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Emotionale Intelligenz. Wie wichtig ist diese Teilintelligenz für ein erfülltes Leben?

Hausarbeit 2018 15 Seiten

Psychologie - Allgemeine Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung
2.1 „Emotionen“
2.2 „Intelligenz“

3. Die Emotionale Intelligenz
3.1 Grundmodell nach Salovey & Mayer (1990)

4. Die Bedeutung der emotionalen Intelligenz für ein erfülltes Leben - verschiedene Studien

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wenn man das Wort „Intelligenz“ hört, denken wohl die meisten Menschen als erstes an jemanden, der besonders gute Note schreibt, vielleicht eine Begabung in naturwissenschaftlichen Bereiche hat, schnell Aufgaben lösen kann und allgemein einen hohen IQvorzeigt.

Dabei wird oft vergessen, dass man auch intelligent in anderen Bereichen sein kann, wie z.B. im Bereich der emotionalen Intelligenz.

Doch was ist emotionale Intelligenz? Was unterscheidet einen emotional intelligenten Menschen von jemand, der diese Teilintelligenz nicht besitzt und wie wichtig ist diese für ein glückliches Leben?

In der Jahrhundertmitte standen in der Psychologie Behavioristen wie Skinners besonders im Mittelpunkt, dieüberzeugt waren, nur ein von außen objektiv beobachtbares Verhalten lasse sich mit wissenschaftlicher Genauigkeit untersuchen. Hie wurde das Innenleben, d.h. die Emotionen, nicht weiter beachtet, es kam nur auf die Kognitionen an (vgl. Goleman, 1998, S.62J. Auch in der Intelligenzforschung konzentrierte man sich anfangs ausschließlich auf die kognitiven Prozesse, auch hier blieben somit die Emotionen erstmals außen vor.

Erst seit dem Beginn des Jahrhunderts begannen die ersten Forscher und Psychologen damit, sich mehr auf die Emotionen zu konzentrieren und fingen an, Emotionen in die Intelligenz einzubauen. Auf die wichtigsten Forscher wird in dieser Arbeit eingegangen.

Schließlich war es jedoch der US-amerikanische Psychologe Daniel Goleman, welcher den Begriff „Emotionale Intelligenz“ in seinem publizistisch gut vermarkteten Buch von 1995 wieder populär machte und annahm, dass die emotionale Intelligenz ein wichtiges Kriterium dafür ist, ob ein Mensch ein glückliches und erfülltes Leben auf allen Ebenen leben kann und dass nicht nur die akademische Intelligenz hierfür das einzig wichtige darstellt.

Um diese Fragen und Annahmen weitgehend beantworten zu können, wird sich in dieser Arbeit, nachdem die Begriffe Emotion, Intelligenz und emotionale Intelligenz weitgehend erläutert wurden, besonders auf die Bedeutung der emotionalen Intelligenz für ein glückliches Leben anhand von einigen Studien eingegangen. Hier wird versucht zu beantworten, inwieweit die akademische Intelligenz (IQ) eine Rolle dabei spielt oder ob eher die emotionale Intelligenz dafür wichtig ist.

2. Begriffserklärung

Zunächst sollen die zwei wichtigsten Begriffe aus dem Thema erläutert werden.

2.1„ Emotion"

Über die genaue Bedeutung des Begriffs „Emotion“ diskutieren Psychologen und Philosophen seitüber 100 Jahren, ohne zu einer zufriedenstellenden Lösung zu kommen. Bei dem Versuch, den Begriff„Emotion“ zu definieren, begegnet man auch eine Reihe von Schwierigkeiten. Zu nächst einmal findet sich für emotionale Phänomene eine Vielzahl von sprachlichen Begriffen, z.B. Emotion, Gefühl, Affekt oder Stimmung (vgl. Krohne &. Tausch, 2014, S. 9), die nicht identisch sind, die sich aberüberlappen (können). Des Weiteren existieren unter Emotionsforschern unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich „[...] Anzahl und Strukturierungvon Emotionen.“ (vgl. Krohne &. Tausch, 2014, S. 9f).

Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass es eine Vielzahl von Definitionen gibt. Eine mögliche eine Arbeitsdefinition des Begriffs Emotion könnte die von Mayer et al. (1993) sein:

1. Emotionen sind Vorkommnisse von zum BeispielFreude, Traurigkeit, Ärger, Angst, Mitleid, Enttäuschung, Stolz, Scham, Schuld, Neid sowie von weiteren Zuständen, die den genanntenähnlich sind.

2. Diese Phänomene haben folgende Merkmale gemeinsam: (a) Sie sind aktuelle Zustände von Personen; (b) Sie unterscheiden sich nach Art oder Qualität und Intensität; (c) Sie sind in derRegel objektgerichtetfman iststolzauf„etwas", manfreutsichüber„etwas") (d) Personen, die sich in einem dergenannten Zustände befinden, haben normalerweise ein charakteristischesErleben (ErlebensaspektderEmotion, und häufig treten auch bestimmte physiologische Veränderungen (PhysiologischerAspektvon Emotionen) und Verhaltensweisen (Verhaltensaspektvon Emotionen) auf(yg\. Mayer etal. 1993, S. 23f).

Der Erlebensaspekt der Emotionen (b) wird in der Umgangssprache auch als „Gefühl“ bezeichnet (ich habe das „Gefühl“, dass...; ich ,,fühle“Angst/Freude/Scham). Dieser Aspekt der Emotion wird meist als „[...] subjektive Komponente“ (vgl. Meyer et al., 1993, S. 29f) beschrieben.

Der berühmte Emotionsforscher Watson war sich hier sicher, dass man die Emotionen erst als „Gefühl“ spürt, wenn sie das Bewusstsein erreicht. Demzufolge kann man annehmen, dass Emotionen unbewusst sind, Gefühle dagegen bewusst (Watson, 1919, zitiert aus Meyer et al., 1995 S. 48ff).

Zu guter Letzt werden Emotionen als ein „[...] gedankenbasiertes Gefühl mit entsprechender Handlungsbereitschaft [...]“von Goleman (1998) beschrieben und meint damit, dass demzufolge zu jeder Emotion eine Tendenz zur Handlung oder Verhaltensweise führt (z.B. Angst führt zum Verhalten Flucht) (vgl. Goleman, 1998, S. 363ff).

2.2. „Intelligenz"

Trotz intensiver Forschung der „Intelligenz“ in den vergangen hundertjahren gehen die Auffassungen darüber, was unter Intelligenz zu verstehen ist, weit auseinander. Ein Grund für diese Uneinigkeit liegt wohl an der Tatsache, dass „[...] Intelligenz als Begriff keinen allgemeinen anerkannten, objektiven Inhalt besitzt." (vgl. Funke &Vaterrodt, 2009, S.9). Das heißt, dass es nicht möglich ist, ein einzelnes Merkmal direktzu beobachten, um dann etwasüber die Intelligenz eines Menschen sagen zu können.

Des Weiteren ist der Begriff der Intelligenz ständig im Wandel mit den Normen und Werten der Gesellschaftund den unterschiedlichen Nationen und Kulturen (vgl. Funke &. Vaterrodt, 2009, S.9f). Man darf auch nichtvergessen, dass es verschiedene Arten von Intelligenz gibt (akademische Intelligenz, soziale Intelligenz, emotionale Intelligenz) und es somit umso komplizierter ist, eine Definition für den allgemeinen Begriff der Intelligenz zu finden. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Intelligenz oft mit Klugheit, Denkfähigkeit und Urteilsvermögen gleichgesetzt.

Eine mögliche Arbeitsdefinition des Begriffs „Intelligenz“ kann die hier sein, welche in zwei Bereiche eingeteilt wird, nämlich in:

1. intelligentes Handeln, wird eher „produktbezogen“ verstanden, sind beispielsweise die Entdeckung eines neuen physikalischen Gesetztes, und in 2. Geistige Prozesse, d.h. durch diese Prozesse entstehenüberhaupt solche Ideen. Hier werden Adjektive wie „klug“ oder „begabt“ für Menschen mit einem intelligenten Handeln beschrieben (vgl. Kail &. Pellegrino, 1988, zitiertaus Funke &Vaterrodt, 2009, S.9).

Der erste Standpunkt wurde beispielsweise zu Beginn des Jahrhunderts von Alfred Binet vertreten, der unter Intelligenz ,,[...]die Art der Bewältigung einer aktuellen Situation“ verstand (vgl. Binet, 1905, zitiertaus Funke &Vaterrodt, 2009, S.11J.

Obwohl der Versuch, eine kurze und umfassende Definition für den Begriff der Intelligenz zu finden, eher schwer ist, ist die Definition von Rost (2013) die wohl beste dafür. Er bezeichnet„intelligente“ Personen als diejenige, die einen entsprechenden Fundus darin haben, sich schnell Wissen anzueignen und Strategien zur Problemlösung finden können, sowie diejenigen, die schnell aus Erfahrungen lernen können und ihr Wissen „[...] transferieren, generalisieren und differenzieren“ können (vgl. Rost, 2013, S. 35f).

Im jahre 1938 entwickelte derUS-Amerikanische Psychologe Thurstone sieben Primärfähigkeiten (Gedächtnis, Rechengewandtheit, Wahrnehmungsgeschwindigkeit, schlussfolgerndes Denken, Raumvorstellung, Sprachverständnis und Wortflüssigkeit), woraus sich jede intellektuelle Leistung in Kombination dieser Fähigkeiten ergibt.

Dieses Intelligenzmodel ist die Basis der späteren entwickelten Intelligenzmodellen, wie z.B. die Intelligenztheorie von Catell, welche die fluide und kristalline Intelligenz einführte (vgl. Rost, 2013,S.31).

Intelligenz kann auch anhand verschiedener IQ-Tests (z.B. das Stanford-Binet-Test) operationalisiert werden, welche in dieser Arbeit nicht weiter erläutert wird, da dies sonst den Rahmen sprengen würde.

3. Die Emotionale Intelligenz

Einer der ersten Psychologen, der Meinung war, dass es viele verschiedene Arten von Intelligenz gibt und nicht nur die akademische Intelligenz, war Howard Gardner.

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Details

Seiten
15
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668731769
ISBN (Buch)
9783668731776
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v429549
Institution / Hochschule
IB-Hochschule, Berlin
Note
1,3
Schlagworte
Psychologie emotion emotionale intelligenz Daniel Goleman intelligenz Teilintelligenz allgemeine Psychologie

Autor

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Titel: Emotionale Intelligenz. Wie wichtig ist diese Teilintelligenz für ein erfülltes Leben?