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Prozess der sozialen Konstruktion von Identität nach George Herbert Mead

Meads symbolischer Interaktionismus

Hausarbeit (Hauptseminar) 2017 13 Seiten

Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Prozess der sozialen Konstruktion von Identität
1.1 Symbolischer Interaktionismus als Voraussetzung der Identitätsbildung
1.2 Entwicklung der Identität durch Perspektivübernahme
1.3 Die Beschaffenheit der Identität

2. Die Identität des Individuums als Teil der Gesellschaft

3. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Einleitung

Diese Hausarbeit behandelt den Prozess der sozialen Konstruktion von Identität nach George Herbert Mead. Entsprechend seiner Kernthese: „Der Prozeß, aus dem heraus sich die Identität entwickelt, ist ein gesellschaftlicher Prozeß, der die gegenseitige Beeinflussung der Mitglieder der Gruppe, also das vorherige Bestehen der Gruppe selbst voraussetzt“ (Mead 1995, 207) soll beleuchtet werden, inwieweit die Bildung der Identität eines Individuums durch die Gesellschaft beeinflusst und vorangetrieben wird.

Der Hauptteil dieser Arbeit ist unter dem ersten Abschnitt, soziale Konstruktion von Identität, in drei Teilabschnitte gegliedert. Zunächst wird im ersten Teilabschnitt der Symbolische Interaktionismus vorgestellt, welcher sich mit der Vermittlung von gesellschaftlichen Regeln durch Sprache und Symbole auseinandersetzt und bis heute eine der bekanntesten Theorien aus Meads Sozialpsychologie darstellt. Im darauffolgenden zweiten Teilabschnitt wird das Augenmerk auf die eigentliche Entwicklung der Identität gelegt, die bereits im frühen Kindesalter beginnt und im Kern darin besteht, dass das Kind verschiedene Rollen übernimmt. Zuletzt wird im dritten Teilabschnitt der Aufbau der menschlichen Identität genauer beleuchtet und untersucht, wie sich Diese aus dem sogenannten Ich und ICH zusammensetzt. Der zweite Abschnitt des Hauptteiles beschäftigt sich vornehmlich mit dem gesellschaftlichen Einfluss auf die Identitätsbildung und schlägt somit die Brücke zur eigentlichen Kernthese. In diesem Rahmen befasst sich die Arbeit mit dem - mit der Identität eng verknüpften - Thema der Moral, so wie Mead diese verstand. Am Ende dieser Arbeit folgt eine Schlussbetrachtung, in welcher zum einen Kritik an Meads Theorie geübt und diese zum anderen kurz in den Kontext vergleichbarer oder folgender Theorien eingebettet wird.

1. Prozess der sozialen Konstruktion von Identität

Der US-Amerikanische Philosoph, Soziologe und Psychologe George Herbert Mead[1] stellt im Rahmen seiner Arbeit als Professor für Sozialpsychologie eine Theorie zur Identitätsbildung des Menschen auf, welche bis heute in den entsprechenden Fachrichtungen gelehrt wird. Er selbst hat jedoch nie eigene geordnete Schriften zu seinen Theorien verfasst, weshalb sein heute bekanntestes Werk Mind, Self and Society from the Standpoint of a Social Behaviorist, zu Deutsch Geist, Identität[2] und Gesellschaft aus der Perspektive des Sozialbehaviorismus, nach seinem Tod von einem seinem Schüler Charles W. Morris[3] verfasst wurde. Auch andere seiner Schüler, wie beispielsweise Herbert Blumer[4], sind durch weitere Ausarbeitungen von Meads Theorie bekannt geworden (vgl. Wenzel 2000, 15-46). Seine Überlegungen und Untersuchungen folgen dem Vorgehen des von ihm entwickelten Forschungsschemas des Sozialbehaviorismus. Dieser kombiniert die empirisch-physiologischen Grundannahmen des Behaviorismus[5] mit der Idee, dass der Mensch zu einer bewussten Reflektion seiner Handlungen in der Lage ist (vgl. Wenzel 2000, 59). Der Mensch ist also in der Lage ein Bewusstsein auszubilden und seine Identität zu reflektieren.

1.1 Symbolischer Interaktionismus als Voraussetzung der Identitätsbildung

Der Mensch ist dazu fähig eine Identität zu entwickeln und sich dieser bewusst zu werden. Dies setzt die Fähigkeit zu denken voraus, welche Mead als gegeben betrachtet. Laut Georg Herbert Mead ist das Denken nichts anderes als ein Gespräch mit sich selbst. Dies wiederum setze die Fähigkeit des Sprechens voraus. Auf Grundlage der Fähigkeit des Denkens und der damit verbundenen Fähigkeit des Sprechens bildet sich laut Mead die Identität, ausgelöst durch die Interaktion und Kommunikation mit anderen Menschen. Durch eine bewusste Unterscheidung der eigenen Handlungen und derer anderer Menschen, erhält das Individuum sein Selbstbewusstsein (vgl. Abels 2017, 204). So versetzt sich der Mensch stets in sein menschliches Gegenüber hinein, wenn er mit diesem interagiert und kann so bewusst Reaktionen seines Gegenübers erzielen. Dabei kann er sich gleichzeitig aus der Perspektive des Anderen selbst betrachten und sich als Individuum wahrnehmen (vgl. Mead 1995, 187). Die menschliche Identität ist also ein Bewusstwerden der eigenen Existenz und der Tatsache, dass die eigenen Handlungen eine Auswirkung auf die Umwelt haben. Dieser Prozess unterscheidet den Menschen maßgeblich vom Tier. Das Tier verspürt einen Reiz, welcher es dazu veranlasst eine Handlung auszuführen. Diese Handlung wiederum übt einen Reiz auf ein anderes Tier aus. Diese Reiz-Reaktionskette bleibt jedoch stets ein unbewusster Prozess und das Tier entwickelt keine Vorstellung vom eigenen Selbst. Auch Gruppen primitiver Naturvölker führen laut Mead ihre Handlungen lediglich durch ein Reiz-Reaktionsschema aus. Da diese jedoch bereits über die Möglichkeit des Denkens und somit der Reflektion verfügen, bilden sie eine Art Zwischenstadium zwischen dem Tier und dem modernen Menschen (vgl. Mead 1995, 187).

Auch menschliche Handlungen in unserer modernen Gesellschaft können unbewusst ablaufen: Mead beschreibt, dass es Handlungen gibt welche keinerlei Denkprozesse benötigen, da sie als in sich vollkommen sinnvoll gegeben sind. Diese kann man dem instinkthaften Verhalten des Tieres gleichsetzen. Dabei handelt es sich also um Handlungen, deren Reaktion direkt durch einen Reiz ausgelöst wird. Darunter fallen beispielsweise Handlungsabläufe, welche so vollkommen in den Alltag des Individuums eingegangen sind, dass diese scheinbar automatisch stattfinden Als Beispiel nennt Mead hier das Sitzen auf einem Stuhl und auch in Angstsituationen kann eine solche Reiz-Reaktionskette beim Menschen beobachtet werden (vgl. Mead 1995, 188).

Da der Mensch im Gegensatz zum Tier allerdings über die Fähigkeit der rationalen Analyse und Planung von Handlungen verfügt, verbirgt sich hinter menschlicher Interaktion zumeist ein sehr komplexer Denkprozess. Dabei verfügt das Individuum über ein großes Spektrum an sogenannten signifikanten Symbolen, welche sich zum Beispiel über die Mimik, aber vor allem über die Lautsprache äußern. Diese signifikanten Symbole sind jedem Individuum in einer Gruppe zugänglich und werden von jedem mit dem gleichen Sinn versehen und verstanden (vgl. Wenzel 2000, 48). Es herrscht also eine allgemeine Vereinbarung darüber, was die Symbole, wie Worte oder Sätze, bedeuten. Diese Zuordnung von Symbolen zu menschlichen Interaktionen wird heute zumeist unter dem Begriff „Symbolischer Interaktionismus“ zusammengefasst. Dieser Begriff stammt ursprünglich allerdings weniger aus dem Sprachgebrauch von George Herbert Mead, als von den weiterführenden Darstellungen seines Schülers Herbert Blumer (vgl. Wenzel 2000, 11). Der Symbolische Interaktionismus beschreibt also, wie der Mensch in der Gruppe agiert und sich verständigt, was als Voraussetzung für die Identitätsbildung dient.

1.2 Entwicklung der Identität durch Perspektivübernahme

Die Entwicklung der Identität beginnt bereits im frühen Kindesalter. Mead unterteilt die Entwicklung der Identität hier in zwei aufeinander aufbauende Phasen: Play, zu Deutsch Spiel, und Game, zu Deutsch Wettkampf, ein. Das Spiel ist ein Rollenspiel in welchem das Kind die Rolle einer wichtigen Bezugsperson, eines sogenannten signifikanten Anderen, übernimmt und von dem Standpunkt dieser Rolle aus agiert. Im nächsten Moment übernimmt das Kind wieder seine eigene Rolle oder die einer anderen Person und begibt sich dabei vollkommen von einer Rolle in die andere. Das Kind ist noch nicht in der Lage die Rollenbilder von seiner eigenen Rolle aus bewusst zu reflektieren und es erscheint ihm als stecke es tatsächlich in der anderen Rolle (vgl. Abels 2017, 209). Häufig spiegelt sich dieses Verhalten in dem kindlichen Spiel mit einer imaginären Person wieder. Zunächst spielt das Kind die Handlungen anderer Individuen nach und lernt dabei die ersten Grundsteine, um später seine und die anderen Rollen in seinem Bewusstsein zu organisieren (vgl. Mead 1995, 192).

Charakteristisch für diese Form des Spielens ist also, dass das Kind nur eine Rolle gleichzeitig übernehmen kann und es zudem über ein eingeschränktes Repertoire an Rollenbildern verfügt, nämlich die konkreter Individuen.

In der anschließenden Phase des Wettkampfes, beginnt das Kind die real existierende Rollen Anderer zu reflektieren. Hierzu übernimmt es sowohl die Haltung von seinem Gegenüber als auch von sich selbst und gegebenenfalls von mehreren weiteren Personen gleichzeitig. Im Wettkampf fällt die Organisation dieser verschiedenen Reaktionsabläufe noch leichter als im späteren freien Interagieren in der Gruppe, da diese durch die Spiel- oder Wettkampfregeln festgelegt sind (vgl. Mead 1995, 193/194). Die endgültige Sozialisation des Individuums besteht darin, auch in scheinbar regellosen menschlichen Interaktionsprozessen eine Handlungsorganisation entwickelt zu haben. Dies geschieht dadurch, dass auch hier die Haltung der anderen Akteure angenommen und reflektiert wird, doch diesmal ohne die Regulierung durch Spielregeln, sondern lediglich durch die Regeln welche, durch die bereits bestehende Gesellschaft, an das Individuum herangetragen wurden. Wenn die Zahl der anderen Akteure über eine für das einzelne Individuum überblickbare Anzahl hinausgeht, spricht man vom verallgemeinerten Anderen. Dies trifft zum Beispiel auf ein Individuum in einer Partei zu, welches die Haltung der Masse von Akteuren in der Partei annehmen kann, ohne die eines jeden Einzelnen anzunehmen (vgl. Mead 1995, 198). Stets bleibt also die Identitätsbildung ein Wechselspiel von Handlungen und Reaktionen und der Reflektion dieser, durch die Akteure einer Gruppe. Nun stellt sich die Frage, wie die Identität selbst aufgebaut ist und wie die Reflektion der Handlungen verläuft?

1.3 Die Beschaffenheit der Identität

Nach Mead ist die Identität ein Zusammenschluss zweier Teile; dem I, zu Deutsch Ich und dem me, zu Deutsch ICH. Diese beiden Teile sind eng miteinander verwoben und bilden sich durch die Interaktion mit anderen Akteuren einer Gruppe aus. Durch die Übernahme und Reflexion der Haltungen anderer Akteure wird sich das Individuum seiner Identität bewusst. Dieses Identitätsbewusstsein spiegelt sich im ICH wieder. Das ICH steht für die organisierte Gruppe von Haltungen in gesellschaftlichen Prozessen. Dies entspricht der organisierten Gruppe von Haltungen, welche im Wettkampf und im weiteren Verlauf der Identitätsbildung erlernt wird.

Anders ausgedrückt: Die Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens werden im ICH eines jeden Menschen vereint. Als Pendant dazu steht das Ich, welches die unmittelbaren Reaktionen des Individuums ausdrückt. Kommt der Mensch also in eine bestimmte Situation, stehen ihm alle möglichen Haltungen der Anderen, welche nach einer bestimmten Reaktion verlangen, im ICH zur Verfügung. Die letztliche Reaktion des Individuums bildet dabei das Ich. (vgl. Mead 1995, 218/219) „Das >>Ich<< ist die Reaktion des Organismus auf die Haltung Anderer; das >>ICH<< ist die organisierte Gruppe von Haltungen anderer, die man selbst einnimmt.“ (Mead 1995, 218). Jedes Ich in einem Moment wird damit ein Teil des ICH im nächsten Moment. Somit besteht das ICH aus vielen vorhergegangenen Ichs der Vergangenheit (vgl. Mead 1995, 217). Dem Ich ist es zu verdanken, dass die Menschen nicht alle vollkommen gleich sind. Es steht für die Kreativität und Spontanität, ist zumeist unberechenbar und nicht vorhersagbar (vgl. Garz 2006, 47). Dem gegenüber steht das ICH, welches reflektierend über die möglichen Handlungsansätze der jeweiligen Situation steht. Mead vergleicht das ICH mit dem Über-Ich von Freud[6], welches die Triebimpulse reglementiert und zurückhält, so wie es dem Individuum für das gesellschaftliche Leben beigebracht wurde. Als Triebimpulse kann bei diesem Vergleich das Ich bezeichnet werden (vgl. Abels 2017, 214). Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Identität oder das Selbst (vgl. Fußnote 2) gleichermaßen aus dem Ich und dem ICH des Menschen gebildet wird. Dabei konstruieren sich die Teile durch die Interaktion des Menschen mit der Gruppe. Zum einen dadurch, dass die Gruppe das Individuum maßgeblich beeinflusst und zum anderen dadurch, dass das Individuum über einen eigenständigen Handlungsspielraum verfügt. Vor allem das ICH bedarf dabei eines Lernprozesses, welcher durch die Interaktion der Individuen durch Symbole vermittelt wird.

2. Die Identität des Individuums als Teil der Gesellschaft

Es lässt sich also sagen, dass die menschliche Identität, oder besser das menschliche Bewusstsein dieser Identität, durch einen gesellschaftlichen Prozess gebildet wird. Maßgebend für diesen Prozess ist die Interaktion der Individuen einer Gruppe, welche sich durch Sprache und Gestik äußert und deren Regeln vor allem im frühkindlichen Stadium durch Spiel beziehungsweise Wettkampf erlernt werden. Ohne die Gruppe wäre der Mensch nicht in der Lage sich zu reflektieren.

Die anderen Akteure scheinen auf das Individuum wie ein Spiegel zu wirken, in welchem es seine eigene Identität erkennt, indem es die Rollen der anderen bewusst wahrnimmt, und somit auch seine eigene Rolle als Reiz auf die anderen Individuen. Da die Gemeinschaft vom Individuum und das Individuum von der Gemeinschaft abhängig ist, muss stets ein Gleichgewicht zwischen den beiden herrschen. Als einen der größten Fortschritte in der Entwicklung der Gemeinschaft bezeichnet Mead die Institutionalisierung der Reaktionen der Gemeinschaft auf den Einzelnen. Somit gelten für jedes Individuum dieselben Regeln. Als Beispiel hierfür nennt Mead Diebstahl. Es sei völlig gleichgültig, wer sich an unserem Eigentum vergreife, denn durch die Institutionalisierung reagiere die Gesellschaft immer gleich. Dies betitelt Mead mit der Errichtung einer Institution [7] (vgl. Mead 1995, 210). Trotzdem ist das Individuum durch diese Regeln nicht in der Weise gebunden, dass es ihnen nicht widersprechen kann. Da das Individuum frei mit seinem Ich (vgl. Abschnitt 1.3) agieren kann, ist es in der Lage, die Gemeinschaft anzuzweifeln oder sich ihr gegenüber zu verteidigen. Dabei hat das Individuum nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht zur Gemeinschaft zu sprechen und diese von dessen Standpunkt zu überzeugen. Nur so entsteht Fortschritt in einer Gesellschaft, da sich durch den Austausch zwischen Individuum und Gesellschaft immer wieder neue Handlungsabläufe etablieren können. Wäre die Gesellschaft ein statisches Gebilde, also wären die Handlungsabläufe stets festgeschrieben, gäbe es kein Anzeichen für die menschliche Intelligenz. Die so zu erlernenden Handlungsabläufe würden eher einem instinkthaften Verhalten ähneln. Doch eben diese Intelligenz hält die Menschen zusammen und befähigt andererseits das Individuum dazu, diese Gemeinschaft kritisch hinterfragen zu können.

Hier ist anzumerken, dass sich in Meads Theorie das moralische Handeln im ICH (vgl. Abschnitt 1.3) widerspiegelt. Die hier gespeicherten gesellschaftlichen Handlungsabläufe leiten das Individuum an, wie es sich in der Interaktion mit anderen verhalten kann und sollte. Hier kann es verschiedenen Motive geben, welche unterschiedliche erlernte Handlungen nach sich ziehen. Unteranderem kann dieses Motiv ein moralisches Ziel darstellen (vgl. Mead 1995, 211). Ein moralisches Ziel bezeichne sich dadurch, dass das eigene Motiv und das tatsächlich verfolgte Ziel einer Handlung mit dem Allgemeinwohl vereinbar sei (vgl. Garz 2006, 49).

[...]


[1] George Herbert Mead wurde am 27. Februar 1863 in South Hadley, Massachusetts, USA geboren und starb am 26. April 1931 in Chicago, USA (Wenzel 2000, 15-46).

[2] In seinem ursprünglichen Wortlaut bezeichnete Georg Herbert Mead den heutzutage als Identität betitelten Begriff selbst nie mit Identity, sondern als Self, was genau übersetzt Selbst bedeutet (Vgl. Abels 2017, 203). Folglich kann der Begriff im Laufe dieser Arbeit sowohl als Identität oder auch als Selbst oder Self auftauchen.

[3] Charles W. Morris (1901-1979) war ein US-amerikanischer Philosoph und Schüler von George Herbert Mead. Seine schriftlichen Aufzeichnungen aus den Vorlesungen Meads, wurden 1973 unter dem Titel Mind, Self and Society from the Standpoint of a Social Behaviorist veröffentlicht (Mead 1995).

[4] Herbert Georg Blumer (1900-1987) war US-amerikanischer Soziologe und Schüler von George Herbert Mead. Er erreichte Bekanntheit durch seine Erarbeitung des symbolischen Interaktionismus, nach den Theorien von Mead (Abels 2017).

[5] Der Behaviorismus wurde Anfang des 20. Jahrhunderts unteranderem von dem Psychologen John B. Watson begründet und betrachtet das menschliche Verhalten mit naturwissenschaftlichen Methoden. Die Vorgehensweise ist eng mit Physiologie verwandt und es wird davon ausgegangen, dass der Mensch einzig über sein Verhalten untersucht werden kann (Kimble 1997, ix), da der Sinn mentaler Begriffe wie Bewusstsein, Denken und Reflektion abgestritten wird (Wenzel 2000, 59).

[6] Sigmund Freund (1856-1939) war ein österreichischer Psychologe und der Begründer der Psychoanalyse. Er entwickelte eine Theorie zum menschlichen Bewusstsein und verschriftlichte diese unteranderem in seinem 1923 erschienen Werk Das Ich und das Es (Markus 1989).

[7] Institution [lateinisch »Einrichtung«] die, -/-en, Soziologie: Bezeichnung für soziale Gebilde und Organisationen verschiedenster Art, die sich überall dort entwickeln, wo das Zusammenleben einer Gruppe Ordnung und Regelung erfordert. Unterschieden werden Institutionen als abstrakte, in kulturellen Traditionen niedergelegte, regulative Prinzipien (Verhaltensregeln) und Institutionen als konkrete gesellschaftliche Gruppen, Assoziationen, Organisationen, in denen sich diese Prinzipien repräsentieren. Zu ihren wichtigsten Merkmalen zählen relative zeitliche Konstanz, das einer bestimmten Struktur, einem kulturellen Muster folgende Zusammenwirken ihrer Glieder sowie normative Richtlinien, die das Handeln der Menschen leiten sollen. ( Die Brockhaus Enzyklopädie Online 2017)

Details

Seiten
13
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668766709
ISBN (Buch)
9783668766716
Dateigröße
508 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v436016
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Soziologische Theorie
Note
1,0
Schlagworte
George Herbert Mead symbolischer Interaktionismus Identitätsentwicklung Entwicklung der Identität

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