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Die Renaturierung von kleinen Fließgewässern am Beispiel der Schwarzen Elster

von Andreas Stadler (Autor)

Hausarbeit 2017 17 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Renaturierung von Fließgewässern

3. Internationale und nationale Organisationen für den Schutz von Flüssen

4. Beispiele von Projekten der Renaturierung von Fließgewässern

5. Flussmorphologie

6. Die Renaturierung von kleinen Fließgewässern am Beispiel der Schwarzen Elster

7. Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Frischwasser ist eines der wertvollsten Elemente für das Leben auf unserem Planeten. Frischwasser ist äußerst nötig um die grundlegendsten Bedürfnisse eines Menschen zu erfüllen. Solche wie die Sanität, die Lebensmittelproduktion, das Erzeugen von elektrischer Energie und das Erhalten von globalen ökologischen Systemen. Obwohl 70 Prozent der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt sind ist nur ein kleiner Teil von diesem Wasser (2,5 %) – Frischwasser, wobei um die 70 Prozent von diesem Frischwasser Gletscher sind. Im Endeffekt sind die Menschen nur fähig weniger als 1 Prozent von den Ressourcen des Frischwassers unserer Welt zu benutzen. Deshalb ist eines der größten Probleme unserer Welt in dem neuen Jahrtausend die Ressourcen des Frischwassers richtig benutzen zu lernen.[1]

Obwohl die Flüsse nur einen kleinen Teil des gesamten Frischwassers enthalten, machen solche Charakteristiken des Wassers in den Flüssen wie ununterbrochene Erneuerung und der schnelle einfache Zugang zu diesem Wasser die Flüsse zu der nützlichsten Quelle von Frischwasser für die Menschen von allen. Die Rolle der Flüsse in der Entwicklung der Menschheit ist ziemlich groß, da die Wirtschaftstätigkeit ohne die Flüsse so gut wie unmöglich ist. Flüsse dienen als Kommunikationslinien, Energiequellen, werden außerdem als Quellen für Bewässerung und für viele andere Ziele genutzt. Es waren genau die Flüsse, die in vielem den heutigen Standort der Städte und Dörfer bestimmt haben, welche an den Ufern und in den Tälern von Flüssen entstanden. Die Menschen ihrerseits beeinflussten die Flüsse auch, indem sie ihren natürlichen Reichtum und die Fruchtbarkeit der Flusstäler nutzten. In der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts war der Ausmaß des anthropogenen Einflusses der Menschen auf die Fließgewässer bereits so groß, dass so gut wie jeder Mensch die Prozesse der Degradation der Flüsse empfinden konnte.

Die grundlegendsten Gründe von der Reduktion der Qualität des Frischwassers sind die folgenden: die Wasserkraft, die Urbanisierung, die Begradigung des Flussbettes, die Zerstörung der natürlichen Hochwasserkreisläufe und viele andere.[2]

In dem Zeitraum von 1990 bis 1995 ist der Gebrauch von Frischwasser in der Welt um sechs Mal angestiegen, was die Geschwindigkeit des Bevölkerungswachstums ums Doppelte übersteigt. Heutzutage wird bereits ungefähr 54 Prozent des gesamten Oberflächenabflusses genutzt, wobei unter diesem Begriff gebrauchsfähiges, sich erneuerndes Frischwasser verstanden wird. Die Wissenschaftler erwarten, dass dieser Anzeiger bis zu dem Jahre 2025 bis zu 70 % ansteigt. Bereits heutzutage leben vier von zehn Menschen in Ländern, welche mehr oder weniger an Wassermangel leiden. Darunter werden Länder verstanden, in denen der Gebrauch von Frischwasser um 10% mehr beträgt, als die vorliegenden Ressourcen. Wenn die heutigen Modelle des Gebrauchs von Frischwasser nicht schleunigst verbessert werden, werden im Jahr 2025 zwei von drei Menschen in der ganzen Welt in Bedingungen von Wassermangel leben.

Das Problem mit dem Frischwasser besteht nicht nur in dem Mangel, sondern auch darin, das Schadstoffe in dieses Wasser gelangen. Dies bringt die Gesundheit der Menschen, die so ein Wasser gebrauchen in Gefahr. 1,1 Milliarden von Menschen oder ungefähr ein sechstel der Bevölkerung der Erde haben keinen Zugang zu ungefährlichem Frischwasser. 2,4 Milliarden von Menschen, was 40 Prozent der Bevölkerung ausmacht, wiederum, haben keinen Zugang zu den entsprechenden sanitären Dienstleistungen. Der Mangel an ungefährlichem Wasser und schlechte sanitäre Bedingungen sind der Grund von 80 Prozent aller Erkrankungen in den Entwicklungsländern. Aus diesem Grund sterben jährlich 5 Millionen von Menschen, was zehn mal so viel ist, wie die Anzahl der Menschen die jährlich im Laufe von Kriegen sterben. Mehr als die Hälfte dieser Opfer sind Kinder.

Die biologische Umwelt leidet ebenfalls an den Problemen die mit Frischwasser, welches in den Flüssen enthalten ist. Ungefähr 12% aller Arten von Tieren, darunter 40% aller Arten von Fischen leben in Flüssen. Flusslandschaften sind die wichtigsten Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen.

2. Die Renaturierung von Fließgewässern

Redet man von einem Fließgewässer so versteht man darunter Abflussgerinnen, welche oberflächlich sind und zu einer Gruppe gehören, die nicht homogen ist.

Die Bedeutung des Begriffs „Renaturierung“ ist vielseitig. Ein Teil der Bedeutung umfasst die Maßnahmen zur Renaturierung, ein anderer wiederum den Prozess selbst aus dem die Renaturierung besteht. Man kann diesen Prozess auch mit dem Ausdruck „Ökologische Verbesserung“ bezeichnen. Wenn man den Prozess der Renaturierung analysiert, so findet man heraus, dass dieser aus drei grundlegenden Wegen besteht. Der erste Weg wird dann angewendet, wenn es problematisch oder unmöglich für dass Fließgewässer ist ohne Eingriff des Menschen wieder in sein natürlichen Zustand zurück zu kommen. In solch einem Fall redet man von dem „Ausbau“ eines Fließgewässers als von der Methode der Renaturierung. Will man den Prozess der Renaturierung schneller vor sich gehen lassen, so wählt man den zweiten Weg, den man als den „Weg der Unterhaltung“ bezeichnen kann. Dabei handelt es sich um eine Renaturierung, die man in kleinen Schritten vor sich gehen lässt. In dem Fall, wenn gerade Bäche und Flüsse die durch das Bergland fließen zu renaturieren sind wendet man den dritten Weg als Methode an. Hierbei geht es um die „Unterlassung“. Das bedeutet, dass der Fluss weiterhin ohne Einfluss des Menschen existiert, und auf diese Weise mit der Zeit in seinen natürlichen Zustand zurückkommen kann. Zum größten Teil handelt es sich in dieser Arbeit um eine solche Art von Renaturierung von Fließgewässern, die als der zweite Weg, also als der Weg der Unterhaltung beschrieben wurde.[3]

Die Geschichte der Entwicklung der Technologien aus denen zu unserer Zeit die Renaturierung von Fließgewässern entstanden ist, greift auf mehrere Jahrhunderte zurück. Die Täler bei den Flüssen und Bächen waren in Deutschland wie auch in ganz Europa bis zum Ende des fünfzehnten Jahrhunderts rund um das ganze Jahr vernässt und dauernd überschwemmt, was ein großes Problem für die landwirtschaftliche Nutzung dieser Landschaften war. Daraus machten die Menschen schon im Mittelalter den Ausschluss, dass hier ein Eingriff des Menschen in die Natur nötig ist. Und so versuchte man schon damals die Bachbetten, die flach und krümmungsreich waren, wie zu vertiefen, so auch kanalartig umzubauen, mit dem Ziel diese Landschaften wirtschaftlich nützlicher zu machen. Wenn dann näher zu unserer Zeit zu dem extrem schnellen technischen Fortschritt kam, wurde aus diesen primitiven Weisen der Renaturierung das, was wir heute als Renaturierung beobachten.[4]

Erstmals diente der Eingriff des Menschen in die Existenz von Fließgewässern dazu vor Hochwasser zu schützen, für bessere Bedingungen für Schifffahrten, oder ebenso für die Gewinnung von Energie. In einem großen Maße legte man Gewässerauen trocken, begradigte die Flussläufe, und entfernte Hindernisse zum Abfluss. Aus der Sicht der Landwirtschaft diente dies zum Gewinn von Flächen die optimaler zu kultivieren waren, führte jedoch zu kritischen ökologischen und Gewässermorphologischen Folgen. Im hydrologischen Aspekt führte das Eingreifen in das Leben der Fließgewässer zu der Destruktion von Hoch- und Niedrigwasserprozessen. War das Hochwasser stark, so ging eine mechanische Störung vor sich was das Flussbett angeht. Kies und Steine rollten flussabwärts, und dadurch wurden Lebensräume, die von vielen lebenden Organismen bewohnt sind zerstört. Maßnahmen die man als laufglättend bezeichnen kann hatten ähnliche Nachfolgen, sie rotteten kleine Organismen aus.

Und erst in den letzten Jahrzehnten reiften in dem Weltbild von den Wissenschaftlern und den Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten die Vorstellungen, denen nach die Erhaltung der Ökologie und der gesunden Natur wichtiger sind als ökonomische Faktoren. Dies führte dann dazu, dass die Renaturierung von Fließgewässern weit verbreitet wurde. Wenn es sich um das Ziel von Renaturierung handelt, geht es nicht nur darum ein Zustand des Fließgewässers zu erreiche der so naturnah wie möglich ist, sondern mehr darum dass für das Fließgewässer unterschiedliche Ziele entstehen, die hervorgehen aus philosophischen Konzepten bei den es sich um den anthropogenen Einfluss auf die Natur handelt.[5]

Weil man bei einer großen Menge von Quellen sagen kann, dass diese bereits stark verbaut worden sind, und beeinflusst sind von hohen Stoffausträgen aus dem Gebiet des Einzugs des Flusses, entstehen solche Entwicklungsziele wie dass die Fassungen dem Rückbau unterliegen, die landwirtschaftliche und die forstwirtschaftliche Nutzung muss extensiviert werden, ein Trockenfall der dadurch entstehen kann dass der Grundwasserspiegel sich anhebt muss verhindert werden, und außerdem soll die Qualität des Wassers verbessert werden dadurch dass man die Nutzung in dem Einzugsgebiet anpasst. Handelt es sich um die Renaturierung des Ober- und Mittellaufs eines Flusses, was man als der Renaturierung eines Rhithrals des Flusses bezeichnet, kann es dazu kommen dass die Ufer überformt werden. Das passiert dadurch, dass Sicherungen als Verbesserungsmaßnahmen zum Hochwasserschutz vorgenommen werden und ebenfalls durch die energetische Nutzung des Fließgewässers. Weiterhin kann man sagen, dass viele Flüsse in diesem Teil des Laufes hoch belastet sind durch Schadstoffe und ebenfalls durch Abwässer. Daraus kann man den Ausschluss machen, dass künstliche Stauungen hier abgebaut werden müssen, damit die Durchgängigkeit des Flusses besser ist. Des weiteren sollte man dafür sorgen, dass durch solche Maßnahmen eine normale Erosion entsteht, und auch für die Wiederherstellung von der Ufervegetation, damit nicht nur normale Beschattung entsteht, sondern auch genügend Totholz und Falllaub in das Wasser des Flusses gelangen. Dabei bildet die Ufervegetation eine Pufferzone zwischen dem Fluss selbst und seinem Einzugsgebiet. Außerdem kann man noch weitere Ziele dieser Maßnahmen auflisten, solche wie dass die Natürlichkeit der Morphologie des Gewässers und von Altarmen wiederhergestellt wird, und dass die Qualität des Wassers steigt. Für den restlichen Teil des Laus, welcher als Unterlauf bezeichnet wird entstehen ziemlich ähnliche Entwicklungsziele. Der Zustand des Unterlaufs unterscheidet sich dadurch von der Situation der Rithrale, dass aus dem Oberlauf in den Unterlauf viel Nährstoff eingetragen wird. Dies führt durch die wenig Beschattung und der großen Breite des Fließgewässers zu sehr hoher Planktonentwicklung. Dadurch entstehen solche Probleme wie die Ablagerungen von Faulschlamm, Sauerstoffmangel und im Endeffekt zu Störungen von dem biologischen Gleichgewicht des Flusses. In den meisten Fällen wird mit den Maßnahmen zur Renaturierung im oberen Lauf eines Flusses begonnen, da durch solche Erscheinungen wie Sandtreiben und die Freisetzung von Nährstoff ansonsten die Teile des Flusses, an denen bereits Renaturierungsmaßnahmen vorgenommen worden sind wieder negativ beeinflusst werden würden.[6]

In der Wissenschaft heißt es, das eine vollständige Renaturierung eine solch schwierige Aufgabe ist, dass man davon reden kann, das dies nur theoretisch möglich ist. Das ist der Grund dafür dass man in der Wissenschaft öfter von einer „Revitalisierung“ spricht, da diese ralitischer zu erreichen ist.

3. Internationale und nationale Organisationen für den Schutz von Flüssen

Als erste von solchen Organisationen wäre das IRN zu erwähnen. IRN bedeutet „International Rivers Network“. Diese Organisation entstand in dem Jahr 1985 und bestand damals aus freiwilligen Aktivisten, welche Erfahrung hatten im Umgang mit so einer Art von wissenschaftlicher Arbeit wie das bekämpfen von ökonomisch und ökologisch unberechtigten Projekten in denen es sich um Flüsse handelte. Heutzutage hat diese Organisation mehr als zwanzig offizielle Mitarbeiter und ein weltweites Netz, welches Experten, Studenten, Sponsoren und freiwillige Mitarbeiter umfasst. Diese Organisation stellt die folgenden Ziele vor sich: den Prozess der Degradation von Flusssystemen zu stoppen, die Menschen dazu zu motivieren die Flüsse kennen zu lernen, zu verstehen und zu respektieren, und bei all den Projekten mit zu wirken, die eine Alternative zu Projekten von dem Bau von Dämmen und von Begradigungen bieten. Das IRN führt eine Strategie die aus zwei Ansätzen besteht, genauer genommen vereint die Organisation die Arbeit in der Richtung von der Veränderung der globalen Politik, und in der Richtung von der Realisation von konkreten Schlüsselprojekten. Weitere Methoden die von dem IRN angewendet werden sind die komplexe Forschung der vorhandenen Probleme, die kritische Analyse von Projekten und deren Alternativen, die Vorträge von Aktivisten, das Monitoring und die Kritik von finanziellen Anstalten und ebenfalls der Weltbank, und die Suche nach dem Geld für Kampagnen. Die Organisation gibt viele Bücher und wissenschaftliche Vorträge heraus, in welchen es sich um die Fragen die die Renaturierung von Flüssen angehen heraus.[7]

Die nächste Organisation die zu erwähnen ist, ist das ERN, - das European Rivers Network. Es vereint die Verbände und die Organisationen die mit Fließgewässern arbeiten und verbessert die Kommunikation zwischen diesen Organisationen um ihre Funktionalität im Bereich des Schutzes von Flüssen zu verbessern. Das ERN besitzt eine eigene Webseite – das RiverNet die Information über Flüsse und ebenfalls über existierende Probleme, Projekte und Kampagnen und über das erfolgreiche Wirken der Organisation in dem Bereich des Schutzes der Fließgewässer enthält. Ein anderes Projekt des ERN war die Entwicklung des Geoinformationellen Systems (des GIS) für die Flüsse von Europa und deren Becken, dieses System enthält grundlegende Daten über diese Objekte und Daten über Organisationen, die Arbeiten an diesen Flüssen und in deren Becken durchführen. Die Organisation hat viele Projekte angehend des Schutzes von Flüssen in Europa durchgeführt und hat an vielen großen Projekten teilgenommen.[8]

[...]


[1] Norbert Niehoff, Ökologische Bewertung von Fließgewässerlandschaften: Grundlage für Renaturierung und Sanierung, Springer-Verlag, 07.03.2013, S. 13 – 98

[2] Norbert Niehoff, Ökologische Bewertung von Fließgewässerlandschaften: Grundlage für Renaturierung und Sanierung, Springer-Verlag, 07.03.2013, S. 13 – 98

[3] Knut Kaiser, Bruno Merz, Oliver Bens, Reinhard F. Hüttl, Historische Perspektiven auf Wasserhaushalt und Wassernutzung in Mitteleuropa, Waxmann Verlag, 2012, S. 9 – 165

[4] Knut Kaiser, Bruno Merz, Oliver Bens, Reinhard F. Hüttl, Historische Perspektiven auf Wasserhaushalt und Wassernutzung in Mitteleuropa, Waxmann Verlag, 2012, S. 9 – 165

[5] Knut Kaiser, Bruno Merz, Oliver Bens, Reinhard F. Hüttl, Historische Perspektiven auf Wasserhaushalt und Wassernutzung in Mitteleuropa, Waxmann Verlag, 2012, S. 9 – 165

[6] Heinz Patt, Fließgewässer- und Auenentwicklung: Grundlagen und Erfahrungen, Springer-Verlag, 22.02.2016, S. 6 - 165

[7] Jörg Bergstedt, Biotopschutz in der Praxis: Grundlagen -Techniken - Fordermoglichkeiten - Grundlagen - Planung – Handlungsmöglichkeiten, John Wiley & Sons, 19.09.2012, S. 1 - 89

[8] Jörg Bergstedt, Biotopschutz in der Praxis: Grundlagen -Techniken - Fordermoglichkeiten - Grundlagen - Planung – Handlungsmöglichkeiten, John Wiley & Sons, 19.09.2012, S. 1 - 89

Details

Seiten
17
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668758049
ISBN (Buch)
9783668758056
Dateigröße
490 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v434500
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
Schlagworte
renaturierung fließgewässern beispiel schwarzen elster

Autor

  • Andreas Stadler (Autor)

    21 Titel veröffentlicht

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Titel: Die Renaturierung von kleinen Fließgewässern am Beispiel der Schwarzen Elster