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Wie kann der durch die Digitalisierung ausgelöste exzessive Konsum von elektronischen Medien zu Übergewicht bei deutschen Jugendlichen führen?

Hausarbeit 2017 14 Seiten

Soziologie - Kinder und Jugend

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Übergewicht bei Jugendlichen

3. Mediennutzung bei Jugendlichen
3.1 Ausprägungsgrad der Mediennutzung bei Jugendlichen
3.2 Wirkung der Mediennutzung auf das Ernährungsverhalten
3.3 Wirkung der Mediennutzung auf Inaktivität

4. Zusammenhang zwischen Mediennutzung und Übergewicht

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Medienbesitz der Jugendlichen (JIM-Studie, 2016, zit. in vom Orde, H. & Durner, A., Grunddaten Jugend und Medien, 2017)

Abbildung 2: Mediennutzung (ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation, 1970-2015, zit. in vom Orde, H. & Durner, A., Grunddaten Jugend und Medien, 2017)

Abbildung 3: Veränderung der motorischen Fähigkeit zu den beiden Zeitpunkten 1975 und 2000 (Bös, 2003, zit. in Brettschneider, W., Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen, 2006).

Abbildung 4: Übergewicht in Abhängigkeit vom Fernsehkonsum (Spitzer, 2005, zit. in Herbert, S., Bewegungsmangel, Essverhalten und Medienkonsum als Ursache für Übergewicht, 2016).

Abstract

Rund jedes fünfte Kind in Deutschland ist übergewichtig. Deshalb stellt sich die Frage, wie es zu einer solchen Entwicklung kommen konnte. Eine Hypothese wäre, dass durch die starke Digitalisierung der Medien sich das Bewegungs- und Essverhalten der Jugendlichen veränderte. Deshalb befasst sich diese Arbeit mit der Frage, wie der durch die Digitalisierung ausgelöste exzessive Konsum von elektronischen Medien zu Übergewicht bei deutschen Jugendlichen führen kann.

Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass der Konsum von elektronischer Medien in starker Ausprägung vermehrte Inaktivität zur Folge hat und das Essmuster von Jugendlichen verändern kann. Dieses Verhalten kann dann zu Übergewicht führen.

1. Einleitung

„Der Bewegungsmangel reduziert die körperliche Fitness und fördert Übergewicht“, so lautet das Zitat von Kahlen J. (2007, unterer Abschnitt), welches die Folgen von übermäßigem Medienkonsum bei Jugendlichen klarstellt. Seit der Digitalisierung durchlebte der Medienkonsum einen starken Wandel, denn die elektronischen Medien bietet den Jugendlichen eine breite Palette an neuen Konsummöglichkeiten an. Die Freizeitgestaltung füllen Jugendliche oft mit Online-Videospiele aus und verbringen unter ständiger Kommunikation mit der Aussenwelt viel Zeit auf Social Media Plattformen. Dabei birgt die Nutzung der Medien nicht nur Chancen, sondern fordert eine entsprechende Verantwortung von Jugendlichen, da ein grosses Suchtpotential besteht. Oft kommt es zu einem Überkonsum der Medien, denn laut der ARD/ZDF-Langzeitstudie liegt das Zeitbudget der Mediennutzung brutto bei 9,21h pro Tag (Breunig/Engel, 2015, zit. in vom Orde & Durner, 2017, S. 7). Der oft begleitende Mangel an Bewegung führt dann zu Übergewicht (Spitzer, 2015, S.28).

Die Mediennutzung kann bei Jugendlichen zur Ausschüttung des Glückhormons Dopamin führen und ähnelt somit der Wirkung einer Droge. Durch stetig wiederholende Belohnungsreize bildet das Gehirn ein Suchtgedächtnis aus, jeglicher Realitätsbezug verschwindet (elternwissen.com, o.D., S.1). Deshalb will diese Arbeit genauer durchleuchten, wie der durch die Digitalisierung ausgelöste exzessive Konsum von elektronischen Medien zu Übergewicht bei deutschen Jugendlichen führen kann.

Die gefundenen Antworten sollen Jugendliche und auch Eltern davor warnen, dass eine starke Mediennutzung Jugendliche übergewichtig machen kann und sie sollen Jugendlichen zu einem verantwortungsbewussteren Umgang mit elektronischen Medien verhelfen. Da in Deutschland rund 20% der Jugendlichen und Kinder an Übergewichtigkeit leiden (gesundheit.de, 2017), hat die Frage, warum es zu einer solchen Entwicklung kam, durchaus Relevanz. Die Methode dieser Arbeit basiert auf einer Literaturstudie.

Im zweiten Kapitel wird grob die Ausprägung und die Ursachen von Übergewicht bei Jugendlichen in Deutschland thematisiert. Anschliessend wird im dritten Kapitel das Thema Mediennutzung bei Jugendlichen abgehandelt, welches sich in 3 Subthemen aufgliedert. Angeschaut wird mithilfe Studiendaten die Ausprägung der Mediennutzung und dessen Wirkung auf Inaktivität und ungesunde Ernährung. Daraufhin soll die Arbeit im vierten Kapitel eine Querverbindung herstellen und den Zusammenhang zwischen Mediennutzung und Übergewicht klarstellen, was zu guter Letzt mit einem Fazit abgerundet wird.

2. Übergewicht bei Jugendlichen

„Weltweit sind 155 Millionen Kinder im Schulalter übergewichtig“ (International Association for the Study of Obesity [IASO], 2009/2010, zit. in Spitzer, 2015, S.30). Die WHO spricht sogar von einer neuen globalen Epidemie (1998, zit. in Herbert, 2016, S.10).

„Starkes Übergewicht gehört zu den grössten Risikofaktoren der Gesundheit und kann zu Folgekrankheiten wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, metabolische Syndrom (Brettschneider, 2006, S.25) oder Störungen im Zuckerstoffwechsel führen“ (Robert Koch Insitut, 2010). Übergewicht kann eine drastische Senkung der Lebenserwartung zur Konsequenz haben, welche bis zu 8 Jahren sein kann, wie eine Studie aus Kanada belegt (Spitzer, 2015). „Niederländische Forscher fanden heraus, dass die Lebenserwartung eines Übergewichtigen ebenso reduziert ist wie die eines Rauchers“ (AGA, 2014, zit. in Herbert, 2006, S.10). Die Ausbreitung von Übergewicht in Deutschland hat mittlerweile alarmierender Ausmasse angenommen (Herbert, 2006, S.10), denn rund jedes fünfte Kind ist übergewichtig (gesundheit.de, 2017, oberer Abschnitt). Die Ursache für eine solche Entwicklung hat mit dem verändertem Lebensstil zu tun und kann nicht auf genetische Faktoren zurückgeführt werden, da sich der genetische Pool des Menschen in den letzten Jahrzehnten wahrscheinlich nicht entscheidend verändert hat (Brettschneider, 2006, S.28 f.). Die heutigen Jugendlichen haben eine gestörte Energiebalance (sog. Energie-Disbalance), d.h. sie nehmen mehr Energie zu sich als sie eigentlich verbrennen können. Dies geschieht aufgrund ungesunder Nahrungsmittel mit einem hohen Kaloriengehalt oder mangelnder Aktivität. Zur Bestimmung von Übergewicht und Adipositas wird der BMI oder die Hautfaltendickenmessung herangezogen, wobei angewandte Studien in dieser Arbeit ausschliesslich mit dem BMI arbeiten. Der BMI ist eine Masszahl, die das Körpergewicht in Relation zur Körpergrösse stellt (kg/m2). Die Angaben der Körpergrössen werden mithilfe eines Messbandes ermittelt und das Gewicht wird durch Waage oder auch durch Selbstauskunft der Eltern oder der Jugendlichen vernommen. Die Messmethode durch BMI ist sehr populär und hat sich international durchgesetzt (Brettschneider, 2006, S.25, 27 ff.). Als übergewichtig gilt man, wenn man einen BMI von 25 überschreitet, bei einem BMI von über 30 spricht man dann vom krankhaftem Übergewicht, sog. Adipositas (Spitzer, 2015, S.28).

Die Folgeerkrankungen von Übergewicht können verheerend sein. Übergewichtige können an Kurzatmigkeit und Herzkreislaufproblem leiden. Es besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass Arteriosklerose (Arterienverkalkung) und Bluthochdruck auftreten kann, was wieder das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko anhebt. Ein zentrales Syndrom der Adipositas ist die Insulinresistenz, was Diabetes Typ 1 oder 2 zur Konsequenz hat (Herbert, 2016, S.18-19). Es kann auch zu psychischen Einschränkungen kommen, denn Übergewichtige können eine verminderte geistige Leistungsfähigkeit haben, was zu einer Minderung der Lern- und Gedächtnisfunktion von Jugendlichen führen kann. Aufgrund dieser Palette an Folgeerkrankungen, die das Übergewicht mit sich zieht, ist die höhere Mortatlitätsrate bei Übergewichtigen erklärbar (Laessle, Lehrke, Wurmser & Pikre,v2001, zit. in Herbert, 2016, S.19 f.).

Die Bogalusa Heart Study an fettleibigen Kinder und Jugendlichen hat gezeigt, dass 77% bei einer späteren Untersuchung (17 Jahre später) immer noch im Erwachsenenalter fettleibig waren. Angesichts der hohen Wahrscheinlichkeit des Übergewichtstransfer ins Erwachsenenalter, sollte Fettleibigkeit im Jugendalter vermiedet werden und der Konsum von elektronischen Medien nur in einem gesunden Rahmen stattfinden. (Spitzer, 2005, zit. in Herbert, 2006, S.12)

3. Mediennutzung bei Jugendlichen

„Die Medien spielen heute eine große Rolle als Sozialisationsinstanz im Jugendalter. Durch die gerade in Städten gewachsene Motorisierung und Kommerzialisierung sind reale Erfahrungsräume für Jugendliche verloren gegangen, die nun durch in den Medien gewonnene virtuelle Erfahrungswelten ersetzt werden“ (Vollbrecht, 2003, zit. in Herbert, 2016, S. 46 f.).

3.1 Ausprägungsgrad der Mediennutzung bei Jugendlichen

In den nachfolgenden Zeilen werden Daten einer Erhebung in Deutschland von 2016 betrachtet.

Zuerst stellt sich die Frage, welche Medien die deutschen Jugendliche überhaupt selbst besitzen und benutzen. Dabei ist das Smartphone/Handy ganz klar der Spitzenreiter mit einem prozentualen Gerätebesitz von 98% bei den Jungen und 95% bei den Mädchen. Fast alle Jugendliche verfügen dabei Zugang zum Internet. 98%

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Details

Seiten
14
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668754805
ISBN (Buch)
9783668754812
Dateigröße
646 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v433423
Institution / Hochschule
Universität St. Gallen
Note
5
Schlagworte
digitalisierung konsum medien übergewicht jugendlichen
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Titel: Wie kann der durch die Digitalisierung ausgelöste exzessive Konsum von elektronischen Medien zu Übergewicht bei deutschen Jugendlichen führen?