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Kommunikation und Beratung. Klausurvorbereitung

Für den Fachbereich Oecotrophologie an der Hochschule Fulda

Prüfungsvorbereitung 2017 17 Seiten

Gesundheit - Ernährungswissenschaft

Leseprobe

Wiederholungsfragen: Kommunikation und Beratung

Systemtheorie:

1. Was meint Kommunikation im systemtheoretischen Sinne? Verdeutlichen Sie dieses an Beispielen aus der Lebensmittelwerbung!

- z.B.: Bio-Burger bei McDonalds

- Kommunikation = Einheit aus Information, Mitteilung und Verstehen

- Information = Bio-Burger, Datum, Zeit, Ort

- Mitteilung = „gute Gewissen“, McDonalds will sein Image pushen, gesündere Ernährung, grüne Farbe steht für frische und Gesundheit, der Holzhintergrund wirkt natürlich

- Verstehen = Glaubwürdigkeit, Verstehen -> Moralfrage -> Kaufentscheidung

2. Was unterscheidet das systemtheoretische Verständnis von Kommunikation vom Sender- Empfänger-Modell?

- Kommunikation als Einheit, erst die Einheit macht die Kommunikation aus, denn sie ermöglicht die Anschlusskommunikation über die Sinnvermittlung

- Sender-Empfänger-Modell ist unterkomplex denn es unterschätzt die Eigenleistung des Senders und suggeriert ein „richtiges Verstehen“ (gibt es nicht!)

3. Was verstehen Sie unter moralischer Kommunikation? Was ist das Problem daran aus Sicht der Ernährungsberatung?

- Moralische Kommunikation ist wertend, man betitelt etwas als „gut“ oder „schlecht“

- Man erfährt in vielen Fällen danach eine Missachtung, da man andere dadurch gegebenenfalls verletzt

- Man muss die moralische Kommunikation erkennen

4. Was sind Probleme der Kommunikation im systemtheoretischen Sinne und wie können diese gelöst werden?

- Doppelte Kontingenz: ein Problem tritt sowohl bei Alter als auch bei Ego auf, da diese für einander „Black Boxes“ sind, es kommt zu einem Unterschied zwischen „gemeinem“ und „verstandenem“ Sinn -> Lösung: offenes Nachfragen

- Erreichbarkeit, Verständigungsmedien -> heutzutage kaum noch gegeben da jeder fast immer und überall erreichbar

- Annahme des Kommunikationsangebot -> Einheit aus Information, Mitteilung und Verstehen und die darüber laufende Sinnvermittlung

Symbolischer Interaktionismus: (Herbert Mead, Herbert Blumer, Erving Goffmann)

1. Was verstehen Sie unter „symbolischen Interaktionismus“? Was ist die Grundidee dieses theoretischen Ansatzes?

- die soziologische Theorie aus der Mikrosoziologie

- beschäftigt sich mit den Interaktionen zwischen Personen

- Theorie: Bedeutung von sozialen Objekten/Situationen/Beziehungen werden im symbolisch vermittelten Prozess (über Symbole) in der Interaktion/Kommunikation hervorgebracht

2. Was sind Symbole? Welche Funktion haben sie in der Kommunikation? Verdeutlichen sie dies an Symbolen aus dem Bereich der Ernährung, zum Beispiel Fleisch!

- Herbert Mead:

- Symbole sind Allgemeinbegriffe, d.h. das Symbol löst bei einem selbst das Gleiche aus wie bei den Anderen (gleiche Interpretation) -> durch Sozialisation

- Bedeutung des Lebensmittels (z.B. Fleisch) für den Gegenüber

- „Männlichkeit“

- „lecker“

- Massentierhaltung

3. Wie lassen sich Symbole und ihre Bedeutung verändern, zum Beispiel die Symbolkraft von Fleisch?

- „Szene“:

- „glückliche Kuh auf der Weide“, „saftiges Fleisch schön angerichtet“ -> positiv

- Massentierhaltung -> negativ

- Herbert Blumer:

1) Menschen handeln gegenüber Dingen auf der Grundlage der Bedeutung (Sinn), die diese Dinge für sie besitzen

2) Soziale Interaktion („was wir mit den Dingen machen“)

3) Interpretativer Prozess [Fleisch von positiv zu negativ (Massentierhaltung, Krebs)]

- Wiederholung des gemeinsamen Handelns/gemeinsamen Deutens über die Sozialisation und über Normen und Werte

4. Erläutern sie nach Goffman das Theater als Modell der sozialen Welt! Was lässt sich für die Ernährungsberatung davon lernen?

- „alle Menschen spielen Theater und bauen sich eine Fassade auf“

- z.B. Kellner ist im Restaurant freundlich, in der Küche gestresst

- Bühne (Speisesaal, Küche), Darstellung der Darsteller (freundlich, gestresst), Publikum (Gäste, Köche)

- Fassaden sind bedingt durch soziale Rollen (viele Kellner sind gestresst, man verbindet mit Kellnern gestresst sein, aber zu den Gästen meist freundlich -> wenn man Kellnert muss man gestresst sein aber zu den Gästen trotzdem freundlichen sein)

- In der Beratung geht es darum, dies zu verstehen und dieses „Theater“ zu durchschauen und aufzuarbeiten

Kategorien für die Analyse von Kommunikation

- Bühne

- Hinterbühne:

- Wirkliche Umsetzung (z.B. im Haus des Klienten)

- Vorderbühne:

- Klient + Berater treffen sich und reden miteinander

- Darstellung der Darsteller (Performance)

- Fassade

- dass was gespielt wird, soziale Erwünschtheit der Klienten

- Ensembles

- Angehörige und Freunde des Klienten mit welchen er redet

- Risiken

- Berater deckt die Fassade auf

- Sonderrollen

- Dass der Berater auch eine Fassade aufsetzt

- Publikum

- Z.B. ein besonderer Arzt

Phänomenologie: (Husserl, Schütz)

1. Was verstehen sie unter der Phänomenologie? Was ist die Grundidee dieses theoretischen Ansatzes?

- Beschreibt jene Dinge, die uns als Phänomene gegeben sind (Husserl: „Ich bin Ich, alles Nicht-Ich ist bloß Phänomen)

- Es ist eine phänomenologische Reduktion notwendig, um den wahren Wesensgehalt einer Sache erkennen zu können (-> dadurch kommt es zu einem neutralen Blick auf die Dinge des Lebens/von der Erscheinung absehen/Blickwinkel ändern/nüchtern betrachten)

2. Was sind die Probleme des Fremdverstehens und welche Lösung bietet die Phänomenologie dafür an?

- Problem: der subjektive Sinn des Handelnden ist durch den wissenschaftlichen Beobachter nicht zugängig (Black Box)

- Lösung: der „intersubjektiv-geteilter Sinn“ -> mehrere Leute verstehen das Selbe unter einem Begriff/einer Situation et (kleinster gemeinsamer Nenner)

3. Wie lässt sich durch Typisierung Intersubjektivität herstellen? Machen sie dies an verschiedenen Rollen in der Beratung deutlich!

- Kein naives Verstehen sondern (in den anderen Hineinversetzen):

- Man versteht den Anderen als Typisierung (Person, Rolle, Handlungstypen) -> Abstrahieren von konkreten Individuen, Handlungen und Ereignissen (Männer oder Frauen als Kollektiv -> Bsp.: Hausfrau)

4. Wie lässt sich durch Idealisierung Intersubjektivität herstellen? Machen sie dies für die Beratung oder Lebensmittelwerbung deutlich!

- „Reziprozität der Perspektiven“ unterstellen, dass andere, wenn sie an seiner Stelle wären, die gleiche Perspektive haben würden -> regelt so Kommunikation und konstituiert soziale Ordnung

- z.B.: Idealisierung

- Übereinstimmung der Relevanzsysteme

- Austauschbarkeit der Standpunkte

- Protein Pulver: -> gesund, fit, muskulös ; -> KAUFEN!

- Gesunde Ernährungsform -> gesund, lecker, ABNEHMEN -> MACH ICH!

Übung Typisierung und Idealisierung Übungsfilm Dr. Oetker

- Typisierung: (Rollen + Rollenmuster)

- Hausfrau, Haushalt + Erwerbstätigkeit (Interessen: Kochen + Anziehen)

- Mann kommt nach Hause -> setzt sich an den Tisch -> Verdiener

- Idealisierung: (Setting – Ereignis)

- Küche, Arbeitsplatz, Straßenszene

- Ehe (Vorstellung einer guten Ehe)

5. Benennen sie die drei Strukturen der Lebenswelt und verdeutlichen sie diese anhand von Beispielen aus der Ernährungskommunikation!

- Lebenswelt-Weltkonzepte-Geltungsansprüche:

- Kultur: objektive Welt: Wahrheit des Wissens

Medizinisches Wissen ist belegt und enspricht der Wahrheit

z.B.: Low Carb positiv für Krebspatienten

- Gesellschaft: soziale Welt: Richtigkeit der Normen

Normen haben einen Sinn und sind nicht aus der Luft gegriffen

z.B.: Faule Eier werden nicht gegessen

- Persönlichkeit: subjektive Welt: Wahrhaftigkeit Person

Personen (z.B.: Ernährungsberater) handeln für den Patienten und nicht nur für sich selbst (Geld in die Tasche)

Details

Seiten
17
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668783256
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v434465
Institution / Hochschule
Hochschule Fulda – Fachbereich Oecotrophologie
Note
2,0
Schlagworte
Kommunikation und Beratung Kommunikation Beratung

Autor

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Titel: Kommunikation und Beratung. Klausurvorbereitung