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Gesellschaftstheorie. Soziale Ungleichheit, Armut und Sozialstruktur. Zusammenfassung

Zusammenfassung 2015 4 Seiten

Sozialwissenschaften allgemein

Leseprobe

Zusammenfassung Gesellschaftstheorie

- Gesellschaft ist die größte soziale Einheit und die Gesamtheit aller möglichen Kontakte.
- Lebenswelt ist der Ort der Praxis an dem uns die Welt als eine sinnhafte Welt begegnet, in der wir uns leiblich (kognitiv, emotional, physisch) als gemeinsam Handelnde und Kommunizierende, als andere, als ich und du, erfahren.

- Die Logiken der modernen Gesellschaftlichkeit:

1. Differenzierung unterschiedlicher Logiken

2. Logiken und Funktionssysteme, Felder etc.

- Handeln, Kommunikation, soziale Praxis:

1. Sinn und sozialer Kontext

2. Praxis des Handelns ist eine Praxis der Unterstellung und Zurechnung

3. Über Kommunikation zu kommunizieren ist Kommunizieren 4. Die soziale Realität ereignet sich praktisch, im Vollzug

Soziale Ungleichheit

- Definition (n. Hardil): Lebensbedingungen (Arbeitsbedingungen, Einkommen, Vermögen, Bildungsgrad), die es Menschen erlauben in ihrem alltäglichen Handeln, allgemein geteilte Ziele eines guten Lebens (wie z.B. Gesundheit, Sicherheit, Wohlstand, Ansehen) besser als andere Menschen zu erreichen.

- Lebensbedingungen: äußeren Rahmenbedingungen des Lebens und Handels von Menschen verstanden (Wohnung, Arbeitsplatz) à verschiedene Schichten

Zwei Typen sozialer Ungleichheit:

1. Chancenungleichheit:

- Die Chance einer bestimmten Bevölkerungsgruppe (der Frauen, der Ausländer, der Arbeiter etc.) innerhalb einer gegebenen Verteilung besser oder schlechter abzuschneiden. Diese Ungleichheit meint also die Über- oder Unterdurchschnittliche Chance bestimmter Bevölkerungsgruppen, Vor- und Nachteile zu erhalten z.B. höhere Bildungsabschlüsse. -> Konkretes Beispiel: Frauenquote

Verteilungsungleichheit: Die Ungleiche sozialstrukturelle Verteilung eines wertvollen Gutes (z.B. Einkommen) in der Bevölkerung. Diese Ungleichheit bezieht sich auf Vor- und Nachteile zwischen Gesellschaftsmitgliedern schlechthin. So z.B. bei der Verteilung von Bildungsabschlüssen in der Bevölkerung und damit unter anderem auf die Existenz von Akademikern, Qualifizierten und Ungelernte. -> Konkretes Beispiel: Einkommensunterschiede in der Gesellschaft

Armut/Vermögen Zwei Konzepte der Armut: 1. Lebenslagenarmut: Ist Mehrdimensional: beschäftigt sich mit der Gesamtsituation der Versorgung und die hier raus resultierenden Handlungsmöglichkeiten. Beispiel: Arbeitsplatz, Kleidung, Gesundheit 2. Ressourcenarmut: Eindimensional: Wenn keine ausreichenden Hilfsmittel des Handelns insbesondere zu geringe Geldmittel vorhanden sind. Beispiel: Geld

2 Auswirkungen der Armut:

1. Materielle Ungleichheit = Ist der Kernbereich der sozialen Ungleichheit. Je besser die Einkommens- und Vermögensverhältnisse sind, desto längere und bessere Lebenserwartungen haben sie. Beispiel = Armut macht krank 2. Ökonomische Mangellagen (langfristige Armut) = Mit sozialen und psychischen Veränderungen verbunden -> Fähigkeit von Armen sinkt und die Fähigkeit sich selbst aus dieser Lage zu befreien Beispiel: Negative Selbsteinschätzung, geringes Selbstvertrauen (dadurch keine eigenständige Befreiung aus der Lage) Was ist Vermögen: Ist die Gesamtheit aller Wirtschaftsgüter und Geldmittel. Dabei geht es nur um das Privatvermögen. Es wird nur das Privatvermögen berücksichtigt, das materiell, Geldwert und prinzipiell verdinglich ist und eine Ressource zur Sicherung des Lebensstandarts darstellt. Sachvermögen werden nicht berücksichtigt. Unter Geldvermögen zählt: Bankguthaben, Bargeld, Aktien, Häuser.

Einkommensungleichheit

Armutsbestimmung

Median = mittleres Einkommen und nicht das Durchschnittseinkommen. Mittleres Einkommen bedeutet: Mitte des Gehalts aus allen Personen mit verdienst. Es wird nach Jahreseinkommen sortiert. Das Durchschnittleiche Einkommen ist nicht so zuverlässig, denn wenn die Reichen noch reicher werden verändert sich der Durchschnittswert für ALLE, auch wenn sich bei den Anderen die Finanzielle Situation nicht ändert.

- Wenn das Einkommen unter 60% (11.200€ Jahreseinkommen) des Medians liegt, gilt man als armutsgefährdet.

Berechnung des Nettoäquivalenzeinkommens bei Familien:

- Das Nettogehalt einer Familie muss in der Statistik mit dem Gehalt von Einzelpersonen verglichen werden können, deswegen berechnet man bei der Familie das Nettoäquivalenzeinkommen. (Gehalt wird bei einer Familie durch Kinder und Eltern aufgeteilt). Bei einer Einzelperson kann man den Wert gleich von der Statistik ablesen.

Bsp.: Familie mit zwei Kindern

1 + 0,5 + 0,3 + 0,3 = 2,1 (Nettoäquivalenzeinkommen)

1 = 1. Erwachsene Person

0,5 = 2. Erwachsene Person, bzw. Kinder über 14 Jahre

0,3 = Kind unter 14 Jahren

Gini-Koeffizient

Gibt die Ungleichheitsverteilung des Einkommens an. Wenn der Gini-Koeffizient gleich Null ist verdienen alle gleich. Wenn der Gini-Koeffizient gleich Eins ist, verdient einer alles. Je größer der Koeffizient, desto größer die Einkommensungleichheit.

Sozialstruktur

Definition = Ist ein relativ stabiles System sozialer Beziehungen in ein Gesellschaft.

Ziel der Sozialstrukturanalyse =

Untersuchung relativ dauerhafter Wechselbeziehungen zwischen sozialen Gruppen, sowie deren Veränderungen als Formen des sozialen Wandels. Sozialstrukturanalyse: Form der Gesellschaftsanalyse bei der vor allem Fragen sozialer Ungleichheit im Mittelpunkt stehen. Zusammenfassung: Sozialstruktur = Gesamtheit und diese beschreibt:

- dauerhafte Wert- und Normgefühle

- politische, ökonomische und weitere Institutionen und Handlungsmuster in einer Gesellschaft.

- Sicherung der Integration und Identität des gesellschaftlichen Systems

Bourdieu – Habitus

Habitus = Praktiken, Denkweisen etc. die man sich durch Umgebung aneignet -> bilden Lebensstil. Verkörperung aus welcher Sozialschicht man kommt (Essen, wohnen und Kleidung). Mensch besitzt 4 Kapitalanlagen:

1. Ökonomisches Kapital = Lohn, Gehalt

2. Kulturelles Kapital (Teilt sich auf in drei Kapitale):

- objektiviertes Kapital (Dinge die man hat z.B. Bücher)
- institutionalisiertes Kapital (Abschlüsse, Zertifikate)
- inkooperiertes Kapital (Wissen das man im Kopf hat)

3. Soziales Kapital = Beziehungen zu anderen Menschen

4. Symbolisches Kapital = Statussymbole (Fuhrpark)

- Soziale Bedingungen beeinflussen Kulturelles Kapital, wer schlechtere soziale Voraussetzungen zu Bildung hat, hat Schwierigkeiten die anderen Kapitale zu vergrößern

Feldherrenhügel (nach Virginia Wulff):

Erklärung:

Analyse verschiedener Perspektiven (welche Standpunkte gibt es).

Feldherr steht auf dem Hügel, er stellt eine Theorie auf mit der er Anweisungen an die Kämpfer unten auf dem Feld gibt. Die Kämpfer (Empirie, Praxis) sind ausführendes Glied und nah am Prozess beteiligt. Feldherr hat eine Sicht von oben bzw. außen. Er hat somit eine andere Sicht auf das Geschehen, als die Kämpfer. Es kann eine Spannung zwischen Beobachter und betroffenem entstehen. z.B. Fußballspiel

Text: Wozu Soziologie? (Scherr)

1. Weshalb ist für Bourdieu die Soziologie ein Instrument der Selbstanalyse?

- Man versteht dadurch besser wer man ist und kennt die sozialen Bedingungen die dafür notwendig waren. Es ist eine Analyse der eigenen Stellung in der Welt möglich.

2. Der Unterschied zwischen Soziologie und Alltagsdenken:

- Soziologie nutzt wissenschaftliche verfahren. Genaues Hinsehen und gründlicheres Nachdenken

Details

Seiten
4
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668783232
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v437586
Institution / Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Villingen-Schwenningen, früher: Berufsakademie Villingen-Schwenningen
Note
2,0
Schlagworte
Vermögen Gesellschaft Soziales Soziale Ungleichheit Armut Nettoäquivalenzeinkommen Sozialstruktur

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Titel: Gesellschaftstheorie. Soziale Ungleichheit, Armut und Sozialstruktur. Zusammenfassung