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Teaching English Learners with Special Educational Needs. A diagnostic guide for new ESL teachers

Essay 2016 30 Seiten

Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Terrorismus

In der heutigen Zeit können wir kaum noch ein Medium benutzen, ohne über neue Grausamkeiten und Gräueltaten informiert zu werden, die angeblich eines terroristischen Ursprungs entspringen. Isis, oder auch der Islamische Staat genannt, schlägt dabei in letzter Zeit wohl die größten Wellen, als sogenannte „Terrorvereinigung“, die unschuldige Menschen tötet, und antike Bauwerke zerstört. Alles angeblich im Namen ihrer Religion.

Doch wird dieser Begriff des Terrors, oder des Terroristen im Allgemeinen nicht zu breit gefächert, zu willkürlich gebraucht? Für mich stellt sich vor allem die Frage: Was kann und wird alles als sogenannter „Terrorismus“ abgestempelt, wie würde eine mögliche allgemeine Definition lauten, und vor allem: Kann ich nach dieser Definition gewisse Verbrechen noch als Verbrechen bezeichnen, oder fallen sie schon unter einen terroristischen Akt? Die Frage, welche ich mir in diesem Bezug am häufigsten gestellt habe war wohl, ob auch Amokläufe an Schulen als terroristischer Akt bezeichnet werden müssten, wenn man gewissen Definitionen Glauben schenken mag. Um genau diese Ausgangsfrage, und die Suche nach einer eventuellen verallgemeinerten Definition, soll es in diesem kurzen Essay von mir gehen.

Um überhaupt auf meine Ausgangsfrage Bezug nehmen und eben dieses Für und Wider diskutieren zu können, bedarf es einiger Definitionsansätze. Was ist Terrorismus? Wie erkenne ich ihn? In Wikipedia (*1) finde ich zu dieser Frage folgende Ansätze:

„Terrorismus bezeichnet Gewalt und Gewaltaktionen gegen eine politische Ordnung, um einen politischen Wandel herbeizuführen. Hierbei dient der Terror (lat. Für Furcht oder Schrecken) als Druckmittel um entweder Sympathie und Unterstützungsbereitschaft zu erzeugen, oder Unsicherheit und Schrecken zu verbreiten. Außerdem wird Terrorismus nicht als militärische Strategie verstanden, sondern als primäre Kommunikationsstrategie.“

Wir können also aus diesem kleinen Auszug bereits feststellen, dass Terrorismus nicht mit militärischer Kriegsführung gleichgesetzt wird, sondern es sich hier nur um ein Druckmittel handelt, welches einen politischen Wandel herbeirufen soll.

Charles Townshend versucht sich ebenso an einer Definition des Begriffs Terrorismus in seinem Werk „Das Problem des Terrorismus“ (*2), welches ich als zweite Quellenangabe für die Suche nach einer allgemein gültigen Definition heran ziehen möchte. So beschreibt Townshend das Problem des Terrorismus als solches, dass es zu differenzieren gilt zwischen dem Terrorismus an sich, und dem Krieg als solchen. Krieg sei so niemals mit Terrorismus gleichzusetzen, und gerade die Definition des Wortes „Terrorismus“ bereitet auch Townshend Schwierigkeiten. So ist er der Meinung, dass immer eine Wertung mit dem Begriff Terrorismus verbunden sei, und jedes Land diesen Begriff unterschiedlich definieren würde. Außerdem sei es schwierig eine klare Abgrenzung zu schaffen zwischen normalen Straftaten und einem Terrorakt. Der wichtigste Punkt, den Townshend jedoch anführt ist, dass sich „Terroristen“ niemals als solche bezeichnen würden, und auch ihre Sache, für die sie diese Taten vollbringen, niemals als terroristischen Akt deklarieren würden. Der Begriff des Terrorismus sei dementsprechend eine Fremdbezeichnung, die Andere für diesen Akt der Zerstörung gebrauchen und verallgemeinern würden. „Terroristen“ selbst, würden sich wahrscheinlich als Freiheitskämpfer für die „gute Sache“ bezeichnen, und sich dementsprechend nicht als zerstörerische Glaubenskämpfer darstellen lassen. Townshend ist außerdem der Meinung, dass es sich bei einem terroristischen Akt um einen kurzfristigen handle, auf den man sich nicht vorbereiten, und dem man somit keine Selbstverteidigung entgegen bringen kann. So wären die Ziele eines terroristischen Aktes in kurzfristige Ziele, wie z.B. das Befreien Inhaftierter und langfristige Ziele, wie die Planung und Ausübung des 11. September zu unterteilen. Außerdem löse Terrorismus vor allem Angst und Schrecken aus, wolle eine Botschaft verbreiten und die Reaktionen auf einen solchen Akt der Gewalt wären immer entweder ein Kampf gegen den „Terror“, oder die Flucht der Betroffenen.

Townshend macht außerdem klar, dass die USA vor allem mit Terrorismus die Definition des „Schrecken verbreitens“ verbinden, und ihre Terrorismus Definition wesentlich schwammiger ist, als beispielsweise die des Vereinten Königreiches (GB). Wieso das so ist erläutert er zudem, da ein schwammigerer Begriff einen größeren Handlungsspielraum erlaube, um gegen diesen „Akt des Terrors“ mit breit gefächerteren Möglichkeiten agieren zu können. Nicht zuletzt entstand dank dieses schwammigen Begriffs Guantanamo. Ich halte also auch hier fest, dass es sich bei Townshends Definition im Großen und Ganzen ebenso um den Terrorismus als „Akt der Gewalt und Einschüchterung“ handelt, auf den man sich vor allem nicht vorbereiten kann, und welcher entweder kurzfristige oder sogar langfristige Ziele verfolgen kann. Terrorismus unterscheidet er jedoch eindeutig vom Krieg, welchen er als legitim bezeichnet.

Zuletzt möchte ich noch den Definitionsversuch von Bruce Hoffman hinzunehmen, der in seinem Werk „Terrorismus. Der unerklärte Krieg“ (*3) folgendes schrieb:

Anders als Townshend versucht sich Hoffman dem Definitionsbegriff von der historischen Seite zu nähern, um so eventuelle Erklärungen für das Aufkommen des Terrorismus zu finden. Er ist der Meinung, dass wir es bei dem heutigen Terrorismus mit einer Fremdbestimmung zu tun haben, da der Begriff des „Terrorismus“ früher als positiv konnotiert galt, und heute ausschließlich negativ gebraucht wird. Hoffman hält außerdem fest, dass sich ein terroristischer Akt gegen eine bestehende politische Ordnung richtet, und es zu unterscheiden gilt zwischen einem Anschlag auf die „unschuldige“ Bevölkerung für die eigene Aufmerksamkeit bzw. die Aufmerksamkeit für die eigene Sache, und dem gezielten Anschlag auf wichtige Staatspersönlichkeiten. Terrorismus bezeichne Gewalttätigkeiten seitens nicht-staatlicher Gebilde, während dies abzugrenzen sei zum „Terror“, welcher von denen ausgehe, die bereits an der Macht sind. Aber auch Hoffman erkennt, dass eine Begriffsdefinition schwierig ist, da sich der Begriff immer weiter ausdehnt, vielfältiger wird und selbst in den USA gravierende Definitionsunterschiede seitens des FBI, des Außenministeriums und des Verteidigungsministeriums auftreten.

Auch hier ist also festzuhalten, dass sich Terrorismus als Gewaltakt bezeichnen lässt, der sich entweder gegen Unschuldige, oder gegen bestimmte Staatspersonen richtet, um Aufmerksamkeit für die eigene Sache zu erhalten.

Alle drei Definitionen scheinen genau dies gemeinsam zu haben, sie bezeichnen Terrorismus als Akt der Gewalt gegen andere Menschen, unschuldige oder in den Augen der Terroristen als schuldig anzusehende Menschen. Meist wird dieser Akt nur dazu verwendet um Aufmerksamkeit für die eigene Sache zu erhalten und zusätzlich die Welt in Angst zu versetzen.

Bei einem Amoklauf sieht die Definition ähnlich aus (*4):

Bei einem sogenannten Amoklauf (malaiisch: toben oder randalieren) handelt es sich um Gewalthandlungen, bei denen mehrere Personen durch eine einzelne, bei der Tat körperlich anwesende Person infolge der Tatereignisse getötet werden.

Ein Amoklauf meint also auch, den Akt einer Gewalttat gegen andere, unschuldige Menschen. Der Ort für diese Tat erscheint hier nicht sonderlich relevant, auch wenn es Ziele des öffentlichen Lebens sind, beispielsweise Schulen oder Büros.

Auch Terroranschläge passieren zum Großteil an solchen Plätzen des öffentlichen Lebens.

Während bei einem Amoklauf beispielsweise ein Schüler mit Schuss- und Stichwaffen eine Schule betritt, und dort Unschuldige tötet, treten Terroristen mit Maschinengewehren in Schulen oder Kindergärten, nehmen Geiseln oder richten diese auf der Stelle hin. Ein Beispiel hierfür ist die Geiselname in Russland / Beslan vor nicht allzu langer Zeit, bei welchem vor allem Kinder unter den Opfern waren und im Gegenzug der Amoklauf an der Columbine Highschool in Amerika.

Worin besteht hier der Unterschied?

Bei beiden Tatorten handelt es sich um Schulen. Beide Opfer sind vorzugsweise Schüler und auch Lehrer unter den Opfern. Während die „Terroristen“ vorzugsweise Aufmerksamkeit für ihre Tat wollten, und in Verbindung mit dieser Geiselnahme sogar Forderungen stellten (u.a. Freilassung einiger anderer Terroristen aus dem Gefängnis, sowie der Rücktritt Putins), betreten Amokläufer ihre Schulen, offenbar nur mit dem einzigen Grund der „Vergeltung“ und „Zerstörung“. Es handelt sich bei diesen Tätern meist um Individuen, die sozial an ihrer Einrichtung gehänselt, gemobbt und ausgegrenzt wurden. Solche, ohne großen Freundeskreis. Es sind zumeist stille Typen, die vielleicht nicht einmal von der Mehrheit aller Schüler in einem Gemenge wahrgenommen werden würden. Diese frustrierten Jugendlichen benutzen diesen Akt der Zerstörung meist als Akt der Rache und Befreiung. Rache an Personen, die sie gehänselt haben, Rache an solchen Personen, die sie beneidet haben oder einfach nur das Mauerwerk mit seinen „Insassen“ zerstören wollen, um symbolisch mit diesem Grauen für immer abschließen zu können. Der Amoklauf an sich geschieht nicht spontan, oder willkürlich, er ist geplant (*5). Geplant wie die langfristigen Ziele einer Terrorvereinigung. Geplant mit dem Wissen, für diesen Akt der Zerstörung mediale Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und ebenso Leid und Schrecken zu verursachen. Angst vor allem bei der Bevölkerung, dass es Trittbrettfahrer geben könnte. Und doch lässt sich dieser Amoklauf genauso wie ein terroristischer Anschlag immer von zwei Seiten betrachten. Auf der einen Seite steht klar das Leid, die Angst und der Schrecken. Die Wut der Bevölkerung, der Ruf nach mehr staatlicher Kontrolle, um solche Szenen zu vermeiden. Auf der anderen Seite gibt es durchaus Sympathisanten. Es müssen nicht solche sein, die sich nach einem solchen Anschlag gleich auch auf die Seite dieser Terroristen stellen, oder nun selbst einen Amoklauf planen. Nein, diese Seite birgt auch Mitgefühl. Mitgefühl für die Eltern und Familien des Amokläufers oder Terroristen. Die Frage: Wie konnte es so weit kommen? Warum haben wir es nicht bemerkt? Und vor allem: Wieso? Stehen ganz oben im Raum. Meist wissen Eltern weder von Terroristen, noch von potentiellen Amokläufern, was in ihren Kindern vorgeht, bis es zu spät ist. Auch nach einem Amoklauf treten Diskussionen über schärfere Waffengesetze (gerade auch in den USA) auf, doch wie bei einem terroristischen Anschlag, kann auch die beste Prävention so ein Unglück kaum verhindern.

Es kann und wird sehr wahrscheinlich wieder passieren. Ob es nun ein Hochhaus ist, welches explodiert, weil sich ein Terrorist für seine Glaubenssätze in die Luft sprengt, oder ein Schüler eine Schule betritt und seine Klassenkammeraden erschießt.

Terrorismus und Amokläufe haben meines Erachtens nach sehr viel gemeinsam.

Sie sind Gewalttaten gegen Unschuldige.

Sie erzeugen Aufmerksamkeit, gewollt oder nicht gewollt, und versetzen die Welt in Angst und Schrecken.

Sie sind beide mit langfristiger Planung verbunden (wobei Terrorismus auch kurzfristige Ziele verfolgt).

Zumeist sind es Menschen, die ihre Familien / ihr Umfeld nicht einweihen und sie ein sogenanntes Doppelleben führen.

Beide sind gegen etwas, dass sie in Unmut versetzt. Beim Terrorismus ist es meist die politische Ordnung, bei einem Amoklauf das bestehende Schulsystem, oder der Lebens- / und Leidensweg des Einzelnen.

Keiner von beiden Parteien scheut die Gewalt, und ihr Akt endet meist im eigenen Tod, sei es nun als Selbsttötung, oder die Tötung durch einen Anderen (z.B. der Polizei).

Würde man sich näher mit der Psyche solcher Täter befassen, kämen wahrscheinlich ebenso viele Gemeinsamkeiten ans Licht.

Abschließend kann ich für beide Parteien festhalten, dass sie einige enorme Gemeinsamkeiten aufweisen, auch wenn der Terrorismus an sich vor allem gegen bestehende politische Systeme agiert, und wird meines Erachtens nach leider viel zu freizügig und unbedacht verwendet. Auch ein Amoklauf ist ein Gewaltakt der Angst und Schrecken, sowie eine Botschaft verbreitet, jedoch wird er offensichtlich nicht als terroristischer Akt aufgefasst.

Wieso das so ist, konnte ich auch nach meinen Recherchen nicht festlegen, dennoch bin ich der Meinung, dass man beide Taten auf eine Stufe stellen sollte, dies beweisen nicht nur meine aufgeführten Gemeinsamkeiten.

Ich kann nur spekulieren, wieso ein Amoklauf nicht als terroristischer Akt gilt. Meist fürchten sich die Menschen vor dem Unbekannten, dem Andersartigen z.B. der Religionszugehörigkeit. Dies könnte eventuell ein Ansatzpunkt sein, wieso z.B. amerikanische Amokläufer an Schulen nicht als Terroristen bezeichnet werden, denen man nur zu gerne die Stereotype des abendländischen Muslims und Glaubensfanatikers aufs Auge drückt.

Bibliography

(*1 Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Terrorismus#Definitionen 04.05.2015)

(*2 Quelle: Charles Townshend: Terrorismus: Eine kurze Einführung. Stuttgart 2005. Kapitel

1, S. 7-31 entnommen aus dem Semesterapparat)

(*3 Quelle: Bruce Hoffman: Terrorismus: Der unerklärte Krieg. Frankfurt am Main 2002.

Kapitel 1, S. 13 – 56 entnommen aus dem Semesterapparat)

(*4 Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Amok 04.05.2015)

(*5 Quelle: http://www.br.de/themen/wissen/amok-amoklauf-amoklaeufer-psyche100.html 04.05.2015)

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Details

Seiten
30
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668803275
Sprache
Englisch
Katalognummer
v438706
Institution / Hochschule
Charles Darwin University
Note
Schlagworte
Teaching Language English Learning Special Education School Needs

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