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Umgang mit Unterrichtsstörungen. Bildungswissenschaftliche Theorieansätze und Methoden zur Umsetzung

Praktikumsbericht / -arbeit 2017 25 Seiten

Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Vorschau auf die Inhalte dieses Berichts
1.1 Beschreibung und Eindrücke der Praktikumsschule
1.2 Biographische Reflexion: Erinnerungen an meine eigenen Schulerfahrungen und warum ich Berufsschullehrerin werden möchte

2 Systematische Praxiserkundung
2.1 Begründung der Wahl des Themas im Hinblick auf biographische und problemorientierte Aspekte
2.2 Theoretischer Umgang und bildungswissenschaftliche Theorieansätze in Bezug auf Störungen im Unterricht
2.3 Formulierung der Fragestellung für die Praxiserkundung: Welche Methoden werden zur Unterbindung von Unterrichtsstörungen an der Praktikumsschule eingesetzt und wie erfolgreich sind sie?
2.4 Planung, Durchführung, Analyse und Reflexion der Praxiserkundung

3 Gestaltung von Unterrichtsphasen und Reflexion der Lehrerinnenrolle

4 Reflexion der Theorie-Praxis-Phase und Konsequenzen für den weiteren Verlauf meines Studiums

Anhang
I. Tabellarische Planung meines zu haltenden Unterrichts
II. Das dazugehörige Arbeitsblatt

Literaturverzeichnis

Internetquellen

1. Einleitung: Vorschau auf die Inhalte dieses Berichts

Im folgenden Bericht über mein Einführungs- und Orientierungspraktikum am Berufskolleg der Stadt Dortmund werde ich Ihnen die besuchte Schule vorstellen.

Im Anschluss daran folgt eine biographische Reflexion bezüglich meiner Erinnerungen an meine eigene Schulzeit und meiner Beweggründe, das Lehramtsstudium für Berufsschulen mit den Fächern Wirtschaftswissenschaften und Germanistik für mich und meinen zukünftigen Werdegang gewählt zu haben.

Im zweiten Abschnitt des Berichts werde ich genauer auf den von mir gewählten Beobachtungsbereich „Umgang mit Unterrichtsstörungen“ eingehen. Zunächst werde ich die theoretischen Vorgehensweisen und einige bildungswissenschaftliche Theorieansätze beim Umgang mit Unterrichtsstörungen aufzeigen. Hierzu werde ich anfangs erläutern, welche Unterrichtsstörungen es gibt, um im Anschluss daran verschiedene Methoden zum Umgang mit Unterrichtsstörungen zu erwähnen. Mittels der Fragestellung „Welche Methoden werden zur Unterbindung von Unterrichtsstörungen an der Praktikumsschule eingesetzt und wie erfolgreich sind sie? “ werde ich Bezug auf meine Beobachtungen im Unterricht nehmen und vorstellen, wie in der Praxis mit Unterrichtsstörungen umgegangen wird.

Im dritten Abschnitt beschreibe ich eine von mir gehaltene Unterrichtsstunde. Hierbei gehe ich sowohl auf den Inhalt, als auch auf die unterrichtete Lerngruppe und die damit verbundenen Entscheidungen zum Ablauf des Unterrichts und der Wahl der Sozialformen und Materialien ein.

Zum Abschluss meines Berichts werde ich resümieren, welche Erfahrungen ich durch dieses Praktikum für meinen weiteren Weg gesammelt habe, und welche Schlüsse und Erkenntnisse ich aus der Zeit am Berufskolleg der Stadt Dortmund für meinen beruflichen aber auch privaten Weg mitnehmen konnte.

1.1 Beschreibung und Eindrücke der Praktikumsschule

Das Berufskolleg der Stadt Dortmund versteht sich als regionales Qualifizierungszentrum für die berufliche und allgemeine Bildung. Zu den Schwerpunkten der Bildungsarbeit zählen die Bereiche Gesundheit, Erziehung, Soziales, Pflege sowie das Ernährungs- und Versorgungsmanagement. In diesem Spektrum bedarfs- und zukunftsorientierter Bildungsgänge hat die Schule es sich zur Aufgabe gemacht, den Schülerinnen, Schülern, Auszubildenden und Studierenden eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu ermöglichen. Innovative und individuelle Förderkonzeptionen im Unterricht, sowie in zahlreichen Kursen und Projekten bieten den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zur Bereicherung des eigenen Lernprozesses und zum Erwerb beruflich bedeutsamer Zusatzqualifikationen. Eine fördernde und fordernde Schulatmosphäre ermöglicht es allen an ihrer individuellen Leistungsbereitschaft und Persönlichkeitsentwicklung zielstrebig zu arbeiten, handwerkliche, kulturelle und soziale Interessen und Begabungen zu entfalten sowie Freude am und Bereitschaft zum lebenslangen Lernen zu entwickeln. Je nach individuellen Interessen, Schulabschlüssen und Begabungen offeriert die Schule attraktive Qualifizierungsmöglichkeiten. Die Verknüpfung von allgemeiner und beruflicher Bildung in nahezu 30 verschiedenen Bildungsgängen eröffnet die Möglichkeit, einen Berufsabschluss, eine berufliche Orientierung und/oder den nächst höheren allgemeinbildenden Abschluss bis hin zur Allgemeinen Hochschulreife zu erwerben.

Sowohl die Schülerschaft als auch das Kollegium zeichnen sich durch große Heterogenität aus. Bei den Lernenden sind verschiedenste Altersklassen und Bildungsziele vorzufinden. Auch das Lehrerkollegium weist Lehrerinnen und Lehrer mit unterschiedlichen Bildungslaufbahnen auf, von Quereinsteigern, über Gymnasial- und Gesamtschullehrerinnen und -lehrer bis hin zu Berufsschullehrerinnen und -lehrern von Beginn an. Für Probleme sowohl in der Schule, als auch im Alltag steht den Schülern ein Team von Sozialarbeitern für Fragen und Hilfestellungen zur Verfügung. Das Leitbild der Schule setzt sich vor allem aus angenehmer Lernatmosphäre, einem großen Bildungsangebot und kultureller Vielfalt in einem gleichberechtigten Miteinander zusammen. Durch die Nutzung moderner Medien wirkt der Unterricht motivierend für Schülerinnen und Schüler. Das Lernen erscheint für die Lernenden, aufgrund der Umsetzung der Modernisierung und der Anpassung an die sich wandelnde Medienlandschaft, abwechslungsreicher und „zeitgemäßer“.

Ziel des umfangreichen Bildungsangebotes ist es, den Lernenden einen qualifizierten Einstieg in den Beruf oder auch in das Studium in einer sich stetig wandelnden, globalisierten Wirtschafts- und Arbeitswelt zu ermöglichen. Das gesamte Kollegium des Berufskollegs stellt sich diesen Herausforderungen mit großem Engagement und viel Kreativität. Deren Arbeit ist geprägt von einem Geist der Offenheit, des gegenseitigen Respekts und der Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem. Für alle Beteiligten sind besonders konstruktive, gleichberechtigte und aggressionsfreie Formen des Zusammenlebens für alle am Schulleben Beteiligten wichtig, damit das Schulmotto „gemeinsam leben und lernen“ erfolgreich umgesetzt wird (Vgl. Berufskolleg der Stadt Dortmund, Klaus Krutmann).

Die Schule unterstützt die Lernenden außerdem indem sie mit Betrieben, Bildungsträgern und weiteren Partnern in der Region kooperiert und den Unterricht dementsprechend praxisnah gestaltet. Auch die didaktische Jahresplanung wird mit den Ausbildungsbetrieben abgestimmt. Es gibt Klassen zur Berufseinstiegsqualifizierung, Ausbildungsvorbereitung und ein breit gefächertes Angebot im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“. Im Fachbereich Nahrungs- und Gastgewerbe, in dem ich eine Klasse kennengelernt habe und dort hospitieren durfte, werden folgende Bildungsgänge angeboten:

- Bäckerin/Bäcker
- Konditorin/Konditor
- Fachverkäuferin/Fachverkäufer Bäckerei/Konditorei
- Köchin/Koch
- Fleischerin/Fleischer
- Fachverkäuferin/Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, Schwerpunkt Fleischerei
- Fachkraft im Gastgewerbe
- Fachfrau/Fachmann in der Systemgastronomie
- Hotelfachfrau/Hotelfachmann
- Restaurantfachfrau/Restaurantfachmann
- Hotel- und Restaurantfachfrau/-mann und Fachhochschulreife

(Vgl. Berufskolleg der Stadt Dortmund, Nahrungs- und Gastgewerbe)

Zusätzlich habe ich mich intensiv mit einer Klasse beschäftigt, die die einjährige Berufsfachschule mit dem Ziel einen Hauptschulabschluss nach Klasse 10 zu erlangen besucht. Die Berufsfachschule 1 bietet also in nur einem Jahr die Möglichkeit den Hauptschulabschluss nach Klasse 10 und eine berufliche Grundbildung im Berufsfeld Ernährungs- und Versorgungsmanagement zu erreichen. Im Rahmen der beruflichen Grundbildung können die Schülerinnen und Schüler testen, ob sie für eine Berufsausbildung in den Berufsfeldern des Gastgewerbes, des Nahrungsmittelhandwerks und der Hauswirtschaft geeignet sind, um

- später beruflich Gäste zu versorgen und zu betreuen,
- später Menschen in ihrer häuslichen Umgebung, in Krankenhäusern und Seniorenheimen zu versorgen und zu pflegen,
- später beruflich z.B. als Bäcker/in, Konditor/in, Fleischer/in, Koch/Köchin, Verkäufer/in im Lebensmittelhandwerk oder als Hauswirtschafter/in tätig zu sein.

Mit dem Erwerb des Hauptschulabschlusses nach Klasse 10 kann dann die einjährige Berufsfachschule 2 besucht werden, um dort den mittleren Schulabschluss (FOR) zu erwerben. Die berufliche Grundbildung ist für die Ausbildungsberufe, die dem Berufsfeld „Ernährung und Hauswirtschaft” zugeordnet sind, Grundlage einer folgenden Fachausbildung mit den Schwerpunkten Gastgewerbe und Hauswirtschaft, Nahrungsmittelhandwerk und Fleischverarbeitung.

Im berufsbezogenem Lernbereich werden Fächer wie Dienstleistung, Produktion und Betriebsorganisation unterrichtet. Dazu gehören sowohl praktische als auch theoretische Anteile wie zum Beipiel Nahrungszubereitung, Textilverarbeitung, Haus-und Wäschepflege, Ernährungslehre, Hygiene, Gerätekunde, Arbeits-und Gesundheitsschutz. Zum berufsübergreifenden Lernbereich gehören die Fächer Deutsch/Kommunikation, Religionslehre, Sport/Gesundheitsförderung und Politik/Gesellschaftslehre.

1.2 Biographische Reflexion: Erinnerungen an meine eigenen Schulerfahrungen und warum ich Berufsschullehrerin werden möchte

In meiner persönlichen schulischen Laufbahn durfte ich bereits verschiedene Schulformen besuchen und den Aufbau, sowie Inhalte des Schulalltags kennenlernen. Nach dem Besuch der Diesterweg-Grundschule der Stadt Dortmund, entschied ich mich nach der vierten Klasse zum Besuch eines Gymnasiums für meine weitere Schulbildung. Die Wahl für den schulischen Verbleib der nächsten Jahre fiel auf das Helmholtz-Gymnasium in Dortmund. Hier besuchte ich die Klassen 5 bis 12 und verließ die Schule im Jahr 2013 mit dem Erhalt der Allgemeinen Hochschulreife.

Am Helmholtz-Gymnasium konnte ich verschiedenste fachliche Inhalte erlernen und bereits erkennen, welche fachlichen Bereiche, der naturwissenschaftliche und wirtschaftliche aber auch sprachliche, mir liegen. So kam es auch zur Wahl der Leistungskurse Deutsch und Biologie, dem dritten Abiturfach Russisch und dem vierten Abiturfach Pädagogik.

Nach Erhalt der Allgemeinen Hochschulreife wollte ich den Schritt in die Berufswelt wagen. So entschied ich mich für eine kaufmännische Ausbildung, welche die beste Wahl für meine fachlichen Interessen in der Schule war. Im Zuge dieser Ausbildung durfte ich Einblicke in den Schulalltag eines Berufskollegs erhalten. Besonders deutlich wurde mir hier der Unterschied des berufsbildenden Bereichs der Berufsschule zu meinen bisherigen Stationen meiner schulischen Laufbahn. Es war interessant zu sehen, wie sehr sich die Motivation und das Engagement der Lernenden in der Ausbildung, die die Inhalte in direkten Bezug zu ihrem Beruf setzten und das Gelernte direkt verknüpfen konnten, von Lernenden zur Phase der Schulpflicht unterscheiden. Diesen Abschnitt meiner schulischen Laufbahn beendete ich nach zweieinhalb Jahren mit der Berufsbezeichnung Industriekauffrau in zwei sehr unterschiedlichen Unternehmen. Nebenbei lernte ich als Aushilfe die Lebensmittelindustrie mit einer Tätigkeit im Verkauf kennen und erweiterte so meine Kenntnisse.

Hier merkte ich jedoch schweren Herzens, dass mich dies, aufgrund fehlender Abwechslung im Berufsalltag, nicht zufriedenstellen konnte. Ich wünschte mir abwechslungsreichere Tätigkeitsfelder, Herausforderungen und eine höhere menschliche Interaktion in meinem Berufsleben.

Aufgrund der angesprochenen Erfahrungen an der Berufsschule und dem dort bereits entstandenen Interesse am Beruf des Berufsschullehrers entschied ich mich für das Studium für Lehramt an Berufsschulen.

Mit Freude blicke ich nun dem Lehren entgegen und bin gespannt darauf, Wissen zu vermitteln und meine beruflichen Erfahrungen in einem abwechslungsreichen und interaktiven Berufsalltag einbringen zu können.

2. Systematische Praxiserkundung

2.1 Begründung der Wahl des Themas im Hinblick auf biographische und problemorientierte Aspekte

Im Rahmen des Einführungs- und Orientierungspraktikums ist es vorgesehen, ein Thema zu wählen, welches im Laufe der Hospitation vertieft werden soll. Für mich war schnell klar, dass ich mit dem Thema „Umgang mit Unterrichtsstörungen“ arbeiten wollte, da ich im Laufe meiner Schullaufbahn bereits gemerkt habe, dass verschiedenste Situationen und Einflüsse den Unterricht stören können. Es ist für mich elementar wichtig, dass ich als Lehrender die Situationen frühzeitig erkennen und intervenieren kann, um einen reibungslosen Verlauf des Unterrichts zu gewährleisten. Für mich war es sehr interessant zu sehen, wie Lehrerinnen und Lehrer mit solchen Situationen umgehen oder es im besten Fall schaffen, solche Situationen gar nicht erst auftreten zu lassen. Während meiner Zeit an der Praktikumsschule konnte ich diverse Störfaktoren im Unterricht beobachten und daher lag es nahe mich diesem Thema zu widmen.

2.2 Theoretischer Umgang und bildungswissenschaftliche Theorieansätze in Bezug auf Störungen im Unterricht

Der Umgang mit Unterrichtsstörungen ist in der Forschung ein breit diskutiertes Thema, was ständiger Aktualisierung bedarf. In der Fachliteratur wird zu Beginn, das definiert, was eine Unterrichtsstörung ist. Man kann im Allgemeinen von einer Störung sprechen, wenn das Lehren und Lernen stockt, gar aufhört, oder inhuman wird (Vgl. Winkel, 2006, S. 31). Jedoch sind Unterrichtsstörungen zu komplex und vielseitig, um diese in Kürze zu definieren und zu verallgemeinern (Vgl. Steyer, 2004, S. 39).

Ebenfalls wird in der Fachliteratur die Verallgemeinerung von Unterrichtsstörungen als schwierig bis unmöglich eingestuft, da Unterrichtsstörungen unterschiedlich wahrgenommen werden. Was für den einen Lehrenden eine Unterrichtsstörung ist, nimmt ein anderer nicht als Beeinflussung wahr (Vgl. Winkel, 2006, S. 31).

Der Umgang mit Unterrichtsstörungen ist aber nicht nur aufgrund der individuellen Definition höchst komplex und variabel, sondern auch, weil hierbei verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. So ist zu entscheiden welche Art der Störung vorliegt. Hier kann zwischen verbalem Störverhalten, mangelndem Lerneifer, motorischer Unruhe und aggressivem Verhalten unterschieden werden (Vgl. Eder, Fartacek und Mayr, 1987, S.14). Zusammengefasst kann man Störungen auf zwei Störungstypen reduzieren: Den Überaktivismus, welcher sich durch Unruhe und Übermotorik äußert, und den Passivismus, gekennzeichnet durch Müdigkeit oder Desinteresse (Vgl. Steyer, 2004, S. 45).

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Details

Seiten
25
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668763944
ISBN (Buch)
9783668763951
Dateigröße
657 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v435079
Institution / Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
1,3
Schlagworte
umgang unterrichtsstörungen bildungswissenschaftliche theorieansätze methoden umsetzung

Autor

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Titel: Umgang mit Unterrichtsstörungen. Bildungswissenschaftliche Theorieansätze und Methoden zur Umsetzung