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Megacities im globalen Süden. Entstehungsgründe in Industrieländern und Entwicklungsländern

von Andreas Stadler (Autor)

Hausarbeit 2016 21 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Begriffliche Bestimmung

3. Die Entstehung von Megacities
3.1. Bevölkerungswachstum
3.2. Entstehungsgründe in Industrieländern
3.3. Entstehungsgründe in Entwicklungsländern

4. Probleme in Entwicklungsländern
4.1. Vulnerabilität
4.2. Armut
4.3. Informalität
4.4. Regier- und Steuerbarkeit

5. Das Beispiel Lagos

6. Lösungsansätze

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Sie faszinieren, machen dem Menschen seine Winzigkeit deutlich und doch sind sie nicht nur mit Glamour und Erhabenheit verbunden wie etwa die Vorzeige-Megacities Dubai und Las Vegas. Diese beiden Beispiele stellen wahrlich „inszenierte Stadtlandschaften“ (Schmid, 2006: S. 1 ff) dar: Ökonomisch strukturiert und thematisiert prallt hier scheinbarer Luxus auf Höchstleistungen hinsichtlich des Tourismus. Diese Megacities verkörpern schier endlose Überlegenheit, Größe, Unnahbarkeit und Klasse. Von Wohlstand ganz zu schweigen. Doch handelt es sich hierbei um die ‚Glitzerwelt‘ der Megacities.

Nicht alle Megacities erreichen jenen Status, der in diesen beiden Fällen der Idee einer perfekt ökonomischen Struktur entsprungen ist. Designt für Zeitlosigkeit, Kommerzialisierung und Erlebnisorientierung im Zuge der Globalisierung und auch ihrer Idee der Strukturierung sicherlich Vorreiter eines neuen Städtemaßstabs. Je größer eine Stadt, umso faszinierender wirkt sie auf den Menschen. 1950 existierten mit Tokio und New York zwei Megacities (Vereinte Nationen, 2005) – heute sind es weltweit mehr als 20 (Vereinte Nationen, 2005).

Megacities bestimmen schon längst nicht mehr nur das Bild in wohlhabenden Gegenden dieser Welt. Besonders in Entwicklungsländer legen sie ein enorm hohes und schnelles Wachstum an den Tag.

Doch jene Megapolen in den Ländern des globalen Südens rücken seit einigen Jahren immer mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit und machen auf gravierende Probleme aufmerksam. Hier regieren nicht Glanz, Glamour und der Kommerz.

Es sind Armut, Slums, Umwelt- und strukturelle Probleme, mit denen jene Megacities zu kämpfen haben. Viele der Probleme, die eine derart hohe Bevölkerungsdichte mit sich bringt, sind oft nur schwer zu erfassen.

Diese Arbeit beschäftigt sich genau mit diesen Aspekten. Nach einer genaueren Bestimmung des Terminus ‚Megacity‘ wird aufgezeigt, welche Gründe für das Entstehen von Megacities vorliegen. Dabei werden sowohl Industrie-Länder als auch Entwicklungsländer und deren Beweggründe aufgezeigt.

Im Weiteren werden die unterschiedlichen Probleme, die in den Megacities in Entwicklungsländern vorliegen. Im Fazit sollen weitere Lösungsansätze aufgezeigt und betrachtet werden.

2. Begriffliche Bestimmung

Ab wann gilt eine Stadt nun als Megastadt? Hierüber herrschte lange keine Einigkeit und auch heute noch bewerten manche Städte ab einer Größe von 5 Millionen Einwohnern bereits als Megastadt. Die Faustregel der Vereinten Nationen benennt eine Stadt als Megacity, wenn eine Bevölkerungsanzahl ab 10 Millionen Menschen vorliegt (Vereinte Nationen, 2005). Relative Einigkeit besteht jedoch grundsätzlich hinsichtlich der Bevölkerungsdichte, die auf 2.000 Einwohner pro Quadratkilometer festgelegt wurde (Bronger, 1996: S. 74 ff).

Die Megacity, auch Megastadt genannt, bezeichnet die größte urbane Agglomeration. Ebenso findet Begriff des megaurbanen Raums Verwendung (Mertins, 1992: S. 7 ff). Wie aus dem bisher verfassten bereits herausgeht, ist das wesentliche Merkmal einer Megastadt die große Bevölkerungsdichte auf geringem Raum einhergehend mit einer massiven Flächenausdehnung (Prof. Dr. Kraas, 2006: S. 19).

In der aktuellen Zeit finden sich immer mehr Megacities in Schwellenländern und Entwicklungsländern, wobei hier viele der Megastädte Primatstädte darstellen. Das bedeutet, dass es sich in diesen Fällen auch um die größte Stadt eines Landes handelt und die größte bzw, eine überverhältnismäßige Konzentration nationaler Bevölkerung aufweist.

Diese Städte verfügen nicht nur über einen Überschuss an Bevölkerung, ihnen kommt ebenso eine besondere Bedeutung hinsichtlich nationaler Funktionen zu. Genannt seien hier politische, soziale, wirtschaftliche, administrative, kulturelle und medizinische Funktionen. Es wird von einer nationalstaatlichen Dominanz gesprochen, der „funktionalen Primacy“ (Bronger, 1996: S. 77).

Für Megacities, insbesondere in Entwicklungsländern, liegen Problematiken wie eine hohe Kriminalitätsrate, Umweltverschmutzung, schlechte Bausubstanzen, soziale Disparitäten, Rassenkonflikte, Korruption usw. sehr massiv vor (Borsdorf & Bender, 2010: S. 324).

3. Die Entstehung von Megacities

Der Hauptgrund für die Entstehung von Megacities stellt definitiv das explosive Bevölkerungswachstum dar. Fortschritte hinsichtlich der Produktion innerhalb der Landwirtschaft sorgen weiter für einen geringeren Arbeitsinput, ebenso besteht auch zwischen Wachstum und Wohlstand einer Stadt ein direkter Zusammenhang.

So ist zu beobachten, dass sich umso mehr Menschen nach der Stadt sehnen, je größer sich das Einkommensgefälle von Stadt zu Land zeigt. Ländliche Regionen sind zumeist auch die wirtschaftlich schwächeren und somit kaum in der Lage, die dort lebenden Menschen adäquat zu ernähren und zu versorgen. Investitionen verirren sich nur selten in diese Gegenden, die Infrastruktur kann somit nur schlecht oder gar nicht aufgebaut werden (Just & Thater, 2008: S. 6 ff).

Im Falle einer Naturkatastrophe findet Hilfe kaum einen Weg in diese Regionen und auch die medizinische Versorgung lässt zu wünschen übrig. Die Aussichten für die Menschen gestalten sich somit in den Megastädten vermeintlich besser. Es winken mehr Chancen auf einen Arbeitsplatz, bessere medizinische Versorgung wie auch Bildungsmöglichkeiten. Die Aussicht auf ein besseres Leben bzw. bessere Grundvoraussetzungen zieht die Menschen magisch an. Allgemeinhin wird dies als „Pull-Faktor“ bezeichnet (Just & Thater, 2008: S. 6 ff).

„Streng genommen sind Megastädte keine auf das Zeitalter der Moderne und Postmoderne zu begrenzenden siedlungsgeographischen Erscheinungsformen. In Relation zur jeweiligen territorialen Gesamtbevölkerung hat es bereits in Antike und Mittelalter sehr große Städtegegeben.“ (Zehner, 2001: S. 185).

Dem mag so sein, doch muss bedacht werden, dass es sich in diesen Äras um vereinzelte und vor allem auch relativ kurzlebige Phänomene handelte. Vor allem muss hierzu auch immer der Hintergrund der Gesamtweltbevölkerung zur Betrachtung herangezogen werden.

Die Zeit machte deutlich, dass das Wachstum von Megacities in Entwicklungsländern stets dynamischer und rasanter von Statten ging als es in Industrieländer der Fall ist bzw. war (Zehner, 2001: S. 186).

3.1. Bevölkerungswachstum

Mit höherer Geburtenrate und geringerer Sterblichkeit nimmt natürlich die Bevölkerungszahl zu und in manchen Regionen dieser Welt, insbesondere in Entwicklungsländern zeigen sich schlicht relativ hohe Geburtsraten. Doch sind diese beiden Faktoren nicht der einzige Grund für ein steigenden Bevölkerungswachstums.

Auch die Faktoren der Ab- und Zuwanderung spielen eine gewichtige Rolle.

Wie bereits erwähnt finden immer mehr Menschen ihren Weg in Megacities, was das Wachstum dort noch mehr ansteigen lässt du vor allem in den Entwicklungsländern dürfte weiterhin ein enormer Bevölkerungsanstieg zu verzeichnen sein.

Hochrechnungen zu Folge werden gegen Ende des 21. Jahrhunderts allein in Asien mehr als 5 Milliarden Menschen sesshaft sein, es wird mit einem Anstieg der Gesamtbevölkerung bis 2050 auf ca. 15 Milliarden Menschen gerechnet (Birg, 2004: S. 107).

Das voraussichtliche Wachstum wird aufgrund der „jährlichen, natürlichen Nettozuwachsrate“ (Globalisierung - Fakten) in Prozent betrachtet. Dabei findet das größte Wachstum in den ärmsten Regionen der Welt statt, derzeit steht an erster Stelle der südlich der Sahara liegende Teil Afrikas. Die Anzahl der Menschen von 1 Milliarde wird vermutlich in den kommenden Jahren auf 3,6 Milliarden ansteigen (Globalisierung – Fakten).

Allgemein tragen zum Bevölkerungswachstum in Entwicklungsländern natürlich auch Faktoren bei, wie die Tatsache, dass sich manche Paare mehr als die durchschnittliche Menge von zwei Kindern wünschen, da auch die Sterblichkeitsrate in jüngeren Jahren liegt.

Zudem kommt es aufgrund mangelnder und nicht zur Verfügung stehender Verhütung schlichtweg zu mehr ungewollten Schwangerschaften.

Laut Angaben belaufen sich ungewollte Schwangerschaften derzeit auf 30 Millionen, wobei auch 40 Millionen Abbrüche der Schwangerschaften und mehr als zehn Millionen Fehlgeburten und Abgänge zu verzeichnen sind (Globalisierung – Fakten).

Die Folgen sind verheerend und liegen auf der Hand. Grundsätzlich steht das rasante Bevölkerungswachstum der Entwicklung in Afrika im Weg.

Es fehlt an Arbeitsplätzen, Bildungsmöglichkeiten, Nahrung… dafür herrschen teils desaströse Hygiene-Zustände vor und die Menschen kämpfen um die knappen, die zu knappen Ressourcen. Das Gesundheitssystem ist angesichts dieser Überlastungen ebenso wenig in der Lage, den notwendigen Dienstleistungen nachzukommen (Globalisierung – Fakten).

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Details

Seiten
21
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668758063
ISBN (Buch)
9783668758070
Dateigröße
589 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v434498
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
2,3
Schlagworte
megacities süden entstehungsgründe industrieländern entwicklungsländern

Autor

  • Andreas Stadler (Autor)

    21 Titel veröffentlicht

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Titel: Megacities im globalen Süden. Entstehungsgründe in Industrieländern und Entwicklungsländern