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Audrey Hepburn. Einfluss eines Filmstars auf die Modewelt damals und heute

Hausarbeit 2017 18 Seiten

Design (Industrie, Grafik, Mode)

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
Biografie

2. Hauptteil
Die Wirkung von Audrey Hepburn durch Statur und Charakter
Der tiefe Pferdeschwanz mit dem Äffchenpony/Kurzhaarfrisur
Das „kleine Schwarze“
Ballerinas
Weiße Bluse und Tellerrock
Audrey Hepburn und Natalie Portman

3. Bewertung: Ein mögliches Fazit

4. Literatur- und Quellenverzeichnis

5. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Arbeit soll untersucht werden, wie Audrey Hepburn auf die Mode zu ihrer Zeit Einfluss genommen hat und ob und in welchem Maße der Einfluss heute noch besteht.

Audrey Hepburn wurde in der Vergangenheit viel diskutiert - nicht zuletzt wegen ihres Kleidungsstils. In unzähligen Artikeln wird über Audreys Stil und ihre schlichte Eleganz geschrieben; etliche Ratgeber für Frauen befassen sich damit, wie dieser Stil möglichst detailgetreu nachzuahmen ist. Sie ist in Filmen und auf Bildern zu sehen; ihr Gesicht ist weltweit bekannt. Aus dieser Popularität ergibt sich folgende Forschungsfrage:

Welchen Einfluss nahm Audrey Hepburn auf die Mode damals und wie ist er noch heute bemerkbar?

Zu Beginn meiner Arbeit werde ich die Schauspielerin kurz vorstellen. Danach möchte ich gerne im Besonderen auf die verschiedenen, bekannten Kostüme aus ihren Filmen eingehen, hauptsächlich auf das sogenannte „kleine Schwarze“ und auf ein schlichtes Kostüm aus dem Film „Ein Herz und eine Krone“. Daraufhin möchte ich mich mit dem Ausmaß an Einfluss, das von diesen Kostümen ausging beschäftigen. Daneben soll dargestellt werden, welchen Einfluss Audrey Hepburns persönlicher Stil auf junge Frauen zu ihrer Zeit hatte und inwiefern sie auch von Models und anderen Prominenten in der Vergangenheit kopiert wurde. Zusätzlich wird ihre Verbindung zu der Haute Couture, im Besonderen zu Hubert de Givenchy und der damit verbundene Einfluss diskutiert.

Im Bewertungsteil fasse ich abschließend die dazugewonnenen Erkenntnisse zusammen und ziehe ein Fazit aus meinen Ergebnissen.

Biografie

Audrey Hepburn wurde am 4. Mai 1929 als Audrey Kathleen Ruston in eine wohlhabende Bankiersfamilie geboren. In jungen Jahren begann sie mit Ballettunterricht, der durch ihre Mutter, Baroness Ella van Heemstra, gefördert wurde. Es war ihr größter Wunsch, eine Ballerina zu werden, was jedoch durch die Mangelernährung, die sie während des Zweiten Weltkrieges erlitt, nicht möglich war. So begann sie für Fotografien zu modeln und nahm erste kleinere Rollen für Filme an. Durch den Film „Ein Herz und eine Krone“ (1953) gewann Audrey Hepburn an Popularität, doch ihr internationaler Durchbruch gelang ihr mit dem Film „Frühstück bei Tiffany“ (1961). Zwischen 1948 und 1989 spielte sie in über 30 Filmen.

Audrey Hepburn war in ihrem Leben zweimal verheiratet, zuerst mit dem Schauspieler Mel Ferrer und danach mit dem Psychiater Andrea Dotti; aus jeder Ehe ging ein Sohn hervor. In ihren späten Jahren bot sie humanitäre Hilfe beim Kinderhilfswerk UNICEF als Sonderbotschafterin. Zu ihren Lieblingsfarben gehörten neben weiß und schwarz auch rosa.

Audrey Hepburn starb am 20. Januar 1993 in Tolochenaz in ihrem Haus, das sie mit ihrem Lebensgefährten Robert Wolders bewohnte.

Von zahlreichen Journalisten wurde sie zur Modeikone und stilbewussten Frau ernannt, doch hat sie tatsächlich Einfluss auf die damalige Mode genommen – und: reicht dieser Einfluss sogar bis heute?

2. Hauptteil

Die Wirkung von Audrey Hepburn durch Statur und Charakter

Audrey Hepburn war eine schmale Frau mit kleiner Oberweite und einem sehr geringen Taillenumfang. Anita Loos, die Schriftstellerin von "Blondinen bevorzugt", stellte fest, dass die Taille der Schauspielerin mit 46,8 cm einen kleineren Umfang hatte, als ihr Kopf.[1] Die Schauspielerin hatte sehr dunkle Haare und somit auch sehr dunkle, wie auch breite Augenbrauen.

Man nannte sie "elfenhaft", wozu sie in einem Interview selbst gesagt haben soll, dass man wohl meinte, sie wäre bloß groß und mager.[2] Audrey Hepburn erschien mit ihrem Aussehen zart und scheu und gleichzeitig ein wenig kindlich, ihre großen Rehaugen unterstrichen dieses Bild noch.

Sie setzte sich in den 50er Jahren erfolgreich mit ihrem Aussehen durch. Während in Hollywood noch das alte Schönheitsbild der vollbusigen Blonden aktuell war, schaffte sie es, ein neues Schönheitsideal zu etablieren.

Die Schauspielerin wirkte mit ihrer schmalen Figur verletzbar und strahlte gleichzeitig durch ihr feines Gesicht Eleganz und gute Abstammung aus.

In den 60er Jahren wirkte Audrey Hepburn dann weniger kindlich und mehr und mehr selbstständig.

Der tiefe Pferdeschwanz mit dem Äffchenpony/Kurzhaarfrisur

Der im Nacken tief gebundene Pferdeschwanz mit den wie von „Mausezähnen ausgebissenen“[3] Äffchenpony war eines von Audrey Hepburns bekanntesten Erkennungsmerkmalen neben ihren großen Augen, die meist von einem schwarzen Lidstrich geziert waren. Sie trug diesen Look meist privat, doch mit wachsender Popularität wurde dieser von der jüngeren Generation immer öfter kopiert und avancierte damit zu einem „Jeden Tag“-Look für Jedermann. Für eine ganze Generation war genau dieses Erscheinungsbild bis Ende der 50er Jahre eine sehr beliebte Gegenbewegung für ein natürlicheres Aussehen, weg von den künstlichen, hochtoupierten Frisuren, die aufwendig und mit viel Haarspray in Form gehalten werden mussten.

Gegensätzlich dazu waren Audrey Hepburns kurze Haare, die sich die Schauspielerin in und für den Film „Ein Herz und eine Krone“ Mitte der 50er Jahre schneiden ließ. Egal wie lang ihre Haare waren; sie trug meistens einen kurzen Pony, der auch heute noch als ihr Markenzeichen bekannt ist.

Das „kleine Schwarze“

Das sogenannte „kleine Schwarze“ wurde ursprünglich 1926 von der französischen Unternehmerin und Modedesignerin Gabrielle ‚Coco‘ Chanel entworfen. Es war und ist auch heute noch ein meist sehr schlichtes, schwarzes Kleid mit einfacher Schnittführung. Bis dato wurde schwarz ausschließlich für Trauerbekleidung verwendet, kam dann aber zur Zeit des Entwurfs besonders häufig in den Kollektionen der Modedesignerin vor.

Heutzutage zählt das „kleine Schwarze“ zu den Must-Haves in einem jeden Kleiderschrank, sowie auch zu den Meilensteinen der Mode des 20. Jahrhunderts. Dabei ist meist ein sehr schlichtes, kurzes und offensichtlich schwarzes Cocktailkleid gemeint. Die amerikanische Zeitschrift VOGUE verglich das „kleine Schwarze“ zur Zeit dessen „Erfindung“ mit Henry Fords erstem Massenauto und nannte es „[den] Ford von Chanel, ein Kleid, das alle Welt tragen wird“[4].

1961 spielte Audrey Hepburn in dem Film „Frühstück bei Tiffany“ (Originaltitel: ‚Breakfast at Tiffany’s‘) die Rolle der Holly Golightly. Gleich in der Eröffnungsszene trägt die Schauspielerin ein langes schwarzes Kleid von Hubert de Givenchy (s. Abb. 1), das so viel an Popularität gewonnen hat, dass man auf den Straßen „ein […] Heer von Audrey Hepburns in schwarzen Abend-kleidern“[5] antraf.

Neben dem langen, trug die Schauspielerin auch ein kurzes schwarzes Kleid. Als das „kleine Schwarze“ wird hier meist jedoch, entgegen aller Erwartung, nicht das kurze Cocktailkleid, sondern das lange Abendkleid der ikonischen Eröffnungs-szene betitelt. Mit diesem Kleid wurde auch auf dem offiziellen Poster für den Film geworben. Zum langen Kleid trägt Audrey Hepburn eine mehrreihige Perlenkette und lange schwarze Abendhandschuhe. Mit tiaragekrönter Hochsteck-frisur steht sie frühmorgens am Schaufenster des Juweliers Tiffany & Co. in der 5th Avenue in New York. Dort sieht sie sich die ausgestellten Juwelen an. Auf Fotos und Abbildungen ist das lange Kleid mit der besonderen Rückenlösung häufiger als das kurze schwarze Kleid zu sehen. Auch das kurze Kleid wurde von unzähligen Frauen im alltäglichen Look nachgeahmt.

Mit ihrem Auftritt in „Frühstück bei Tiffany“ änderte Audrey Hepburn über Nacht das vorher so negative Image des kurzen schwarzen Kleides. Zuvor galt es in der Gesellschaft als verrucht, schwarz zu tragen. Regisseur Laurence Olivier wählte das kurze, schwarze Cocktailkleid bewusst als Stilmittel, um Marilyn Monroe 1957 in dem Film „Der Prinz und die Tänzerin“ (Originaltitel: ‚The Prince and the Showgirl‘) lasziver wirken zu lassen.

Ballerinas

Der Ballerina basiert auf dem Ballettschuh, den Ballerinas zum Tanz tragen. Er wird traditionell, wie der Tanzschuh, aus Stoff und mit einer flachen Sohle gefertigt und gehört aufgrund seiner Herkunft zum sportlichen Schuhwerk. Die Sohle, die beim Ballettschuh aus Leder gefertigt wird, wurde zum Zweck der Haltbarkeit asphalttauglich gemacht und bekam somit eine flache, etwas festere Sohle.

Durch sein schlichtes, elegantes Aussehen ist er sowohl als Freizeitschuh aus Stoff als auch als flaches Schuhwerk zur Abendgarderobe, meist aus Samt oder Satin, bestens zu gebrauchen.

Audrey Hepburn hatte eine besondere Vorliebe für absatzloses Schuhwerk. Für sie gehörten flache Schuhe zu ihrem Alltagsoutfit und sie trug gerne, nicht nur privat, ganz flache Schuhe. Bei ihrer großen Körpergröße von 1,70m, die sie als Makel ihrerseits sah, kamen ihr die flachen Absätze und auch die Bequemlichkeit der Schuhe entgegen. Der italienische Schuhdesigner Salvatore Ferragamo fertigte für Audrey viele Paare Ballerinas und Pumps an.

Weiße Bluse und Tellerrock

In dem 1953 erschienenen Film „Ein Herz und eine Krone“ (Originaltitel: ‚Roman Holiday‘) ist Audrey Hepburn als Prinzessin Ann inkognito mit dem Reporter Joe Bradley (Gregory Peck) unterwegs und trägt, als sie den Tag mit ihm in Rom verbringt, eine taillierte, enganliegende, weiße Bluse mit langen Ärmeln, die sie hochgekrempelt hat. Die Bluse hat einen geöffneten V-Ausschnitt mit einem Kragen. Dazu trägt sie einen wadenlangen Tellerrock. Dieser wird in der Taille von einem breiten Gürtel mit einer großen Schnalle gesichert. Das ganze Outfit unterstreicht Audrey Hepburns schmale Taille, auf die sie stolz war und die einem Umfang von 46,8cm entsprach. Die Schlichtheit dieses Outfits machte den Look alltagstauglich.

Audrey Hepburn und Natalie Portman

1955 wählte der englische Fotograf Norman Parkinson für seine Komposition für Audrey Hepburn ein hellrosafarbenes Kleid vor dem Hintergrund aus Bougainvillea, einer leuchtend magenta-blühenden, mediterranen Pflanze. Mit den Fotografien von Audrey Hepburn und anderen bekannten Persönlichkeiten wollte Norman Parkinson die „Goldenen Jahre der Mode“ der Nachkriegszeit festhalten.[6]

Bewusst oder nicht reproduzierte Fotograf Tim Walker dieses Bild für Dior. „Miss Dior“ Natalie Portman wurde dabei für die Miss Dior Cherie's 2013 Duft Kampagne vor einer Wand aus gesteckten Rosen und Pfingstrosen, in einem blassrosafarbenen Dior-Kleid in einer ähnlichen Pose abgelichtet.

Dies war nicht das erste Mal, dass Natalie Portman in Anlehnung an die Stilikone positioniert und fotografiert wurde. 2006 wurde Natalie Portman in Givenchys bekanntem schwarzen Abendkleid, das Audrey Hepburn in „Frühstück bei Tiffany“ trug, auf dem Cover der Harper’s Bazaar abgebildet, nur Monate bevor die Auktion für das wertvolle Kleid begann.

[...]


[1] von der Leyen, Katharina: Welt am Sonntag, Vorsicht, zerbrechlich!, https://www.welt.de/print-wams/article613281/Vorsicht-zerbrechlich.html abgerufen am 19.02.2018 19:40Uhr

[2] von der Leyen, Katharina: Welt am Sonntag, Vorsicht, zerbrechlich!, https://www.welt.de/print-wams/article613281/Vorsicht-zerbrechlich.html abgerufen am 19.02.2018 19:40Uhr

[3] Loschek, Ingrid: Mode im 20. Jahrhundert. München 1990, S. 220

[4] http://inside.chanel.com/de/timeline/1926_the-little-black-dress, abgerufen am: 10.02.2018 16:34 Uhr

[5] Reed, Paula: 50 Fashion Looks der 60er Jahre. London 2012

[6] Ramzi, Lilah: Flower Girls: Natalie Portman Takes On the One and Only Audrey Hepburn, https://fashionista.com/2013/06/flower-girls-natalie-portman-takes-on-the-one-and-only-audrey-hepburn abgerufen am 15.02.2018 17:56Uhr

Details

Seiten
18
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668752863
ISBN (Buch)
9783668752870
Dateigröße
2.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v429198
Institution / Hochschule
Fachhochschule Trier - Hochschule für Wirtschaft, Technik und Gestaltung
Note
1,0
Schlagworte
audrey hepburn einfluss filmstars modewelt

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