie die Arbeit mit Wissen. Als intelligente Güter lassen sich Produkte bezeichnen, in denen Wissen, Informationen, Erfahrung und Entwicklung enthalten sind. In der Wissensgesellschaft löst die Ressource Wissen die herkömmlichen Produktionsfaktoren, wie Arbeit und Kapital nach und nach ab und entwickelt sich zum hauptsächlichen Produktionsfaktor.[29] In der heutigen Wissensgesellschaft wird relevantes Wissen ständig korrigiert und nicht nur als die Wahrheit aufgefasst, sondern vermehrt als Ressource wahrgenommen. Ein Unternehmenswert besteht nicht mehr nur aus dem physischen Vermögen, sondern je weiter die Entwicklung hin zur Wissensgesellschaft erfolgt, spielt das Kapital an Wissen eine gewichtigere Rolle.[30]

Abbildung 6 Drei Triebkräfte zur Entstehung der Bedeutung Wissen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an North (2005) S.13

2.3.2 Erfolgsfaktoren des Wissensmanagements

Neben der herausgearbeiteten Bedeutung von Wissen und deren Entwicklung im Unternehmen, ist ein umfangreicher Blick auf die Faktoren zu richten, die messbar den Erfolg des Managements von Wissen wiederspiegeln. Um diese Erfolgsfaktoren darzustellen, bedient sich diese Arbeit einer praxisorientierten Untersuchung aus dem Jahr 2005, welche im Rahmen eines Projektes der Fakultät Informations- und Kommunikationswissenschaften der Fachhochschule Köln durchgeführt wurde.

Ein Wissensmanagement- Projekt erfordert viel Verständnis für persönliche und organisatorische Realitäten. Es ist bis heute keine Selbstverständlichkeit, dass Mitarbeiter ihr gesamtes Wissen offenlegen. Es ist somit die Aufgabe des Wissensmanagements Voraussetzungen zu schaffen, dass Wissen geschaffen, bewahrt, verteilt und genutzt werden kann.[31]

Auf diesem Grundwissen basierend, wurde durch die Fachhochschule Köln, die Zielgruppe in Form von Experten aus dem Praxisbereich des Wissensmanagements, sowie Nutzer die durch die vorhandenen Management-Tools und Werkzeugen partizipieren, definiert. Mit Hilfe eines Fragebogens, deren Inhalt aus logisch aufgebaute Fragekomplexe bestand, wurde die Zielgruppe befragt. Die Ergebnisse dieser Befragung werden in Folge hier dargestellt, um die Erfolgsfaktoren des Wissensmanagements ausreichend darstellen zu können und mit fundamentalen Werten zu untermauern. Für die Befragung, wie sich Erfolg des Wissensmanagements messen lassen kann, wurden sieben mögliche Antworten der Zielgruppe zur Auswahl vorgelegt. Zur Auswahl standen die Antworten, Beurteilung durch die Geschäftsleitung, mit Hilfe von Kennzahlen, durch Befragung der Mitarbeiter, durch monetäre Erfolgsbewertung, durch den Einsatz von Wissenskapitalansätzen oder keine Erfolgsmessung möglich. Eine zusätzliche Antwort ließ eine andere individuelle Form der Erfolgsmessung zu. Die Ergebnisse der Befragung sind in der Abbildung 7 dargestellt. Die meisten befragten Personen sehen eine Erfolgsmessung durch die Geschäftsleitung am weitverbreitetsten, gefolgt von der Mitarbeiterbefragung. Wenig verbreitet sind monetäre Bewertungsansätze.

Abbildung 7 Erfolgsmessung von Wissensmanagement

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Fachhochschule Köln (2005)

Weitere Definitionen, die auf Wissensbehinderung basieren, impliziert die Herausforderung, dass von Beginn des Managementvorhabens eine Akzeptanz im Unternehmen messbar ist.[32]

Wesentliche Erfolgsfaktoren, die eine Effektivität des Wissensmanagements neben der Messbarkeit von Faktoren begünstigen und hierfür die Grundlage wiederspiegeln sind in folgender Abbildung dargestellt und basieren auf einer Umfrage des Frauenhofer Instituts, welche 1000 Unternehmen befragte und durch Heisig 1999 in seinen Ausführungen zum Wissensmanagement in Deutschland und Europa aufgenommen wurde.

Abbildung 8 Erfolgsfaktoren des Wissensmanagements

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Heisig (1999) S.64 auf Grundlage einer Umfrage des Frauenhofer Instituts

2.3.3 Hindernisse für das Wissensmanagement

Hindernisse im Wissensmanagement behindern die Arbeit mit der Ressource Wissen. Aus diesem Grund ist es erforderlich, Hindernisse rechtzeitig zu erkennen und zu beseitigen. In einer folgenden Abbildung werden Hindernisse eingeteilt auf die Ebenen, menschlich, organisatorisch, und technischer Natur.

Abbildung 9 Hindernisse auf Organisationsebene

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Fachhochschule Köln (2005)

Im Nachgang an dieser Abbildung bedient sich die Arbeit erneut einer Umfrage, die im Zusammenhang eines Projektes der Fachhochschule Köln erfolgte. Auch in diesem Fall wurden Fragebögen an Zielgruppen zur Beantwortung übergeben. Die Zielgruppen setzten sich aus Experten des Wissensmanagements und Anwender von Tools und Werkzeugen des Wissensmanagements zusammensetzten. Die Fragen die gestellt wurden, waren aus der Übersicht der benannten Hindernis- ebenen entnommen und eingruppiert in die Antwortfelder, sehr relevant, relevant, weniger relevant und nicht relevant.

Abbildung 10 Hindernis-Relevanz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Fachhochschule Köln (2005)

In der Abbildung 10 wird die Relevanz der einzelnen Hindernisse für das Wissensmanagement deutlich. Dabei steht der Wert 2 für sehr relevant, 1 für relevant, weniger relevant wäre der Wert -1 und gar nicht relevant für das Wissensmanagement wäre -2.

Demnach lässt sich hierbei erkennen, dass als wirkliches Hindernis nur das Problem der zu geringen Zeit für Aktivitäten für den Prozess im Wissensmanagement ansteht. Dieses Problem, dass den Mitarbeitern im Unternehmen zu wenig Zeit eingeräumt wird, sich mit Wissensmanagement zu beschäftigen, zeigt, dass hier die Unternehmen ansetzen und mehr Freiräume zur Verfügung stellen müssen. Gerade die Anwender sehen hierin eine hohe Relevanz und die Unternehmensleitung kann dieses Hindernis nur beseitigen in dem sie mehr Zeit den Anwender zur Verfügung stellt.

Alle anderen angenommenen Hindernisse zeigen eher weniger spürbare Relevanz auf.

[...]


[1] Vgl. Peterson (2001), S.175

[2] Astheimer (2005), o.S.

[3] Vgl. Schütt (2015), S.130

[4] Vgl. Hilger/Kohl/Krenn (2010), S.5

[5] Vgl. Frost (2006), o.S.

[6] Vgl. Fachkräfte-Toolbox (o.J), o.S.

[7] Vgl. Frost (2006), o.S.

[8] Vgl. Fachkräfte-Toolbox (o.J.), o.S.

[9] Vgl. ebenda

[10] Buddha (o.J.), o.S.

[11] Vgl. Wenger (2003) S.2

[12] Vgl. http://wirtschaftslexikon.gabler.de (o.J.), o.S.

[13] Vgl. http://www.reptico.de (o.J.),o.S.

[14] Vgl. North (2016), S.7

[15] Vgl. North (2016), S.5

[16] Vgl. Lehner (2009), S.56

[17] Vgl. http://wirtschaftslexikon.gabler.de (o.J.), o.S.

[18] Vgl. North (2016), S.7

[19] Vgl. Thiel (2013), S.19ff

[20] Vgl. ebenda

[21] Vgl. ebenda

[22] Kuhn (2013), S.13

[23] Vgl. ebenda

[24] Vgl. Lasogga (2001), o.S.

[25] Vgl. Lasogga (2001), o.S.

[26] Vgl. http://wirtschaftslexikon.gabler.de (o.J.), o.S.

[27] Vgl. Bürgel (1997), S.53ff

[28] Vgl. North (2005), S.12

[29] Vgl. Heitmann (2013), S.191

[30] Vgl. North (2005), S.17

[31] Vgl. Droske (2000), o.S.

[32] Vgl. Wolter (2009), S.76

Details

Seiten
58
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668728905
ISBN (Buch)
9783668728912
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v428200
Note
Schlagworte
Wissensmanagement Demographischer Wandel Wissensbestand Wissensarten Demographische Einflüsse Unternehmensentwicklung Wissenstransfer Motivation und Anreiz

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Titel: Wissensmanagement. Faktoren zum Erhalt des Wissens einer Organisation vor dem Hintergrund des demographischen Wandels