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Zu N. Kaminski: Heilsgeschichte im Zwischenraum. Eichendorffs Ahnung und Gegenwart

Referat (Handout) 2002 9 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsübersicht

Kaminskis Eingangsthese:

Panorama:

Leben:

Paradigma Leben – Verhältnis Bewegung/Unbewegtheit:

Optischer und intertextuelles Paradigma:

Episches Gefüge des Romans:

Charaktere:

Bewegliche Diskurspositionen:

Handlung von Ahnung und Gegenwart:

Der Erzähler:

Worterklärungen:

Kaminskis Eingangsthese:

Verschiedene Lesarten des Romans (allgemeiner geistesgeschichtlicher Umbruch, Eichendorffs eigene Jugend, psychoanalytischer Ansatz) [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] keine kohärenten Bedeutungszuweisungen des Romans. Kann höchstens in Schemata eingeordnet werden (geschichtstheologisch, psychoanalytisch und erzähltechnisch) der Rest bleibt unaufgelöst.

Ein Oszillieren zwischen sinnverbürgendem Realitätsbezug einerseits, Schnitt mit der Außenwelt andererseits [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Textur von Ahnung und Gegenwart: Roman spielt zwischen “auf historische Wirklichkeit bezogene Abbilder zeitgenössischer Realität“ und ästhetisch präformierten Bildern, die nichts als sich selber und ihresgleichen bedeuten [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Anspruch auf Unbegrenztheit.

Panorama:

Um Roman zu beschreiben wird oft Landschaftsmetaphorik herbeigezogen [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Kunst deren Darstellungsanspruch, das Unbegrenzte einer Landschaft ins Bild zu bannen, sich schon am begrenzten Rahmen bricht [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] nur möglich bei rahmenlosen Bildern [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Panoramen [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Ahnung und Gegenwart [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Text schwankt zwischen plastischer Dreidimensionalität und flächige Zweidimensionalität, also einmal nachgestellter Realität und die Flächigkeit gemalter Bilder [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] werden wie Kulissen gegeneinander verschoben, übereinandergeblendet oder in filmartiger Folge abgerollt. [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Dreidimensionales Leben geht über in die Flächigkeit von Bildern [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] auch auf Psychologie der Figuren übertragbar: verfügen eigentlich über kein Inneres. Oder Inneres nur als Reflex im Außen der Landschaft sichtbar.

Leben:

Leben als thematisches Feld zwischen Plastizität und Flächigkeit. Im panoramischen Text gibt es keinen exponierten “Beginnpunkt“ der Analyse. Eine Wahl ist willkürlich. [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Im Panorama fehlt die zentralperspektivische Ausrichtung auf einen einzigen Blickpunkt [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] unendlich viele Blickpunkte.

Das Panorama durchzieht den Roman leitmotivisch. (Zitat S 381 unten im Text und nächste Seite oben)

Abstraktum “Leben“ als räumlich-dreidimensionaler Landschaftsentwurf nimmt plastische Gestalt an [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] “zwischen Strömen, Weinbergen und blühenden Gärten“. Doch gleich wieder Übergang ins Zweidimensionale [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] “unmögliche Reichweite des Blicks von Horizont zu Horizont“ [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] verstoßen gegen die Gesetze der Perspektive [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Überblendung von fernster Ferne und winzigem Nahdetail. Kein perspektivischer Blick sondern dreidimensionale Ferne wird durch “Heranzoomen“ um eine Dimension zur Fläche, zum Bild. Sie wird verkürzt.

Paradigma Leben – Verhältnis Bewegung/Unbewegtheit:

Alles als Relationales sichtbar: Figuren sind nicht eindeutig in Bewegung (auf Reisen, reitend oder fahrend, zu Fuß, in Kutschen oder auf Schiffen) [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] kein schweifender aber festinstallierter Kamerablick [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] wäre vom Leser ein realistischer Maßstab. Im Horizont panoramatischer Inszenierung bleibt häufig unentscheidbar, was jeweils in Bewegung ist und was stillsteht. Am Anfang bewegt sich Friedrich ins Leben hinein und am Ende bewegt sich das Leben an ihm vorbei (Zitat S. 386).

Schiff zuerst ein reales Konkretum, geht dann über zum Bild des Lebensschiffs [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Weg vom Betrachter zum Betrachteten [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Verschiebung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] moving panorama.

Leben aber auch als überdimensioniertes Daumenkino (Zitat S. 387 oben) [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] wird in ein intertextuelles Verhältnis von Text/Lesen/Dichten gesetzt. Leben und Text strukturell aufs engste verschränkt [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] in zwei Richtungen verlaufende Austauschbewegungen [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] erneut panoramatisch. Im panoramatischen Text ist die Suche nach der Zentralfigur, nach der zentralen Episode oder Perspektive umsonst.

Optischer und intertextuelles Paradigma:

Ständiger Wechsel zwischen Dreidimensionaltiät und Zweidimensionalität: Dreidimensionale Landschaft geht via Panorama in Zweidimensionalität des Textes über (Leben als aufs Papier gebrachtes Daumenkino) [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] daraus erheben sich die Figuren zu plastischem Leben. Also: Von Buchstaben auf Papier zum Leben erweckte Figuren werden als vom Leser “mit und über dem Buche“ gedichtet gefaßt und Zirkel schließt sich mit Figur des Lesers/Dichters.

Episches Gefüge des Romans:

Einerseits spielt sich auf weite Strecken “Leben“ täuschend echt ab, um dann Wirklichkeit in konstruierten Kategorien von Raum und Zeit zu verlassen: Chronologische und geographische Sprünge, unmotivierte und unaufgelöst bleibende personale Ähnlichkeiten, Spaltung und Überblendung von Figuren, Auftreten geheimnisvoller Doppelgänger [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Effekte der Kinetik.

Charaktere:

Entsprechend Panorama [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] nicht konsistent und zielstrebig konzipiert. Ziele stehen nicht von vornherein fest [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] variable Spielfiguren, lassen sich ganz beliebig hin und herschieben. Nur Friedrich nimmt im “diskursiven Plan“ des Romans den Stellenwert einer Reflexionsfigur ein. Leontin dagegen = Vertreter der vita activa. Er erweckt die Texte (zum Leben erweckte Buchstaben) nicht aus rezeptiver Distanz zum Leben (wie Friedrich) sondern er bewegt sich in ihnen im intertextuellen Strom (wird Shakespearesche Figur bei ästhetischer Teegesellschaft). Friedrich inszeniert Leben im intertextuellen “Zwischen“ lesend « Leontin befindet sich in diesem “Zwischen“ ohne einen Raum jenseits der Poesie zu haben. [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Leontin lebt die Poesie, Friedrich liest darüber und Faber dichtet darüber.

[...]

Details

Seiten
9
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638126830
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v4327
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main – Institut für Deutsche Sprache und Literatur I.
Note
sehr gut
Schlagworte
Kaminski Heilsgeschichte Zwischenraum Eichendorffs Ahnung Gegenwart Seminar Novellen

Autor

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Titel: Zu N. Kaminski: Heilsgeschichte im Zwischenraum. Eichendorffs Ahnung und Gegenwart