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Der Einfluss der spanischen Mode auf Europa im Jahre 1600

Hausarbeit 2018 27 Seiten

Design (Industrie, Grafik, Mode)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Die spanische Mode im 16. Jahrhundert
1.1 Die Entstehung der spanischen Mode
1.2 Frauenbekleidung
1.3 Männerbekleidung

2. Die Farbe Schwarz

3. Der Einfluss auf Europa
3.1 Der Einfluss auf Frankreich
3.2 Der Einfluss auf England
3.3 Der Einfluss auf Deutschland
Schlussbetrachtung

4. Literaturverzeichnis

Einleitung: Inhalt

Die folgende Untersuchung beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern die spanische Mode im 16. Jahrhundert Einfluss auf die europäischen Länder hatte. Im Folgenden soll der Versuch unternommen werden, auszuleuchten, in welcher Form die Veränderungen der Mode durch Spanien angenommen und umgesetzt wurden. Es wird aufgezeigt, welche Bekleidung in dem jeweiligen Land getragen oder ob sie in ihrer Form und Farbe verändert wurde.

Bereits die Autorinnen der „Kleinen Kostümgeschichte“, Gertrud Lenning und Gisela Krause haben sich mit dieser Frage beschäftigt. Von besonderem Interesse ist der Auszug „Spanische Mode in den übrigen Ländern Europas“, in dem besonders die Mode in Frankreich, Deutschland und England thematisiert wird.

Nicht zu vergessen ist das Buch „Deutsche Kulturgeschichte: vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart“ von Friedrich Zoepfl, das zwar schon im Jahre 1937 publiziert wurde, seine Ansichten allerdings bis heute noch aktuell geblieben sind. Denn an der Tatsache das Deutschland von der spanischen Mode beeinflusst wurde besteht kein Zweifel. Außerdem untersucht auch das Buch „Reclams Mode und Kostümlexikon“ von Ingrid Loschek die Mode im 16. Jahrhundert.

Um die Einflüsse der Mode in Deutschland, Frankreich und England voneinander abgrenzen zu können, bedarf es dem Vergleich mehrerer Lektüren.

Die Arbeit beschäftigt sich zunächst mit der Entstehung und den gegebenen politischen und religiösen Ansichten, die sich auch auf die Mode in Spanien ausgewirkt haben.

Außerdem wird untersucht welchen Einfluss der damalige Kaiser Karl der V. auf die Mode hatte. Danach wird genauer auf die in diesem Zeitalter wichtigen Kleidungstücke eingegangen, speziell die der Frauen - und Männerkleidung.

Im Anschluss beschäftigt sich diese Arbeit mit der im 16. Jahrhundert vorherrschenden Bekleidungsfarbe Schwarz. Die zentrale Frage ist doch, wie es zu diesem Wandel von der „Farbenlust der Renaissance“ [1] zur „Farbe des Todes“ [2] in Europa kam.

Im 3. Kapitel steht die spanischen Mode in den europäischen Ländern wie Frankreich, England und Deutschland im Vordergrund.

Zum Schluss wird auf die wichtigsten Argumente der wissenschaftlichen Arbeit eingegangen und ein

1. Die spanische Mode im 16. Jahrhundert

1.1 Die Entstehung der spanischen Mode

Spanien war zur Zeit des 16. Jahrhunderts das einflussreichste Land in Europa. 1519 wurde Karl der V. Kaiser von Spanien. Er erbte Spanien, die Niederlande und einen Teil von Italien und bekam so in Europa die Vormachtstellung. Der spanische Hof wurde durch diese Stellung des Landes zum Zentrum von Macht und Prunk. Spanien war somit auch ein Land, das die Mode regierte und auf das andere Länder aufschauten.[3] Costa Braun schrieb dazu in seinem Buch „La Moda Maschile: Soziologie der vestimentären Mode, Semiotik der italienischen Herrenbekleidungsvertextung und Ästhetik der Herrenmodefotografie im ausklingenden 20. Jahrhundert“, „die Mode aber geht mit der Macht. Deutlich kann man das erkennen, wenn man zurückdenkt an das modische Chaos, das unmittelbar am Ende des Mittelalters in allen europäischen Ländern spontan ausbrach.“ [4] Denn ab dem Zeitpunkt an dem Spanien die Vorherrschaft hatte, wurde die spanische Mode zur Mode für alle.

Vor allem Karls Wesen und seine religiösen Ansichten waren maßgeblich für die Entwicklung der spanische Mode. Seine Persönlichkeit wird deutlich durch die Übersetzung eines Abschlussberichtes des venezianischen Gasparo. Dort wurde aufgeführt, Kaiser Karl der V. sei von mittlerer Statur, weißhäutig und von gut proportioniertem Körperbau, seine Nase sei adlerförmig, seine Augen scharf und sein Ausdruck ernst, aber nicht grausam[5]. Contarini beschreibt Karl den V. als sehr religiösen Menschen, der keine Laster hatte und sich kein Vergnügen gönnte[6].

Karl der V. wollte eine religiöse Einheit und dieses Ziel ist zu einem zentralen Punkt in seiner Politik geworden[7]. Vor allen die Mode wurde durch dieses Ziel bestimmt. Die Kleidung wurde zunehmend düsterer und steifer. Die Körperform des Menschen sollte nicht mehr zu erkennen sein. Sie sollte damit „(…) kühle Zurückhaltung, Gemessenheit, bewusste Strenge, ja Steifheit ausstrahlen (…).“ [8]

1.2 Frauenbekleidung

Zur Zeit der Renaissance trugen die Frauen sehr eng anliegende Kleidung. Das Oberteil der Frau wurde um 1480 geöffnet und zum Vorschein kam das Hemd oder ein Brusteinsatz[9]. Außerdem waren die Kleidungsstücke um 1500 noch sehr farbenfroh. Unter der Regierung von Karl des V. bekam die Kleidung ein sehr düsteres und starres Aussehen. Die weiblichen Formen sollten mit dem Auge nicht mehr zu sehen sein und „(…) alles weibliche, vernein[en] bzw. verdeck[en].“ [10]

Ein wichtiges höfisches Kleidungsstück für die Frauen war das „Manteau“, was eine Art Mantelkleid darstellte, das “(…) sich aus dem steifen Mieder mit Achselstücken, darunter angenestelten, anliegenden oder offenen Hängeärmeln und hohem Stehkragen sowie dem ebenfalls abgesteiften Rock zusammensetzte.“ [11] Der Mantel wurde zu dieser Zeit noch geschlossen getragen und ab 1570 unten geöffnet, sodass eine Dreiecksform entstand. Die Form wurde ausgefüllt durch einen Rock der unter dem Manteau getragen wurde, namens „Jupe“.[12] (Abb. 1)

Des Weiteren gab es noch ein einteiliges Kleid aus hochwertigen Stoffen, das meistens aus hellen Materialen bestand und in Spanien „Saya“ genannt wurde.[13]

Da das Obergewand der Frau einem Mantel ähnlich war, gab es in Spanien keine oder nur selten Überbekleidung.[14]

Die Spanier waren darauf bedacht, dass jede Partie des Körpers von Stoff bedeckt war. Ein Ausschnitt mit Blick auf das Dekolleté der Frau wäre zu dieser Zeit nicht akzeptiert worden. Der einzig freundliche Akzent der Kleidung von damals, war eine weiße Krause, die von beiden Geschlechtern getragen wurde. Sie stellte das Stück zwischen Stehkragen und Ärmel dar und wurde von Zeit zu Zeit immer größer. So wurde sie um 1575 zu einer spitzenbesetzten Halskrause und weiter im Jahr 1600 zum Mühlsteinkragen (Abb. 2) der zu den dunklen Kleidern aus Samt und Seidenstoffen passte und sich in ganz Europa verbreitete.[15]

Das wichtigste Detail der spanischen Bekleidung waren die Verzierungen. Sie bestanden aus sehr kostbaren Materialien, vor allem „Prunkvolle Stickereien und Besätze aus Goldfäden und Edelsteinen schmückten die Stoffflächen von Oberteil und Rock.“[16] (Abb. 3)

1.3 Männerbekleidung

Im Vergleich zur spanischen Frauenbekleidung, war die der Männer um einiges körperbetonter. Vor allem wurde das Bein bis zum Oberschenkel des Mannes in Szene gesetzt. Die Beine wurden außerdem noch mit Strümpfen geschmückt, die aus kostbarer Seide oder bei Bürgern aus zugeschnittenen Stoffen bestand, die dann zusammengenäht wurden.[17] Sehr gebräuchlich waren dabei Leinen oder Wollstoffe.[18]

Das Obergewand des Mannes war in Spanien neben „(…)Ropilla und Sayo, das mit Werg abgesteifte Wams, dessen Schultern durch Achselwülste verbreitert wurden.“ [19] Man konnte auch zwei Wämse übereinander tragen, einen mit und einen ohne Ärmel. Wie bei den Frauen trugen die Männer damals über dem Stehkragen eine weiße Halskrause. (Abb. 4)

Die Hose des Mannes war Oberschenkellang und wurde um die Steifheit zu erreichen mit Werg, Kleie oder Rosshaar ausgestopft. Durch diese Form des Ausstopfens bekamen die Hosen eine runde Form.[20] Im Laufe der Zeit wurden die Hosen immer enger und reichten schlussendlich nur noch bis zur Hälfte des Oberschenkels. Die Hose die sich dadurch entwickelte bekam den Namen „spanische Herpauken“[21] (Abb. 4)

Die Schuhe der Männer waren absatzlose Schuhe, die vorne spitz endeten. Sie wurden der Form der Füße angepasst, aber man unterschied nicht zwischen rechts und links.[22]

Die Haare des Mannes wurden sehr kurz geschnitten und der Bart zu einem Spitzbart rasiert. Hier wird noch mal deutlich, dass die Spanier gerne die Dreiecksform in der Mode verwendeten.

Zu den Accessoires der Männer gehörten auch verschiedene Kopfbedeckungen, darunter ein Hut Namens „Toque“, der genauso wie die Hose des Mannes versteift wurde und außerdem etwas höher als ein normaler Hut war.[23]

2. Die Farbe Schwarz

Zur heutigen Zeit wird die Farbe Schwarz oft in Verbindung mit Tod oder Trauer gesetzt. In der Modewelt kommt die Farbe Schwarz langsam von ihrem Image weg, dass sie nur von Personen der schwarzen Szene getragen werden. Das „kleine Schwarze“ ist ein Begriff, der vielen geläufig ist. Dieses Kleidungsstück strahlt Eleganz und Weiblichkeit aus und kommt nicht aus der Mode.

Besonders für die Designer spielt die schwarze Farbe eine große Rolle, für viele ist sie der Ausgangspunkt für ihre Kollektion. Die Londoner Designerin Bella Freud lässt ihre Grundmodelle immer in schwarz fertigen und fügt nach Gefühl Farbe hinzu, wie sie anlässlich ihrer Herbst/Winter Kollektion 1999/2000 kommentierte.[24]

[...]


[1] Rene König, Hans Peter Thurn Hrgb : Menschheit auf dem Laufsteg. Die Mode im Zivilisationsprozess, Springer-Verlag 2013, Seite 154.

[2] Rene König, Hans Peter Thurn Hrgb : Menschheit auf dem Laufsteg. Die Mode im Zivilisationsprozess. S.154.

[3] Vgl. Gertrud Lenning/ Gisela Krause: Kleine Kostümkunde. Fachverlag Schiele & Schön 2013, Abschnitt 22.

[4] Ebd.

[5] Vgl. Alfred Kohler Hrsg :Quellen zur Geschichte Karls 4. Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1990, S. 113.

[6] Ebd. S.114.

[7] Vgl. Karl, Vocelka : Frühe Neuzeit 1500- 1800. UTB 2010, S. 405.

[8] Ingrid Loschek: Reclams Mode und Kostümlexikon. Reclam 2011, S. 38.

[9] Vgl.Ebd. S. 33.

[10] Gertrud Lenning/Gisela Krause: Kleine Kostümkunde, Abschnitt 22.

[11] Ingrid Loschek, Reclams Mode und Kostümlexikon, S. 39.

[12] Vgl. Ingrid Loschek, Reclams Mode und Kostümlexikon, S. 39.

[13] Ebd.

[14] Vgl.Ebd. S. 41.

[15] Gertrud Lenning/Gisela Krause: Kleine Kostümkunde, Abschnitt 22.

[16] Vgl.Ebd.

[17] Vgl. Gertrud Lenning/Gisela Krause: Kleine Kostümkunde, Abschnitt 22.

[18] Vgl. Ingrid Loschek: Reclams Mode und Kostümlexikon, S.39.

[19] Ingrid Loschek: Reclams Mode und Kostümlexikon. S. 38.

[20] Vgl. Ebd.

[21] Vgl. Gertrud Lennig/Gisela Krause Kleine: Kostümkunde. Abschnitt 22.

[22] Vgl. Ingrid Loschek: Reclams Mode und Kostümlexikon. S. 39.

[23] Vgl. Gertrud Lenning/Gisela Krause: Kleine Kostümkunde. Abschnitt 22.

[24] Vgl. Harald Haarman: Schwarz: eine kleine Kulturgeschichte. Peter Lang 2005, S. 138.

Details

Seiten
27
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668763548
ISBN (Buch)
9783668763555
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v434917
Institution / Hochschule
AMD Akademie Mode & Design GmbH
Note
1,0
Schlagworte
Mode Design Spanien

Autor

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