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Schwierige familiäre Hintergründe bei SchülerInnen am Beispiel von elterlicher Trennung und Scheidung sowie psychischer Erkrankung von Eltern

Ein Überblick

Zusammenfassung 2018 19 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A) Psychische Erkrankung eines Elternteils
1. Gruppe A: Resilienz- Was stärkt die Kinder psychisch kranker Eltern?
1.1 Wie entsteht Resilienz und was versteht man darunter?
1.2 Benennen Sie persönliche Schutzfaktoren von Kindern, die bei ungünstigen Entwicklungsbedingungen, wie etwa der psychischen Erkrankung eines Elternteils, zum Tragen kommen
1.3 Was ist eine Selbstwirksamkeitsüberzeugung?
1.4 Benennen Sie familiäre Schutzfaktoren
1.5 Können Sie sich vorstellen, die Resilienzsätze „Ich habe...“, „Ich kann...“ auch im schulischen Kontext nutzen zu können?
2. Gruppe B: „Was stärkt die Kinder psychisch kranker Eltern...?
2.1 Erläutern Sie die Aussage, „dass bei Menschen mit einer hohen erblich bedingten Vulnerabilität gerade die Umwelteinflüsse besonders relevant sind, und zwar sowohl im positiven als auch im negativen Sinne“
2.2 Erläutern Sie die Bedeutung von Generationengrenzen
2.3 Welche Belastungen können für Kinder mit Vorliegen einer psychischen Erkrankung eines Elternteils noch zusätzlich auftreten?
2.4 Erläutern Sie die im Text genannten Risiko- und Schutzfaktoren
2.5 Welche Arten von Copingstrategien werden genannt?
3. Gruppe C: „Elterliche Erkrankung und Gesundheit der Kinder“
3.1 Wie wirken Schweregrad und Chronizität der elterlichen psychischen Erkrankung auf die kindliche Entwicklung?
3.2 Was verstehen wir unter internalisierenden und externalisierenden Störungen?
3.3 Welche psychischen Störungen der Eltern sind mit besonders starken Symptombelastungen bei Kindern verbunden?
3.4 Erläutern Sie den Zusammenhang zwischen Expositionsdauer (bezüglich der elterlichen psychischen Erkrankung) und kindlichen Auffälligkeiten
3.5 Welche Aspekte der psychischen Störungen der Eltern stehen mit kindlicher Symptomatik im Zusammenhang?
4. Gruppe D: „Entwicklungsrisiken von Kindern psychisch kranker Eltern“
4.1 Fassen Sie die Risiken von Kindern mit Eltern mit Störungen durch Alkohol- und Drogenkonsum zusammen
5. Kapitelübergreifend: Welche Bedeutung hat das Gelesene für Sie als künftige Lehrer im Umgang mit Schülern und deren Eltern?

B) Trennung und Scheidung bei Eltern von Schülern (aus dem Buch „Kindern bei Trennung und Scheidung helfen“
1. Gruppe A (Kapitel 1 „Wenn Eltern auseinandergehen“)
1.1 Warum könnte man denken, dass es heutzutage „normaler“ ist, getrennte Eltern zu haben als noch vor 20 oder 30 Jahren?
1.2 Wieviel Prozent der Kinder erleiden langfristig Schäden durch die Trennung ihrer Eltern?
1.3 Welche Gefühle können bei Kindern im Kontext der Trennung ihrer Eltern auftreten?
1.4 Was ist wichtig für Kinder, wenn es zu einer Trennung der Eltern kommt?
2. Gruppe B (Kapitel 3 „Das Leben nach der Trennung“)
2.1 Was sind Vorteile einer Betruungsregelung, bei der das Kind schwerpunktmäßig bei einem Elternteil wohnt und mit dem anderen regelmäßigen Umgangskontakt hat (sogenanntes „Residenzmodell“)? Welche Nachteile kann dieses Betreuungsmodell auch haben?
2.2 Was versteht man unter dem Wechselmodell? Welche Vor- und Nachteile hat es?
2.3 Warum ist es emotional belastend für Kinder, wenn sich ein Elternteil nach der Trennung völlig zurückzieht und gar keinen Kontakt mehr zum Kind hat?
2.4 Was sind die wichtigsten Aspekte bei allen Regelungen, die für die Zeit nach der Trennung getroffen werden?
2.5 Was versteht man unter einer „Patchwork-Familie“? Welche Herausforderungen sind damit verbunden?
3. Gruppe C (Kapitel 4 „Die besondere Situation der Väter“)
3.1 Was hat sich bei der Rolle der Väter in den letzten Jahren verändert?
3.2 Welche Gefühle können bei Vätern nach der Trennung auftreten?
3.3 Was macht Kindern hinsichtlich der Zeit, die sie (häufig an Wochenenden) mit ihren Vätern verbringen, zu schaffen? Warum kann dies bei Verhaltensauffälligkeiten, z.B. gegenüber Freunden oder im schulischen Kontext, relevant sein?
3.4 Erläutern Sie die Bedeutung der „Liebe beider Elternteile“ für die Kinder
3.5 „Getrennte Paare bleiben gemeinsam Eltern“ und „für die Kinder zählt die Zukunft“. Welche Bedeutung können diese Sätze für sie als angehenden Lehrer im Umgang mit getrennten Eltern haben?
4. Gruppe D (Kapitel 5 & 6 „Langfristige Folgen für die Kinder“ und „Schutzfaktoren für Scheidungskinder“)
4.1 Benennen Sie die aus Ihrer Sicht wichtigsten Ergebnisse aus den wissenschaftlichen Studien von Judith Wallerstein und Mavis Hetherington?
4.2 Wie kann sich die emotionale Belastung von Kindern in Folge von Trennung und Scheidung der Eltern im schulischen Kontext bemerkbar machen?
4.3 Warum bekommen Kinder nach der Trennung der Eltern häufiger eine „ADHS-Diagnose“?
4.4 Benennen Sie Schutzfaktoren, die die negativen Folgen von Trennung und Scheidung für die Kinder abpuffern helfen
5. Kapitelübergreifend: Welche Bedeutung hat das Gelesene für Sie als künftige Lehrer im Umgang mit Schülern und deren Eltern?

A) Psychische Erkrankung eines Elternteils

1. Gruppe A: Resilienz- Was stärkt die Kinder psychisch kranker Eltern?

1.1 Wie entsteht Resilienz und was versteht man darunter?

Als Resilienz bezeichnet man die Fähigkeit des Menschen, sich in schwierigen Lebenssituationen „nicht unterkriegen“ zu lassen. Sie ist also eine Art seelischer Schutzschirm der Kinder gegenüber familiären und sozialen Belastungen und Risiken. In Belastungssituationen werden persönliche Eigenschaften und Fertigkeiten eingesetzt und familiäre sowie soziale Kräfte genutzt, welche die negativen Auswirkungen der belastenden Situation und gesundheitsschädliche Folgen abpuffern. Ein resilientes Kind ist also widerstandsfähiger und robuster als ein nicht resilientes Kind.

Resilienz ist keine zeitlich stabile und situationsübergreifende Eigenschaft, sondern hängt eng mit der Art, dem Umfang und der Dauer der Belastungen zusammen. Sie entwickelt sich in einem komplexen Zusammenspiel von Merkmalen eines Kindes und seiner Lebensumwelt. Hier spielen neben Personenmerkmalen und Temperamentseigenschaften auch Umweltfaktoren eine Rolle, wie zum Beispiel Reaktionen der Eltern und anderer enger Bezugspersonen, das elterliche Erziehungsverhalten und die Förderung in Kindergarten und Schule. Die Wurzeln für die Entstehung der Resilienz liegen demnach in besonders schützenden Faktoren innerhalb des Kindes und in seinem sozialen Umfeld.

1.2 Benennen Sie persönliche Schutzfaktoren von Kindern, die bei ungünstigen Entwicklungsbedingungen, wie etwa der psychischen Erkrankung eines Elternteils, zum Tragen kommen.

Die Schutzfaktoren lassen sich kategorisieren in persönliche, familiäre und soziale Schutzfaktoren.

Zu den persönlichen Schutzfaktoren zählen ein ausgeglichenes Temperament, gute Selbsthilfefertigkeiten, Problemlöse- und Kommunikationsfähigkeit, Selbstvertrauen und hohes Selbstwertgefühl, Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, hohe Sozialkompetenz, also Einfühlungsvermögen, Kontaktfähigkeit und Verantwortungsübernahme, ein ausgeprägtes Kohärenzgefühl und Planungskompetenz.

Das ausgeglichene Temperament sorgt für eine Erleichterung der Beziehung zu den Eltern. Dieses positive Temperament löst bei Eltern positive Reaktionen aus. Hingegen Kinder mit schwierigem Temperament sind unruhiger, unausgeglichener und können sich schlechter an neue Situationen anpassen. Selbsthilfefertigkeiten sorgen für ein selbstbewussteres, selbständigeres und offeneres Auftreten gegenüber anderen Menschen.

Mit guten Problemlöse- und Kommunikationsfähigkeiten können Gefühle besser ausgedrückt werden und Signale anderer Menschen werden sinnvoller interpretiert und verstanden. In Problemsituationen kann Verantwortung übernommen werden, was eine Grundvoraussetzung für den Umgang mit Belastungen ist.

Eine hohe Sozialkompetenz und ein ausgeprägtes Kohärenzgefühl sorgen für Verantwortungsbewusstsein, Selbstständigkeit und Leistungsorientierung, eine gewisse soziale und emotionale Reife, eine optimistische Lebenseinstellung und ein hohes Einfühlungsvermögen gegenüber anderen Personen.

Planungskompetenz lässt das Kind eigene, realistische Berufs- und Lebensziele anstreben. Ein planungskompetentes Kind kann seine Zukunft gut vorausplanen.

1.3 Was ist eine Selbstwirksamkeitsüberzeugung?

Selbstwirksamkeitsüberzeugung beschreibt die Überzeugung, durch eigenes Handeln tatsächlich etwas bewirken zu können, also Probleme zu verändern und bewegen zu können. Die Person, welche von ihrer Selbstwirksamkeit überzeugt ist, erlebt sich in Situationen „wirksam“. Sie ist überzeugt, dass Ereignisse nicht ausschließlich von Glück, Zufall oder anderen Personen bestimmt werden, sondern dass man selbst Einfluss auf die Dinge des eigenen Lebens ausübt, zum Beispiel das Beeinflussen von Problemen durch das eigene Tun. Die Selbstwirksamkeitsüberzeugung gilt als prägender Resilienzfaktor, weil sie wesentlich das Denken, die Überzeugung und Motivation einer Person beeinflusst.

1.4 Benennen Sie familiäre Schutzfaktoren

Zu den familiären Schutzfaktoren gehören die sichere Bindung, ein emotional positives, akzeptierendes und zugleich Grenzen setzendes Erziehungsklima sowie altersangemessene Verpflichtungen des Kindes in der Familie, eine harmonische Paarbeziehung der Eltern, konstruktive familiäre Überzeugungen wie Optimismus und Zuversicht und Flexibilität sowie Verbundenheit der Familie zur Anpassung an neue Situationen.

Die harmonische Paarbeziehung der Eltern ist wichtig, das sie die „Architekten der Familie“ sind, die das emotionale Fundament der Familie schaffen. Wie sie agieren, prägt in starker Weiße die Familienatmosphäre.

Eine konstruktive Überzeugung der Familie sorgt für ein Zusammengehörigkeitsgefühl und die Überzeugung, dass Probleme dann am ehesten überwunden werden, wenn die Familie zusammenhält. Flexibilität und wird benötigt, um sich den veränderten Situationen schnell anpassen zu können, um wieder Stabilität herzustellen. Beim Gefühl der Verbundenheit fühlt man die innere Verpflichtung, sich bei Belastungen gegenseitig zu helfen.

1.5 Können Sie sich vorstellen, die Resilienzsätze „Ich habe...“, „Ich kann...“ auch im schulischen Kontext nutzen zu können?

Mit diesem Wortschatz können Kinder Resilienz bewusst bei sich selbst wahrnehmen. Eltern, Lehrer und Erzieher können dieses Vokabular einsetzen, um die Gefühle, Einstellungen und Verhaltensweisen, die Resilienz fördern, zu verstärken. So lassen sich die Resilienzsätze umformulieren in „du hast...“-, „du kannst...“- und „du bist...“-Sätze zur Rückmeldung von positiven Eigenschaften.

2. Gruppe B: „Was stärkt die Kinder psychisch kranker Eltern...?

2.1 Erläutern Sie die Aussage, „dass bei Menschen mit einer hohen erblich bedingten Vulnerabilität gerade die Umwelteinflüsse besonders relevant sind, und zwar sowohl im positiven als auch im negativen Sinne“.

Kinder psychisch kranker Eltern stellen eine besondere Risikogruppe dar. Wachsen sie in Familien auf, in denen ein Elternteil psychisch krank ist, sind sie in vielfältiger Weise durch die elterliche Erkrankung betroffen und stehen unter erhöhtem Risiko auch selbst eine psychische Störung zu entwickeln. Zahlreiche empirische Studien haben dies belegen können. Das erhöhte Risiko lässt zum Teil auf Wirkung genetischer Einflüsse, also die erblich erworbene Verletzlichkeit, schließen. Eine determinierende Wirkung genetischer Faktoren kann aber ausgeschlossen werden. Die genetische Ausstattung bestimmt mit, ob sich belastende Lebensereignisse pathogen auswirken oder nicht. Sie moderieren also die Umwelteffekte. So konnte gezeigt werden, dass bei Menschen mit einer hohen erblich bedingten Vulnerabilität die Umwelteinflüsse besonders relevant sind. Umwelteinflüsse sind also unter Umständen ausschlaggebender als die erblich bedingte Vulnerabilität.

2.2 Erläutern Sie die Bedeutung von Generationengrenzen.

Generationengrenzen ergeben sich aus der Anerkennung der Unterscheidung in elterliche und kindliche Rollen und der Einhaltung der zugehörigen Interaktionsregeln. Durch die psychische Erkrankung ist die Einhaltung dieser Rollen gefährdet und das System Familie gerät durcheinander, sodass es häufig zur Parentifizierung kommt, also eine Rollenumkehr, in welcher die Kinder die Eltern- oder Partnerfunktion und somit einen Großteil der Verantwortung für das Wohlbefinden ihrer Eltern übernehmen. Eine solche Rollenumkehr ist in der Mehrzahl der Familien mit psychisch kranken Eltern zu beobachten.

2.3 Welche Belastungen können für Kinder mit Vorliegen einer psychischen Erkrankung eines Elternteils noch zusätzlich auftreten?

Relevante belastende Faktoren sind unter anderem die Länge und Schwere der elterlichen Erkrankung, Einschränkungen in der Erziehungsfähigkeit der Eltern, darunter fallen beispielsweise Fürsorge, Betreuung und die Eltern-Kind-Beziehung, eheliche Disharmonie, Funktionalität der Familie, also fehlende Generationengrenzen sowie das Fehlen von zuverlässigen und vertrauensvollen sozialen Beziehungen. Kinder psychisch kranker Eltern sind folgenden familiären Risikofaktoren besonders häufig ausgesetzt: Armut, niedriger Ausbildungsstand beziehungsweise Berufsstatur der Eltern oder Arbeitslosigkeit der Eltern, Vernachlässigung, Misshandlung und sexueller Missbrauch. Das Zusammenwirken verschiedener Belastungsfaktoren beeinflusst besonders schwerwiegend die kindliche Entwicklung, da sich die negativen Effekte wechselseitig verstärken und eine kumulative Wirkung erzeugen.

2.4 Erläutern Sie die im Text genannten Risiko- und Schutzfaktoren.

Schutzfaktoren sind Ressourcen, um Risiken abzupuffern und Fehlentwicklungen oder die Entwicklung von pathogenen Strukturen zu verhindern oder abzumildern. Ressourcen sind aktuell verfügbare Potenziale oder Stärken, die die Entwicklung des Kindes wesentlich unterstützen. Es wird unterschieden zwischen kindzentrierten und familienzentrierten Risiko- und Schutzfaktoren.

Temperamentsmerkmale: Ein „einfaches“ Temperament erleichtert die Interaktion mit den Bezugspersonen und verringert die Wahrscheinlichkeit von negativen Interaktionen. Ein „schwieriges“ Temperament kann zum Risikofaktor werden, wenn die Eltern selbst ähnliche Merkmale aufweisen und die sozialen Ressourcen und Kompetenzen in der Familie gering sind.

Soziale Kompetenzen und kommunikative Fähigkeiten: Eine höhere Ausprägung kann dazu führen, dass erfolgreichere oder sozial akzeptablere Bewältigungsformen gefunden werden. Eine geringe Ausprägung hat eine unrealistischere Einschätzung sozialer Zusammenhänge und zwischenmenschlicher Beziehungen zur Folge und kann damit zum Risikofaktor werden.

Kognitive Kompetenzen: Intelligenz steht mit positiven Schulleistungen im Zusammenhang, die eine Quelle der Selbstbestätigung sind und negative Erfahrungen in der Familie kompensieren können. Allerdings kann Intelligenz aufgrund der differenzierter wahrgenommen Umwelt und dem sensibleren Umgang mit Belastungen auch zu Störungen im internalisierenden Bereich führen.

Positive Selbstkonzepte: Selbstwirksamkeit bezeichnet die Erwartung einer Person, in einer gegebenen Situation aufgrund der vorhandenen Fähigkeiten, ein spezifisches Verhalten auszuführen, das zu einem gewünschten Ergebnis oder Zustand führt. Durch das Erleben von Selbstwirksamkeit werden Anpassungsversuche in Gang gesetzt. Gefühle von Hoffnungslosigkeit hingegen führen zu Passivität der betroffenen Person.

Kohärenzgefühl: Kohärenzgefühl bezeichnet eine starke Ausprägung, beispielsweise religiöse und ethische Wertorientierungen und führt zu sinn- und strukturgebenden Wahrnehmungen von Lebensereignissen, was deren Bewältigung erleichtert.

Emotionale Bindung an Bezugspersonen: Stabil und emotional sicher gebundene Kinder können kompetente Bewältigungsstrategien entwickeln und Impulse, Bedürfnisse und Gefühle dynamisch an Situationen anpassen. Sie verfügen über eine höhere Ich-Flexibilität und realistischere Vorstellungen über ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten. Unsicher gebundene Kinder hingegen zeigen unter anderem mehr Hilflosigkeit, Ängstlichkeit und Feindseligkeit. Sie erkennen gegenseitige Unterstützung bei emotionaler Belastung nicht als protektiven Faktor, wodurch sie vermutlich an der Nutzung von sozialer Unterstützung gehindert sind. Eine grundsätzliche Gefahr einer emotional sicheren Bindung besteht in der Entwicklung von emotionaler Abhängigkeit oder internalisierender Symptome.

Merkmale des Erziehungsklimas: Merkmale des Erziehungsklimas meinen ein emotionales und herzliches Klima, regelmäßige gemeinsame Aktivitäten, feste Regeln für das Verhalten und klare Einhaltung der Elternrolle fördern Resilienz

Paarbeziehung der Eltern: Eine dysfunktionale Paarbeziehung aufgrund von nicht ausgereiften Kommunikations-, Konfliktregelungs- und Problemlösefähigkeiten der Partner kann zu Generationengrenzenstörungen und Parentifizierung führen.

Familienstrukturen: Kohäsion, also das Ausmaß emotionaler Bindung der Familienmitglieder, und Adaptabilität - die Fähigkeit der Veränderung von Machtstrukturen, Rollenbeziehungen und Beziehungsregeln entsprechend der Belastung - eines Familiensystems fördern die Resilienz von Kindern. Kommunikation erleichtert beides.

Soziale Unterstützung: Die Verfügbarkeit und Mobilisierbarkeit sozialer Unterstützung trägt wesentlich zur Resilienz bei, da soziale Ressourcen in Krisensituationen als Puffer wirken und belastende Lebensumstände mildern.

2.5 Welche Arten von Copingstrategien werden genannt?

Lazarus und Folkman differenzieren zwischen Bewältigungsstrategien mit instrumenteller beziehungsweise problemlösender Funktion und Bewältigungsstrategien mit palliativer beziehungsweise emotionsorientierter Funktion. Das problemfokussierte Coping ist mit Kontrolle oder Veränderung stressauslösender Situations- oder Personenmerkmale verbunden, wie beispielsweise durch Veränderung des Tagesablaufs oder durch ein klärendes Gespräch. Ziel des emotionsfokussierten Copings ist die Kontrolle und Regulation der negativen physischen und psychischen Wirkungen, wie zum Beispiel durch Ablenkung, Entspannung und Vermeidung.

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Details

Seiten
19
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668728745
ISBN (Buch)
9783668728752
Dateigröße
559 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v429204
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,0
Schlagworte
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Titel: Schwierige familiäre Hintergründe bei SchülerInnen am Beispiel von elterlicher Trennung und Scheidung sowie psychischer Erkrankung von Eltern