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Wirkung von Kontrazeptiva auf den Zyklus der Frau. Wie Hormone das Leben der Frau beeinflussen

Facharbeit (Schule) 2018 24 Seiten

Medizin - Gynäkologie, Andrologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeiner Überblick
2.1 Aufbau und Funktion des Hormonsystems
2.2 Die Sexualhormone der Frau
2.3 Der Menstruationszyklus

3 Kontrazeptiva im Überblick
3.1 Beeinflussung durch Kontrazeptiva
3.1.1 Vorstellung der Umfrage
3.1.2 Auswertung der Umfrage

4 Fazit

5 Anhang
5.1 Fachwort Glossar
5.2 Literaturverzeichnis
5.3 Umfragebogen

1 Einleitung

Ich selbst habe vor 5 Jahren die „Pille“ abgesetzt, weil ich zum einen keinen Partner hatte und auch nicht die finanziellen Mittel, um mir dieses Medikament dauerhaft leisten zu können, zum anderen auch öfter schon gehört und gelesen hatte, dass Hormonpräparate nicht gesund seien. Seitdem kam ich mit vielen Freundinnen und anderen Frauen über Verhütungsmethoden ins Gespräch. Immer häufiger hörte ich auch von anderen, dass sie keine synthetischen Hormone mehr anwendeten, weil sie einen gesunden Zyklus haben wollten. Dadurch stellte sich mir irgendwann die Frage, ob Hormonpräparate den Zyklus der Frau beeinflussen können? Und wenn sie das tun, in welchem Maß und mit welchen Folgen.

In der folgenden Arbeit habe ich mich nun intensiv mit dieser Fragestellung auseinandergesetzt. Da diese Thematik aber sehr umfangreich ist, beschränke ich mich auf die für mich wichtigsten Komponenten.

Zuerst werde ich ganz allgemein auf das Hormonsystem und seine Funktion eingehen. Danach werde ich kurz die wichtigsten Sexualhormone der Frau und ihre Aufgaben im weiblichen Körper erklären. Darauf folgt eine Erläuterung über den normalen Menstruationszyklus der Frau.

Dann werde ich kurz über die gängigsten Hormonpräparate und ihre Art der Wirkung informieren, um die Beeinflussung dieser Präparate auf den Zyklus der Frau zu beschreiben.

Zum Schluss werde ich meine Umfrage vorstellen, in der es um das Verhalten und die Emotionen der Frauen geht, welche Kontrazeptiva oder hormonfreie Präparate verwenden und erläutern warum ich mich dazu entschieden habe, eine solche zu wählen. Ferner werde ich auf den Aufbau und Inhalt der Fragen eingehen, bevor ich diese dann auswerte.

In der Auswertung werde ich grafisch die Antworten darstellen und dazu Stellung nehmen.

2 Allgemeiner Überblick

2.1 Aufbau und Funktion des Hormonsystems

„Hormone sind chemische Botenstoffe, die zwischen den Zellen und Zellverbänden […] lebenswichtige Signale vermitteln“.[1] Jeder Körper besitzt eine Vielzahl von ihnen mit den verschiedensten Eigenschaften und Aufgabengebieten.[2]

Hormone koordinieren alle körperlichen und geistigen Leistungen des Körpers, mit der Verantwortung beim Hypothalamus, ein Bereich des Zwischenhirns. Dort liegt die Schnittstelle zum Hormonsystem, welches die Steuerzentrale dieser Botenstoffe ist. Ihre Übertragungswege sind die Blutgefäße und das Blut ihr Überbringer. In unserem Körper sind rund 60 Hormone aktiv, wobei mein zwei Arten unterscheidet. Die Drüsenhormone, welche in Hormondrüsen produziert werden und die Gewebshormone, welche in bestimmten Zellregionen produziert werden. Durch die spezielle Molekülform der Hormone und der Rezeptoren, passt immer nur genau ein Hormon an eine spezielle Rezeptorstelle, das nennt man auch das Schlüssel-Schloss-Prinzip. Durch dieses Prinzip können viele Hormone gleichzeitig in der Blutbahn transportiert werden, ohne sich in die Quere zu kommen.

In unserem Hormonsystem gibt es verschiedene Wirkungsebenen. Das Großhirn gehört indirekt dazu und ist die zentrale Wahrnehmungsschnittstelle zur Außenwelt. Dort werden viele Zielgrößen festgelegt und an den Hypothalamus übermittelt. Dieser steuert entsprechend das Hormonsystem und schüttet sekretionsfördernde oder sekretionshemmende Hormone aus, die in die Hypophyse, der zentralen Hormondrüse am Zwischenhirn, gelangen. Die Hypophyse schüttet ihrerseits wieder verschiedene Botenstoffe aus, je nachdem welche Informationen vom Hypothalamus eingegangen sind. Es gibt Hypophysenhormone die direkt auf Körperzellen wirken und welche die auf andere Hormondrüsen wirken und diese zum Hormonauschütten anregen. Es gibt mehrere Hormondrüsen in unserem Körper, wie die Epiphyse, die Schilddrüse, die Bauchspeicheldrüse, die Nebennieren und die Geschlechtsdrüsen. Diese sind bei Mann und Frau unterschiedlich ausgeprägt. Beim Mann sind es die Hoden und bei der Frau die Eierstöcke. Beide werden durch Hypophysenhormone gesteuert und schütten ihrerseits dann wieder Hormone für die geschlechtliche Reifung oder geschlechtsspezifische Merkmale aus.[3]

2.2 Die Sexualhormone der Frau

„Als Sexualhormone werden Hormone bezeichnet, die Anteil an der Gonadenentwicklung, Ausprägung der Geschlechtsmerkmale und Steuerung der Sexualfunktionen haben. Sexualhormone werden aufgrund ihrer Wirkungsweise als solche klassifiziert und stellen keine einheitliche Stoffklasse dar; sie umfassen beispielsweise Steroidhormone [...] als auch bestimmte Proteine.“[4] Im folgenden sind die vier wichtigsten Sexualhormone der Frau aufgelistet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[5]

2.3 Der Menstruationszyklus

Eine Frau wird in ihrer Pubertät fortpflanzungsfähig, bis sie mit ca. 50 Jahren in die Wechseljahre kommt . Doch auch in dieser Zeit kann nur an bestimmten Tagen eine mögliche Befruchtung einer Eizelle stattfinden. Diesen monatlich wiederkehrenden Ablauf nennt man Zyklus. Ein deutliches Anzeichen dafür ist die sichtbare Monatsblutung, auch Menstruation genannt. Mädchen bekommen im Alter von 11-13 Jahren zum ersten Mal ihre Periode und es dauert einige Jahre bis sich eine Regelmäßigkeit einstellt, so dass der Zyklus zwischen 28-35 Tage dauert, bis er wieder von vorn beginnt. Mit fortschreitendem Alter steigt auch die Häufigkeit der Abweichungen und Unregelmäßigkeiten im Ablauf des Zyklus bis er schlussendlich aufhört und die Frau in die Menopause kommt.

Der normale Ablauf des Menstruationszyklus wird in 3 Phasen geteilt. Als Beginn der 1.Phase, auch Proliferationsphase genannt, wird der erste Tag der Regelblutung gezählt. In dieser Phase findet die Vorbereitung auf die Befruchtung reifer Eizellen statt, die durch das Hormon FSH ausgelöst wird. Es bildet sich ein Follikel (Eibläschen) und in ihm die unentwickelte Eizelle. Die Follikelwände bilden Östrogen, wobei die Konzentration noch sehr gering ist. Durch das FSH wachsen die Follikel heran, wodurch auch die Östrogenproduktion stetig weiter steigt. Dieser Anstieg bewirkt den Aufbau der Uterusschleimhaut (Proliferation). In der ersten Zyklushälfte verändert sich ebenso der Zervixschleim in seiner Beschaffenheit, damit Spermien besser hindurch gleiten können.

In der Ovulationsphase (2. Phase) werden die Follikel immer größer und der Östrogenspiegel steigt und gibt der Hypophyse somit ein Signal LH zu produzieren. Die erhöhte LH Konzentration bewirkt das Platzen des am weitest entwickelten Follikel (Ovulation). Dann ist die Eizelle einen kurzen Zeitraum befruchtungsfähig, da sie frei im Eierstock liegt und über den Eileiter zum Uterus gelangt.

In der 3.Phase, der Lutealphase, steigt nach dem Eisprung die Basaltemperatur minimal bis zur nächsten Menstruation an und die Frau ist bis zum Ende unfruchtbar. Das geplatzte Follikel wird in eine Drüse umgewandelt, den Gelbkörper (Corpus luteum). Dieser Gelbkörper erzeugt nun das Hormon Progesteron, welches im weiteren Verlauf weiter ansteigt. Durch diesen Anstieg bereitet sich der Uterus auf eine mögliche Einnistung der befruchteten Eizelle vor. Der Zervixschleim wird wieder zäher und ist für Spermien nicht mehr so durchlässig.

Findet keine Befruchtung im Uterus statt, stirbt der Corpus luteum nach 12-16 Tagen. Der Progesteron/- und Östrogenspiegel sinken ab und die Uterusschleimhaut wird abgestoßen und abgebaut. Die Basaltemperatur sinkt ebenfalls ab und die Menstruation beginnt. (Diese Phase ist meist sehr stabil in ihrer Dauer.)

Wird die Eizelle jedoch befruchtet, bleibt der Corpus Luteum erhalten und produziert vermehrt Progesteron. Die Uterusschleimhaut wird nicht abgestoßen und somit findet keine Regelblutung statt. Die Basaltemperatur bleibt erhöht und das Schwangerschaftshormon HCG (humanes Choriogonadotropin) wird produziert.[6]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 die Phasen des weiblichen Zyklus[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2 Hormonverlauf bei Befruchtung einer Eizelle, mit Schwangerschaft als Folge[8]

[...]


[1] Minker, Margaret: Hormone und Psyche. Im Wechselbad der Gefühle, S.16 Z.9 ff.

[2] Minker, Margaret: Hormone und Psyche. Im Wechselbad der Gefühle, vgl. S.16

[3] Gida, Hormonsystem 1, Aufbau und Funktion des Hormonsystems, vgl. Video

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Sexualhormone vgl.

[5] Minker, Margaret: Hormone und Psyche. Im Wechselbad der Gefühle, verändert nach S.27 ff.
https://de.wikipedia.org/wiki/Follikelstimulierendes_Hormon vgl.
https://de.wikipedia.org/wiki/Luteinisierendes_Hormon vgl.
https://de.wikipedia.org/wiki/Estrogene vgl.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gestagene vgl.

[6] https://www.cyclotest.de/ratgeber/zyklus-der-frau/ vgl.
http://www.sexarchive.info/ECD1/menstruationszyklus.html vgl.

[7] https://www.cyclotest.de/wp-content/uploads/phasen-weiblicher-zyklus.jpg

[8] https://www.cyclotest.de/wp-content/uploads/zyklusverlauf-bei-schwangerschaft.jpg

Details

Seiten
24
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668729049
ISBN (Buch)
9783668729056
Dateigröße
1022 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v429214
Note
0,8
Schlagworte
Hormon Kontrazeptiva Hormonzyklus Menstruationszyklus Sexualhormon LH FSH Östrogen Progesteron Gestagen

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