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Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen

Wie kann Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen dazu beitragen, dass sich die Gesellschaft geschlechterdemokratisch weiterentwickelt?

Hausarbeit 2018 20 Seiten

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Entstehung des Begriffs Gender Mainstreaming
Gender
Gender Mainstreaming

Begriffe der Geschlechtergerechtigkeit
Chancengleichheit
Geschlechtergerechtigkeit
Gleichbehandlung
Geschlechterdemokratie
Gesetzlicher Auftrag

Gender Mainstreaming als Aufgabe der Elementarpädagogik
Kindertageseinrichtungen als Sozialisationsinstanz
Betreuungspersonal in Kindertageseinrichtungen
Themen der Geschlechtigkeit in Kindertageseinrichtungen
Das schwierige Thema Geschlecht in Kindertageseinrichtungen

Umsetzung des Gender Mainstraimings in der Kindertageseinrichtung

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Männer und Frauen müssten gleichberechtigt sein, es existieren aber immer noch Ungleichheiten in unserer Gesellschaft. Obwohl die Gleichberechtigung der Geschlechter im Artikel 3 des Grundgesetzes verankert ist. Weiterhin wird dort festgehalten, dass der Staat die Aufgabe hat Geschlechtergerechtigkeit durchzusetzen (vgl. Art 1 GG - Einzelnorm 2017).

Auf der vierten Weltfrauenkonferenz in Peking 1995 kam man zu der Erkenntnis, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau nur entstehen kann, wenn Männer und Frauen gemeinsam daran arbeiten.

„Die Aktionsplattform betont, daß [sic!] Frauen gemeinsame Anliegen haben, die nur dann einer Lösung zugeführt werden können, wenn die Frauen miteinander und in Partnerschaft mit den Männern auf das gemeinsame Ziel der Gleichberechtigung der Geschlechter in der ganzen Welt hinarbeiten “ (Bericht der Vierten Weltfrauenkonferenz - Beijing 1995) .

So entstand der Auftrag an alle Staaten, den „ globalen Aktionsplan für Frauen zur Erzielung einer nachhaltigen und gerechten Entwicklung" umzusetzen. Dies ist bisher noch nicht vollständig gelungen. So mahnt die CEDAW - Allianz (Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination Against Women, Frauenrechtskonvention) an, dass in Deutschland keine konsistente, zielorientierte Gleichstellungspolitik erfolgt. Die gesetzlichen Grundlagen reichen nicht aus, um Schutz vor Diskriminierung zu leisten. Des Weiteren kritisiert sie, dass in Deutschland weiterhin geschlechtsspezifische Rollenstereotypen unverändert fortbestehen (vgl. CEDAW, S. 5).

All dies trägt dazu bei, dass Frauen und Männer nicht gleichberechtigt in unserer Gesellschaft sind. Lührig und Stiegler machen Geschlechterungerechtigkeit zum Beispiel daran fest, dass Frauen im Vergleich zu Männern 35 Stunden in der Woche unbezahlte Arbeit leisten, Männer aber nur 19,5 Stunden (vgl. Schrade und Sigrid, S. 8). Nach der amtlichen Statistik verdienen Frauen rund ein Fünftel weniger als Männer (vgl. Statistisches Bundesamt).

Auch bei der Entscheidung für ein Studium gibt es noch viele Geschlechterunterschiede. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes entscheiden sich z.B. nur 16 % der Studentinnen für einen MINT- Studiengang (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) Der Anteil der männlichen Studierenden in diesen Fächer ist um 4% angestiegen, sodass sich der Abstand zwischen Männern und Frauen weiter vergrößert (vgl. Statistisches Bundesamt) Geschlechterunterschiede gibt es auch in der Kindererziehung. In Familien und in Kindertageseinrichtungen werden Kinder zu 95% von Frauen betreut. Laut der Studie “Personal in Kitas: Wer betreut unsere Kinder?” arbeiten Männer in Kindertageseinrichtungen häufiger im Leitungs- und Verwaltungsbereich. Frauen dagegen häufiger in den Kindergruppen (vgl. Statistisches Bundesamt).

Diese Beispiele für Geschlechterungleichheiten oder auch Geschlechterungerechtigkeiten ließe sich beliebig fortführen. D.h. die Forderung nach Gleichberechtigung der Geschlechter ist noch lange nicht erfüllt. Es stellt sich die Frage, wo die Gesellschaft anfangen muss / kann, um Veränderungen zu bewirken. Die These dieser Hausarbeit ist, dass damit nicht früh genug begonnen werden kann und bereits im Vorschulalter an der Umsetzung der Geschlechtergerechtigkeit gearbeitet werden muss. Daher untersucht diese Hausarbeit das Thema - Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen.

Die Fragestellung dieser Arbeit lautet: „Wie kann Gender Mainstreaming in der Kindertageseinrichtungen dazu beitragen, dass sich die Gesellschaft geschlechterdemokratisch weiterentwickelt?“

Zuerst werden die Begriffe Gender, Mainstreaming, Chancengleichheit, Geschlechtergerechtigkeit und Geschlechterdemokratie betrachtet.

In einem nächsten Schritt wird der gesetzliche Auftrag an Kindertageseinrichtungen beleuchtet. Um anschließend sich damit auseinanderzusetzen, welche Personen in Kindertageseinrichtungen Kinder betreuen und was dies für die Sozialisationsprozesse die dort stattfinden bedeutet.

Abschließend befasst sich die Arbeit mit der möglichen Umsetzung von Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen. Im Fazit wird zusammengetragen warum sich durch Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen die Gesellschaft geschlechterdemokratisch weiterentwickeln könnte.

Entstehung des Begriffs Gender Mainstreaming

1995 fand in Peking die vierte Weltfrauenkonferenz statt. Hier wurde die Erkenntnis gewonnen, dass das Ziel der Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht nur durch Frauenförderung erreicht werden kann. Wichtige Erkenntnis hierbei, war, dass Fördermaßnahmen nicht wie erhofft dazu beitrugen Gleichberechtigung zu erreichen, sondern dass Frauen weiterhin vielfach benachteiligt wurden. So wurde Gender Mainstreaming als Strategie der europäischen Gleichstellungspolitik eingeführt (vgl. admin 2015).

Gender

In der Linguistik bezeichnet das Wort gender zunächst im Englischen den Genus bzw. das grammatikalische Geschlecht – d.h. die Unterscheidung zwischen weiblich, männlich und sächlich. Im wissenschaftlichen Sprachgebrauch wird gender als Bezeichnung für das soziale Geschlecht und in Abgrenzung dazu sex als biologisches Geschlecht definiert (vgl. Was ist Gender? 2012).

Hubrig fasst zusammen, dass das Geschlecht als ein Strukturierungsfaktor in der Gesellschaft dient. So können Menschen einer Kategorie zugeordnet werden. In allen Kulturen sind diese Kategorien "männlich" oder "weiblich". Dies wird als Kultur der Zweigeschlechtigkeit bezeichnet (vgl. Hubrig 2010, S. 11).

Nach Huber umfasst der Begriff Gender die gesellschaftlichen, sozial, geprägten Geschlechterrollen. Diese Geschlechtsrollen sind erlernt und damit auch veränderbar (vgl. Huber 2010, S. 15).

"Die biologische Grundausstattung eines Menschen bestimmt, ob der Mensch als männliches oder weibliches Wesen durch das Leben geht. Kultur und Gesellschaft hingegen legen fest, welche Konsequenzen das biologische Geschlecht für den einzelnen Menschen hat" (Hubrig 2010) .

Dies ist ein wichtiger Punkt, in Bezug auf Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen. Demnach ist es bereits schon im frühesten Alter wichtig, wie mit Geschlechtigkeit umgegangen wird, damit in Zukunft Rollenstereotypen von Jungen und Mädchen aufgebrochen werden können.

Gender Mainstreaming

Mainstream heißt wörtlich übersetzt Hauptströmung/ Durchschnitt. Mainstreaming bedeutet danach, wie Perspektiven von benachteiligten Gruppen in die Mitte von Politik und Gesellschaft geholt werden (vgl. Was ist Gender Mainstreaming?).

„Gender Mainstreaming bedeutet dann soviel wie „durchgängige Gleichstellungsorientierung“ oder „Integration der Gleichstellungsperspektive“. Gender Mainstreaming ist damit neben Mädchen- und Frauenförderung bzw. Jungen- und Männerförderung der Teil von Gleichstellungspolitik, bei dem alle Geschlechter einbezogen werden “ (Huber 2010, S. 15) .

Nach Stiegler bedeutet Gender-Mainstreaming dass alle Akteure*innen den Blickwinkel der Gleichheit von Frauen und Männern bei Entscheidungsprozessen aufnehmen müssen. (Schrade und Sigrid, S. 4). Huber formuliert dies ähnlich. Bei ihr heißt Gender Mainstreaming, dass bei allen Vorgängen, Maßnahmen und Projekten mögliche Auswirkungen auf Frauen und Männer, Mädchen und Jungen von vornherein durchgängig und in der Auswertung untersucht werden müssen. Dabei sollen die förderlichen berücksichtigt werden und bestehende Benachteiligungen beseitigt werden Demnach ist Gender Mainstreaming die aktuell zentrale politische Strategie zur Umsetzung der Gleichstellung von Frauen und Männern, sowie von Mädchen und Jungen (vgl. Huber 2010, S. 15).

Gender Mainstreaming soll anschaulich machen, dass Gleichberechtigung ein Bestreben von Männer und Frauen sein muss. Daher genügt es auch nicht, nur die Situation von Mädchen und Frauen zu betrachten, sondern auch die von Jungen und Männer (vgl. Bericht der Vierten Weltfrauenkonferenz - Beijing 1995).

Fasst man nun alle Aussagen zusammen bedeutet Gender Mainstreaming, dass bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Interessen von allen Geschlechtern von vorneherein berücksichtigt werden. Es ist dabei wichtig die Folgen für die unterschiedlichen Lebenssituationen der Menschen vorab schon durchzudenken.

Begriffe der Geschlechtergerechtigkeit

Bei der Recherche zu dieser Arbeit tauchten im Zusammenhang mit Gender Mainstreaming Begriffe wie Chancengleichheit, Geschlechtergerechtigkeit, Gleichbehandlung und Geschlechterdemokratie u.v.m. auf. Diese Begriffe werden nun kurz beleuchtet, um herauszufinden welche Bedeutung diese für Gender Mainstreaming haben.

Chancengleichheit

Laut Duden bedeutet Chancengleichheit gleiche Ausbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten für alle Menschen ohne Rücksicht auf Herkunft und soziale Verhältnisse (vgl. Duden | Chan­cen­gleich­heit | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Synonyme 2017).

Geschlechtergerechtigkeit

Geschlechtergerechtigkeit wird im Duden als gerechte Gestaltung des gesellschaftlichen Miteinanders von Frauen und Männern, insbesondere bezogen auf wirtschaftliche und politische Belange bezeichnet. (Duden | Ge­schlech­ter­ge­rech­tig­keit | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition)

Gleichbehandlung

Die EU-Kommission definiert Gleichbehandlung als Gewährleistung des Fehlens jeglicher unmittelbaren oder mittelbaren Diskriminierung aufgrund des Geschlechts (vgl. Generaldirektion Beschäftigung, Arbeitsbeziehungen und soziale Angelegenheiten, S. 33).

Geschlechterdemokratie

Nach der Heinrich Böll Stiftung heißt Geschlechterdemokratie, dass Männer und Frauen die gleiche Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen und der gleiche Zugang zu Ressourcen haben müssen. Dadurch sollen die bestehenden Machtverhältnisse verändert werden. Geschlechterdemokratie muss auf den drei verschiedenen Ebenen: Politisch–gesellschaftlich, Organisationsebene und der Ebene der handelnden Person umgesetzt werden ( [vgl. Männerpolitik sowie Gender Mainstreaming] Heinrich Böll Stiftung).

Betrachtet man nun alle vorgestellten Begriffe zusammen, so gleichen sich alle dem Begriff Gender Mainstreaming an, sie haben das gemeinsame Ziel bestehende Geschlechterungleichheiten auszugleichen und zu verändern. Dies kann man als Gleichstellungspolitik verstehen. Frey und Kuhl kommen zu der Überzeugung, dass niemand an stereotype Rollen gebunden werden soll. Männer und Frauen haben das Recht im gleichen Maße ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Geschlecht und Geschlechterrollen dürfen weder zu Vor- noch zu Nachtteilen führen.

Der Staat muss dafür Sorge tragen, dass Nachteile die durch eine Geschlechtszugehörigkeit entstehen durch rechtliche Regelungen ausgeglichen werden (vgl. freykuhl. indd). Schrade sagt, dass kulturell bedingte Geschlechterbilder und ihnen entsprechenden gesellschaftlichen Strukturen verändert werden müssen, um Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern zu ermöglichen (vgl. Schrade und Sigrid, S. 8). Somit werden alle Mitglieder der Gesellschaft in die Pflicht genommen an der Umsetzung der Gleichstellungspolitik mit zu arbeiten.

Gesetzlicher Auftrag

Ein gesetzlicher Auftrag zur Umsetzung des Auftrages zur Herstellung von Geschlechterdemokratie findet sich im Grundgesetz Artikel 3.

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“ (Bundesepublik Deutschland 2017).

Auch im § 9 SGB VIII Grundrichtung der Erziehung, Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen findet sich insbesondere im Abschnitt 3 der Auftrag:

„ die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern “ (§ 9 SGB VIII Grundrichtung der Erziehung, Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen)

Damit dieser Auftrag von Anfang an umgesetzt werden kann, ist es wichtig bereits im Kindergarten ein Konzept für Gender Mainstreaming zu entwickeln und zu implementieren.

Gender Mainstreaming als Aufgabe der Elementarpädagogik

Kindertageseinrichtungen als Sozialisationsinstanz

Die wichtigsten Sozialisationsinstanzen im Leben von Kindern sind Familie, Kindertageseinrichtungen und Schule. Sie haben die gesellschaftliche Funktion, die Persönlichkeits- und Leistungsentwicklung von Kindern durch Erziehung und Bildung zu fördern (vgl. Klaus Hurrelmann / Heidrun Bründel, S. 144). Hurrelmann definiert den Begriff Sozialisation als einen

"Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt" (Hurrelmann 1982, S. 51).

Im Zentrum dieses Prozesses steht das "Mitglied-Werden in einer Gesellschaft" (vgl. Klaus Hurrelmann/Dieter Ulich 1991, S. 6). Sozialisation kann als ein Prozess der Anpassung verstanden werden. Dieser ist wechselseitig und flexibel. Das Individuum entwickelt sich zu einem Teil der Gesellschaft. Der Prozess der Sozialisierung findet in einem Spannungsfeld von Individualisierung und Vergesellschaftung statt (vgl. Klaus Hurrelmann/Dieter Ulich 1991, S. 15).

Die Kindertageseinrichtung ist somit auch eine wichtige Sozialisationsinstanz zum Thema Geschlechtigkeit. Rohrmann weist darauf hin, dass Kinder bis zum 6. Lebensjahr eine Geschlechtsidentität erwerben. Sie fangen an zu verstehen, dass es zwei Geschlechter gibt und dass sie selbst zu einem dieser Geschlechter gehören. Im Alter von drei bis vier Jahren erkennen sie, dass ihr biologisches Geschlecht nicht verändert werden kann. Sie entwickeln ein Verständnis über Geschlechtsstereotypen (vgl. Rohrmann 2009, S. 15). Doch in ihrer eigenen Erfahrungswelt können sie auch beobachten, dass diese Zuschreibungen nicht immer stimmen. Das kann für die Kinder sehr verwirrend sein. Gerade in der Phase der eigenen Geschlechtsidentitätsbildung kann es schwierig für die Kinder sein, sich in dieser Zwei-Geschlechter-Kultur zu orientieren (vgl. Krabel und Cremers 2011, 6).

Auch die Entwicklung von Spielvorlieben, Interessen und Freundschaften zu anderen Kindern hängt mit der eigenen Geschlechtszugehörigkeit zusammen (vgl. Rohrmann 2009, S. 15). Die Kindertageseinrichtungen geben den Kindern in ihrer Funktion als Sozialisationsinstanz die Möglichkeit sich an anderen Kindern, aber auch an Erwachsenen zu orientieren. Kinder erlangen somit zu einem Verständnis über ihr eigenes Junge- bzw. Mädchensein. Mädchen möchten als weiblich und Jungen als männlich wahrgenommen werden. Dies ist bei der Entwicklung ihrer Geschlechtsidentität wichtig (vgl. Hubrig 2010, S. 91). Die Kindertageseinrichtungen bieten hierzu vielfältige Möglichkeiten (vgl.Rohrmann 2009, S. 33). Somit legen die Kindertageseinrichtungen die Grundsteine für die zukünftige Gesellschaft und somit auch für die Geschlechterdemokratie.

Es entsteht die Frage, wie das Fachpersonal in den Kindertageseinrichtungen diesen Prozess positiv unterstützen und steuern kann. Doch zunächst wird erst einmal beleuchtet, wer in Kindertageseinrichtungen Kinder betreut.

Betreuungspersonal in Kindertageseinrichtungen

„Erziehung ist immer noch Frauensache, aber Interesse der Männer nimmt zu “ (Statistisches Bundesamt)

Laut dem statistischen Bundesamt waren 95% der mehr als 527.400 Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen im März 2014 weiblich. Der Anteil der männlichen Beschäftigten erhöhte sich leicht von bundesweit 3,2% im März 2007 auf aktuell 4,9%. Bei den Erziehern standen knapp 13.000 Männer gut 342.000 Frauen gegenüber (vgl. Statistisches Bundesamt).

Diese Zahlen drücken aus, dass der Beruf Erzieher*in ein typischer Frauenberuf ist. Faulstich-Wieland stellt fest, dass es in sogenannten Frauenberufen immer ein großes Missverhältnis zwischen Qualifikation und Fähigkeiten und materieller Entlohnung gibt. Außerdem gibt es oft keine Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten in diesen Berufen (vgl. Gabriele v. Ginsheim und Dorit Meyer 2001, S. 122–123).

Über das Fehlen von Männern in Kindertageseinrichtungen wird häufig diskutiert (vgl. Huber 2010, S. 12). Faulstich- Wieland macht darauf aufmerksam, dass es aber nicht genügt mehr Männer in Kindertageseinrichtungen einzustellen. Ziel kann es nicht sein Frauenarbeitsplätze mit Männern zu besetzten, ohne dass es auch einen entsprechenden Ausgleich gibt, indem Männerarbeitsplätze mit Frauen besetzt werden (vgl. Gabriele v. Ginsheim und Dorit Meyer 2001, S. 128). Außerdem greift sie auch das Thema auf, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau nur entstehen kann, wenn Männer und Frauen gemeinsam daran arbeiten.

„[…]könnten männliche Erzieher nur dann ausgleichend wirken, wenn sie selbst sensibel für Geschlechterhierachien und an deren Abbau interessiert sind.“ (Gabriele v. Ginsheim und Dorit Meyer 2001, S. 128)

So fasst auch Rohrmann zusammenfassen, das geschlechtsdemokratische Erziehung nur mit engagierten Frauen und Männer gelingen kann. Der Dialog und das Miteinander von Männer und Frauen stehen hierbei im Vordergrund.

[...]

Details

Seiten
20
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668781528
ISBN (Buch)
9783668781535
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v438004
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg – Erziehungswissenschaften
Note
14
Schlagworte
Gender Geschlechtergerechtigkeit Mainstreaming

Autor

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Titel: Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen