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Rechtliche Aspekte des Lizensierungsverfahrens im Ligasport

Hausarbeit 2017 16 Seiten

BWL - Recht

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Lizensierungsverfahren der Fußball-Bundesligen
2.1 Beteiligte und rechtliche Grundlagen
2.2 Ziel
2.3 Ablauf
2.4 Kriterien
2.5 Potenzielle Streitigkeiten und mögliche Rechtswege
2.5.1 Lizenzerteilung unter Auflagen oder Bedingungen und Lizenzverweigerung
2.5.2 Zu spät bzw. unvollständig eingereichte Unterlagen
2.5.3 Möglicher Rechtsweg über das Ständige Schiedsgericht

3 Aktuelle Fallbeispiele im Profisport

4 Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Zeitplan des Lizenzierungsverfahrens 2015

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Abbildung in dieser leseprobe nicht enthalten1 2 3

Die drei vorliegenden Überschriften von Zeitungsartikeln allesamt aus dem aktuellen Jahr belegen eindrucksvoll, dass es trotz hoher Anforderungen an die Teilnehmer der deutschen Lizenzligen im Profisport immer wieder zu Lizenzentzügen und Insolvenzen kommt. Betroffen sind in diesem Fall die Sportarten Basketball (mit ihrem Vertreter Phoenix Hagen), Fußball (TSV 1860 München) und Handball (HC Leipzig) – eine spezielle Häufung der Lizenzentzüge auf eine bestimmte Sportart lässt sich somit auf den ersten Blick nicht feststellen.

Die vorliegende Studienarbeit zum Thema der rechtlichen Aspekte des Lizenzierungsverfahrens im Ligasport versucht, einen kleinen Einblick in Lizenzierungsabläufe, -strukturen und –entscheidungen zu geben und orientiert sich hierbei vorrangig an den deutschen Fußball-Bundesligen.

Beispielhaft zeigt ein Blick in die Ordnung zur Lizenzierung nebst Richtlinien der DKB Handball Bundesliga das Ziel des Lizenzierungsverfahrens: So dient das Lizenzierungsverfahren in der obersten deutschen Handball-Liga dazu, „ den Liga-Spielbetrieb (…) zu sichern, zuverlässig zu planen und durchführen zu können; die Stabilität sowie die Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit der Lizenznehmer auch für andere nationale und internationale Wettbewerbe gewährleisten zu helfen; die Integrität des Wettbewerbs zu erhöhen; Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit zu erhöhen; Management- und Finanzstrukturen auszubauen [und] das öffentliche Image und die Vermarktung der Liga wie auch der Lizenznehmer zu fördern und zu sichern (…) “.4

Gemäß dieser klaren Zielsetzung liegt das Hauptaugenmerk einer Lizenzierung dementsprechend auf dem kurz- bis langfristigen Erhalt der sportlichen und wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit der Liga und der angemessenen Repräsentation der Liga durch die Vereine und Kapitalgesellschaften (nachfolgend Clubs genannt) nach außen. Ein Ausschluss oder Rückzug einer bereits am Ligabetrieb teilnehmenden Mannschaft gilt es unbedingt zu vermeiden, damit solche Zeitungsausschnitte wie zu Beginn dieser Arbeit abgebildet, möglichst nicht auftreten.

Ein klar definiertes, für alle Beteiligten transparentes und durch klare Regeln abgestecktes Lizenzierungsverfahren schafft daher die Grundlage für eine stabile Liga, damit die Liga und die beteiligten Clubs keinen wirtschaftlichen oder ideellen Schaden im Rahmen eines Punktabzugs oder sogar Lizenzentzugs erleiden.

2 Das Lizensierungsverfahren der Fußball-Bundesligen

Nach der Einführung in Kapitel 1 wird der Fokus nun auf die konkrete Lizenzerteilung im Rahmen der deutschen Fußball-Bundesligen gelegt. Fußball ist in Deutschland nach wie vor die dominierende Sportart im Hinblick auf Zuschauerzahlen und dem medialen Interesse, wodurch es entsprechend viele Informationen über Lizenzentscheidungen und die Abläufe des Lizenzierungsverfahrens zu finden gab.

Wie bereits angesprochen, ist ein wichtiger Faktor der Lizenzerteilung die Transparenz des Verfahrens: Für alle an einer Lizenzierungsentscheidung beteiligten Instanzen, also die Verantwortlichen der lizenzbeantragenden Clubs und die Mitglieder der Lizenzierungsausschüsse, welche meist der Liga selbst unterstellt sind; aber auch für die Fans und Anhänger eines jeden Clubs.

Damit alle Beteiligten die Entscheidungen der Lizenzierungsausschüsse nachvollziehen können, veröffentlichen die Profiligen die entsprechenden Anforderungen zur Erteilung einer Lizenz auf ihrer Online-Präsenz im Internet. Die Anforderungen der Lizenzerteilung der Fußball-Bundesligen sind daher auf den Internetseiten der DFL Deutsche Fußball Liga GmbH als Organisatorin des Spielbetriebs der Bundesligen im Bereich der „Statuten“ nachzulesen und werden nun weitergehend betrachtet.5

2.1 Beteiligte und rechtliche Grundlagen

Zur Klärung der intensiven Verbindungen zwischen den einzelnen am Ligabetrieb der deutschen Fußball-Bundesligen Beteiligten, erfolgt nun ein kleiner Überblick über die Beteiligten und die rechtlichen Grundlagen zur Lizenzerteilung.

Der DFL Deutsche Fußball Liga e.V. (kurz: DFL e.V.) ist der Zusammenschluss der 36 lizenzierten und an den beiden Bundesligen teilnehmenden Vereinen und Kapitalgesellschaften. Es ist die Aufgabe des DFL e.V., die „vom DFB exklusiv überlassenen Vereins-einrichtungen Bundesliga und 2. Bundesliga zu betreiben“ und somit im Rahmen des Wettbewerbs die Meister und Teilnehmer an den internationalen Wettbewerben wie der UEFA Champions League und UEFA Europa League zu ermitteln.6 Die Führung des operativen Geschäfts des DFL e.V. übernimmt die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH (kurz: DFL GmbH).7

Damit nun alle 36 Vereine und Kapitalgesellschaften an die Vorgaben und Entscheidungen des Lizenzgebers DFL gebunden sind und die Bedingungen für alle Clubs mit Ausnahme vorher definierter Ausnahmen identisch sind, greifen die Regelungen einer sogenannten Satzungskette. Dies bedeutet, dass die Umsetzung des selbstgeschaffenen Rechts des DFB im Rahmen der Verbandsautonomie durch statuarische (also satzungsgegebene) Weitergabe an die entsprechenden Mitgliedsverbände erfolgt. Die Anerkennung dieses Rechts erfolgt somit pyramidenförmig von oben nach unten: Vom Dachverband über die Mitgliedsverbände und die Vereine oder Kapitalgesellschaften bis zum einzelnen Spieler.8

Im speziellen Fall der Lizenzierung der Fußball-Bundesligen erfolgt die Satzungskette über die Satzung der DFL GmbH, welche die Anerkennung der 24-seitigen Satzung des DFL e.V. beinhaltet sowie die Anerkennung der 49-seitigen Satzung des DFB und des elf-seitigen Grundlagenvertrags zwischen DFB und DFL e.V.9

Die Satzung des DFL e.V. regelt hingegen ihren eigenen Geschäftsbetrieb durch Anerkennung und Beachtung der Statuten, was aus §5 Abs. 1 der Satzung des e.V. ersichtlich wird. Hier werden unter anderem das Ligastatut, bestehend aus Lizenzierungsordnung mit Anhängen I bis XIII und Durchführungsbestimmungen, die Lizenzordnung Spieler, die Spielordnung und die Ordnung für die Verwertung kommerzieller Rechte als verbindlich anerkannt.

Durch diese Vielzahl an Satzungsketten wird gewährleistet, dass die Lizenzierungsanforderungen für jeden Lizenznehmer einheitlich und gleichermaßen verbindlich zu erfüllen sind. Sollten alle Anforderungen erfüllt sein, erhält der Club der Lizenz und somit die notwendige Teilnahmeberechtigung für den Spielbetrieb der entsprechenden Liga. In diesem Fall gehen Club (Lizenznehmer) und Liga (Lizenzgeber) einen auf die Dauer der Spielzeit begrenzten Vertrag ein.10

2.2 Ziel

Die 40-seitige Lizenzierungsordnung des DFL e.V. formuliert neben sämtlichen Inhalten zur Lizenzerteilung auch das Ziel der Durchführung einer Lizenzierung, ähnlich des bereits betrachteten Beispiels der DKB Handball Bundesliga.

So heißt es in der Präambel der Lizenzierungsordnung, dass das Lizenzierungsverfahren durchgeführt wird, um „den Liga-Spielbetrieb für die jeweils kommende Spielzeit, wie auch längerfristig zu sichern, zuverlässig planen und durchführen zu können, die Stabilität sowie die Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit der Lizenznehmer auch für andere nationale und internationale Wettbewerbe gewährleisten zu helfen, die Integrität des Wettbewerbs zu erhöhen, Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit auszubauen, Management- und Finanzstrukturen zu fördern, das öffentliche Image und die Vermarktung der Liga wie auch der Lizenznehmer zu fördern und zu sichern, dass sie stabile Bestandteile unserer Gesellschaft, zuverlässige Partner des Sports und der Wirtschaft sind.11

Die bis auf Kleinigkeiten identische Formulierung zur Zielsetzung des Lizenzierungsverfahrens im deutschen Profi-Handball ist kein Zufall, wenn man bedenkt, dass beide Profi-Ligen von einem starken medialen Interesse geprägt sind und somit im Rahmen eines Lizenzierungsprozesses identische Ziele verfolgen.

[...]


1 Sport1 (2017): Hagen-Aus: Entschädigung für Klubs, in Sport1 online, Abruf: 27.11.2017

2 Lamparter (2017): Löwen-Abstieg ins Amateurlager, in BR online, Abruf: 27.11.2017

3 Süddeutsche Zeitung (2017): HC Leipzig ist insolvent und muss absteigen, in Süddeutsche Zeitung online, Abruf: 27.11.2017

4 DKB Handball Bundesliga (2017, o.V.): Ordnung zur Erteilung von Lizenzen nebst Richtlinien (LZO), in HBL GmbH online, Abruf: 18.12.2017

5 DFL (o.J.): Statuten, in DFL online, Abruf: 18.12.2017

6 DFL e.V. (2016): Satzung DFL e.V., in DFL online, Abruf: 18.12.2017; URL: https://www.dfl.de/dfl/files/statuten/Satzungen-von-DFL-und-DFB/Satzung-DFL-Deutsche-Fussball-Liga-e-V.pdf

7 DFL GmbH (2016): Satzung DFL GmbH, in DFL online, Abruf: 18.12.2017, URL: https://www.dfl.de/dfl/files/statuten/Satzungen-von-DFL-und-DFB/Satzung-DFL-Deutsche-Fussball-Liga-GmbH.pdf

8 Hilpert (2009): S. 4

9 s. Fußnote 7

10 Schinken (2015): Das Lizenzierungsverfahren: Die Spielerlaubnis der Bundesliga, in Bundesliga online, Abruf: 18.12.2017

11 DFL (2017): Lizenzierungsordnung, in DFL online, Abruf: 18.12.2017

Details

Seiten
16
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668724556
ISBN (Buch)
9783668724563
Dateigröße
701 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v429056
Institution / Hochschule
Steinbeis-Hochschule Berlin
Note
2,5
Schlagworte
rechtliche aspekte lizensierungsverfahrens ligasport

Autor

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