Lade Inhalt...

Accounting & Controlling. Aufgaben zum betrieblichen Rechnungswesen

Hausarbeit 2018 14 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Aufgabenstellung

2. Das betriebswirtschaftliche Rechnungswesen
2.1 Externes Rechnungswesen
2.2 Internes Rechnungswesen

3. Kostenrechnungssysteme
3.1 Überblick Istkostenrechnung
3.2 Überblick Normalkostenrechnung
3.3 Überblick Plankostenrechnung

4. Besonderheiten im Dienstleistungsbereich

4.1 Schlussfolgerungen

5. Quellenverzeichnis.

1. Aufgabenstellung

Accounting & Controlling I

Im Rahmen des internen Rechnungswesens werden die folgenden Kostenrechnungssysteme unterschieden: Istkostenrechnung, Normalkostenrechnung und Plankostenrechnung. Erläutern Sie die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei Methoden und beschreiben Sie, wo die verschiedenen Methoden im Dienstleistungsbereich zum Tragen kommen.

2. Das betriebswirtschaftliche Rechnungswesen

Das betriebswirtschaftliche Rechnungswesen gliedert sich in mehrere Teilbereiche, die unterschiedliche Aufgaben haben und deren gemeinsame Basis die Buchhaltung ist.1 I.e.S. bildet es den Kern des Informationssystems eines Unternehmens. Alle Vorgänge eines Unternehmens, die zahlenmäßig darstellbar sind, werden durch das Rechnungswesen erfasst, verarbeitet und an die zuständigen Stellen innerhalb und außerhalb des Unternehmens weitergeleitet.2 Das Rechnungswesen dokumentiert damit zum einen die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens und zum anderen wird dadurch die Grundlage für künftige Entscheidungen zur Verfügung gestellt. Es beschreibt die Gesamtheit der Einrichtungen und Verrichtungen, die bezwecken, alle wirtschaftlichen Gegebenheiten und Vorgänge im Einzelnen und Gesamten zahlenmäßig nach Geld- und Mengeneinheiten zu erfassen.3 Zu den allgemeinen Aufgaben gehören die mengen- und wertmäßige Planung, die rechtliche Erfassung und die Kontrolle aller betrieblichen Vorgänge. Folgende Aufgaben gehören zum Rechnungswesen:

- Erfassung der mengen- und wertmäßigen Vorgänge in lückenloser, chronologischer, sachlicher und systematischer Form
- Feststellung des Status durch Ermittlung der Bestände des Unternehmens
- Feststellung des Status durch Ermittlung des Erfolges des Unternehmens
- Feststellung der entstandenen Kosten
- Bereitstellung der zur Bildung der Preise erforderlichen Daten
- Aufzeichnung von Entwicklung und Vergangenheit
- Erstellung von Vergleichsrechnungen
- Prognose künftiger Entwicklungen unter Einschluss außerbetrieblicher Daten4

Um alle Aufgaben erfüllen zu können, wird das Rechnungswesen in mehrere Gebiete aufgeteilt. Die Grundlegende Aufteilung des Rechnungswesens erfolgt in das externe und das interne Rechnungswesen. Das externe Rechnungswesen befasst sich mit der Buchhaltung, als Finanzbuchhaltung. Das interne Rechnungswesen dagegen beschäftigt sich mit der Kosten- und Planungsrechnung sowie der Statistik eines Unternehms.5 Im nächsten Kapitel wird auf die Abgrenzung des internen- zum externen Rechnungswesens eingegangen.

2.1 Externes Rechnungswesen

Das externe Rechnungswesen besteht aus dem Jahresabschluss, der sich wiederum aus den Teilen der Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und bei Kapitalgesellschaften Anhang und Lagebericht zusammensetzt.6 Der Jahresabschluss gehört deshalb zum externen Rechnungswesen, weil dieser sich vornehmlich an unternehmensexterne Adressaten richtet. Alle Geschäftsvorfälle innerhalb eines Geschäftsjahres, i.d.R. Kalenderjahr, eines Unternehmens sind zu dokumentieren und Rechenschaft gegenüber den Anteilseignern z.B. Aktionäre, Gesellschafter, Arbeiternehmern, Geschäftspartnern, Steuerbehörde oder der interessierten Öffentlichkeit abzulegen. Durch die gesetzlichen Reglementierungen des externen Rechnungswesens soll die Vergleichbarkeit der ermittelten Zahlen sichergestellt und willkürliche Festlegungen verhindert werden.7 Dem externen Rechnungswesen bzw. dem Jahresabschluss folgen umfänglichen nationalen und internationalen handels- und steuerrechtlichen Regelungen. Die Regelungen sind zu finden im HGB, IFRS, US-GAAP, EStG usw.8

2.2 Internes Rechnungswesen

Das interne Rechnungswesen bildet die innerhalb des Unternehmens wirtschaftlich bedeutsamen Vorgänge ab, die gänzlich durch die im Unternehmen tätigen Personen beeinflusst oder gesteuert werden.9

Im Gegensatz zum externen Rechnungswesen ist das interne Rechnungswesen weder gesetzlich geregelt noch überhaupt vorgeschrieben. Das Unternehmen ist dabei völlig frei in seiner Gestaltung.10 Somit kann es so gestaltet werden, dass es die Unternehmensziele adäquat unterstützt, wozu z.B. die Realität möglichst gut abgebildet werden sollte. Zum internen Rechnungswesen gehören die Kosten- und Leistungsrechnung und das darauf aufbauende operative Controlling, die Geldflussrechnung (Liquiditäts- Cashflow - Rechnung) sowie die Finanzierungsrechnung und die Investitionsrechnung.11 Die Kostenrechnung ermöglicht die Kontrolle des Unternehmenserfolges sowie die Zurechnung von Kosten auf bestimmte Unternehmensbereiche und unterstützt die Preisfestlegung. Durch statistische Auswertungen z.B. Produktions-, Verkaufs- und Personalstatistiken und der Planungsrechnung lässt sich der Informationsgehalt der Kostenrechnung erweitern. Der Einfluss, den das Rechnungswesen durch die bereitgestellten Informationen auf die Entscheidungsfindung und die Unternehmenspolitik gewonnen hat, hat an Bedeutung zugenommen. Daher muss durch ein übergeordnetes Führungsunterstützungsteam sichergestellt werden, dass Planung, Kontrolle und Informationsversorgung zum Wohle des Unternehmens aufeinander abgestimmt sind.12 Dieser TDR beschränkt sich auf die Kostenrechnung, genauer gesagt auf die drei Kostenrechnungssysteme: Istkostenrechnung, Normalkostenrechnung sowie Plankostenrechnung.

3. Kostenrechnungssysteme

Kostenrechnungssysteme sind Gestaltungsformen der Kostenrechnung, die auf das Erfüllen bestimmter Rechnungszwecke ausgerichtet sind. Jedes Kostenrechnungssystem sollte auf einem in sich schlüssigen, theoretisch abgesicherten Kostenrechnungskonzept basieren.13 Mit der Entscheidung für ein Kostenrechnungssystem wird festgelegt, welche Controllinginformationen nach welchen betriebswirtschaftlichen Methoden ermittelt werden sollen. Die Wahl ist oft vorbestimmt durch den Entwicklungsstand des Controllings im Unternehmen.

Der gesamte Wertefluss, der Aufbau der Berichte und die mit der Erstellung und Analyse der Controllinginformationen verbundene Aufbau- und Ablauforganisation ist auf das Kostenrechnungssystem hin auszurichten.14 Nach der Art der Kosteninformationen, die zur Verfügung gestellt werden, lassen sich unterschiedliche Kostenrechnungssysteme abgrenzen. Als Unterschied kann zum einen der zeitliche Bezug der Kosten und zum anderen der Umfang der Kostenzurechnung herangezogen werden. Nach dem zeitlichen Bezug lassen sich Istkostenrechnung, Normalkostenrechnung und Plankostenrechnung unterscheiden, die in der Praxis oft miteinander verknüpft werden oder ineinander übergehen.15

3.1 Überblick Istkostenrechnung

Die Istkostenrechnung ist ein Kostenrechnungssystem und gehört zum internen Rechnungswesen. Sie erfasst die tatsächlich angefallenen Kosten und verrechnet diese auf die Kostenstellen und Kostenträger.16 Durch die Istkostenrechnung kann festgestellt werden, welche Kosten für die einzelnen Kostenträger entstanden sind. Die anfallenden Istkosten werden dabei in den Geschäftsperioden verbucht. Eine konkrete Kostenplanung findet nicht statt.17 Für Unternehmen, bei denen eine Kostenplanung aufgrund schwerer prognostizierbarer Zukunftsdaten oder auch mangelnde Kostenbeeinflussbarkeit nicht möglich ist, kann diese Form der Kostenrechnung die einzige Alternative sein. Die Istkosten lassen sich errechnen durch Multiplikation der tatsächlichen Verbrauchsmenge (Istmenge) mit den tatsächlich vorliegenden Preisen (Istpreise).18 Die Istkostenrechnung kann zur Ermittlung des Erfolges einer Periode (Ergebnisrechnung) oder zur nachträglichen Ermittlung der auf eine Erzeugniseinheit entfallenen Kosten (Nachkalkulation) eingesetzt werden. Ein großer Nachteil der Istkostenrechnung ist die Vergangenheitsorientierung und die sich daraus ergebenden Grenzen bei einem Einsatz der Ergebnisse im Rahmen der Unternehmensplanung.19

Die Istkostenrechnung ist somit für unternehmerische Entscheidungen beschränkt einsetzbar, da der Abrechnung Kosten aus der vergangenen Periode zugrunde liegen. Eine auf Istkosten basierende Wirtschaftlichkeitskontrolle ist nur gering effizient, da Vergangenheitswerte zur Beurteilung der neuen Periode herangezogen werden. Es besteht die Gefahr der Fortschreibung von bestehenden Unzugänglichkeiten.20

3.2 Überblick Normalkostenrechnung

Die Normalkostenrechnung ist ein Kostenrechnungssystem und gehört wie die Istkostenrechnung, zum internen Rechnungswesen. Viele Unternehmen arbeiten mit der Normalkostenrechnung, da die Istkosten kurzfristig stark schwanken können. Es ergibt sich aus den um Ausreißer bereinigten Durchschnittswerten der Istkosten der vergangenen Periode.21 Die Normalkostenrechnung ist nicht vergangenheitsorientiert und ergibt sich aus den Istkosten. Sie erfasst die Kosten in der Kostenstellenrechnung als Normalkosten, das sind die Durchschnittswerte. Die Normalkosten können statistische - oder aktualisierte Mittelwerte sein. Statistische Mittelwerte bleiben bei der Ermittlung der Durchschnittswerte durch eingetretene oder erwartete Änderungen in der Kostenstruktur unberücksichtigt. Aktualisierte Mittelwerte dagegen enthalten eingetretene oder erwartete Änderungen in der Kostenstruktur und werden auch als Sollkosten bezeichnet.22 Durch feste Verrechnungspreise oder normalisierte Zuschlagssätze lassen sich die Preisschwankungen oder saisonalen Schwankungen ausgleichen. Durch eine derartige Glättung von Unregelmäßigkeiten lässt sich eine Kontinuität im Abrechnungsprozess erzielen, doch der Hauptmangel der Istkostenrechnung, die Fortschreibung von Vergangenheitswerten besteht weiter.23

[...]


1 Vgl. Varnholt, N./ Lebefromm, U./ Hoberg, P. (2008), S. 1.

2 Vgl. Schultz, V. (2017), S. 1.

3 Vgl. Olfert, K. (2013), S. 23.

4 Vgl. ebenda. S. 24.

5 Vgl. Olfert, K. (2013), S. 24.

6 Vgl. Varnholt, N./ Lebefromm, U./ Hoberg, P. (2008), S. 1.

7 Vgl. Schultz, V. (2017), S. 2.

8. Vgl. Varnholt, N./ Lebefromm, U./ Hoberg, P. (2008), S. 1.

9 Vgl. Ostermann, R. (2007), S. 24.

10 Vgl. Probst, H.-J. (2014), S. 48.

11 Vgl. Varnholt, N./ Lebefromm, U./ Hoberg, P. (2008), S. 1.

12 Vgl. Schultz, V. (2017), S. 4.

13 Vgl. Becker, W./ Holzmann R. (2014), S. 119.

14 Vgl. Varnholt, N./ Lebefromm, U./ Hoberg, P. (2008), S. 13.

15 Vgl. Schultz, V. (2017), S. 137.

16 Vgl. Olfert, K. (2013), S. 77.

17 Vgl. Varnholt, N./ Lebefromm, U./ Hoberg, P. (2008), S.14.

18 Vgl. Schultz, V. (2017), S. 137.

19 Vgl. ebenda.

20 Vgl. Schultz, V. (2017), S. 137.

21 Vgl. Varnholt, N./ Lebefromm, U./ Hoberg, P. (2008), S. 15.

22 Vgl. Olfert, K. (2013), S. 78.

23 Vgl. Schultz, V. (2017), S. 138.

Details

Seiten
14
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668773066
ISBN (Buch)
9783668773073
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v434907
Institution / Hochschule
Steinbeis-Hochschule Berlin
Note
1,7
Schlagworte
Istkostenrechnung Normalkostenrechnung Plankostenrechnung Externes Rechnungswesen Internes Rechnungswesen

Autor

Zurück

Titel: Accounting & Controlling. Aufgaben zum betrieblichen Rechnungswesen