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Elemente und Funktionen der nonverbalen Kommunikation

Hausarbeit 2017 15 Seiten

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Nonverbale Kommunikation
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Grundlagen

3 Elemente der nonverbalen Kommunikation
3.1 Körpersprache
3.2 Mimik
3.3 Gestik
3.4 Körperhaltung und -bewegung

4 Funktionen der nonverbalen Kommunikation

5 Nonverbale Kommunikation mit den Jüngsten

6 Schlussbetrachtung

7 Literaturverzeichnis

8 Reflexion

1 Einleitung

Paul Watzlawick vertritt die These, dass man nicht nicht kommunizieren kann (Watzlawick 1969, S. 53). Das bedeutet, dass selbst wenn Menschen sich begegnen und verbal nicht miteinander sprechen trotzdem durch ihre Körpersprache nonverbal miteinander kommunizieren. Wenn beispielsweise jemand von seinem Freund gefragt wird, wo sie sich gestern Abend noch so spät aufgehalten hat und keine Antwort gibt, findet dennoch eine Kommunikation statt. Die gefragte Person könnte rot werden, die Arme vor dem Oberkörper verschränken und dem Blick des Partners ausweichen. In diesem Fall signalisiert sie ihm durch ihre Körpersprache, dass sie nicht darüber sprechen möchte, da ihr etwas unangenehm ist.

Doch was versteht man eigentlich genau unter „Nonverbaler Kommunikation“, welche Mittel und Formen der Verständigung gibt es hier und welche Wirkung oder Funktionen haben sie beim Menschen?

In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, was Körpersprache und nonverbale Kommunikation eigentlich ist und welche Funktionen sie besitzt. Daran anlehnend sollen als nächstes die Elemente der nonverbalen Kommunikation- nämlich der Mimik, Gestik, Blickkontakt und Körperhaltung- erläutert werden. Zum Schluss werden in einem eigenen Kapitel die nonverbale Kommunikation mit den Jüngsten erläutert.

2 Nonverbale Kommunikation

2.1 Begriffsdefinition

Der Begriff "nonverbale Kommunikation" ist besonders schwer zu definieren. Zur interpersonalen Kommunikation wird vor allem die menschliche Sprache bewusst als Kommunikationsmittel eingesetzt. Es gibt jedoch außer der Sprache noch eine weitere Form der Kommunikation, die der Sprache ständig vorauseilt. Diese wird als "nonverbale" oder "nicht-sprachliche" Kommunikation bezeichnet. Der Begriff ist demnach nicht eigens definiert, sondern wird nur durch Ausschluss der Sprache umschrieben. Der Begriff "nonverbale" Kommunikation (im Deutschen auch "außer-sprachliche ", "nicht-sprachliche", nichtlinguistische", "averbale" Kommunikation) wird in der Kommunikationsforschung für alles verwendet, was Kommunikation aber nicht Sprache ist (vgl. Scherer, Klaus 1979, S. 11).

Dadurch, dass in unserer Gesellschaft der Sprache viel mehr Beachtung geschenkt

wird als der nonverbalen Kommunikation, wird diese viel weniger manipuliert und kontrolliert. Es kommt zum unkontrollierten Durchsickern von Informationen in den nonverbalen Kommunikationskanälen. Kommunikation ist ein Mehrkanal - System, welches Klaus Scherer gemäß der Sinnesorgane charakterisiert, die zur Rezeption verwendet werden. Nonverbale Kommunikation setzt sich demnach aus mehreren Teilelementen zusammen.

Dazu gehören:

- auditive Mitteilungen (vokale Signale wie Sprechweise, Stimmqualität und Tonfall, jedoch nicht verbale Signale)
- visuelle Mitteilungen gegliedert in Kinesik (Mimik, Gestik, Blickaustausch, Körperbewegungen) Proxemik (interpersonale Distanz, räumliches Verhalten)
- taktile Mitteilungen (Körperberührungen)
- olfaktorische Mitteilungen (Geruchsempfindungen)
- thermale Mitteilungen (Wärmeempfindungen)
- gustatorische Mitteilungen (Geschmacksempfindungen)

(vgl. Scherer, Klaus, 1979, S. 3)

Die letzten vier Mitteilungen bleiben in den Studien meistens unberücksichtigt, da man diese Mitteilungen im Bereich der nonverbalen Kommunikation noch zu wenig erforscht hat. Taktile Kommunikation beispielsweise spielt in der menschlichen Kommunikation aber sehr wohl eine große Rolle. Die meisten Signale taktiler Kommunikation stammen aus dem Repertoire der Mutter – Kind Signale, zum Beispiel Streicheln,Tätscheln, Kraulen, Auflegen der Hand und Umarmen. Diese Körperberührungen wirken beruhigend und, vermitteln Wohlbefinden und Sicherheit und werden auch von Erwachsenen angewendet. Berührungen mit der Hand fördern in bestimmten Situationen auch die Kontaktbereitschaft mit einem fremden Ansprechpartner (vgl. Eibl-Eibesfeldt, Irenäus 1995, S.604).

Die Alltagssprache bezieht sich auch auf die geruchliche Komponente von Kommunikation. Wenn jemand als unsympathisch empfunden wird, heißt es oft: "Ich kann diesen Typ nicht riechen." Eibl-Eibesfeldt stellte fest, dass es sich bei den menschlichen Gerüchen um tonische Signale handelt, die einstimmen und binden oder abweisen. In der anonymen Gesellschaft werden sie durch Deodorants getarnt, wobei besonders die geruchlichen Geschlechtsunterschiede fortfallen. Parfums unterstreichen wiederum das individuelle Geruchsbouquet für den Partner (vgl. Eibl-Eibesfeldt, Irenäus 1995, S.604)

Die kommunikative Funktion von Körpergeruch fand Eibesfeldt in mehreren Ritualen bestätigt.

„Bei den Gidjingali in Arnhem Land (Australien) beobachtete ich, wie ein Mann, der sich von einem anderen verabschiedete, mit beiden Händen unter seine Achselhöhlen griff, Schweiß abrieb und ihn dann mit den Handflächen auf die Körperseiten des Grußpartners wischte. Bei den Trancetänzen der Gwi filmte ich, wie Trancetänzer ihren Achsel- und Gesichtsschweiß auf einen Kranken übertrugen. Sie rieben sich auch ihren Kopf mit den Handflächen und übertrugen so auch den Haargeruch. In all diesen Fällen wird dem Partner durch die Übertragung des eigenen Geruchs Kraft gespendet.“ (Eibl-Eibesfeldt, Irenäus 1995, S.603)

Nonverbale Kommunikation setzt sich wie eben erläutert aus mehreren Arten von Mitteilungen zusammen. Diese Signale haben verschiedene Bedeutungen, die vom Sender und Empfänger wahrgenommen werden und den Kommunikationsprozess maßgeblich beeinflussen. Es handelt sich vorwiegend um unbewusste, zum Teil angeborene Verhaltensweisen, teils sind es bewusst eingesetzte Signale, um Kommunikationsziele besser zu erreichen. So kann zu den visuellen Mitteilungen von nonverbaler Kommunikation auch Kleidung, Frisur, Schmuck u. ä. dazugezählt werden, die als Zeichen der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gesellschaftsschicht fungieren (vgl. Eibl-Eibesfeldt, Irenäus 1995, S.603).

2.2 Grundlagen

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Nach Paul Watzlawick findet demnach zu jedem Zeitpunkt Kommunikation statt. Auch wenn man nichts sagt, hat diese eine Botschaft für den Gegenüber. (vgl. Mentzel 2007, S. 2) Kommunikation findet also nicht nur mit gesprochenen Worten statt, sondern wird auch immer von nonverbalen, also körpersprachlichen Äußerungen begleitet (vgl. Mentzel 2007, S. 259). Die gesprochenen Worte sind meist auch nur im Zusammenhang mit nonverbalen Äußerungen richtig zu verstehen (vgl. Allhoff 2006, S. 22).

„Der Psychologe Albert Mehrarbian hat in empirischen Studien festgestellt, dass mit Worten nur 7 % der Informationen eines Gesprächs vermittelt werden. Dagegen sind die Stimme mit 38 % und körpersprachliche Äußerungen mit 55 % an der Informationsvermittlung beteiligt.“ (Mentzel 2007, S. 259). Diese Studie belegt, dass Kommunikation vor allem über körpersprachliche Äußerungen stattfindet.

Die nonverbale Kommunikation läuft zum größten Teil unbewusst ab, denn man ist nicht in der Lage alle Bereiche des Körpers willentlich zu beeinflussen. Viele Abläufe des Körpers sind Routine und finden somit im Unterbewusstsein statt. Bei der bewussten nonverbalen Kommunikation versucht man, willentlich mit Mimik und Gestik etwas auszudrücken (vgl. Simon 2004, S.126). Sie umfasst alle Signale des Körpers, die man kognitiv steuert. Dazu zählen zum Beispiel direkte Zeichen mit den Fingern, wie Daumen hoch für eine positive Rückmeldung oder das Zählen mit den Fingern. (vgl. Ruch 2009, S. 27)

Die Ausdrucksformen der nonverbalen Kommunikation sind sehr komplex und sollten daher immer in Beziehung zu einander gesetzt werden. Die Bedeutung der nonverbalen Signale erschließt sich nur aus dem Zusammenhang mit anderen Signalen und unter Berücksichtigung der Situation. Wenn man die einzelnen Signale isoliert betrachtet, dann wird man diese nicht verstehen können und es kommt zu Missverständnissen. (vgl. Püttjer, Schnierda 2001, S. 60f)

3 Elemente der nonverbalen Kommunikation

3.1 Körpersprache

Die Körpersprache verwenden und verstehen wir zwar größtenteils unbewusst, aber sie bestimmt zu einem Großteil das Gesamtbild, das wir selbst von uns geben, sowie das Gesamtbild, das wir uns von anderen Menschen machen. Noch bevor wir einen fremden Menschen nach dem beurteilen, was er sagt, haben wir einen Gesamteindruck von ihm empfangen dadurch, wie er sich gibt, sich bewegt oder sich gebärdet. Auch wenn wir einen Menschen bereits kennen, verrät uns seine Körpersprache oft mehr über seinen Gemütszustand, als er uns durch seine Worte zu verstehen gibt. Im Gespräch dient die Körpersprache dazu, das Gesagte zu unterstützen und in seiner Wirkung zu verstärken oder wörtliche Äußerungen durch mimische oder gestische Äußerungen zu ersetzen; sie kann jedoch auch die wahren Gefühle des Sprechers verraten und ihn als unehrlich entlarven, wenn die Körpersprache nicht mit dem Gesagten übereinstimmt (vgl. Scherer 1979, S. 146-150).

Daher ist die Körpersprache ein wesentlicher Bestandteil der Kommunikation; sie wird auch als nonverbale Kommunikation bezeichnet. Im Unterschied zur Sprache gehören die meisten Elemente der Körpersprache nach Ansicht von Anthropologen zum genetischen Programm des Menschen. Insbesondere die Primäraffekte wie Freude, Trauer, Angst oder Zorn werden bei allen Menschen weitgehend durch dieselben Ausdrucksformen der Mimik signalisiert. Allerdings gibt es auch zahlreiche Elemente der Körpersprache, die spezifisch für einen Kulturkreis oder gar nur für bestimmte Gruppen sind, die also auf Konvention beruhen. Außer durch kulturelle und soziale Faktoren wird die Körpersprache eines Menschen auch durch individuelle Faktoren beeinflusst, wie durch sein Alter und Geschlecht, seine Grundstimmung und seine Lebenseinstellung (vgl. Scherer 1979, S. 146-150).

Während die Sprache nach dem bühlerschen Kommunikationsmodell vor allem die Funktion der Darstellung innehat, d. h. etwas über die Gegenstände aussagt, auf die sich die Nachricht bezieht, kommt der Körpersprache insbesondere eine Symptom- und Signalfunktion zu: Sie drückt die Gefühle und Gedanken des Senders aus und löst eine Meinung oder Handlung beim Empfänger aus. Die Körpersprache hat daher weniger mit dem Inhalt der Nachricht als vielmehr mit dem Verhältnis des Senders und Empfängers zu dem Inhalt und mit ihrer Beziehung zueinander zu tun (vgl. Scherer 1979, S. 146-150).

Die Bedeutung der Zeichen der Körpersprache als Ausdruck von Gefühlen wird vor allem von der Ausdruckspsychologie untersucht. Die meisten Zeichen der Körpersprache haben allerdings für sich genommen keine feste Bedeutung; einzelnen Ausdrucksformen der Körpersprache lassen sich daher nur selten eindeutig bestimmte Gefühlszustände zuordnen. Ein zuverlässiges Gesamtbild ergibt erst das Zusammenwirken mehrerer Zeichen, wobei überdies die jeweilige Situation zu berücksichtigen ist. Dies sollte man bei Aussagen über einzelne Ausdrucksformen der Körpersprache beachten (vgl. Scherer 1979, S. 146-150).

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Details

Seiten
15
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668772700
ISBN (Buch)
9783668772717
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v437140
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Note
2
Schlagworte
Körpersprache Nonverbale Kommunikation

Autor

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Titel: Elemente und Funktionen der nonverbalen Kommunikation